• Meine Abenteuer

    Race Around Austria- Erfahrungsbericht

    Mein Erfahrungsbericht bei einem Ultra-Radrennen am Start zu stehen.

     

    Nach Monaten der Vorbereitung und kurzfristigen Entscheidung, Solo an den Start zu gehen, war es endlich soweit: Lassen wir das Abenteuer beginnen!

     

    Aber starten wir mal ganz von vorne!

    Renntag: Halb 12 in St. Georgen im Attergau, ich habe echt zu tun meine Bauchkrämpfe mit tiefen Atemzügen in den Griff zu bekommen. Ich verfluche mich innerlich manchmal doch eine Frau zu sein. Durch die ganze Nervosität und Aufregung habe ich ungeplant in der Nacht vor dem Rennen meine Periode bekommen. Nervig und auch ziemlich schmerzhaft. Krampflösende Mittel sind gänzlich verboten (Doping). Meine Laune und Gemütslage sind trotzdem extrem positiv und wie immer bin ich etwas quirlig. Ich freue mich so sehr auf das Rennen, dass ich meine Schmerzen mit Lachen überspiele und bei den letzten Vorbereitungen und Geplapper echt gut gelaunt bin. Mein Team steckt mich nochmal ins Bett. Ich kann es gar nicht glauben, dass ich 3 Stunden vor dem Start tatsächlich noch über eine Stunde schlafen kann. Mit einem großen Grinsen schlüpfe ich in meine Radklamotten, creme mich mit Sonnenmilch ein, positioniere den Helm und den Funk, esse nebenher noch ein paar Nudeln und schon sitze ich im Pacecar!

    Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen Ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein/ausklippen ein Kunst für sich ist”

    Wir (Martin, Thomas und Isabella) fahren mit dem Begleitfahrzeug nun nach St.Georgen. Durch die COVID-Schutzmaßnahmen müssen wir uns nun verabschieden. Mein Team bleibt im Auto und reiht sich für die Startaufstellung ein. Ich rolle zum Start und bin mehr als gut drauf! Ich plaudere ein bisschen mit anderen Fahrern und dann ist es auch schon so weit. Die Rennleitung weist uns  Fahrerinnen für die Startaufstellung ein. Schutzmaske rauf und hinter der Bühne warten. Mein Blick schweift zu den anderen. Ich komme mir ziemlich doof vor, wie ich mein Rad mit den anderen vergleiche. Zeitmaschinen, Scheibenbremsen, Carbonaufleger, Laufräder mit Scheiben und die Räder gewichtsoptimiert. Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein-/ausklippen eine Kunst für sich ist. 

    Mit den meisten wechsle ich noch ein kurzes Wort, ein schnelles viel Glück und stramme Wadln! Und dann heißt es für mich die Schutzmaske weg und rauf auf die große Bühne! Ich bin so gut gelaunt, dass ich mit einem großen Grinsen auf die Bühne gehe. Die Frage, ob es Vorfreude ist, ergänze ich mit “Ja, Vorfreude mit ein bisschen Angst”. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch nie so eine Distanz geradelt, geschweige denn 6500 Höhenmetern gestrampelt und schon gar nicht durch die Nacht gefahren. Also ja: Die Freude und die Lust darauf sind riesig, aber ich habe auch etwas Schiss.

    Und dann geht's los, mit einer dynamischen Abfahrt über die Startrampe, Menschen die mir zujubeln. - Die Aufholjagd beginnt! Lassen wir meinen Traum wahr werden!

    Auf Wiedersehen St. Georgen, wir sehen uns hoffentlich bald wieder! Die Funkverbindung knistert und ich höre die ersten Worte: “Anna, wir sind hinter dir! Lass ma’s krachen!

    “Anna, fahr dein Tempo, lass dich nicht stressen! Wie viel Watt hast’ gerade drauf?” fragt mich Martin. Und das ist auch gut so, denn ich bin ziemlich gestresst und trete mehr als ich geplant habe. Also runter vom Gas und etwas Druck raus! Ich merke bereits nach den ersten Kilometern, dass meine Bauchmuskulatur durch meine Periode ziemlich verkrampft ist und suche nach der perfekten Sitzposition um schmerzfrei fahren zu können! Gefunden! Das Tempo ist unfassbar schnell, die Frauen geben alles! Ich arbeite mich in meinem Leistungsbereich nach vorne, Fahrerin um Fahrerin kann ich bergauf überholen! In den flachen Passagen überholen mich wieder die Zeitfahrmaschinen mit ihrem charakteristischen wummern. Es stört mich überhaupt nicht, da ich weiß, dass meine Stärke im Bergfahren liegt und nicht im Flachen! Beim nächsten Hügel zieh ich wieder vorbei und dann ist es so weit, ich habe meine Position fürs Erste gefunden! Ich lande auf Platz 3 und lasse mich nicht mehr überholen – zumindest fürs Erste. Unglaublich, ich fühl mich fit und das Tempo ist wahnsinnig schnell! 

    Die Betreuung vom Auto aus funktioniert prima! Meine Wegbegleiter haben alles perfekt im Griff! “Anna, es ist wieder Flüssigpapperl-Zeit! Magst Schoko? Und welchen Geschmack magst beim Isoton?” 

    Wir haben im Vorfeld einen Ernährungsplan aufgestellt und mein Team hat den kompletten Überblick! Ich muss mich nur auf meine Beine konzentrieren! Kein Denken und planen, ich widme mich einfach der schönsten Sache der Welt: Radfahren!

     

    “Mit dem charakteristischen wummern überholen mich die Zeifahrmaschinen”

    Kurzer Zwischenstopp, die Nacht bricht an und ab sofort bleibt das Begleitfahrzeug immer hinter mir! Ich bin froh, dass ich im Vorfeld die Beleuchtung ausreichend getestet habe und bin mir sicher, dass ich keine Probleme haben werde! An der Donauschleife geht so richtig die Post ab! Fans und Begleiter klatschen und rufen mir zu! Die Stimmung ist einfach der Wahnsinn und meine Trittfrequenz echt beachtlich! 

    Jetzt kommt für mich der Teil, von dem ich mich am meisten gefürchtet habe! Das Mühlviertel mit seinen harten Anstiegen und scharfen Abfahrten! Aber hey, ich habe Rennradlwadl und werde das Kind schon schaukeln! An der Strecke stehen immer wieder Menschen und feuern mich an! In manchen Dörfern geht so richtig eine Party ab! Die Zeit vergeht und ich höre Jubelrufe aus dem Pacecar!

     

    “Anna, du hast die 200 Kilometermarke nun erreicht!!! Und das schneller als geplant!”

    Meine Zielzeit für Ulrichsberg waren 9 Stunden. Ich habe das Dorf in 7 Stunden und 30 Minuten durchfahren! Unglaublich, ich kann’s gar nicht fassen. Schön langsam kommen mir Gedanken in den Sinn, dass ich es womöglich unter 24 Stunden schaffen könnte. Mir ist aber auch gleichzeitig bewusst, dass noch viel passieren kann …und auch wird!

     

    Ich habe die Strecke genau im Kopf und weiß, dass ich mich noch nicht zu früh freuen darf: Der Guglwald wartet noch auf mich, bevor die Strecke wieder flacher wird! Ich merke, dass sich meine ungewohnte Sitzposition durch die Bauchkrämpfe schön langsam bemerkbar macht! Bei der Auffahrt merke ich, dass mein Rücken ziemlich schmerzt. Durch den Aufleger kann ich auch leider nicht mittig greifen und versuche mich so gut es geht am Rad zu strecken! Martin merkt sofort, dass etwas bei mir nicht stimmt. “Anna, gehts dir gut?” Ich antworte, dass mir der Rücken gerade “leichte” Probleme bereitet. Ich will ja auch nicht zugeben, dass ich kurz vor Tränen in den Augen stehe. Nach dem Motto: Was ich nicht ausspreche, passiert auch nicht!

    Wir beschließen, einen kurzen Stopp zu machen und meinem Rücken etwas Entlastung zu gönnen! In diesem Moment ist es mir gerade auch komplett egal, dass ich überholt werde. Thomas hebt mich mit eingehängten Armen – Rücken an Rücken – hoch. Klack, klack, klack jeder Wirbel knackst und auf einmal schießt mir ein heller, unbeschreiblicher Schmerz ein. Mein Körper – sichtlich überfordert – schaltet sich aus – Standbymodus. 

    Ich werde wieder munter, wie Thomas mir sanft die Wange tätschelt. “Anna, du bist kurz zusammengebrochen. Wir setzen dich in den Bus!” Ich bin sofort wieder klar bei Sinnen. Der Schmerz ist weg. Ich sehe aber die besorgten Gesichter meines Teams. Für mich ist aber das Rennen nicht beendet! Isabella checkt meine körperlichen Funktionen und nachdem uns klar ist, dass es sich nicht um einen Bandscheibenvorfall handelt, werden mein Rücken und meine Knie getaped. Einen Müsliriegel noch in die Futterluke gestopft und weiter gehts! Aufgeben können andere! 

    Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist

    Ich habe wieder meinen Flow gefunden, aber die Schmerzen im Rücken und Knie sind dezent ausgedrückt: Beschissen! Im Josefstal dränge ich mein Team wieder zu einer Pause. Der Tampon drückt mich so sehr, dass es für mich unmöglich ist, am Aufleger eine gute Position zu finden. OK, das funktioniert nun auch nicht mehr. Die dümmste Idee: Einlage in die Hose! Liebe Leute, ich kann euch eines sagen: Das reibt, und zwar so richtig! Ich quäle mich noch einige Kilometer weiter, muss nach kurzer Zeit wieder eine Pause machen. Ich bin erschöpft und die Moral ziemlich im Keller, wie ich von einigen 2er Teams überholt werde! Klar waren das Teams, aber es fühlt sich nicht gut an! Beim letzten nennenswerten Anstieg vor dem Hengstpass (Kilometer 325) legt mein Team für mich eine Matratze hin. Isabella versucht mit ein paar Handgriffen meinen Rücken zu entspannen. Thomas und Martin wird klar, dass es für mich noch ein langer Kampf werden wird!

    Und irgendwie schaffe ich es dann doch: Meine gute Laune kommt wieder retour, die Motivation gewinnt wieder die Oberhand und ich starte neu durch! Aktuell befinde ich mich auf Platz 5. Aber ganz ehrlich: Es ist mir auch ziemlich egal! 

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    “Aufgeben können andere! 

    Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist”

    Ich radle weiter, dem Sonnenaufgang entgegen! Langsam, aber stetig! Für uns war es klar, dass ich in meiner Situation keinen Druck gebrauchen kann und so machen wir öfter kurze Pausen. Nach jeder Pause habe ich wieder neuen Elan und beiße mich weiter durch! Währenddessen mache ich mir Gedanken, wie sich wohl mein Team fühlt! Diese Armen, müssen hinter mir im Schneckentempo her. Martin hat leider auch mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Aber sie sind so professionell und haben es geschafft, dass ich kaum etwas davon mitbekomme! 

    Und dann war sie da, die magische 400 Kilometermarke! Yeahhh, ich kann es kaum glauben und vergesse sogar für einen kurzen Augenblick, dass mein Körper sich am Limit befindet! So, jetzt gehts los! Der Hengstpass steht am Programm! Nicht steil, nicht wild, aber nach 420 Kilometern doch eine Herausforderung! Irgendwie schaffe ich es trotzdem, dort hochzukommen! Meine Motivation ist wieder voll da. Vielleicht war es auch die Aussicht auf eine normale Toilette, um mich mal entspannt hinsetzen zu können! Oben angekommen, warten bereits Sandra und Jürgen von Veloine auf mich. Unglaublich, ich bin so gut gelaunt, dass ich sogar zum Scherzen aufgelegt bin. Bei der kurzen Pause rechne ich mit Martin kurz rum!

    Das Ergebnis: Es könnte tatsächlich klappen, in 24 Stunden ins Ziel zu kommen!

    Wirklich?! Ernsthaft, ich bin noch etwas skeptisch!

    “Kilometer 400, yeahh ich kann es kaum glauben und vergesse für einen kurzen Augenblick, dass sich mein Körper am Limit befindet”

    Abfahren, ja das kann ich! Ich rase mit 84 km/h den Hengstpass runter und bin wieder voll da! Mein Team kämpft mit dem Begleitfahrzeug, dass sie hinter mir bleiben! Die Karenzzeit von Windischgarsten schaffe ich locker.

    Fast zu euphorisch fahre ich weiter! Merke aber rasch, dass ich nicht mehr sitzen kann und dränge wieder zu einer Pause. Ich setze mich ins Pacecar, bewaffnet mit einer Wundcreme und betrachte meinen Intimbereich. Das einzige, was ich nur rausbringe, ist ein gequältes: Oje! Hilft nicht, da muss ich jetzt durch! Währenddessen bemerke ich auch, dass die Hitze immer mehr zunimmt.

    Vor dem Ziehberg bettle ich schon wieder um eine Pause! Ich lege mich ins Gras und mein Team versucht meine Wadl zu massieren und meinen Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen! Wasser Marsch! Daneben gesellt sich noch ein männlicher Solostarter zu mir. Es macht mir Mut, dass er sich gerade auch ein wenig quält! Ich denke mir, dass kaum jemand solch ein Rennen ohne Probleme bestreiten kann!

    Ich werde noch von der spanischen Meisterin im 24 Stunden Rennen überholt. Mir wurscht, ich will nur noch ins Ziel! Mit Rang 6 lebt es sich auch prima. 

     

    Leistungstechnisch kann ich noch ordentlich Druck auf die Pedale bringen, aber körperlich fühle ich mich am Ende! Oben am Ziehberg angekommen, warten meine Mama und Schwester auf mich! “Geht scho Anna, nurmehr 100 Kilometer!” Ich antworte kurz und knapp, dass 100 Kilometer noch extrem weit sind! Um nicht zu sagen: Scheiß weit!

    Ich presche wieder vollgas die Abfahrt hinunter! Nach ein paar Kilometern macht sich wieder ein komisches Gefühl in mir breit! Ich brauche schon wieder eine Pause. Das Abweichen von meinem ursprünglichen Ernährungskonzept beginnt sich zu rächen! Wir suchen ein Platzerl und Thomas holt kaltes Wasser aus einem Bach, um mich abzukühlen! Ich kann nicht mehr in den Bus einsteigen. Diese verdammten 40 cm sind einfach zu anstrengend! Thomas hebt mich hinein und mein Kopf schaltet sich aus. Ich döse für 4 Minuten ein. Wache aber sofort wieder auf. Wir sind hier auf einem Rennen, weiter gehts! Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich komplett neben der Spur war. Die Antworten glichen eher einer dementen, alten Dame, als einer 32-jährigen, die fit ist. In meinem Kopf war ich allerdings sehr klar… Spannend, diese Wahrnehmung!

