• Meine Abenteuer

    Jetzt gibt’s was aufs Auge!

    Scharf sehen und scharf aussehen ist hier meine Devise!

    Für die meisten von Euch ist eine Sonnenbrille oder Sportbrille zu tragen das selbstverständlichste auf der Welt. Die Augen sind für mich ein sehr persönliches Thema, da ich eine Ausbildung als Augenoptikerin genießen durfte. Immer wieder haben mich Freunde und Bekannte gefragt, ob die 10 Euro Brille die Augen genauso schützt wie eine 150 Euro Brille. Und soviel kann ich Euch schon mal verraten: Mir sind es meine Augen wert!

    Günstige Brille bieten natürlich Schutz vor Staub, Pollen und Flugkörper, aber dass man eine klare Sicht hat, bezweifle ich. Setzt doch selbst mal eine günstige Sonnenbrille auf und wagt den Test: Günstige Brillen machen einfach nur dunkel und man hat trotzdem das Gefühl dass es blendet. Qualitativ hochwertige Sonnengläser hingegen verdunkeln nicht, sondern reduzieren die Blendung! Sag Adè zu zusammengekniffen Augen und Faltenbildung rund um die Augen. Eine gute Sonnenbrille lässt dich um Jahre verjüngern 😉

    Aber genug von meiner Schimpftirade über günstige Sonnenbrillen, eines ist klar: Günstig bedeutet nicht zwangsläufig schlecht und deswegen versuche ich Euch mit diesem Blogbeitrag das Thema genauer zu erklären, damit ihr schlussendlich nicht eins aufs Auge bekommt!

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    “Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen. Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch”

    Das ultraviolette Licht- in der Disco der Knaller, aber für die Augen der Horror

    Das Discolicht und Sonneneinstrahlung sind natürlich zwei unterschiedliche Formen von UV-Licht. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen UV-A, UV-B und UV-C

    UV-C könnt ihr gleich wieder vergessen –  Danke Ozonschicht! Interessant wird es für uns bei A und B, da diese Strahlen an die Erdoberfläche gelangen.  So könnt ihr kinderleicht UV-A von UV-B unterscheiden:

    Piemont

    UV-A: A wie altern

    Diese Strahlen verursachen nicht offensichtlich Schmerzen, aber die die Haut wird angegriffen, die Elastizität verringert und langfristig können diese Strahlen Hautkrebs auslösen.

    UV-B: B wie es brennt

    Nicht nur für die gebrannte Haut und unsere Tanlines verantwortlich, langfristig verursacht die UV-B Strahlung richtige Schäden. 

    Die Strahlen Kombination ist nachweislich verantwortlich für frühzeitigen grauen Star oder Netzhautablösungen. Madl und Buabn, schützt Eure Augen Jetzt, den später hilft Euch die beste Sonnenbrille nichts mehr!

    Die ominöse Zahl 400

    Bei einem Sonnenbrillenkauf in einem Fachgeschäft, könnt ihr davon ausgehen dass die Sonnenbrillen immer vollen UV Schutz bietet. 

    Warum 400nm? UVA und UVB treten von 280 bis 380 Nanometer auf, darum. 

    Tränen vor Freude, nicht vom Fahrtwind!

    Das A und O einer guten Sportbrille ist natürlich der perfekte Sitz. Man sollte darauf Achten das die Scheibengröße die Augen umfasst, die Fassung sich der Kopfform (gecurved) anpasst und somit einen Fahrtwind und Sonnenschutz bietet. Lästiges Tränen, Austrocknen der Augen, Dreck, Pollen und Insekten erübrigen sich hiermit von selbst! Allzeit bereit und somit immer Sicher!

    Alles durch die rosarote Brille- Die richtige Tönung

    Wie in allen Dingen im Leben ist es natürlich Geschmacksache. Aber streng genommen haben Tönungen bei Brillengläser auch ihren Zweck:

    Klare Gläser: Schutzfunktion, kein lästiges Tränen mehr oder das herausfischen von Mücken im Augenrand, aber leider auch kein Blendschutz

    Gelbe und Orange Gläser: Perfekt bei diffusen Licht oder regnerischen Ausfahrten, da diese Gläser kontraststeigernd wirken. Wenn du deinen Crosser über Stock und Stein jagst, wirst du bestimmt nichts mehr übersehen!

    Braune, grüne oder graue Gläser: Die Farbwahrnehmung von deiner Umgebung wird am wenigsten verfälscht. Letztendlich ist es Geschmack- und Stil Sache. Diejenigen die vielleicht schon an einem Katarakt (grauer Star) leiden, sind am ehesten braun getönte Gläser zu empfehlen, da dies den Blaulichtanteil am besten herausfiltern. 

