Meine Abenteuer

Race Around Austria- Erfahrungsbericht

Mein Erfahrungsbericht bei einem Ultra-Radrennen am Start zu stehen.

 

Nach Monaten der Vorbereitung und kurzfristigen Entscheidung, Solo an den Start zu gehen, war es endlich soweit: Lassen wir das Abenteuer beginnen!

 

Aber starten wir mal ganz von vorne!

Renntag: Halb 12 in St. Georgen im Attergau, ich habe echt zu tun meine Bauchkrämpfe mit tiefen Atemzügen in den Griff zu bekommen. Ich verfluche mich innerlich manchmal doch eine Frau zu sein. Durch die ganze Nervosität und Aufregung habe ich ungeplant in der Nacht vor dem Rennen meine Periode bekommen. Nervig und auch ziemlich schmerzhaft. Krampflösende Mittel sind gänzlich verboten (Doping). Meine Laune und Gemütslage sind trotzdem extrem positiv und wie immer bin ich etwas quirlig. Ich freue mich so sehr auf das Rennen, dass ich meine Schmerzen mit Lachen überspiele und bei den letzten Vorbereitungen und Geplapper echt gut gelaunt bin. Mein Team steckt mich nochmal ins Bett. Ich kann es gar nicht glauben, dass ich 3 Stunden vor dem Start tatsächlich noch über eine Stunde schlafen kann. Mit einem großen Grinsen schlüpfe ich in meine Radklamotten, creme mich mit Sonnenmilch ein, positioniere den Helm und den Funk, esse nebenher noch ein paar Nudeln und schon sitze ich im Pacecar!

Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen Ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein/ausklippen ein Kunst für sich ist”

Wir (Martin, Thomas und Isabella) fahren mit dem Begleitfahrzeug nun nach St.Georgen. Durch die COVID-Schutzmaßnahmen müssen wir uns nun verabschieden. Mein Team bleibt im Auto und reiht sich für die Startaufstellung ein. Ich rolle zum Start und bin mehr als gut drauf! Ich plaudere ein bisschen mit anderen Fahrern und dann ist es auch schon so weit. Die Rennleitung weist uns  Fahrerinnen für die Startaufstellung ein. Schutzmaske rauf und hinter der Bühne warten. Mein Blick schweift zu den anderen. Ich komme mir ziemlich doof vor, wie ich mein Rad mit den anderen vergleiche. Zeitmaschinen, Scheibenbremsen, Carbonaufleger, Laufräder mit Scheiben und die Räder gewichtsoptimiert. Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein-/ausklippen eine Kunst für sich ist. 

Mit den meisten wechsle ich noch ein kurzes Wort, ein schnelles viel Glück und stramme Wadln! Und dann heißt es für mich die Schutzmaske weg und rauf auf die große Bühne! Ich bin so gut gelaunt, dass ich mit einem großen Grinsen auf die Bühne gehe. Die Frage, ob es Vorfreude ist, ergänze ich mit “Ja, Vorfreude mit ein bisschen Angst”. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch nie so eine Distanz geradelt, geschweige denn 6500 Höhenmetern gestrampelt und schon gar nicht durch die Nacht gefahren. Also ja: Die Freude und die Lust darauf sind riesig, aber ich habe auch etwas Schiss.

Und dann geht's los, mit einer dynamischen Abfahrt über die Startrampe, Menschen die mir zujubeln. - Die Aufholjagd beginnt! Lassen wir meinen Traum wahr werden!

Auf Wiedersehen St. Georgen, wir sehen uns hoffentlich bald wieder! Die Funkverbindung knistert und ich höre die ersten Worte: “Anna, wir sind hinter dir! Lass ma’s krachen!