    Kurz vor Gmunden feuerte mich meine gute Freundin Veronika an! Ein Engel in meiner Not! Ich bin schon wieder zum Scherzen aufgelegt. Aber die nächste Zwangspause kam schneller, als ich mir erhofft hatte. Bei der stark befahrenen Umfahrung von Gmunden musste mein Körper wieder auf Betriebstemperatur runtergekühlt werden! Meine Freundin besucht mich nochmal: “Anna, des packst jetzt noch! Nimma weit!!! Hol dir den Holzklotz!”

    Gesagt getan, ich sitze wieder am Rad! 

    “Anna, bist du schon jemals 500 Kilometer g’radelt?” “Nein, noch nie!” Jetzt aber schon, beiss eini” höre ich über den Funk. Der letzte Anstieg wartet auf mich! Eine Qual! Rückenschmerzen, Knieschmerzen, hohe Temperaturen und die Verdauung, die ein Eigenleben entwickelt hat, machen mir den Anstieg besonders schmerzhaft! 

     

    Vor dem Rennen hat jemand zu mir gesagt: Genieß es! Jaja, ich genieße im Schneckentempo Höllenqualen 😉

    Mein Team muss ordentlich in die Trickkiste greifen, um mich zu motivieren. Sie laufen neben mir her, reden mir gut zu, lesen mir all die wunderbaren Nachrichten vor, um mich weiter nach oben zu treiben. Thomas läuft neben mir und ich traue mich sagen, dass ich oben aufgeben werde! 40 Kilometer vor dem Ziel! 

    “Magst a bissi weinen?” “Ja, i pocks nima!” “Anna, es fahren grad alle mit dir den Berg hoch! Alle sitzen daham vorm Livetracker und fiebern mit dir mit! Du machst des net allein! Es sind alle bei dir“ “I weiß, die ganzen Nachrichten sind so wahnsinnig schen!” “Anna, du hast dir das verdient! Komm, des schaff ma noch! Oben reden wir dann weiter und entscheiden. Komm schon, a bissi noch!” 

    Sandra und Jürgen feuern mich an, Hanno von Haix ruft mir zu und mein Team freut sich, dass ich oben angekommen bin! Ich steige vom Rad und lasse mich wieder ins Pacecar verfrachten. 

    Verdammt, ja! Ich habe es mir verdient! Ich habe Monate darauf trainiert, St. Georgen ich komme! Bei der Abfahrt hole ich mir wieder Energie! Der Spaßfaktor ist zurück! 

    30 Kilometer noch, ich plappere wieder vor mich hin. Woher kommt wieder diese Energie? Ich hangle mich von Toilettenpause zu Toilettenpause! Baba Attersee, hallo Mondsee! Ein Schupfer noch und dann werde ich mit Rückenwind belohnt! 

    Die letzten Kilometer rase ich mit 40 km/h dem Ziel entgegen! 

    Und dann: FINISH LINE! Die Zeit ist gestoppt und ich rolle über die Ziellinie! 

    Über meine Kopfhörer höre ich Fiva “Das Beste ist noch nicht vorbei” und der Wind ja er trägt mich, wenn mir der Atem bereits fehlt! 

    Ich werde vom RAA-Team direkt übernommen und fahre durch die Ortschaft dem Motorrad hinterher. Applaus aus den Gastgärten und dann endlich der Moment, den ich mir in allen Facetten bereits vorgestellt habe! Ich fahre auf die Zielrampe! Konfettiregen und Rauchschwaden! “I pocks grod gor net!” Ist der erste Satz der über meine Lippen kommt, bevor die Freudentränen ausbrechen. Ich habe bei diesem Rennen alle Emotionen durchlebt, die man erleben kann! 

    Nach dem Interview ist endlich der Moment gekommen! Ich umarme alle, freue mich und habe alle Schmerzen bereits wieder vergessen! 

    Meine Schwester organisiert uns ein Bier und wir stoßen darauf an! 

    Wir haben es geschafft! Die Betonung liegt auf WIR. Um nochmal Fiva zu zitieren: Ohne den mentalen Rückenwind, den mir mein Team während dem Rennen geschickt hat, wäre es unmöglich gewesen.

    Ich weiß nun, dass ich solche Rennen bestreiten kann, den Kampfgeist habe und prinzipiell auch körperlich in der Lage bin. Trotzdem war es die härteste Herausforderung, die ich je gemeistert habe! Und das mit Platz 6 und einer Zielzeit von 24 Stunden und 51 Minuten!

     

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    Nun zu den Fakten und knallharten Zahlen!

    • Kilometer: 560
    • Höhenmeter: 6500
    • Gesamtzeit: 24 Stunden 51 Minuten
    • Fahrtzeit: 22 Stunden 5 Minuten 
    • Durchschnittliche Trittfrequenz: 80 U/min
    • Maximalgeschwindigkeit: 84 km/h
    • Durchschnittliche Leistung: 135 Watt
    • Wattleistung 20 Minuten: 186 Watt
    • Kalorienverbrauch: 9395 KJ
    • Schlafzeit: 4 Minuten 
    • Beschallung: Drum and Bass und gute Laune der Crew

    Ernährung

    2 Tage nach dem Rennen war mein Körper wieder völlig fit! Keine Beschwerden, nicht ausgelaugt, sondern nur gut drauf! Unfassbar! Ich weiß jetzt, dass die körperlichen Schwierigkeiten während dem Rennen der Sitzposition geschuldet waren und nicht einem Mangel an Training. Man sieht also, welche Verkettung mit einer unglücklichen weiblichen Situation einhergehen kann! So oder so: Hätte, hätte Fahrradkette, danach kann man immer leicht reden. 😉 

    Ich für meinen Teil habe von Anfang an gesagt: Ich gebe mein Bestes, ob es für das Ziel reicht oder nicht. Und das ist mir gelungen! 😊

    Mein größtes Abenteuer, das ich mit dem BESTEN Team erleben durfte!
    Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen und ich würde vermutlich noch immer am Ziehberg im Schatten liegen! 
    Danke an Veloine und HAIX für den Support und professionelle Medienarbeit an der Strecke, danke an meine Familie, die für mich Konfetti hat regnen lassen! Danke für die unzähligen Nachrichten und danke an alle, die mitgefiebert haben! 
     
    Danke Isabella für deine Unterstützung und heilenden Hände!
    Danke Martin für die ruhige und stetige Motivation, mich weiter zu bringen!
    Und danke Thomas, dass du mich in all meinen Vorhaben unterstützt: Ich liebe Dich! 
     
    DANKE AN ALLE PARTNER! ❤️
    Und nun? Auch motiviert?
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    #wecreateemotions
  • Meine Abenteuer

    Race Around Austria- Jetzt aber Solo

     

     

     

    Meine Gedanken und Überlegungen für eine SOLO-Teilnahme bei der “Race Around Austria – Challenge“. Wie sehr mich die Coronakrise betroffen hat und ob ich es wage alleinen 560 Kilometer zu fahren… Kannst Du hier in den nächsten Zeilen finden!

    Fuck you Corona, jetzt erst recht!

    Es kommt immer anders als man denkt! So auch die Teilnahme bei der Challenge von Race Around Austria. 

    Im Herbst 2019 starteten Lisa Brunnbauer und ich gemeinsam unser Projekt. Planung, Vorbereitung und intensives Training absolvierten wir die darauf folgenden Wochen und Monate. Wir fühlten uns Fit und gut organisiert und hatten richtig Bock auf den Start im Zweier Team.

    Und dann traf uns die Coronakrise mit einem Schlag. Befremdliche Begriffe wie Epidemie, Lockdown und Panik vor ausgehenden Toilettenpapier und Konservendosen dominierten die Nachrichten. Ein Aufruf der Regierung zu Hause zu bleiben! Soweit so gut, dann absolvierten wir das Training eben Indoor. Rollen am Balkon hat durchaus seine Vorteile. Durch das ausbleiben meiner Arbeit wurde das Trainingspensum massiv erhöht und Lisa wurde in der Arbeit mehr gebraucht denn je! 

    Die schlechte Nachricht das Lisa nicht beim Rennen teilnehmen kann, traf uns mit voller Wucht! Aus, vorbei und verschwendete Liebesmüh! 

    Nach dieser Nachricht musste ich ein paar ein Tage mein Gedanken sortieren. Eine Auszeit vom Training nehmen und die aktuelle Lage richtig reflektieren. Zuerst überkam mich Wut und danach holte mich die Enttäuschung in die knallharte Realität zurück.

     

    “Pure Emotion und der ultimative Adrenalinkick”

    Ich bin schon immer ein Mensch der sich gerne auf Fakten stützt und so auch Entscheidungen trifft. 

    • Fakt ist: Ich habe mich Monate darauf vorbereitet.
    • Fakt ist: Andere Hobbys wurden hinten angestellt.
    • Fakt ist: Man ganzes Herzblut steckt in diesem Projekt!

     

    Fuck you, Corona! Jetzt erst recht! 

    Evaluieren, Planen und die Strategie überdenken!

    Nun hieß es für mich eine Evaluierung zu machen, was überhaupt notwendig für einen Einzelstart war. Reserverad? Laufradsatz? Reparaturkit? Crew?

    Das wichtigste war vorrangig, ob mein Team mich auch in dieser Sache unterstützen wird! Etwas verrückt war es nun mal schon. Von einer Nullnummer und Hobbyrollerin gleich 560 km am Stück hinlegen zu wollen! 

    Und wie sie alle Bock hatten! Das positive Feedback animierte mich noch weiter zu recherchieren. Bin ich auch gut genug in Form? 280 Kilometer zu radeln, ja das weiß ich, das kann ich! Auch in einer passablen Zeit, aber wie sieht es dann bei 560 Kilometern aus. Ich holte Rat und Tipps bei Freunden, die schon mal solche Rennen absolviert haben. Ihre Tipps und aufmunternden Worte motivierten mich!

    Bei diesem Rennen sind für mich als Rookie extrem viele Unbekannte die ich nicht abschätzen oder einordnen kann. Wie verhält sich mein Körper bei Schlafentzug, klappt das Ernährungskonzept oder reißen die Nerven wenn ich von allen Teilnehmern überholt werde? Wie gehe ich mit Schmerzen um und habe ich überhaupt das Durchhaltevermögen, wenn mir womöglich 24 Stunden der Regen ins Gesicht peitscht? 

    Optimisten leben länger!

    ABER: Ich bin ein Optimist und kann mich über meine Grenzen hinauswagen. Ich weiß wie es sich anfühlt das vermeintliche Limit vor sich zu haben und dann doch über sich hinaus zu wachsen! 

    Ich kann und werde das schaffen! Ich bin bestimmt nicht die Schnellste, aber für mich es das Ziel klar definiert: So schnell ich kann und gesund das Ziel in der Karenzzeit erreichen. Wenn ich jetzt schon daran denke, fühle ich in die kleinste Zelle meines Körpers Gänsehaut! #wecreateemotion 

     

    Und wenn ich es mir schon vorstellen kann, spricht auch nichts dagegen das Ding auch wahr werden zu lassen, oder was meint ihr? 

     

    Wir sehen uns bald in 

    St. Georgen im Attergau!

    Sei LIVE dabei und verfolge mein Abenteuer auf meinem Instagram-Profil!

    Start: 12.August 2020 

    "Race Around Austria - Die Challenge"
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    Emotionen
  • Meine Abenteuer

    Radreise vom Bodensee zum Neusiedlersee

    Unsere Radreise zu den schönsten Plätzen Österreichs!

    Mit dem Rennrad und vollgepackten Satteltaschen reisen wir mit Wadlantrieb quer durch Österreich! Was wir alles erleben, welche rasanten Abfahrten und schweißtreibenden Höhenmeter wir bezwingen und vor allem wie schön Österreich ist, könnt ihr in den nächsten Zeilen selbst nachlesen…

    Prolog: Als die Welt noch in Ordnung war

    Jänner: der Urlaub wurde im Firmenkalender fixiert und die Planung und Reiseroute quer durch Deutschland nahm immer konkreter Form an! Unsere Nachbarn sind meiner Meinung nach als Urlaubsland ziemlich unterschätzt, da ich denke eine Reise Quer durch Deutschland ist landschaftlich, kulturell und geschichtlich auf alle Fälle lohnenswert. Wir ignorierten denn fahlen Beigeschmack “Wos, ihr fohrts zu die Piefke?!” und freuten uns wahnsinnig auf die Reise!

     

    März: Alarm, Angst und Panik! Die Katastrophe breitete sich über die ganze Welt aus! Befremdliche Begriffe wie Lockdown, Epidemie und Krise machten sich in Köpfen von uns breit. Läden wurden geschlossen, arbeiten wurde auf ein Minimum reduziert und wir konnten uns alle von offene Grenzen verabschieden. Die Unsicherheit und die Panik vor ausgehenden Toilettenpapier und Konservendosen dominierten die Nachrichten. 

    Im Mai wurde alles etwas gelockert und es war in Aussicht dass langsam wieder etwas Normalität ins Land zieht. 

    Zurück zum Start: Radreisen bedeutet flexibel sein

    Juni: Endlich ist es soweit! Lassen wir das Abenteuer beginnen, allerdings nicht zu unseren Nachbarn! Shit happens, die Grenzen sind noch dicht! Aber das tolle an Radreisen: Man ist flexibel und kann sich durch die Täler und Pässe einfach treiben lassen! Also  zurück an den Start: Österreich, unser schönes Heimatland, wir möchten neue Ecken von Dir entdecken! 

    Die Planung verläuft,.. mhmm etwas… planlos. Klar ist der Anfang und das Ziel: Vorarlberg nach Wien!

    Wir, mein Freund und ich, beschließen trotz der Schafskälte und prognostizierten Dauerregen das Abenteuer zu wagen! 

    Satteltaschen gepackt, Garmin geladen und Regen Kleidung parat. Noch einmal schlafen und dann gehts los!

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    “Nach Rennradlwadl-Manier wird auch bei Schlechtwetter das Abenteuer gesucht!”

    Tag 1: Von Vorarlberg nach Hall in Tirol

    Der Wecker klingelt und wir hören die Regentropfen die an das Fenster prasseln. Snooze Taste gedrückt und noch ein bisschen mützeln. Die Motivation früh aus den Federn zu springen hält sich in Grenzen. Nach einem ausgedehnten Frühstück packen wir unsere Satteltaschen, klicken den Fahrradcomputer ein und schlüpfen in unsere Regenklamotten. Schick sieht anders aus! Aber lieber trocken als durchgefroren! Die Vorfreude auf die Reise lässt uns den grausigen Wetterbericht allerdings wieder schnell vergessen! Die ersten Kilometer regnet es wie aus Kübeln, aber gut dass wir unsere Heimat auch bei schönem Wetter sehr gut kennen und es stört uns überhaupt nicht. Flott und ohne Windschatten (bei Regen etwas unfein) fahren wir nebeneinander unserer ersten Tagesherausforderung entgegen! Der Arlbergpass!