“Anna, fahr dein Tempo, lass dich nicht stressen! Wie viel Watt hast’ gerade drauf?” fragt mich Martin. Und das ist auch gut so, denn ich bin ziemlich gestresst und trete mehr als ich geplant habe. Also runter vom Gas und etwas Druck raus! Ich merke bereits nach den ersten Kilometern, dass meine Bauchmuskulatur durch meine Periode ziemlich verkrampft ist und suche nach der perfekten Sitzposition um schmerzfrei fahren zu können! Gefunden! Das Tempo ist unfassbar schnell, die Frauen geben alles! Ich arbeite mich in meinem Leistungsbereich nach vorne, Fahrerin um Fahrerin kann ich bergauf überholen! In den flachen Passagen überholen mich wieder die Zeitfahrmaschinen mit ihrem charakteristischen wummern. Es stört mich überhaupt nicht, da ich weiß, dass meine Stärke im Bergfahren liegt und nicht im Flachen! Beim nächsten Hügel zieh ich wieder vorbei und dann ist es so weit, ich habe meine Position fürs Erste gefunden! Ich lande auf Platz 3 und lasse mich nicht mehr überholen – zumindest fürs Erste. Unglaublich, ich fühl mich fit und das Tempo ist wahnsinnig schnell! 

Die Betreuung vom Auto aus funktioniert prima! Meine Wegbegleiter haben alles perfekt im Griff! “Anna, es ist wieder Flüssigpapperl-Zeit! Magst Schoko? Und welchen Geschmack magst beim Isoton?” 

Wir haben im Vorfeld einen Ernährungsplan aufgestellt und mein Team hat den kompletten Überblick! Ich muss mich nur auf meine Beine konzentrieren! Kein Denken und planen, ich widme mich einfach der schönsten Sache der Welt: Radfahren!

 

“Mit dem charakteristischen wummern überholen mich die Zeifahrmaschinen”

Kurzer Zwischenstopp, die Nacht bricht an und ab sofort bleibt das Begleitfahrzeug immer hinter mir! Ich bin froh, dass ich im Vorfeld die Beleuchtung ausreichend getestet habe und bin mir sicher, dass ich keine Probleme haben werde! An der Donauschleife geht so richtig die Post ab! Fans und Begleiter klatschen und rufen mir zu! Die Stimmung ist einfach der Wahnsinn und meine Trittfrequenz echt beachtlich! 

Jetzt kommt für mich der Teil, von dem ich mich am meisten gefürchtet habe! Das Mühlviertel mit seinen harten Anstiegen und scharfen Abfahrten! Aber hey, ich habe Rennradlwadl und werde das Kind schon schaukeln! An der Strecke stehen immer wieder Menschen und feuern mich an! In manchen Dörfern geht so richtig eine Party ab! Die Zeit vergeht und ich höre Jubelrufe aus dem Pacecar!

 

“Anna, du hast die 200 Kilometermarke nun erreicht!!! Und das schneller als geplant!”

Meine Zielzeit für Ulrichsberg waren 9 Stunden. Ich habe das Dorf in 7 Stunden und 30 Minuten durchfahren! Unglaublich, ich kann’s gar nicht fassen. Schön langsam kommen mir Gedanken in den Sinn, dass ich es womöglich unter 24 Stunden schaffen könnte. Mir ist aber auch gleichzeitig bewusst, dass noch viel passieren kann …und auch wird!

 

Ich habe die Strecke genau im Kopf und weiß, dass ich mich noch nicht zu früh freuen darf: Der Guglwald wartet noch auf mich, bevor die Strecke wieder flacher wird! Ich merke, dass sich meine ungewohnte Sitzposition durch die Bauchkrämpfe schön langsam bemerkbar macht! Bei der Auffahrt merke ich, dass mein Rücken ziemlich schmerzt. Durch den Aufleger kann ich auch leider nicht mittig greifen und versuche mich so gut es geht am Rad zu strecken! Martin merkt sofort, dass etwas bei mir nicht stimmt. “Anna, gehts dir gut?” Ich antworte, dass mir der Rücken gerade “leichte” Probleme bereitet. Ich will ja auch nicht zugeben, dass ich kurz vor Tränen in den Augen stehe. Nach dem Motto: Was ich nicht ausspreche, passiert auch nicht!

Wir beschließen, einen kurzen Stopp zu machen und meinem Rücken etwas Entlastung zu gönnen! In diesem Moment ist es mir gerade auch komplett egal, dass ich überholt werde. Thomas hebt mich mit eingehängten Armen – Rücken an Rücken – hoch. Klack, klack, klack jeder Wirbel knackst und auf einmal schießt mir ein heller, unbeschreiblicher Schmerz ein. Mein Körper – sichtlich überfordert – schaltet sich aus – Standbymodus. 

Ich werde wieder munter, wie Thomas mir sanft die Wange tätschelt. “Anna, du bist kurz zusammengebrochen. Wir setzen dich in den Bus!” Ich bin sofort wieder klar bei Sinnen. Der Schmerz ist weg. Ich sehe aber die besorgten Gesichter meines Teams. Für mich ist aber das Rennen nicht beendet! Isabella checkt meine körperlichen Funktionen und nachdem uns klar ist, dass es sich nicht um einen Bandscheibenvorfall handelt, werden mein Rücken und meine Knie getaped. Einen Müsliriegel noch in die Futterluke gestopft und weiter gehts! Aufgeben können andere! 

Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist

Ich habe wieder meinen Flow gefunden, aber die Schmerzen im Rücken und Knie sind dezent ausgedrückt: Beschissen! Im Josefstal dränge ich mein Team wieder zu einer Pause. Der Tampon drückt mich so sehr, dass es für mich unmöglich ist, am Aufleger eine gute Position zu finden. OK, das funktioniert nun auch nicht mehr. Die dümmste Idee: Einlage in die Hose! Liebe Leute, ich kann euch eines sagen: Das reibt, und zwar so richtig! Ich quäle mich noch einige Kilometer weiter, muss nach kurzer Zeit wieder eine Pause machen. Ich bin erschöpft und die Moral ziemlich im Keller, wie ich von einigen 2er Teams überholt werde! Klar waren das Teams, aber es fühlt sich nicht gut an! Beim letzten nennenswerten Anstieg vor dem Hengstpass (Kilometer 325) legt mein Team für mich eine Matratze hin. Isabella versucht mit ein paar Handgriffen meinen Rücken zu entspannen. Thomas und Martin wird klar, dass es für mich noch ein langer Kampf werden wird!

Und irgendwie schaffe ich es dann doch: Meine gute Laune kommt wieder retour, die Motivation gewinnt wieder die Oberhand und ich starte neu durch! Aktuell befinde ich mich auf Platz 5. Aber ganz ehrlich: Es ist mir auch ziemlich egal! 

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“Aufgeben können andere! 

Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist”

Ich radle weiter, dem Sonnenaufgang entgegen! Langsam, aber stetig! Für uns war es klar, dass ich in meiner Situation keinen Druck gebrauchen kann und so machen wir öfter kurze Pausen. Nach jeder Pause habe ich wieder neuen Elan und beiße mich weiter durch! Währenddessen mache ich mir Gedanken, wie sich wohl mein Team fühlt! Diese Armen, müssen hinter mir im Schneckentempo her. Martin hat leider auch mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Aber sie sind so professionell und haben es geschafft, dass ich kaum etwas davon mitbekomme! 

Und dann war sie da, die magische 400 Kilometermarke! Yeahhh, ich kann es kaum glauben und vergesse sogar für einen kurzen Augenblick, dass mein Körper sich am Limit befindet! So, jetzt gehts los! Der Hengstpass steht am Programm! Nicht steil, nicht wild, aber nach 420 Kilometern doch eine Herausforderung! Irgendwie schaffe ich es trotzdem, dort hochzukommen! Meine Motivation ist wieder voll da. Vielleicht war es auch die Aussicht auf eine normale Toilette, um mich mal entspannt hinsetzen zu können! Oben angekommen, warten bereits Sandra und Jürgen von Veloine auf mich. Unglaublich, ich bin so gut gelaunt, dass ich sogar zum Scherzen aufgelegt bin. Bei der kurzen Pause rechne ich mit Martin kurz rum!