    Der Arlbergpass ist nicht gerade die erste Wahl, wenn es darum geht nach Tirol zu gelangen, aber wenn es auf 2000 Höhenmetern schneit, bleibt keine passende Alternative! Im Klostertal meint es der Wettergott bereits schon besser, die Wolken reißen über uns auf und haben somit wir freie Fahrt. Wir lassen die grauen Wolkenschwaden hinter uns und radeln der Sonne entgegen. Serpentine um Serpentine radeln wir dem Grenzstein Vorarlberg-Tirol entgegen.

    Zwiebellook an, bremsen los und mit 65 Sachen lassen wir es den Pass hinunter krachen! Welch eine Freude und unser Grinsen könnte kaum größer sein! 

    Die Panoramastraße von St. Anton am Arlberg über Schnann und Pians lassen uns schnell die ersten Anstrengungen vergessen. Malerische Ortschaften, sanfte Bäche, beeindruckende Schluchten und alte Bahntrassen. So kann man dieses Teilstück am besten beschreiben. Mit Rückenwind erreichen wir im Rekordtempo Landeck! 

    Jetzt haben wir uns einen Kaffee und eine kleine Jause verdient. Wir besprechen kurz wie weit wir noch radeln wollen und sind uns einig: Beine sind fit und unsere Motivation überragend, also ab zum “Goldenen Dachl” nach Innsbruck. 

    Das Inntal präsentiert sich für uns von seiner besten Seite: blauer Himmel, Rückenwind und volle Fahrt voraus! 

    Prinzipiell bin ich nicht immer ein Fan von Radwegen mit dem Rennrad, aber dieser hier ist perfekt ausgebaut und es macht richtig Spaß hier zu düsen. Hier und da ein Blick auf den türkisen Inn oder man entdeckt beim vorbeifahren alte Burgruinen und typische kleine Tiroler Dörfer! 

    In Innsbruck tummeln sich Touristen und es ist uns einfach zu stressig. Schnell ein Foto schießen und dann weiter nach Hall in Tirol.

    Diese Ortschaft weckt bei mir einige Erinnerung, da ich hier die Berufsschule für Augenoptik und Hörakustik abgeschlossen habe! Seitdem bin ich ein großer Fan von Tirol! Bei einem guten Krügerl Bier und einer großen Portion Tiroler G`röstel lassen wir dann den Abend perfekt ausklingen und ich schwelge noch ein bisschen weiter in meinen Berufschul-Erinnerungen.

    Tag 2: Hall in Tirol nach Zell am See

    Am Frühstückstisch besprechen wir die Etappe und laden den Track auf unsere Fahrradcomputer hoch. Da wir Aufgrund der geschlossenen Grenzen mit starkem Verkehr über den Dientensattel rechnen, entschließen wir unsere Tour über den Gerlospass fortzusetzen. Bei einem Blick aus dem Fenster und ein Klick auf den Wetterbericht verraten uns, dass wir am Vormittag von der Sonne begleitet werden würden, aber dass sich das Wetter am Nachmittag rapide verschlechtern wird. Wir halten uns ran, packen unsere 7 Zwetschken und der Tag beginnt!

    “Körperliche Grenzen sind da um überwunden zu werden, raus aus dem Sattel und rein in die Pedale”

    Mit einem 32er Schnitt düsen wir ins Zillertal! Der Radweg im Zillertal ist wenig stark frequentiert (in der Hochsaison kaum möglich) und so können wir den schön angelegten Radweg nach Zell am Ziller nutzen, um unsere erste Tagesherausforderung zu erreichen. Der Gerlospass! Ein Blick nach oben lässt bei mir das Herz um einiges höher schlagen: kein einziges Wölkchen am Himmel und die Temperatur frühsommerlich warm! Ein Traum! Bei den ersten Höhenmetern fühle ich mich noch nicht ganz wohl in meiner Haut und muss ziemlich mit der Temperatur kämpfen. Mein Freund allerdings, fit wie immer, pedaliert mit ordentlich Druck auf den Pedalen bereits davon! Für uns ist immer klar: Bergauf fährt jeder wie er möchte, denn es bringt nichts wenn man zuviel Gas gibt! Also winke ich ab und fahre mit meinem Tempo die ersten Serpentinen. Mein Körper kann sich langsam auf die ungewohnte Temperatur einstellen und ich finde meinen Rhythmus. Jetzt bin ich im FLow und ich freue mich wieder in alter Form zu sein! Die Strecke ist landschaftlich echt ein Knaller! Der Blick von oben ins Zillertal und die Gewissheit heute die Krimmler Wasserfälle bei Sonnenschein zu sehen, motivieren mich so sehr, dass ich ohne es wirklich zu bemerken schon bereits in Gerlos bin! Wie in einem kitschigen österreichischen Heimatfilm werden die Weidevieher quer durch die Ortschaft getrieben! Welch ein Spektakel und im Zick-Zack (Kuhfladen-Alarm) geht es durch das Bergdorf. Unsere Begeisterung vom Schwarzachtal lässt uns während den letzten Höhenmetern bis zum nächsten Bundesland Schild wilde Pläne für einen Wanderurlaub schmieden. Pfiat enk Tiroler- Grias di Salzburg! 

    Aber wir freuen uns noch nicht zu früh, denn für die grandiose Abfahrt sind noch ein paar Höhenmeter zu machen! Das Hochplateau der Gerlosplatte erinnert uns irgendwie an Kanada (bzw. so stellen wir uns Kanada vor). Wir freuen uns, dass wir offentsichtlich die richtige Entscheidung für unseren Tour getroffen haben: Denn wir haben kaum Verkehr und das Wetter ist noch immer auf unserer Seite. 

    Wie es bei Mann und Frau manchmal so ist, ist man unterschiedlicher Meinung bezüglich der Kaffeepausen und so verzichtete ich auf meinen obligatorischen Kuchen und wir rasen den Krimmler Wasserfällen entgegen. Und ich muss sagen: Diese Abfahrt mit dem dazugehörigen Ausblick ist definitiv besser als jedes Kuchenstück der Welt! 

    Mit perfektem Wetter und keiner Spur von Wetterumschwung pedalieren wir mit 40km/h durch`s Pinzgau! Wir wechseln uns brav mit der Führungsarbeit ab und haben richtig Spaß über die kleinen Hügel zu drücken. Jetzt ist aber soweit, meine Kaffee- und Kuchenpause muss wirklich sein. 

    Ich kann ziemlich stur und mürrisch werden. Wenn ich eine Kuchenpause will, dann ist es eben so 😉 Am Hauptplatz in Mittersill gönnen wir uns eine kleine Pause (Mhmmm Kirschkuchen!) und besprechen kurz wie wir unsere Tour nach Wien weiter fortführen möchten. Wir sind uns sehr schnell einig, dass unser nächster Stopp Zell am See sein soll. Da wir beide diese Ecke nicht wirklich kennen. Schließlich geht es uns ja auf dieser Reise darum neue Wege zu erkunden! 

    Somit geht es weiter durch`s Pinzgau und der Gesprächsstoff geht uns während der letzten Kilometer nicht aus, da wir bereits wieder am Pläne schmieden sind. Man erhascht hier und da einen Blick auf den Großvenediger und auf die atemberaubende Bergkulisse. 

    Zell am See ist wirklich ein malerischer Ort. Am Seeufer streifen wir die Hosen hoch und gönnen uns eine Runde Kneippen im erfrischenden See. Uns gefällt es hier so gut, dass wir spontan entscheiden unser Nachtlager einfach hier aufzuschlagen. Beim vernaschen eines Topfentascherls buchen wir ein Zimmer und schlendern gemütlich durchs Zentrum. Duschen, frisch machen und jetzt haben wir uns eine große Pizza und ein erfrischendes Bier verdient, bevor wir uns an die Planung von Tag 3 machen!

    Tag 3: Zell am See nach Bad Aussee

    Guten Morgen Sonnenschein! Mega gelaunt und top motiviert starten wir den Tag bei einem reichhaltigen Frühstück. Beim Frühstücksbuffet lernen wir ein Truppe junger Radfahrer kennen, die auch gerade eine Radreise in Österreich machen. Nach einem kurzen Plausch und Austausch von Tourentipps rollen wir bereits weiter. Landschaftlich ist das Pinzgau immer eine Reise wert! Solange man sich am Radweg aufhält 😉

    Leider versäumen wir die Abfahrt auf den parallel geführten Radweg und so müssen wir uns bei extrem viel Verkehr und vorbei donnerten Lastwagen wohl oder übel auf der Bundesstraße durchkämpfen! Tja, so ist es manchmal mit Radreisen, man nimmt es wie kommt! 

    Bei Schwarzach im Pongau schaffen wir es auf den Radweg zu gelangen und die Erleichterung steht mir ins Gesicht geschrieben , da mich massiver Verkehr immer extrem nervös macht. 

    Richtung Bischofshofen haben wir einen herrlichen Ausblick rund um das Gebiet und der Gebirgskette um die Burg Hohenwerfen!

    Fast schon kitschig: blauer Himmel und schroffe Felswände mit ein paar Schneefeldern!

    Kurz nach Bischofshofen zweigen wir rechts in das Ellmauthal ab. Parallel zur Autobahn verläuft die verkehrsarme alte Bundesstraße Richtung Tennengebirge. Stetig radeln wir bergauf durch das traumhafte Tal. Saftige, grüne Wälder und der Fritzbach lassen uns die Zeit vergessen. Wir radeln, einfach und konstant mit einem Lächeln im Gesicht St. Martin im Tennengebirge entgegen.

    Ein netter Ort, hier und dann grüßt uns ein Wanderer der sich gerade ins Tennengebirge für eine Tour aufmacht. Pause? Nein, wir wollen noch die letzten Höhenmeter zum Pass Gschütt schaffen, um uns in die wohlverdiente Abfahrt zu stürzen! Mit vollem Karacho kehren wir Salzburg den Rücken und begrüßen Oberösterreich

    Die malerische Ortschaft Hallstatt ist weit über die österreichischen Landesgrenzen bekannt und erfreut sich großer Beliebtheit im asiatischen Raum. Die Liebe zu diesem Ort geht sogar soweit, das Hallstatt maßstabsgetreu in China nachgebaut wurde. Unter normalen Umständen würden wir Hallstatt umfahren, da es von Touristen nur so wimmelt. Wir denken uns aber, dass sich ein Abstecher bestimmt lohnen wird, da aktuell noch Reiseverbot herrscht. Eine absolute Fehleinschätzung: Hallstatt quillt von Tagesausflüglern fast über. Gefühlt hat jeder Österreicher gerade die selbe Idee 😉

    Schnell ein paar Fotos schießen und weiter gehts! Nächster Halt: Der geographische Mittelpunkt Österreichs, die Heimat von Anna Plochl, die Ortschaft mit dem Erzherzog Johann als Ehrenbürger und durchaus bekannt für den Salzbergbau: Bad Aussee!

    Bevor wir aber das Liedchen “I hob Hoamweh, Hoamweh noch B.A.” trällern können, müssen wir noch richtig in die Pedale treten! 23% Steigung, gnadenlos und grenzwertig: Der Koppenpass. Ich werde aber mit einem grünen Herz belohnt: Pfiat di Oberösterreich, Glück auf mein geliebtes Steirerland

    Geschafft! Pünktlich, wie auf die Minute, als uns der Kellner ein großes Stück Torte bringt, beginnt es zu regnen! Das ist für uns ein Zeichen: Den Tag beenden wir in Bad Aussee und buchen uns ein Zimmer! 

    Wie aus einem österreichischen Heimatfilm warten wir noch gespannt, ob Peter Alexander aus dem Kasten springt, bevor wir unsere Beine hochlegen, um im Bett noch eine Pizza zu verspeisen. Steirerbluat is koa Himbeersoft schwingt noch in meinen Gedanken mit, bevor ich einschlafe. 

    fbt

    “Steirerbluat is koa Himbeersoft, Steirerbluat hot a gaunz bestimmte Kroft!”

    Tag 4: Bad Aussee nach Lunz am See

    Wir schieben den Vorhang auf die Seite und sehen tiefe Wolkenschwaden und leichten Nieselregen. Ok, der Wetterbericht stimmt auf unserer Reise das erste Mal! 

    Nachdem es den ganzen Tag nicht auflockern soll, genießen wir eine langes, ausgedehntes Frühstück. Stress haben wir sowieso nicht und wenn wir nass werden, dann gehört das eben auf Radreisen dazu. Regenhose an, Handschuhe griffbereit und die schicke Helmabdeckung und schon gehts los. Wir radeln bei erfrischendem Sprühregen dem Ennstal entgegen. Leider bleibt uns der Blick auf den Grimming verwehrt, aber dafür steht vor uns das beeindruckende Schloss Trautenfels.

    Da es bis Liezen nicht wirklich eine gute Alternative gibt, beschließen wir die Bundesstraße zu nehmen. Für mich bedeutet das purer Stress und Angstschweiß. 

    Aber die Autofahrer sind extrem rücksichtsvoll und überholen uns großzügig, sodass es schlussendlich halb so schlimm für mich war.

    In solchen Situationen bin ich immer extrem dankbar, so einen tollen Freund an meiner Seite zu haben, der mich mit seiner ruhigen und positiven Art immer beruhigen kann und mich weiter motiviert. 

    Tschüssss Liezen, wir fahren jetzt ins “Xeis”! Ich bin schon ganz aufgeregt, da ich das erste Mal in meinem Leben (etwas peinlich für einen Steirer) den Stift Admont mit der größten Stiftsbibliothek der Welt besuchen werde. Wie es unsere Tradition ist, betreten wir das Kloster um eine Kerze anzuzünden. Ein Moment der Stille und Dankbarkeit.

    Aber nicht diesmal: ein Orgelkonzert der Sonderklasse wird uns im inneren der Kirche geboten. Nur für uns! 😉 Oder so fühlt es sich zumindest für uns an. Leider können wir den Stift nicht genauer unter die Lupe nehmen, da Corona bedingt noch alles geschlossen hat. Aber so haben wir wenigsten einen Grund wieder nach Admont zu fahren.

    Wir schwingen uns wieder auf unsere Sättel und pedalieren fröhlich weiter. Das Wetter stört uns überhaupt nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Das Gesäuse zeigt sich für uns von seiner mystischen Seite. Tief hängende Nebelschwaden, schroffes Geröll, die Enns, reißend und wild, spiegelt alle Farbnuancen wieder die ein Bach nur bieten kann! 

    Auf den Spuren des Erzabbaus radeln wir die bekannte Eisenerzer Panoramastrasse entlang! Hier und da ein kleiner Stich, aber wir sind ja nicht auf einer Kaffeefahrt, oder etwa doch? 

     

     

     

     

    “Gönn Dir einfach mal Wellness für deine Wadl”

    Bussi, Baba liebe Heimat, Servus Niederösterreich! Ich bin wahnsinnig begeistert so oft bei unserer Tour die Bundesländer zu wechseln. Der Wetterkapriole die uns in Lunz am See auf eine Kaffeepause zwingt, sind wir überhaupt nicht böse. Bei einem kurzen Plausch mit der Wirtin entscheiden wir spontan hier zu bleiben und die durchgeweichte Kleidung gegen einen flauschigen Saunamantel zu tauschen, so können sich unsere müden Knochen in der Kräutersauna gut erholen.