Das Ergebnis: Es könnte tatsächlich klappen, in 24 Stunden ins Ziel zu kommen!

Wirklich?! Ernsthaft, ich bin noch etwas skeptisch!

“Kilometer 400, yeahh ich kann es kaum glauben und vergesse für einen kurzen Augenblick, dass sich mein Körper am Limit befindet”

Abfahren, ja das kann ich! Ich rase mit 84 km/h den Hengstpass runter und bin wieder voll da! Mein Team kämpft mit dem Begleitfahrzeug, dass sie hinter mir bleiben! Die Karenzzeit von Windischgarsten schaffe ich locker.

Fast zu euphorisch fahre ich weiter! Merke aber rasch, dass ich nicht mehr sitzen kann und dränge wieder zu einer Pause. Ich setze mich ins Pacecar, bewaffnet mit einer Wundcreme und betrachte meinen Intimbereich. Das einzige, was ich nur rausbringe, ist ein gequältes: Oje! Hilft nicht, da muss ich jetzt durch! Währenddessen bemerke ich auch, dass die Hitze immer mehr zunimmt.

Vor dem Ziehberg bettle ich schon wieder um eine Pause! Ich lege mich ins Gras und mein Team versucht meine Wadl zu massieren und meinen Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen! Wasser Marsch! Daneben gesellt sich noch ein männlicher Solostarter zu mir. Es macht mir Mut, dass er sich gerade auch ein wenig quält! Ich denke mir, dass kaum jemand solch ein Rennen ohne Probleme bestreiten kann!

Ich werde noch von der spanischen Meisterin im 24 Stunden Rennen überholt. Mir wurscht, ich will nur noch ins Ziel! Mit Rang 6 lebt es sich auch prima. 

 

Leistungstechnisch kann ich noch ordentlich Druck auf die Pedale bringen, aber körperlich fühle ich mich am Ende! Oben am Ziehberg angekommen, warten meine Mama und Schwester auf mich! “Geht scho Anna, nurmehr 100 Kilometer!” Ich antworte kurz und knapp, dass 100 Kilometer noch extrem weit sind! Um nicht zu sagen: Scheiß weit!

Ich presche wieder vollgas die Abfahrt hinunter! Nach ein paar Kilometern macht sich wieder ein komisches Gefühl in mir breit! Ich brauche schon wieder eine Pause. Das Abweichen von meinem ursprünglichen Ernährungskonzept beginnt sich zu rächen! Wir suchen ein Platzerl und Thomas holt kaltes Wasser aus einem Bach, um mich abzukühlen! Ich kann nicht mehr in den Bus einsteigen. Diese verdammten 40 cm sind einfach zu anstrengend! Thomas hebt mich hinein und mein Kopf schaltet sich aus. Ich döse für 4 Minuten ein. Wache aber sofort wieder auf. Wir sind hier auf einem Rennen, weiter gehts! Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich komplett neben der Spur war. Die Antworten glichen eher einer dementen, alten Dame, als einer 32-jährigen, die fit ist. In meinem Kopf war ich allerdings sehr klar… Spannend, diese Wahrnehmung!

Kurz vor Gmunden feuerte mich meine gute Freundin Veronika an! Ein Engel in meiner Not! Ich bin schon wieder zum Scherzen aufgelegt. Aber die nächste Zwangspause kam schneller, als ich mir erhofft hatte. Bei der stark befahrenen Umfahrung von Gmunden musste mein Körper wieder auf Betriebstemperatur runtergekühlt werden! Meine Freundin besucht mich nochmal: “Anna, des packst jetzt noch! Nimma weit!!! Hol dir den Holzklotz!”

Gesagt getan, ich sitze wieder am Rad! 

“Anna, bist du schon jemals 500 Kilometer g’radelt?” “Nein, noch nie!” Jetzt aber schon, beiss eini” höre ich über den Funk. Der letzte Anstieg wartet auf mich! Eine Qual! Rückenschmerzen, Knieschmerzen, hohe Temperaturen und die Verdauung, die ein Eigenleben entwickelt hat, machen mir den Anstieg besonders schmerzhaft! 

 

Vor dem Rennen hat jemand zu mir gesagt: Genieß es! Jaja, ich genieße im Schneckentempo Höllenqualen 😉

Mein Team muss ordentlich in die Trickkiste greifen, um mich zu motivieren. Sie laufen neben mir her, reden mir gut zu, lesen mir all die wunderbaren Nachrichten vor, um mich weiter nach oben zu treiben. Thomas läuft neben mir und ich traue mich sagen, dass ich oben aufgeben werde! 40 Kilometer vor dem Ziel! 

“Magst a bissi weinen?” “Ja, i pocks nima!” “Anna, es fahren grad alle mit dir den Berg hoch! Alle sitzen daham vorm Livetracker und fiebern mit dir mit! Du machst des net allein! Es sind alle bei dir“ “I weiß, die ganzen Nachrichten sind so wahnsinnig schen!” “Anna, du hast dir das verdient! Komm, des schaff ma noch! Oben reden wir dann weiter und entscheiden. Komm schon, a bissi noch!” 

Sandra und Jürgen feuern mich an, Hanno von Haix ruft mir zu und mein Team freut sich, dass ich oben angekommen bin! Ich steige vom Rad und lasse mich wieder ins Pacecar verfrachten. 

Verdammt, ja! Ich habe es mir verdient! Ich habe Monate darauf trainiert, St. Georgen ich komme! Bei der Abfahrt hole ich mir wieder Energie! Der Spaßfaktor ist zurück! 

30 Kilometer noch, ich plappere wieder vor mich hin. Woher kommt wieder diese Energie? Ich hangle mich von Toilettenpause zu Toilettenpause! Baba Attersee, hallo Mondsee! Ein Schupfer noch und dann werde ich mit Rückenwind belohnt! 

Die letzten Kilometer rase ich mit 40 km/h dem Ziel entgegen! 

Und dann: FINISH LINE! Die Zeit ist gestoppt und ich rolle über die Ziellinie! 

Über meine Kopfhörer höre ich Fiva “Das Beste ist noch nicht vorbei” und der Wind ja er trägt mich, wenn mir der Atem bereits fehlt! 

Ich werde vom RAA-Team direkt übernommen und fahre durch die Ortschaft dem Motorrad hinterher. Applaus aus den Gastgärten und dann endlich der Moment, den ich mir in allen Facetten bereits vorgestellt habe! Ich fahre auf die Zielrampe! Konfettiregen und Rauchschwaden! “I pocks grod gor net!” Ist der erste Satz der über meine Lippen kommt, bevor die Freudentränen ausbrechen. Ich habe bei diesem Rennen alle Emotionen durchlebt, die man erleben kann! 

Nach dem Interview ist endlich der Moment gekommen! Ich umarme alle, freue mich und habe alle Schmerzen bereits wieder vergessen! 

Meine Schwester organisiert uns ein Bier und wir stoßen darauf an! 

Wir haben es geschafft! Die Betonung liegt auf WIR. Um nochmal Fiva zu zitieren: Ohne den mentalen Rückenwind, den mir mein Team während dem Rennen geschickt hat, wäre es unmöglich gewesen.

Ich weiß nun, dass ich solche Rennen bestreiten kann, den Kampfgeist habe und prinzipiell auch körperlich in der Lage bin. Trotzdem war es die härteste Herausforderung, die ich je gemeistert habe! Und das mit Platz 6 und einer Zielzeit von 24 Stunden und 51 Minuten!