    Wir genießen noch den Abend in unserem geräumigen Zimmer und lassen den Abend mit einem Bier ausklingen

    Tag 5: Lunz am See nach Rust

    Beschwingt starten wir in den Tag. Die Satteltaschen wieder parat, die Energiereserven auf 120% aufgetankt radeln wir gemütlich die Mariazellerstraße entlang, die dann in die Zellerrainstraße mündet. Einfach eine tolle Gegend und ich kann nach dem ersten längeren Anstieg wieder meine geliebte Steiermarktafel umarmen! Kurz vor Mariazell zweigen wir noch zum Erlaufsee ab, wo einige motivierte Taucher sich bei dieser Kälte gerade beraten. Ich für meinen Teil würde bei diesen Temperaturen niemals nur in Erwägung ziehen, mich ins kalte Nass zu wagen! Wir radeln einfach viel lieber!

    Angekommen in Mariazell sind wir sehr erstaunt: Die Straßen sind wie leergefegt, die Parkplätze geisterhaft leer und in der Wallfahrtskirche keine Menschenseele! Haben wir etwas verpasst? Steht Mariazell unter Quarantäne? Nach kurzer Überlegung kommen wir zum Schluss: Durch Corona bleiben die Touristen aus und die Geldabzockerstandl leer. 

    Nach dem geisterhaften Zwischenstopp radeln wir das Halltal hinaus, um noch die letzten Höhenmeter des Tages zu machen. Verwundert über ein Kameltheater (?!) erreichen wir nach ein paar schweißtreibenden Höhenmeter und einer super genialen Abfahrt die Wirtschaft “Kalte Kuchl”. Wir sind so motiviert, dass wir auf eine Rast verzichten und rasen über Rohr am Gebirge (Haselrast) Pernitz entgegen. Diese abgelegene Straße macht richtig gute Laune und am Horizont entdecken wir die ersten Sonnenstrahlen die sich durch den Nebel kämpfen. Das Piestingtal empfängt uns mit super Rückenwind und angenehmer Temperatur. Der Radweg: Einfach der Hammer! Holzbrücken, Galerien und motivierende Sprüche als Bodenmarkierung. 

    Für uns ist ab jetzt klar: Wir wollen den Neusiedlersee erreichen! Greifbar nah und doch noch so fern! Die grünen Wälder weichen den Weizenfeldern, die Landschaft verändert sich und wir verabschieden uns von Niederösterreich und sagen Hallo zum Burgenland!

    Himmelhochjauzend und Knall auf Fall die harte Realität! “zinnnggg”, Gangschaltung funktioniert nicht mehr. Kurz vor Eisenstadt reißt mir doch tatsächlich der Schaltzug!

    Aus einem perfekten Rad wird ein Zweigangrad. Nach Rennradlwadlmanier beiße ich die Zähne zusammen und radel noch den letzten Anstieg zum Römersteinbruch. Vor uns liegt nun der ersehnte Neusiedlersee! Stolz und zufrieden trinken wir in der Ruster Bucht einen Kaffee, checken uns ein Zimmer und lassen den Abend mit hervorragendem Essen ausklingen! Das Radproblem lösen wir dann morgen, versprochen! 

    Tag 6: Rust nach Wien zum Heldenplatz

    Die letzten 70 Kilometer stehen für uns heute am Plan. Gemütlich, stressfrei und vor allem mit guter Laune! Wir fahren zum nächsten Radhändlerin in der Hoffnung dort mein Rad reparieren zu lassen. Vor lauter Aufregung bin ich meinem Freund zu knapp aufgefahren, sodass er mich beim absteigen voll erwischt (eher gestreift ;). Voll auf die Neune! Wie in Zeitlupe falle ich etwas unglücklich auf den verschmierten und dreckigen Zahnkranz. Ramme mir dezent die Zähne in die Wade und muss kurz mal tief durchatmen. Zu meinem Glück befindet sich direkt gegenüber die Apotheke. Ich versorge und desinfiziere meine Wunde während meine bessere Hälfte bzw. persönlicher Mechaniker sich um mein Rad kümmert. Das auf E-Bike spezialisierte Fahrradgeschäft hat leider keinen passenden Schaltzug, weshalb wir das Schaltwerk mit einem Kabelbinder in der Mitte der Kassette fixieren,

    Das werde ich schon packen, sind ja nur 70 Kilometer. Nach ein paar Kilometer regnet es zu allem Überfluss wie aus Kübeln! Starkregen, hurray! Wir haben keinen Stress und beschließen in Oggau beim Dorfwirt (Gasthaus Monika) den Regen abzuwarten. Nach 2 Stunden bester Unterhaltung und hervorragendem Kuchen, beginnt sich meine Laune auch wieder zu bessern, das Wetter allerdings nicht. Die lustigen Stammgäste und die Wirtin überlegen schon wie sie uns nach Wien fahren sollen. Wir winken aber dankend ab, wenn wir schon so weit geradelt sind, lassen wir uns die letzten Kilometer auch nicht nehmen!

    Ich stoße im Leithagebirge an meine körperlichen Grenzen! Mit nur 2 Gängen ist dieser kleine Anstieg echt eine Herausforderung!  Mit Rennradlwadl-Manier steige ich in den Sattel und quäle mich Meter für Meter vorwärts! Der Regen setzt mir auch ordentlich zu. Thomas ist stetig an meiner Seite und motiviert mich weiter zu machen! Stolz und durchgefroren haben wir den Anstieg und die Abfahrt hinter uns! 

    Die Motivation kehrt zurück und haucht wieder etwas Leben in meine Knochen! Durch einsame Felder und abgelegene Straßen nähern wir uns nun Wien! 

    Ohhh Wien, du bist sowas von anders! Laut, stressig und doch schwingt das Erfolgsgefühl bereits mit, als wir uns durch die stark frequentierten Straßen kämpfen! Die Reise hat seinen Höhepunkt erreicht: Der Heldenplatz! Passender kann der Abschluss unseres Abenteuers gar nicht sein! Wir fühlen uns wie Radhelden: Kampfgeist, Abenteuerlust und Leidenschaft sind fix in unseren Herzen verankert! 

     

    Unglaubliche 6 Tage mit 830 Kilometer haben wir bewältigt! Und das mit meinem besten Freund, Partner und Kamerad! Ich bin froh Dich seit 10 Jahren an meiner Seite zu haben und das Leben wird für uns noch einige Abenteuer bereithalten! 

     

    Epilog: Wenn 830 nicht ausreichen...

    Da 830 Kilometer wirklich eine blöde Zahl ist und ich gerade Zahlen einfach Liebe, hat uns ein Freund noch seine Heimstrecke im Wiener Wald gezeigt!

    Jetzt bin ich glücklich und verbuche die Tour mit unglaublichen 900 Kilometern mit 8000 Höhenmetern! 

    "Wiedermal quer durch Österreich, nur anders und wieder mit neuen Herausforderungen! Ich kann Dir auch nur empfehlen deine Satteltaschen zu packen und das Abenteuer zu wagen!"
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  • Meine Abenteuer

    Jetzt gibt’s was aufs Auge!

    Scharf sehen und scharf aussehen ist hier meine Devise!

    Für die meisten von Euch ist eine Sonnenbrille oder Sportbrille zu tragen das selbstverständlichste auf der Welt. Die Augen sind für mich ein sehr persönliches Thema, da ich eine Ausbildung als Augenoptikerin genießen durfte. Immer wieder haben mich Freunde und Bekannte gefragt, ob die 10 Euro Brille die Augen genauso schützt wie eine 150 Euro Brille. Und soviel kann ich Euch schon mal verraten: Mir sind es meine Augen wert!

    Günstige Brille bieten natürlich Schutz vor Staub, Pollen und Flugkörper, aber dass man eine klare Sicht hat, bezweifle ich. Setzt doch selbst mal eine günstige Sonnenbrille auf und wagt den Test: Günstige Brillen machen einfach nur dunkel und man hat trotzdem das Gefühl dass es blendet. Qualitativ hochwertige Sonnengläser hingegen verdunkeln nicht, sondern reduzieren die Blendung! Sag Adè zu zusammengekniffen Augen und Faltenbildung rund um die Augen. Eine gute Sonnenbrille lässt dich um Jahre verjüngern 😉

    Aber genug von meiner Schimpftirade über günstige Sonnenbrillen, eines ist klar: Günstig bedeutet nicht zwangsläufig schlecht und deswegen versuche ich Euch mit diesem Blogbeitrag das Thema genauer zu erklären, damit ihr schlussendlich nicht eins aufs Auge bekommt!

    rpt

     

    “Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen. Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch”

    Das ultraviolette Licht- in der Disco der Knaller, aber für die Augen der Horror

    Das Discolicht und Sonneneinstrahlung sind natürlich zwei unterschiedliche Formen von UV-Licht. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen UV-A, UV-B und UV-C

    UV-C könnt ihr gleich wieder vergessen –  Danke Ozonschicht! Interessant wird es für uns bei A und B, da diese Strahlen an die Erdoberfläche gelangen.  So könnt ihr kinderleicht UV-A von UV-B unterscheiden:

    Piemont

    UV-A: A wie altern

    Diese Strahlen verursachen nicht offensichtlich Schmerzen, aber die die Haut wird angegriffen, die Elastizität verringert und langfristig können diese Strahlen Hautkrebs auslösen.

    UV-B: B wie es brennt

    Nicht nur für die gebrannte Haut und unsere Tanlines verantwortlich, langfristig verursacht die UV-B Strahlung richtige Schäden. 

    Die Strahlen Kombination ist nachweislich verantwortlich für frühzeitigen grauen Star oder Netzhautablösungen. Madl und Buabn, schützt Eure Augen Jetzt, den später hilft Euch die beste Sonnenbrille nichts mehr!

    Die ominöse Zahl 400

    Bei einem Sonnenbrillenkauf in einem Fachgeschäft, könnt ihr davon ausgehen dass die Sonnenbrillen immer vollen UV Schutz bietet. 

    Warum 400nm? UVA und UVB treten von 280 bis 380 Nanometer auf, darum. 

    Tränen vor Freude, nicht vom Fahrtwind!

    Das A und O einer guten Sportbrille ist natürlich der perfekte Sitz. Man sollte darauf Achten das die Scheibengröße die Augen umfasst, die Fassung sich der Kopfform (gecurved) anpasst und somit einen Fahrtwind und Sonnenschutz bietet. Lästiges Tränen, Austrocknen der Augen, Dreck, Pollen und Insekten erübrigen sich hiermit von selbst! Allzeit bereit und somit immer Sicher!

    Alles durch die rosarote Brille- Die richtige Tönung

    Wie in allen Dingen im Leben ist es natürlich Geschmacksache. Aber streng genommen haben Tönungen bei Brillengläser auch ihren Zweck:

    Klare Gläser: Schutzfunktion, kein lästiges Tränen mehr oder das herausfischen von Mücken im Augenrand, aber leider auch kein Blendschutz

    Gelbe und Orange Gläser: Perfekt bei diffusen Licht oder regnerischen Ausfahrten, da diese Gläser kontraststeigernd wirken. Wenn du deinen Crosser über Stock und Stein jagst, wirst du bestimmt nichts mehr übersehen!

    Braune, grüne oder graue Gläser: Die Farbwahrnehmung von deiner Umgebung wird am wenigsten verfälscht. Letztendlich ist es Geschmack- und Stil Sache. Diejenigen die vielleicht schon an einem Katarakt (grauer Star) leiden, sind am ehesten braun getönte Gläser zu empfehlen, da dies den Blaulichtanteil am besten herausfiltern. 

    Polarisierte Gläser: Für uns Radler leider nicht wirklich zu empfehlen, da polarisierte Gläser Lichtspiegelungen filtern. Doof, wenn man gerade den Berg hinunter donnert und in der Kurve übersieht, dass die Straße noch nass ist. Auch das ablesen der Displays ist nicht immer möglich. 

    Intelligente Gläser: Je nach UV Belastung passen sich die Gläser der Situation an, ein großer Nachteil für uns Radler: Wenn man durch den Tunnel düst, ist man meist schon wieder draußen bis die Gläser wieder hell sind. 

    Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen.

    Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch!

    Verspiegelungen: Egal ob Rot, Grün oder Blau verspiegelt, Hauptsache scharf aussehen. Optischen Nutzen hat das ganze zwar nicht, aber sieht richtig flott aus!

    Kunststoff oder doch Metall? 

    Ganz klar als Sportbrille kommen nur Kunststofffassungen und spezielle Gläser (Polycarbonat) zum Einsatz. 

    Sollten bei einer rasanten Abfahrt die Fliehkräfte wirklich zu stark auf Dich einwirken, können zumindest die Gläser nicht splittern oder dir ein Metallbügel ungewollt Dein Ohr piercen. 

    Wie vor der Eisdiele: 1000 Möglichkeiten 

    Viele Sportbrillenhersteller (zB Adidas, Oakley, Gloryfy,…) haben auch Sportbrillen im Sortiment, die die Funktion besitzen, dass man die Gläser ganz einfach tauschen kann. Egal ob es heute regnet oder morgen die Sonne vom Himmel lacht- Die Fassung für Alles und die Gläser passend für Deine Situation!

    Also man sieht, Brille ist nicht gleich Brille. 

    Was auf Deine Nase passt oder welche Tönung die Richtige ist, kann man nur probieren! 

    Egal ob Du dich von einem Augenoptiker beraten lässt oder doch lieber das Worldwideweb nutzt, passen muss es für Dich und deine Bedürfnisse! 

    Aber ich hoffe ich konnte Licht ins Dunkle bringen, denn wer A sagt muss auch B sagen 😜
    Scharf sehen und scharf aussehen
    Euer Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer

    Gut behütet – die Faszination Fahrradkappe

    Die Fahrradkappe- nicht nur funktionell, sondern auch Dein Statement

    Der Style als Rennradler fährt immer mit! Die Kleidung ist meist farblich aufeinander abgestimmt, die Funktionen ganz klar definiert und die Wiedererkennung auf den Straßen somit erschaffen! Mit Leitsprüchen wie “Jawui” das Gefühl ausdrücken, wenn man sich Serpentine für Serpentine den Pass hoch gekämpft hat oder doch mit #ballern den Ausdruck verleihen, wenn man gefühlt in Lichtgeschwindigkeit über den Asphalt donnert – Die Fahrradkappe, ein Statement!

    Das wiederaufleben der Retro-Kappe hat sich nicht nur unter den Rennradlern etabliert, nein, auch die coolen Hipster Girls and Boys erfreuen sich der ultimativen Kopfbedeckung! 

    Ganz klar ist aber, dass Fahrradmützen eine lange Tradition im Radsport feiern. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen konnte ich bis 1880 recherchieren! In den 60iger Jahren wurde das Kapperl das Must-Have für Radler und deren Fans! 

    Markenpräsenz, Landesfarben und Teamnamen: Ab diesem Zeitpunkt standen die Funktionen nicht mehr ganz im Vordergrund! Es hat einfach kurz und schlicht richtig Style! Seitdem ist die Faszination ungebrochen und für jeden Geschmack und Köpfchen lässt sich am Markt etwas finden. 

    Hip und stylisch ist natürlich das Eine, aber Sinn ergeben die schicken Teile natürlich auch! Hier mal die wichtigsten

    Fun-Fakten: 

    Stylisch, sinnvoll oder doch als Statement- Kapperl geht immer”

    Gut behütet- damit das Köpfchen auch schön warm bleibt

    Ich räume mal mit dem Mythos auf, dass der Körper 40% der Wärme über den Kopf verliert. Die Studie aus den 70iger ist schon längst widerlegt. 

    Fakt ist: Über unser Köpfchen verlieren wir etwa 10% der Wärme. Mit dem richtigen Material ist man nicht nur stylisch unterwegs, sondern hält man sich auch ordentlich warm. 

    Mit Lichtgeschwindigkeit ballern – Stoppt den Fahrtwind

    Hält nicht nur die zerzauste Frisur nach langen Ausfahrten in seinem Bann, sondern wenn es richtig zur Sache geht, stoppt die Mütze auch noch den Fahrtwind. Die Aerodynamische Funktion erklärt sich hier wohl von selbst!

    Do kummt di Sunn – Hitzestau oder Blendung, ein wahres Wunderding

    Die Sonne knallt mal wieder volles Rohr auf den dunklen Asphalt! Der Allrounder schützt vor einem Sonnenstich und vorzeitiger Faltenbildung. Sag Adè zu zusammengekniffen Augen!

    Schweiß lass nach – Die perfekte Barriere

    Der Puls schnellt in die Höhe und man schwitzt, was das Zeug hält. Wenn die natürliche Barriere unserer Augenbrauen nicht mehr ausreicht – das Kapperl hält den Schweiß bestimmt dort, wo er bleiben sollte! Yihaaa Salz-Randl 😉 

    Wo Sonne ist, gibts auch irgendwo Regen – Alles trocken am Dach 

    Jeder kennt das Gefühl, wenn man von Regen überrascht wird. Nass, kalt und grausig! Aber nicht die Schlauen von uns: Mit Kapperl können wir dem Wetter so richtig trotzen!

    Unten, oben, hinten oder schräg – Hauptsache der Schirm sitzt

    Die richtige Trageweise der Kappen lassen beim Stammtisch die Wogen hochgehen. 

    Schild nach unten oder oben geklappt oder doch im Nacken damit der Anpressdruck bei rasanten Abfahrten erhöht wird. Egal: Stylisch und funktionell sind die Kappen allemal!

     

    Seien wir alle mal ein bisschen cool, bekennen Farbe und Slogans und lassen wir es krachen! Ich für meinen Teil: Ich sitze am Radl und bin jetzt #schepfn für die Teilnahme beim #raa

    mit Schirm, Charme und Kappe
    Anna-Maria
    Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Ab geht`s auf die Rolle

    Hier erfährst Du mehr über mein Indoortraining. Warum “Fuck The Pain” mein persönliches Mantra ist und meine zwei Lieblingsvarianten, wenn es um das Thema “Quäl Dich selbst” geht!

    Für mehr Wadlpower!

    Das Surren des Freilaufs, der Klang, wenn die Kette vom kleinen auf das große Kettenblatt springt und die beeindruckende Umgebung und Sonnenstrahlen bis in jede Zelle des Körper zu spüren sind. Genau diese Momente machen Radfahren zu dem was ist: Freiheit und grenzenloses Abenteuer!

     

    Die Abenteuer werden mit der Zeit länger, intensiver und der Anspruch an sich Selbst immer größer! Man beginnt im Kleinen: Ausfahrten um sich an das Rad zu gewöhnen und mit den Klickpedalen vertraut zu werden. Den Moment genießen, wenn man das erste mal im Pulk eine große Runde dreht und schon ist man infiziert. Radfahren wird so wichtig, wie die Luft zum Atmen! Man befasst sich mit Zahlen und Fakten. Beleuchtet nach jeder Ausfahrt die Werte etwas genauer. Puls, Trittfrequenz und Wattzahlen und der Ehrgeiz ist entfesselt.

    Ziemlich genau so ist es mir ergangen! Natürlich bin ich noch immer ein und dieselbe Person, die das Leben im Hier und Jetzt genießt und sich auch gerne mal von der inneren Uhr treiben lässt, aber da meine Abenteuer länger und ausdauernder werden, musste ich mich doch irgendwann mit dem Thema “Wintertraining” beschäftigen. Offenkundig bin ich kein großer von Fan von Indooraktivitäten, wie Grundlagen spulen auf der Rolle. So musste ich für mich die passende Lösung finden, dass ich nach dem Winter, noch stärker als je zuvor in den Sonnenuntergang reiten kann!

     

    So, aber jetzt genug von mir! Ich bin kein Sportprofi und schon gar keine Trainerin, aber ich möchte euch bei diesem Beitrag einfach zeigen, wie ich mein Intervalltraining auf der Rolle absolviere bzw aufgebaut habe. Wer sich unsicher ist, seinen Körper oder die maximale Belastung noch nie getestet hat, empfehle ich auf alle Fälle zur Leistungsdiagnostik bzw sich mit seinem Arzt oder Trainer in Verbindung zu setzen!

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    “Fuck The Pain- mein persönliches Mantra, wenns mal wieder härter wird”

    FTP-Test oder Fuck The Pain

    Das Erste was man Wissen sollte, um leistungsbasiert zu trainieren, ist der FTP.

    Nein, natürlich nicht FuckThePain, obwohl ich es treffender finden würde, sondern der sogenannte “Functional Threshold Power”. Also soviel Deine Wadl über eine Stunde maximal drücken können. Wenn man es schön ausdrücken möchte: Die funktionelle Leistungsschwelle.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Schwelle zu ermitteln. 

    Wenn genau dieser Moment auf der Rolle einsetzt: Der Schweiß tropft aus allen Poren, der Kopf beginnt zu glühen und die Luft eher gepresst die Lunge verlässt, ist genau der Zeitpunkt, an dem man sich “Fuck the pain” wie ein Mantra vor sich sagen soll. 

    Und dann ist es auch schon überstanden! 

    Cool down, Girls und Boys! 

    Ich habe mit folgenden Test meinen Ftp ermittelt:

    Bevor es losgeht, sind noch ein paar Vorkehrungen zu treffen: Zunächst mal die Dämpfungsmatte unter das Radl und dem Rollentrainer platzieren, Radl in den Rollentrainer fixieren und Widerstand-Tool (wenn man so wie ich keinen Smarttrainer hat) am Lenker befestigt, Powermeter kontrollieren, nicht, dass das Gerät wegen zuwenig Strom abschmiert! 

    Noch schnell den Fahrradcomputer mit den passenden Sensoren überprüfen und dann rein in die Radlerwäsche! Trinkflasche noch schnell in griffweite platzieren und schon gehts los!

    20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Trittfrequenz zwischen 75-90 mit wenig Widerstand, schwitzen darfst du aber schon dabei!

    5 Minuten- volle Kanone

        Trittfrequenz und Widerstand erhöhen, die Wadl dürfen es schon spüren und das konstant zach beibehalten!

    5 Minuten- Komm wieder runter, Baby!

    Nach dem Vollgas kommt für gewöhnlich eine Erholung, also Trittfrequenz und Widerstand wieder reduzieren und komm wieder runter! Atme nochmal tief durch, bevor es losgeht!

    20 Minuten- Konstantes Quälen- Yeahh von Nichts kommt Nichts 

    Zunächst starte deinen Fahrradcomputer Neu, damit eine neue Aufzeichnung stattfindet. So musst du nicht nachher die Zahlen auseinander dröseln!    

    Wähle den Widerstand so, dass es für dich mit Ach und Krach möglich ist, zu treten und die Trittfrequenz auch beizubehalten. Schmierst du ab, war der Widerstand zu stark gewählt! Quäl dich und lass Deine Wadl so richtig brennen! Dann ist es richtig! 

    Vergiss jetzt bitte nicht nach den 20 Minuten die Aufzeichnung zu stoppen! 

    10-15 Minuten- Geschafft, Cool down Girls and Boys!

    So, die Atmung beruhigt sich, dein Puls verlässt den kritischen Bereich und du kannst dir ein Grinsen kaum verbergen? Gratulation! Der Test ist geschafft!

    Zur Auswertung:

    Dein Fahrradcomputer bzw die dazu passende APP spuckt dir dann die durchschnittliche Leistung über die 20 Minuten aus. Multipliziere diese Zahl mit 0,95

    Somit hast du Deine funktionelle Leistungsschwelle ermittelt.

    Diese Werte sind zwar recht nett zu Wissen, um ein leistungsbasiertes Training aufzubauen, sagt aber schon wirklich nichts über die Fitness aus! Viel wichtiger ist der Wert “Watt pro kg” um dich auch mit anderen vergleichen zu können! Ein 80 kg schwerer Mann wird immer mehr treten als eine Frau mit 50 kg! Deswegen ist der FTP- nur für Dich wichtig! Und zieht keine Rückschlüsse auf die Power, die in deinen Wadln steckt! 

    Also dividiere noch deinen Wert durch dein Körpergewicht!

    Voilà, du bist der Hammer!

    “Watt tritt`s den Du? Die Stammtischfrage Nummer 1! Madl und Buben, Gewicht und Größe, vergleiche immer mit Watt pro Kilogramm!”

    Klar es gibt verschiedene Möglichkeiten und Tests, bitte fragen Sie Ihren Arzt und Leistungsdiagnostiker 😉 Weiter geht`s, ausgeruht war gestern!

    Ich mache maximal 2 Intervalleinheiten in der Woche! Übertraining bringt nichts und die Leistungssteigerung stagniert. Das Intervalltraining ist nur zusätzlich, im Vordergrund steht natürlich im Winter fleißig die Ausdauer im Grundlagenbereich zu trainieren.

    Intervalltraining- Geht schon, geben wir mal Vollgas

    Vor jeder Einheit ist es wichtig, richtig gut aufgewärmt zu starten- Einrollen!

    Und dann kanns es auch schon losgehen! Hier trainiere ich im Spitzenbereich, heißt auf gut Deutsch 20-40% über meinem FTP Wert. Kurz, knackig und gleich lange Erholungsphase wie Vollgas-Phase! In dieser Zeit konzentriere ich mich nur auf die Wattwerte, Herzfrequenz und Atmung. 

    Der Ablauf sieht bei mir so:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min 

    6-8 Minuten Vollgas- es gibt nur ein Gas! 

    Im einem Wechsel von je 30 Sekunden der Belastungs- und Erholungsphase. Die Trittfrequenz liegt bei 110-120 U/min

    6-8 Minuten- Erholung muss sein

    Sprintpause, gemütliches radeln im Grundlagenbereich 1 bei 80-90 U/min

    Und weil es schön ist, wiederhole ich das noch 3mal! 

    10-15 Minuten Cool down

    Endlich geschafft! Anstrengend? Ja, und wie! Werde ich im Frühjahr mit Vollgas in den Sonnenuntergang reiten können?     Ich hoffe doch!

    Da immer das selbe Training etwas langweilig wird, stelle ich hier nun noch meinen zweiten Liebling vor:

    Kraftausdauer- mit schmackes in die Pedale!

    Bei diesem Training lege ich mein Augenmerk nicht auf die Trittfrequenz, sondern wirklich nur darauf, dass ich mit richtig schmackes in die Pedale trete. Da die Kadenz sehr niedrig ist, kann ich mich währenddessen auch noch sehr gut auf meine Tritttechnik konzentrieren. Wenn ich den HIT (High intensity) starte liegt die Wattzahl 10-20% unter meines FTP! 

    Praktisch sieht das ganze dann so aus:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

        Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min

    4 Minuten- mit schmackes in die Pedale 

    Grundlagenbereich 2 (Augenmerk auf Wattzahl!) und Trittfrequenz liegt bei 50-60 U/Min

    4 Minuten- Pause gut, alles gut

        Grundlagenbereich 1 und Trittfrequenz wird wieder auf 80-90 U/min erhöht

    Wiederholen, wiederholen- weil es einfach Spaß macht

    15-20 Minuten- Cool down

     

     

    Madl und Buben, das Ding wurde gerockt!

    dav
    Es gibt noch hunderte Möglichkeiten ein Intervalltraining auf der Rolle zu machen,
    mit oder ohne Trainer, hauptsache Spaß machts! Hier habe ich nur meine 2 Lieblinge angeführt! Vielleicht werde ich in naher Zukunft noch weitere meiner Trainings für Euch veröffentlichen! Man wird sehen, bis dahin radle ich noch fleißig und trainiere meine Wadlpower!
    Ride on und allzeit stramme Wadln
    Euer Rennradlwadl Anna
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Cyclocross

    Der Cyclocrosser- Das Fitnessgerät für den Winter! Ausdauereinheiten oder doch ein abwechslungsreiches Fahrtenspiel: 

    Spaß ist garantiert!

    Lange und nie enden-wollende Ausdauereinheiten auf der Rolle? Ja, so fühlt sich das für mich an. Es macht mir einfach keinen Spaß stundenlang in meinen eigenen vier Wänden zu hocken, meinen Boden und mein Rad voll zu schwitzen.
    Ein passende alternative zu Skitouren und Laufen musste her!
    Nach langer Überlegung wie ich mich fit durch den Winter bringen konnte, fiel die Wahl auf mein neues heißgeliebtes Fitnessgerät: Der Cyclocrosser!

    Ja, richtig gelesen: Fitnessgerät! Ich nutze meine Rad auf der einen Seite für lange Ausdauereinheiten im GA1 Bereich und High Intensity über Stock und Stein im Gelände! Geht das? Und wie!

    Aber lass mich mal kurz zurückspulen:
    Nach längerer Beratung und Internetrecherche habe ich mich für ein Stevens Gavere entschieden. Ein kostengünstiges Rad, um nicht bei jeder Ausfahrt Angst haben zu müssen, dass mir das Rad unter meinen Allerwertesten weg rostet.
    Ja, klar: Salz und Rad sind eine gefährliche Kombination und ich würde !niemals! im Winter bei nasser Straße mein Rennrad auf der frischen Luft chauffieren.
    Aber da mein Crosser nicht meinen finanziellen Rahmen gesprengt hat und ich das Rad genau für diesen Zweck nutzen möchte, drück ich doch nochmal ein Auge zu 😉
    Ich denke ich kann es verschmerzen, wenn sich eventuell in der nächsten Saison ein kleines Rostfleckerl gebildet hat. Narben sind ja da, um präsentiert und mit Stolz getragen zu werden, oder etwa nicht?

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    Ausdauer Fahrten vs Fahrtenspiel

    Mein Fitnessgerät möchte wie es in seiner Natur liegt, auch dementsprechend herausgefordert werden, daher ergeben sich für mich zwei sinnvolle Optionen mein Radl anzutreiben.