 

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Nun zu den Fakten und knallharten Zahlen!

  • Kilometer: 560
  • Höhenmeter: 6500
  • Gesamtzeit: 24 Stunden 51 Minuten
  • Fahrtzeit: 22 Stunden 5 Minuten 
  • Durchschnittliche Trittfrequenz: 80 U/min
  • Maximalgeschwindigkeit: 84 km/h
  • Durchschnittliche Leistung: 135 Watt
  • Wattleistung 20 Minuten: 186 Watt
  • Kalorienverbrauch: 9395 KJ
  • Schlafzeit: 4 Minuten 
  • Beschallung: Drum and Bass und gute Laune der Crew

Ernährung

2 Tage nach dem Rennen war mein Körper wieder völlig fit! Keine Beschwerden, nicht ausgelaugt, sondern nur gut drauf! Unfassbar! Ich weiß jetzt, dass die körperlichen Schwierigkeiten während dem Rennen der Sitzposition geschuldet waren und nicht einem Mangel an Training. Man sieht also, welche Verkettung mit einer unglücklichen weiblichen Situation einhergehen kann! So oder so: Hätte, hätte Fahrradkette, danach kann man immer leicht reden. 😉 

Ich für meinen Teil habe von Anfang an gesagt: Ich gebe mein Bestes, ob es für das Ziel reicht oder nicht. Und das ist mir gelungen! 😊

Mein größtes Abenteuer, das ich mit dem BESTEN Team erleben durfte!
Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen und ich würde vermutlich noch immer am Ziehberg im Schatten liegen! 
Danke an Veloine und HAIX für den Support und professionelle Medienarbeit an der Strecke, danke an meine Familie, die für mich Konfetti hat regnen lassen! Danke für die unzähligen Nachrichten und danke an alle, die mitgefiebert haben! 
 
Danke Isabella für deine Unterstützung und heilenden Hände!
Danke Martin für die ruhige und stetige Motivation, mich weiter zu bringen!
Und danke Thomas, dass du mich in all meinen Vorhaben unterstützt: Ich liebe Dich! 
 
DANKE AN ALLE PARTNER! ❤️
Und nun? Auch motiviert?
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Kilometer
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Höhenmeter
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#wecreateemotions

3 Kommentare

  • Heide

    Hallo Anna-Maria, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser phänomenalen Leistung! Ich weiß dass der Körper so etwas kann – aber die noch größere Leistung ist, dass du es geschafft hast, deinen Körper dazu zu überreden weiterzumachen. Und das bei all den Widrigkeiten. Das ist einfach großartig! Ich danke dir auch dafür, dass du das Thema Periode und Radfahren so offen angesprochen hast. Immerhin hat die hälfte der Menschheit ihre Periode. Und natürlich haben sie auch alle Radfahrerinnen. NAber nur ganz selten wird dieses Thema thematisiert und noch seltener so offen. Das Problem, dass die Binde total scheuert hat Jenny Tough in diesem Artikel (https://www.apidura.com/journal/racing-and-training-on-your-period/?fbclid=IwAR3yFLb29RG4nXf-Il4QU3yWO_WCf7RyBQ_2lbNGr_E4qwz2WijJWBwNTy8) auch beschrieben. Hast du es schon einmal mit einer Menstruationstasse versucht? Ich kann sie nur empfehlen. Ich bin damit bei Paris -Brest-Paris gefahren und habe fast vergessen. Alles Gute für die neuen Herausforderungen und ride on! Heide

  • Daniela

    Wow Anna, Wahnsinns-Story! Eine unglaubliche Leistung, die du da erbracht hast – du kannst soooo stolz auf dich sein!

    Ein wirklich toller Erfahrungsbericht. Mitreißend, spannend und vor allem ehrlich! Deine Worte machen die Emotionen die du durchlebt hast, auch für uns Leser greifbar.

    Alles Gute für deine nächste Challenge!Ich bin schon mal gespannt was es wird 😉
    Dani

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