    Grundlagentraining, im Winter werden die Weichen für den Sommer gestellt

    Das erstere sind lange Ausdauereinheiten. Hier rede ich von flachen Touren mit gemäßigtem Tempo. Lang ist natürlich immer reine Interpretationssache, um für Dich etwas konkreter zu werden: Für mich bedeutet es 2 bis 5 Stunden an der frischen Luft sein. Gemütlich, die Natur und Umgebung wahrnehmen und den Kopf abschalten!
    Und für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Mein Trainingsbereich befindet sich 60% bis max 75% der maximalen Herzfrequenz, also GA1
    Ich habe den Luxus im Rheintal Leben zu dürfen, hier befinden sich viele flache Wege mit traumhafter Umgebung. Es wird mir hier sehr leicht gemacht, tolle Straßen zu finden und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Aber ich denke, jeder findet in seiner Umgebung das passende Terrain.

    Fahrtenspiel- Play the Game

    Wer mich kennt, weiß das ich meist Hummeln im Hintern habe. Ich liebe es, wenn mein Puls in die Höhe schnellt, das Adrenalin meinen Körper durchströmt und ich mich voll und ganz auf meinen Körper und die Atmung konzentrieren muss.

    Hallo, hallo Fahrtenspiel!
    Klar, Fahrtenspiel impliziert schon das Wort ins sich: Es bedeutet Spaß! Das schöne bei dieser Trainingsform: Es gibt keinen fixen Plan.
    Der große Unterschied zum Intervalltraining, dass ich die Intensität und Dauer selbst bestimme, je nach Lust und Laune!
    Erblicke ich im Gelände zum Beispiel einen Anstieg heißt es für mich: Raus aus den Sattel und rein in die Pedale. Danach nehme ich den Druck wieder raus und radle trotzdem mit guten Zug auf der Kette weiter. Das Fahrtenspiel ermöglicht mir unendlich viele Kombinationen: Hohe Trittfrequenz, mit schmackes in die Pedale oder auch explosive “Zielsprints”. Kurz gesagt: Abwechslungsreich und macht richtig Spaß!
    Die Dauer beträgt bei mir meisten 1 Stunde bis max 2 Stunden und lässt sich so super im Alltag integrieren. Für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Bei mir sind durchaus Spitzen im kritischen Bereich dabei 😉 GA1 bis Spitzenbereich, abwechslungsreich ist es auf alle Fälle!

    Krank war gestern!

    Für beide Trainingsvarianten gilt für mich im Winter: Kühle niemals aus! Verschwitzt mit rosaroten Wangen ausrollen- Niemals!
    Dein Körper wird es dir Danken und sag Adè zur Erkältung! Wenn Du immer darauf achtest, dass du dich ausreichend aufwärmst und deine Kleidung der Temperatur anpasst, sehe ich überhaupt kein Problem im Winter zu radeln. Meine Lunge mag Minustemperaturen nicht so gern: Ich atme vorwiegend über die Nase ein und über den Mund aus, der Schlauchschal dient mir als Gesicht und Atemschutz. Damit ich auch ausreichend trinke, habe ich mir angewöhnt alle 10 Minuten zu meiner Trinkflasche zu greifen, um mir eine kleinen Schluck zu gönnen. Na, dann Prost 🙂

    Nach jeder Ausfahrt gilt: Versorge zuerst Dich und dann dein geliebtes Rad! Zieh die verschwitzten Klamotten sofort aus, stell dich unter die heiße Dusche und schlüpfe danach in deine Flanellhose! Warm und gut erholt, kannst du dich jetzt um deinen Drahtesel kümmern. Ich versuche zumindest nach jeder Ausfahrt mein Radl zu hegen und pflegen. Salz, Schlamm und Nässe sind dann nicht ganz zu unterschätzen!
    Das Rad habe ich zwar für diesen Zweck, aber ich hätte ja dann noch gerne länger meine Freude daran.

    Hier eine Übersicht meiner Klamotten bis max -5 Grad:

     # Stirnband
     # Retroradkapperl
     # Schlauchschal
     # Lange Thermounterwäsche (die klassische Schiunterwäsche)
     # Langärmeliges Trikot
     # Weste mit integrierter Wind-Stoppfunktion
     # Neopren Laufhose (hab leider noch keine lange Radhose)
     # Rennradhose mit Trägern
     # Socken aus Merinowolle
     # Überschuhe aus Neopren

     

     
    Und, nun auch motiviert? Warm eingepackt und mit einem Lachen im Gesicht, bin ich dann mal draußen und jage meine Bärbel über Stock und Stein!
     
    Velolove Anna-Maria
    "Noch kein Fitnessgerät? Dann ab zu meinem RAD-geber!"
  • Meine Abenteuer

    RaceAroundAustria

    Wer kennt das nicht, die Aufregung und Nervosität, wenn man sich in unbekannte Gefilde wagt?
    Neues ausprobieren und sich ins Abenteuer stürzen, das klingt nach mir und deswegen habe ich beschlossen mich der Herausforderung im Bereich Ultracycling zu stellen und das Ding auch zu rocken!

    Die Entscheidung, bei welchen Rennen ich das Abenteuer versuchen werde, war mir von Anfang an klar! Das “Race Around Austria- Die Challenge” bietet für mich als Einsteiger die perfekten Voraussetzungen, um mich auch mal mit anderen Messen zu können und über meine eigenen Grenzen hinauszuwachsen.

    Das Rennformat bietet alles, was mein Radlerherz und meine Wadl lieben.
    Eine perfekte Mischung aus traumhafter Umgebung, flachen und hügeligen Abschnitten und manchmal auch ein kleiner Stich das mein Herz höher schlagen lassen wird!

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    Teamspirit, hautnah erleben!”

    Für mich war es wichtig, nicht Runden im Kreis zu drehen, sondern eine abwechslungsreiche Strecke zu erleben und meine Taktik auch dementsprechend verändern zu müssen.
    Das Erste was meine Planung erforderte, war, ob ich das Ganze alleine bewältigen wollte oder ob ich es im Team machen würde! Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da beides seine Vorteile und auch Nachteile mit sich bringt.

    Wenn ich das Rennen alleine absolviere, bedeutet es natürlich auch, dass alles zu 100% von mir abhängt, ob das Team im Ziel die Korken knallen lassen kann. Die Last der Organisation würde auch nur von mir abhängen. Der große Vorteil bei der Solo-Teilnahme: Ich müsste mich mit niemanden abstimmen und kann wie gewohnt mein Ding durchziehen, klingt etwas egoistisch- ist aber auch so 😉

    Was sich für mich ganz klar bei meinen Überlegungen als Nachteil herauskristallisiert hatte: Allein ist es halb so schön. Erfahrungen mit jemanden zu teilen und gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, bereitet mir einfach noch mehr Freude. Für mich ist die Entscheidung deswegen für die Teilnahme im Team gefallen, nicht, dass ich es nicht alleine bewältigen könnte, aber ich finde es ein tolles Projekt und auch die Herausforderung mit unterschiedlichen Charakteren auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Durch Instagram bzw. einer anderen Bloggerin lernte ich die Münchnerin Lisa Brunnbauer kennen. Wir kannten uns bei Projektstart nicht persönlich, schrieben und telefonierten des Öfteren und nach einer sehr kurzen Entscheidungsphase sind die Würfel gefallen: Wir starten im 2er Team!
    Aber wie schafft man es nun, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wenn man sich
    1. nicht kennt, 2. komplett unterschiedlich ist und 3. in verschiedenen Staaten lebt?

    “Die Würfel sind gefallen: Start im 2er Team”

    Die Krux an der ganzen Planung, auch wenn das Team noch so unterschiedlich ist, das ganze Projekt so zu planen, dass es eine Runde Sache wird.
    Die Projektplanung hat bei uns deswegen so gut geklappt, da wir beide vom Typ her Menschen sind, die nicht reden, sondern auch handeln, kompromissbereit sind und einfach Spaß an der Herausforderung haben.


    Wir machten uns einen strukturierten Plan, welche Vorkehrungen wir treffen müssen, um überhaupt starten zu können.
    Damit wir wussten, welche Herausforderungen für die Organisation und Kosten auf uns zukommen würden, haben wir verschiedene Seiten des Rennens genauer beleuchtet:

    Grundvoraussetzung für den Start beim Rennen:

    • Nenngeld
    • Pace-Car mit Treibstoff 
    • unsere Rennräder
    • Begleitteam
    Kosten rund um das Rennen:
    • Ernährung 
    • Ersatzteile für unsere Räder
    • gute Beleuchtung 
    • Ersatzlaufräder
    • Bekleidung für alle Wetterverhältnisse
    • Nächtigung vor und nach dem Rennen (natürlich auch für unser Begleitteam)
    • Teamtrikots

    Vorbereitung und Training für das Rennen:

    • Winterbekleidung, um auch das Training im Winter fortzusetzen
    • 3 tägige Strecken
    • Erkundungstour im Frühjahr
    • Trainingslager
    • Leistungsdiagnostik und Ernährungskonzept von Experten

    Uns wurde bei genauerer Evaluierung klar, dass die Kosten für das Rennen nicht gerade ein “Pappenstiel” sind, daher haben wir uns Gedanken bezüglich Unterstützung gemacht und genauere Planung bzw. Zeitmanagement bezüglich Training betrieben.
    Da wir beide noch Greenhorns im Ultracycling Bereich sind, waren wir sehr froh, hilfreiche Tipps und Anmerkungen von einem Profi zu bekommen! Danke an Christoph Strasser!

    Auf gewisse Dinge hatten wir überhaupt kein Augenmerk gelegt, was uns spätestens beim Projektstart zum Verhängnis geworden wäre. Ich bin unglaublich dankbar, welch Unterstützungen wir erhalten. Danke an unsere Unterstützer, die an mich und unser Projekt glauben und vor allem Danke an meinen Lebensgefährten, der mich immer unterstützt, damit ich meinen Traum wahr werden lassen kann!

    Ich möchte Euch auch was zurückgeben! Vielleicht kann ich mit meinen Beiträgen auch Euch motivieren, einmal das Abenteuer Langstrecke zu wagen und mit einer Portion Mut und Abenteuerlust neue Wege zu gehen.
    Ich denke, dass man kein Profi sein muss, um das mal auszuprobieren! Ich werde Euch am Laufenden halten, wie es mir in der Vorbereitung ergeht, welche Überlegungen ich betreibe, was mich bewegt und vor allem was sich für bewährt hat.

    Es wird eine Reihe von Beiträgen folgen, ob es sich um die Packliste handelt oder auch um den Trainingsplan, ihr dürft gespannt sein- so gut es eben ein Greenhorn machen kann 😉

    Ich lade Euch ein, mich auf meiner Reise zu begleiten!
    Velolove Anna

     

    RaceAround

    Austria-

    Die Challenge

    "Wollt ihr die harten Fakten und das Reglement genauer lesen?
    Hier geht es weiter zur offiziellen Homepage des Veranstalters!"
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    in 24 Stunden
  • Meine Abenteuer

    Quer durch Österreich

    Nach Wochen der Vorfreude, Vorbereitungen und Streckenplanung, war es endlich soweit: Die Reise “Quer durch Österreich” konnte beginnen. Die Entscheidung, wohin und vor allem über welche Pässe mich das Abenteuer mit einer Freundin führen soll, war nicht einfach zu treffen! Es gibt so viele schöne und lohnenswerte Straßen und Pässe in Österreich. Meine Freundin (Veronika, danke das Du dabei warst!) und ich haben unsere Tour ursprünglich von Götzis nach Eisenstadt geplant und die Großglockner Hochalpenstraße war eigentlich auch nicht vorgesehen…! Schlussendlich haben wir unsere geplante Route während unserer Tour nochmal abgeändert.
    Wo wir genau unterwegs waren und wie sich dieses Abenteuer für uns angefühlt hat, kannst du hier nachlesen!

    Der Tag vor der Reise

    Nachdem unsere Räder “fachmännisch” durch uns selbst serviciert worden sind, wir unsere Taschen mit einer leichten Tendenz zur Übertreibung gepackt hatten und das ein oder andere elektrolythaltige Getränk konsumiert wurde, legten wir uns aufgeregt schlafen, um unseren Wecker um 05:30 nicht zu verpassen.

    Tag 1. Etappe: vom Montfortbanner hoch hinaus zum Adler

    (Fast) wie geplant starteten wir aufgeregt, voller Euphorie, Motivation und Respekt in unser Vorhaben. Die herrliche Morgensonne nahm uns vor der Haustüre in Empfang und begleitete uns durch das Rheintal bis ins schöne Montafon.
    Nachdem wir unser gemeinsames Tempo gefunden hatten, spulten wir die ersten 80 km wie im Zeitraffer runter, ohne zu merken, dass wir uns bereits kurz vor unserer ersten Herausforderung befanden: Die Silvrettahochalpenstrasse. Jede von uns fuhr in ihrem eigenen Rhythmus weiter und genoss, dass jede genommene Kehre uns unserem Ziel etwas näher brachte. Die motivierenden Zurufe und gestreckten Daumen, die durch die heruntergelassenen Scheiben der vorbeifahrenden Autos kamen, spornten uns noch mehr an – also raus aus dem Sattel und rein in die Pedale. Unglaublich, wir hatten unser erstes Etappenziel mit gefühlter Rekordzeit erreicht. Trotz unserer Bedenken im Vorhinein, ob wir das überhaupt schaffen können, durften wir bei einer heißen Suppe und einem Topfenstrudel feststellen: Wir sind gut trainiert und top motiviert, oder wie Thomas (mein Freund) sagen würde: “kline Maschinile”. Somit ging es durch das Paznauntal weiter nach Landeck, wo wir schon am frühen Nachmittag eintrafen. Deshalb entschlossen wir kurzerhand unsere erste Tagesetappe zu erweitern und radelten durch das Inntal weiter nach Telfs. Die verbrauchten Kalorien füllten wir am Abend mit griechischem Essen wieder auf und belohnten uns mit einem Dosenbier am Balkon unseres Hotelzimmers.

    Resümee des ersten Tages: Der gemütliche Anstieg, der grandiose Ausblick über die schöne Bergwelt von Vorarlberg und Tirol und wie sich die Serpentinen zur Biehlerhöhe hoch schlängeln, machten die Silvrettahochalpenstrasse zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    FACTS: Götzis – Silvrettahochalpenstrasse – Landeck – Telfs 180 km, 2.000 hm

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    Die Taschen mit leichter Tendenz zur Übertreibung gepackt, ging es dann auch schon los.”

    Tag 2. Etappe: Quer durch den Adlerhorst zum tosenden Wasserfall


    Nach einer sehr erholsamen Nacht in Telfs versorgten wir unsere Körper bei einem reichhaltigem Frühstück mit ausreichend Energie für den Start in den Tag. Der Wirt war so beeindruckt von unserem Vorhaben, dass er großzügigerweise vier Bananen springen lies. Somit waren wir für die kommenden Kilometer ausgerüstet und dank unserer “Bananaphones” stand einer einwandfreien Kommunikation auch nichts mehr im Weg.
    Nach einem kurzen Abstecher bei der örtlichen Apotheke um Veronikas Knie mit Tapes zu stabilisieren waren wir wieder auf der geplanten Strecke am Inntalradweg. Nicht nur, dass die Tapes Veronikas Schmerzen linderten – sie sahen zudem noch stylisch aus und passten perfekt zum Trikot. Schmerzfrei ging es weiter durch Innsbruck bis zu unserer ersten Rast in Jenbach. Frisch gestärkt und extrem motiviert, machten wir uns auf den Weg Richtung Zillertal um unsere nächste Tagesherausforderung zu erradeln: den Gerlospass. Der Wind hatte sich gegen uns gewandt und so pedalierten wir bis Zell am Ziller nicht in unserem gewohnten Tempo. Kurz vor unserer Tagesherausforderung beschlossen wir gemeinsam den Pass zu fahren, da uns extrem viel Verkehr und mäßiges Wetter bevorstand. Und wieder erwischte uns das Phänomen: der Anstieg verflog wie im Zeitraffer. Oben fast angekommen belohnten wir uns in Gerlos noch mit Kaffee und Kuchen. Die letzten 200 Höhenmeter bei Regen machten uns noch etwas zu schaffen. Doch das schlechte Wetter spielte für uns bei der Abfahrt nach Krimml überhaupt keine Rolle mehr. Aufgedreht und mit Stolz erfüllt, dass wir wieder unser Etappenziel erreicht hatten, nahmen wir beim “Fotoshooting” nicht einmal wahr, dass es gewitterte. Wir beschlossen unsere Räder und uns in einem Hotel in Krimml rasten zu lassen und uns bei einem deliziösen, mehrgängigen Essen über die Pläne der nächsten Tage zu unterhalten: Grossglockner- Ja oder Nein?


    Resümee des zweiten Tages: Der Inntalradweg überzeugt definitiv durch seine sehr guten asphaltierten Ausbau, keine lästigen Schotterpassagen. Einfach nur ein sensationeller schöner Radweg in der Talsohle. Über die Gerlos gibt es nur eines zu sagen: Bei schönem Wetter sicher ein Traum.


    FACTS: Telfs – Innsbruck – Jenbach – Gerlospass – Krimml
    140 km, 1.400 hm

    Tag 3. Etappe: Vom höchsten Rummelplatz Österreichs zur harten Realität

    Die Würfel sind gefallen: Sonnenschein, motiviert und mit einer kleinen Portion Nervosität brachen wir mit extrem hohem Tempo in Richtung Bruck an der Grossglockner Hochalpenstrasse auf. Wir passierten das hölzerne Willkommensschild – unser Stolz hätte jetzt umkehren nicht mehr zugelassen. Die Zweifel, die an uns nagten verblassten bereits in der letzten Ortschaft Ferleiten. Was wir uns in den Kopf gesetzt haben wird auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Also hieß es jetzt Pobacken zusammenkneifen und mit vollem Elan in die Pedale treten.
    Wie auch beim ersten Pass entschlossen wir uns, dass es sinnvoll wäre unserem eigenen Rhythmus zu folgen und so verabschiedeten wir uns mit einem kräftigen Tritt und enthusiastischen “Ride on”. Die Startrampe wurde passiert, ab jetzt gibts es nur mehr die insgesamt 36 Kehren und uns. Mit dem einen oder anderen Mitfahrer im Serpentinen-Karussell kämpften wir uns fokussiert, staunend über die imposante Landschaft die 27 Kehren bis zum Fuscher Törl hoch. Nach kurzer euphorischer Besprechung und einem ordentlichen Klaps auf den Po rasten wir die Abfahrt Richtung Heiligenblut hinunter. Das Gefühl purer Freiheit, das uns dabei durchströmte war die Belohnung für die zuvor in Kauf genommenen Strapazen. Unten angekommen belohnten wir uns mit dem obligatorischen Stück Kuchen und Suppe.
    Herrlich! Ein Traum wurde wahr – die Grossglockner Hochalpenstrasse.
    Nach dem euphorischen Triumph landeten wir hart am Strassenbelag der Realität. Regen, der von unten zu kommen schien, Böen, die aus allen Richtung kamen und in den Keller purzelnde Temperaturen verlangten uns alles ab. Aber wir trotzten den Strapazen und wurden mit Sonnenschein in unserem Zielort Stall im Mölltall empfangen. Bei Freunden durften wir die Kärntner Gastfreundschaft kennenlernen und unsere leeren Bäuche mit einer deftigen Jause wieder füllen. Nach dem elementaren elektrolythaltigen Getränk verfielen wir in einen tiefen Schlaf und träumten von weiteren Pässen, die wir mit unseren Rädern erklimmen wollen.

    Resümee des dritten Tages: Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet. Es ist eine gemeinsame große Ausfahrt mit Respekt und Wertschätzung füreinander. VeloLove eben.

    FACTS: Krimml – Großglockner Hochalpenstraße – Winklern-Stall 140 km, 2.270 hmn

     

    “Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet: Wertschätzend und respektvoll. VeloLove eben”

    Tag 4. Etappe: Von regenerierenden Schotterstrassen auf zu romantischen Seeufern


    Nach einem erholsamen Schlaf im schönen Mölltal küsste uns die Sonne wach um gemütlich in den Tag zu starten. Wir planten für heute ein entspanntes Rollen ohne den Tachometer und den Kilometerstand im Auge behalten zu wollen. Das geplante Ausrollen erwies sich relativ schnell als unrealistisch, da wir schnell merkten: wir wollten mehr und wir konnten noch Druck auf die Pedale ausüben.
    Nachdem wir die ersten Navigationsprobleme hinter uns gebracht hatten, ging es in zügigem Tempo in der Talsohle zum Millstättersee. Hier widmeten wir uns der elementaren Kaffee- und Kuchenpause. Der atemberaubende Blick zum See ließ Veronika die Welt um sich vergessen. Noch immer ganz benommen von den einwirkenden Sinnesreizen des Seeufers, musste Veronika nach 15 Kilometer feststellen, dass der Anstieg leichter erschien als sonst. Im Wiegetritt fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Ihr Gepäck war zurück geblieben! Sie beschloss eine Runde “Mensch Ärgere Dich Nicht” zu spielen und radelte zurück zum Start. Für eine Stunde mussten wir uns trennen, die ich mit netten Menschen und lustigen Gesprächen verbrachte. Diese waren so begeistert von unserer bisherigen Tour, dass wir prompt eine Einladung ins Schloss St. Georgi in Ehrenhausen erhielten, um uns dort erholen zu können. Unbeirrt und mit dem richtigen Reisegepäck ausgestattet nahmen wir wieder volle Fahrt auf – nächster Halt Velden am Wörthersee. Meine Schwester erwartete uns bereits mit kühlen, blonden Erfrischungsgetränken im Strandbad. Nach einer mittelgrossen Toast- und Pommesattacke ging es für uns zum letzten Stop der vierten Tagesetappe – Willkommen Klagenfurt. Da Toast und Pommes nicht hinreichend als Sportlerernährung gezählt werden, suchten wir uns noch einen gemütlichen Gastgarten, ließen den Tag Revue passieren und nahmen die Planung für die letzte Etappe unserer Tour in Angriff. Mit müden Beinen und einem zufriedenem Lächeln im Gesicht legten wir uns in der Nähe von Klagenfurt schlafen.

    Resümee des vierten Tages: Die Landschaft und die Gastfreundlichkeit lassen fast die Schotterwege auf den Radwegen vergessen. Schwer beeindruckt von der schnell wechselten Vegetation des kargen Glockner Gebirges bis hin zu saftigen Wiesen rund um die zahlreichen Seen, lohnt es sich gewiss nochmal eine Runde zu drehen und andere Winkel von Kärnten zu beäugen.

    FACTS: Stall – Spital an der Drau – Millstätter See – Villach – Velden – Wörtersee – Klagenfurt
    145 km, 800 hm

    Tag 5. Etappe: Vom tränenden Trikotzipfel bis himmelhoch jauchzend

    Wie elektrisiert von den letzten Tagen starteten wir um 5:00 Uhr in unsere letzte Etappe. Übermotiviert und mit einem viel zu schnellen Tritt brachen wir Richtung Heimat auf. An diesem Morgen wollte uns der Rhythmus von den letzten Tagen nicht in seinen Bann ziehen. Nachdem wir uns im Nirgendwo und Irgendwo verfahren hatten, uns die Orientierung im Stich ließ, die Wadeln brannten und die Nerven so angespannt waren, dass sie fast zu reißen drohten, musste wir uns eingestehen, dass auch die durchgeplantesten und motiviertesten Rennradlmadl ein Limit haben. Wir reagierten einfach mit Kaffee und Keksen auf die Herausforderung und fühlten uns nach einer längeren Pause wieder fit genug um die Heimreise antreten zu können. Nachdem wir die letzten Tränen mit dem Trikotszipfel aus unseren Gesichtern gewischt hatten, radelten wir wieder in unserer gewohnten Form weiter. Mit viel Spass und Blödelei kamen wir der Staatsgrenze immer näher und nun hieß es: Adè Kärnten und herzlich Willkommen in Slowenien. Entlang der Drau gelangten wir zur ersehnten und gedachten letzten Herausforderung unserer Tour: dem Radlpass.
    Immer schön “počasi” pedalierten wir auf die steirische Landesgrenze zu. Dabei winkten und feuerten uns die Bauarbeiter vom Strassenrand an – oder dachten wir uns zumindest. Wahnsinn: Das grüne Herz Österreichs direkt vor uns. Diesen Glücksmoment konnten wir nicht in Worte fassen, wir waren zu aufgeregt und erstaunt, dass wir es in dieser Zeit geschafft hatten. Wir belohnten uns in Eibiswald bei unserer Einkehr mit Kuchen und Toast. Leider hatten wir uns zu früh gefreut und legten mit der “Welcome Back Party” etwas zu schnell los. Denn die Weststeiermark bis nach Graz hatte es noch ordentlich in sich. Hügel auf, Hügel ab und “vül Gegend zum Einischaun” ließen uns die letzten 65 Kilometer ewig erscheinen. Die 34 Grad machten die Heimreise nicht unbedingt angenehmer und brachte den Kreislauf noch ordentlich ins Wanken.

    Nach rettenden Colas und ein paar Späßchen radelten wir mit eingebildetem Applaus, Zurufen und einem Schulterklopfer über die Murpromenade in Graz ein. In unserem Stamm-Gastgarten stießen wir auf unser Abenteuer “Quer durch Österreich” an: DONE!

    Resümee des fünften Tages: Das grüne Herz Österreichs – durch schöne Hügellandschaften, romantische Weingärten und bodenständige Buschenschanken schlängelt man sich über einsame Strasse Richtung Hauptstadt entgegen.

    FACTS: Klagenfurt – Bleiburg – Dravograd – Radlpass – Eibiswald – Graz 163 km, 1.310 hm

    Egal von welcher Himmelsrichtung man kommt oder in welche Richtung man fährt, Österreich hat so viel schöne Ecken! Ich freue mich auf die nächste Reise!

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    "Quer durch Österreich war ein unvergessliches Abenteuer!
    Danke an meine Freundin Veronika, ohne Dich wäre es nur halb so schön gewesen."
    VeloLove
    0
    Kilometer
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    Höhenmeter
    0
    Gramm Käsknöpfle verbrannt
  • Meine Abenteuer

    Alle Wege führen nach Rom

    Alle Wege führen nach Rom! Dachte ich mir auch und startete mein Abenteuer in Vorarlberg!

     

    Start in Vorarlberg

     

    Es ist 2018, ich sitze vor meinem PC und lasse Routen über Komoot berechnen. Wieviele Kilometer sind es wohl nach Paris und wieviel nach Berlin? 

    Die Vorstellung in eine große Metropole zu radeln erscheint mir mehr als verlockend! 

    Aber ganz zufrieden bin ich mit diesen Städten noch nicht: Paris besuchte ich erst vor kurzem und Berlin wäre eine relative flache Tour, aber sicher lohnenswert! Ich kramte im hinterstem Winkel noch nach Ideen was ich noch so alles machen wollte! Ganz oben auf meiner ToDo Stand: Lerne italienisch!

    Ganz klar: Es muss Italien werden! Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom und wer wünscht sich nicht eine Audienz beim Papst, um mit ihm über neue und unbekannte Wege philosophieren zu können.
    Tour fertig geplant, italienisch Kurs gebucht und nun hieß es für mich 6 Monate lernen, trainieren und mein Ziel klar verfolgen! 

    Also gut, ich gebs schon zu… Mit dem Wintertraining lief es nicht so wie geschmiert. Aber für mich als Sturkopf ist es sowieso klar das ich diese Reise in Angriff nehmen werde, ob es weh tut oder nicht. 

    Vorarlberg

     

    Wetter stimmt, Trainingszustand akzeptabel und meine Motivation: Überragend!”

    Die Zeit vergeht wie im Flug und wie bei jedem großen Projekt machen sich Zweifel in meinen Gedanken breit. Mich plagte die Vorstellung das ich alleine in Rom ankommen würde. Ich malte mir aus das ich überwältigt vor dem Petersdom stehen würde, mich umdrehte und mein Abenteuer den nächsten Gelato-Verkäufer erzählen musste. Schraube locker? Definitiv!

    Einer lieben Freundin erzählte ich von meinen Sorgen und sie entschied sich prompt nach Rom zu reisen und mit mir die Stadt zu besichtigen!

    Jetzt, gibt es keine Ausrede mehr für mich! 
    Wetter stimmt, Trainingszustand ist durchaus akzeptabel und meine Motivation: überragend!

    Meinen Sattelturbo gepackt, Lenkertasche montiert und auf meiner Checkliste großzügige Haken gesetzt, lege ich mich aufgeregt schlafen. Morgen geht’s los und ich freue mich sehr, das mein Freund mich die ersten Kilometer begleitet.

    Es macht wahnsinnigen Spaß in den ersten 2 Stunden durch Österreich, Liechtenstein und Schweiz zu reisen: Länderhopping advanced. Und dann heißt es auch schon Taschentuch zu zücken, Abschied nehmen und hoffen das ich mir nicht zuviel zugemutet habe.
    Serpentine für Serpentine radle ich den Splügenpass hinauf. Rechts und links eine winterliche Schneelandschaft und eisige Temperaturen. Ich trete fester in die Pedalen um mich warm zu halten. Das einzige Problem: die Luft ist einfach so kalt, das jeder Atemzug in meiner Lunge brennt. Und währenddessen ich ins Zweifeln gerate, schraube ich mich Meter für Meter in die Höhe und fast unbemerkt: Yesss, Passhöhe erreicht! Verschwitztes Trikot aus, Zwiebel-Look an! 

    Bremsen los, hinab nach Bella Italia!
    Durch ein beeindruckendes Tunnelsystem und kleinen, idyllischen italienischen Dörfern geht es nach Chiavenna. Es wird warm, die Sonne kitzelt meine Nasenspitze und mein Lachen: Unbezahlbar!
    Runter mit der Kleidung, kurz-kurz ist angesagt! Ich kehre auf einen Kaffee und Cornetto mit Cremefüllung in einer kleine Bar ein und checke die umliegenden Übernachtungsmöglichkeiten. Direkt am Comer See verfalle ich in einen zufriedenen Schlaf.

     

    Guten Morgen, Sonnenschein! Heute ist eine flache Etappe Richtung Piacenza angesagt und landschaftlich erwarte ich mir eigentlich nicht viel. Meine Freude ist Groß, als mir klar wird das ich mich sehr getäuscht habe: 

    Diese Landschaft versetzt mich in tiefes Staunen! In allen Farben blühende Felder, einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln und eindrucksvolle, geschmiedete Tore die den Weg in die Alleen eröffnen. 

    Wasserquellen etwas rar, musste ich mir das trinken ordentlich einteilen! Zu Mittag radle ich durch eine kleine Stadt: Bunt, fröhlich und einladend für eine kleine Pause! Glücklich und pappsatt nach einer gigantischen Portion handgemachter Nudeln radle ich wieder weiter. 

    Die Landschaft um mich herum hat sich noch nicht verändert, aber am Horizont lässt sich bereits die Bergkette erahnen! Übermotiviert werde ich schneller und schneller und versuche den 30ger Schnitt zu halten. Und dann ist es schon passiert. Kurz vor Piancenza muss ich mir eingestehen dass ich es übertrieben habe. Cola, Eistee und 2 Croissants haben meinen Muskeln wieder leben eingehaucht!

    “Einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln”

    Kaum in Piancenza angekommen verließ ich die Stadt fluchtartig: Menschenmengen, Autos, Lärm! Das war mir eindeutig zu viel! Ich radle noch weiter und fand einen kleinen, verträumten Ort an dem ich mir meine Nachtruhe gönnte, bevor ich meinen Elektrolythaushalt mit Gerstensaft wieder auffüllte.

    “Natur pur!”

    Bergige Touren sind mir einfach die liebsten, ich kann stundenlang bergauf fahren und mach mir nie Gedanken wie weit es wohl noch ist. Daher war meine Motivation für den 3 Tag natürlich immens! 

    Kurz vor Parma rechts abgebogen heißt es für mich: Weg von den Hauptstraßen und einfach die Ruhe genießen! Der Geruch von Kieferlatschen und einer feinen Note von Treibstoff von den Motorradfahrern fuhr ich den Pass ohne Antrieb hinauf, eigentlich klar, oder?! 

    Oben am Kiosk angekommen wurde ich angeglotzt und gefragt, wo hier der E-Motor versteckt sei. Ich wartete die Gruppe ab, schnappte nochmal Abgas bevor ich mich alleine wieder in meinem gemütlichen und ruhigen Modus befand. 

    Auf meiner rechten befanden sich grüne Wälder mit vertrocknetem Gras am Boden, das wie ein Teppich erschien und auf der linken Seite Backsteinmauern mit einer atemberaubenden Aussicht in die wunderschöne Hügellandschaft der Toskana. Es war herrlich und ich hörte bereits das Gezwitscher der ersten Möwen die im Himmel ihre Runden flogen. Das Meer war nun greifbar nahe! In Montelungo kehrte ich bereits Emilia Romagna den Rücken und befand mich bereits in der Toskana. 

    Ich ließ es bergab nun so richtig krachen! Irgendwie habe ich das Gefühl bei über 80ig Sachen fliegen zu können. In der Talsohle angekommen erinnert mich die Umgebung stark an das Piemont. Alte Dörfer, eingezäunt von riesigen Mauern, die Straßen wie ein Fleckerlteppich. Meine geplante Tour verlief über die Hauptstrasse Richtung La Spezia. Unmengen an Autos und LKWS, die an mir vorbei rasten und mich zum schwanken brachten. Ich beschloss bei der ersten Ausfahrt eine Pause zu machen, um meine geplante Tour nochmal zu überarbeiten: 150 Höhenmeter, aber dafür mit Nervenkitzel oder lieber 450 Höhenmeter zum Schluss noch oben drauf! Definitiv Variante 2! 

    Nach ein paar Kilometern führte eine schlecht asphaltierte Straße den Hügel hinauf. Der Asphalt verwandelte sich immer mehr zu Schotter bis ich mich in einer tiefen Rinne aus Schotter befand. Langsam fuhr ich weiter um einen Platten vermeiden zu können. Bergab im stehen und ständig am austarieren um nicht kopfüber vom Rad absteigen zu müssen

    Die Schlaglöcher fühlten sich wie riesige Krater an. Nach ein paar Kilometer erreichte ich wieder die asphaltierte Straße! Ich rolle die letzte Kilometer nach La Spezia hinein. Mit einem Eis bewaffnet sitze ich nun gemütlich am Pier und suche mir ein passendes Zimmer für den Erholungsschlaf!

    Nach einer turbulenten und sehr kurzen Nacht, ja Italiener können feiern, aber wie! Entschied ich mich für ein langes spätes Frühstück, da eigentlich heute ein Pause-Tag geplant wäre! 

    Aber die Hummeln im Hintern ließen mir einfach keine Ruhe und so beschloss ich trotzdem ein paar Kilometer weiter zu radeln. Der Küste entlang befanden sich extrem viele Rennradgruppen und hängte mich in deren Windschatten. Wie es sich für den Radlerkodex gehört, habe ich auch immer nett gefragt, ob ich mich reinhängen darf und geriet dadurch in lustige Plaudereien! Aus den geplanten paar Kilometern wurden unerwartet doch 90 und so befand ich mich bereits in Pisa! 

    Welch ein Touristenansturm, unglaublich! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnahmen, rempelten mich an und liefen mir ins Rad. Ich war genervt, machte ein schnelles Foto und reiste so schnell wie möglich wieder weiter!

    Endlich wieder Ruhe! Ich fühlte mich Fit und pudelwohl, radelte von Dorf für zu Dorf an der Küste entlang. Sonnenanbeter an der steinigen Küsten, der Geruch von Sonnencreme, Sand und Meer! Ich beschloss mir eine Kabine direkt am Meer zu mieten und meine Energiespeicher mit Pizza, Caprese und Eis wieder aufzufüllen. Mit einem Bier in der Hand, saß ich nun auf meiner Terrasse, der Blick aufs Meer gerichtet und konnte es garnicht glauben das ich bereits 2 Tage Vorsprung von der geplanten Tour hatte. 

    Gefühl: Himmelhochjauzend und grinsend wie ein Honigkuchenpferd!

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    Touristenansturm! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnehmen!”

    Ich war zu schnell, wenn ich mir die Rom Besichtigung für meine Freundin aufsparen wollte. Also kurz und knapp: Nach meiner Nachtruhe gönnte ich mir ein ausgedehntes Frühstück. Rollte mit meinem Drahtesel 45 Kilometer weiter, checkte mir ein Hotel und verfrachtete meinen Körper an den Pool. Den ganzen Tag verbrachte ich mit Essen, lesen und Vitamin D tanken! Langweilig? Und wie!

    Voll entspannt und ausgeruht beschloss ich meine geplante Tour zu ändern. Der Verkehr an der Küste und die Urlauber die im Scheuklappen Modus und Flip-Flops ausgestattet unaufmerksam auf der Straße rollten, stressten mich etwas! Deswegen ab ins Landesinnere und die Toskana mit allen Sinnen erleben! Diese Entscheidung war goldrichtig. 

    Leider hatte ich mich am Vortag mit der geplanten Route nicht so ganz auseinandergesetzt, wie ich es eigentlich mache. Ich fuhr auf einen Feldweg und ein Blick auf die Karte verriet mir das dieser Weg nicht sehr lange sein würde, deswegen beschloss ich nicht umzukehren. Sehr, sehr dumme Idee! 

    Ich rollte langsam weiter, aus dem Feldweg wurde ein mit Schlamm durchzogener Weg. Die Pfützen reichten mir bis zu den Pedalen. Ich hatte alle Hände voll zu tun, das ich nicht stecken blieb, bis es irgendwann so schlammig wurde das ich absteigen musste. 

    Endlich nach eine gefühlten Ewigkeit erreichte ich wieder schönen, asphaltierten Boden. Der ganze Schlamm klebte überall am Rad. Die Bremsen ließen sich nicht mehr betätigen und von Schalten war überhaupt nicht daran zu denken. Also Werkzeug raus, Räder ab und mit einem Imbusschlüssel klopfte ich den Schlamm, der schon eher wie Zement wirkte, aus jeder Ritze! 40 Minuten später hatte ich es geschafft und rollte nun endlich wieder fahrbereit weiter! Aber was danach kam, hatte die Tortur schnell in Vergessenheit gedrängt!

    Ich wusste zwar das die Toskana sehr hügelig ist, aber das hatte ich mir nicht erwartet! Lange, stetig steigende Auffahrten durch Weingärten, Olivenplantagen und hier und da erspähte ich einen Bauernhof. Knackige, gut asphaltierte Abfahrten! Mein Radlerherz befand sich im Paradies! 

    Es schien als wie dort die Zeit still stehen würde. Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich Pool vergnügten und Frauen die auf der quer gespannten Wäscheleine durch den Garten ihre weißen Laken aufhängten. Ich machte eine kurze Rast auf einer Parkbank und zu mir gesellte sich ein Brevetfahrer! Der Fahrer war fix und fertig und kaum noch der englischen Sprache mächtig, konnte ich nun meine italienischen Kenntnisse auspacken! Welch ein Spaß! Es hatte 28 Grad und ich buchte mir ein Appartement mit Pool in der Nähe! Die Einkaufs und Restaurant Möglichkeiten etwas rar, gab es nun für mich die klassischen Barilla Nudeln! Herrlich, was für ein Tag!

    Toskana, ohh du bella italia! Der nette, italienische Brevetfahrer gab mir den Tipp unbedingt nach Montefiascone einen Abstecher zu machen. So beschloss ich meine Tour für die erste Tagesetappe dort einzuplanen! Der Tipp hat sich für mich mehr als gelohnt! Der Weg führte mich durch die toskanische Hügellandschaft. Die kleinen Ortschaften schienen wie ausgestorben zu sein, aber das störte mich keineswegs, da ich es sehr genieße wenn ich bei mit meinen Gedanken nur im hier und jetzt bin und im Hintergrund das rattern des Radls höre.

    “Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich im Pool vergnügen und Frauen die im Garten ihre weißen Laken aufhängen. “

    Die Gegend wurde immer grüner und farbenfroher und die Wasserquellen und Brunnen nahmen immer mehr zu. Kurz vor Montefiascone winke ich zum Abschied noch der Tafel “Toskana” und begrüßte die neue Provinz “Latium”. Am Fuße des Sees Lago di Bolsena befand sich ein nettes Kaffee und ich beschloss hier eine längere Pause zu machen. Kaffee, Kuchen und eine tolle Aussicht auf den See und die Burg ließen mich die letzten anstrengenden Höhenmetern schnell vergessen. Nachdem dieser See schon so idyllisch war, beschloss ich meine Weiterreise über Viterbo nach Lago di Vico fortzuführen. Da dieser See als Naherholungsgebiet für Bewohner von Viterbo genutzt wurde, war der Verkehr dementsprechend lebendig, aber es waren ja nur ein paar Kilometer.

    Nach einer weiteren Tasse Kaffee beschloss ich mir noch ein Bild vom nächsten See zu machen. Auf gehts zu “Lago di Bracciano”. 

    Dann war sie da, die Tafel die mir Tränen in die Augen trieb. Byebye Viterbo, welcome Roma! Dieses Gefühl kann ich kaum in Worte fassen. Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. 

    Ich war Rom bereits so nah. Ich konnte es heute noch nach Rom schaffen, aber diesen Moment wollte ich mir unbedingt für den nächsten Tag aufsparen.

    Also buchte ich mir ein Zimmer in Bracciano, flanierte durch die Stadt mit einer dreifachen Portion Eis und ließ es mir so richtig gut gehen! Zur Krönung des Tages gönnte ich mir eine Pizza und bestellte mir ein Bier. Also ich mag italienisches Bier sehr gerne und hätte niemals damit gerechnet dass mir die Kellnerin ein “Villacher” kredenzte! Echt? Man radelt 930 Kilometer, ist extrem weit von zu Hause weg und bekommt heimisches Bier serviert. Also mein Lachen konnte ich nicht mehr verbergen, als die irritierte Kellner sich wieder Richtung Schanke aufmachte.

    Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. Ich war Rom bereits so nah.

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    Der Tag der Tage war nun bekommen! Die letzten 40 Kilometer meiner Reise standen mir bevor. Nach einer sehr erholsamen Nacht war der erste Blick aus dem Fenster. Der Wetterbericht hatte leider recht behalten. Nebel, Regen und eisiger Wind. 

    Darf das denn wahr sein! Kurz vor meinem Ziel ein Wetterumschwung. Wenn ich den Wetterbericht vertrauen darf, sollte sich das Wetter zu Mittag wieder bessern. Stress hatte ich eigentlich sowieso keinen und deswegen ging ich ausgedehnt und lange frühstücken. Kurz vor Mittag war das Wetter noch nicht wirklich besser und beschloss einfach losradeln. Dieser Wind war so unangenehm und ließ mich am ganzen Körper zittern. Aber als ich aus dem Becken ähnlich rauskam war sie da, die Sonne! Warme Luft, wärmende Sonnenstrahlen und diese blühenden Mohnfelder, gigantisch!

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    “Und dann konnte ich meine Freude kaum noch zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange”

    Ich konnte es gar nicht glauben das ich mich bereits 15 Kilometer vor dem Petersdom befand! Von einer Großstadt weit und breit keine Spur! Das änderte sich aber schlagartig, Lärm, von Abgas geschwängerter Luft, Müll am Straßenrand und wildgestikulierente Motorradfahrern. 

    Ja, jetzt bin ich definitiv angekommen. Konzentriert arbeitete ich mich durch den dichten Verkehr und fokussierte mich so sehr auf den Verkehr das ganz übersah das ich mich bereits kurz vorm Petersdom befand. Und dann war er da. 

    Dieser eine emotionale und überwältigende Moment, wenn man etwas erreicht hat. Ich sah mich kurz um und drückte mein Handy den nächstbesten Touristen in die Hand, um von mir ein Foto zu machen. Hinter meiner Brille rollten bereits die ersten Tränen und mein Kinn zitterte bereits merklich. Ein schnelles Grazie und ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen zwischen den gigantischen Säulen. Und dann konnte ich meine Freude nicht mehr zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange. Aufgeregt und voller Stolz rief ich mit zitternder Stimme zu Hause an: “Ich kanns nicht glauben, ich habs geschafft! Und das noch früher wie gedacht!”

    "Alle Wege führen nach Rom- war ein großes Abenteuer für mich!
    Ich kann Dir empfehlen die Hotels immer spontan zu buchen! "
    0
    Kilometer
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    Höhenmeter absolviert
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    Gramm Käsknöpfle verbrannt