    Polarisierte Gläser: Für uns Radler leider nicht wirklich zu empfehlen, da polarisierte Gläser Lichtspiegelungen filtern. Doof, wenn man gerade den Berg hinunter donnert und in der Kurve übersieht, dass die Straße noch nass ist. Auch das ablesen der Displays ist nicht immer möglich. 

    Intelligente Gläser: Je nach UV Belastung passen sich die Gläser der Situation an, ein großer Nachteil für uns Radler: Wenn man durch den Tunnel düst, ist man meist schon wieder draußen bis die Gläser wieder hell sind. 

    Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen.

    Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch!

    Verspiegelungen: Egal ob Rot, Grün oder Blau verspiegelt, Hauptsache scharf aussehen. Optischen Nutzen hat das ganze zwar nicht, aber sieht richtig flott aus!

    Kunststoff oder doch Metall? 

    Ganz klar als Sportbrille kommen nur Kunststofffassungen und spezielle Gläser (Polycarbonat) zum Einsatz. 

    Sollten bei einer rasanten Abfahrt die Fliehkräfte wirklich zu stark auf Dich einwirken, können zumindest die Gläser nicht splittern oder dir ein Metallbügel ungewollt Dein Ohr piercen. 

    Wie vor der Eisdiele: 1000 Möglichkeiten 

    Viele Sportbrillenhersteller (zB Adidas, Oakley, Gloryfy,…) haben auch Sportbrillen im Sortiment, die die Funktion besitzen, dass man die Gläser ganz einfach tauschen kann. Egal ob es heute regnet oder morgen die Sonne vom Himmel lacht- Die Fassung für Alles und die Gläser passend für Deine Situation!

    Also man sieht, Brille ist nicht gleich Brille. 

    Was auf Deine Nase passt oder welche Tönung die Richtige ist, kann man nur probieren! 

    Egal ob Du dich von einem Augenoptiker beraten lässt oder doch lieber das Worldwideweb nutzt, passen muss es für Dich und deine Bedürfnisse! 

    Aber ich hoffe ich konnte Licht ins Dunkle bringen, denn wer A sagt muss auch B sagen 😜
    Scharf sehen und scharf aussehen
    Euer Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer

    Gut behütet – die Faszination Fahrradkappe

    Die Fahrradkappe- nicht nur funktionell, sondern auch Dein Statement

    Der Style als Rennradler fährt immer mit! Die Kleidung ist meist farblich aufeinander abgestimmt, die Funktionen ganz klar definiert und die Wiedererkennung auf den Straßen somit erschaffen! Mit Leitsprüchen wie “Jawui” das Gefühl ausdrücken, wenn man sich Serpentine für Serpentine den Pass hoch gekämpft hat oder doch mit #ballern den Ausdruck verleihen, wenn man gefühlt in Lichtgeschwindigkeit über den Asphalt donnert – Die Fahrradkappe, ein Statement!

    Das wiederaufleben der Retro-Kappe hat sich nicht nur unter den Rennradlern etabliert, nein, auch die coolen Hipster Girls and Boys erfreuen sich der ultimativen Kopfbedeckung! 

    Ganz klar ist aber, dass Fahrradmützen eine lange Tradition im Radsport feiern. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen konnte ich bis 1880 recherchieren! In den 60iger Jahren wurde das Kapperl das Must-Have für Radler und deren Fans! 

    Markenpräsenz, Landesfarben und Teamnamen: Ab diesem Zeitpunkt standen die Funktionen nicht mehr ganz im Vordergrund! Es hat einfach kurz und schlicht richtig Style! Seitdem ist die Faszination ungebrochen und für jeden Geschmack und Köpfchen lässt sich am Markt etwas finden. 

    Hip und stylisch ist natürlich das Eine, aber Sinn ergeben die schicken Teile natürlich auch! Hier mal die wichtigsten

    Fun-Fakten: 

    Stylisch, sinnvoll oder doch als Statement- Kapperl geht immer”

    Gut behütet- damit das Köpfchen auch schön warm bleibt

    Ich räume mal mit dem Mythos auf, dass der Körper 40% der Wärme über den Kopf verliert. Die Studie aus den 70iger ist schon längst widerlegt. 

    Fakt ist: Über unser Köpfchen verlieren wir etwa 10% der Wärme. Mit dem richtigen Material ist man nicht nur stylisch unterwegs, sondern hält man sich auch ordentlich warm. 

    Mit Lichtgeschwindigkeit ballern – Stoppt den Fahrtwind

    Hält nicht nur die zerzauste Frisur nach langen Ausfahrten in seinem Bann, sondern wenn es richtig zur Sache geht, stoppt die Mütze auch noch den Fahrtwind. Die Aerodynamische Funktion erklärt sich hier wohl von selbst!

    Do kummt di Sunn – Hitzestau oder Blendung, ein wahres Wunderding

    Die Sonne knallt mal wieder volles Rohr auf den dunklen Asphalt! Der Allrounder schützt vor einem Sonnenstich und vorzeitiger Faltenbildung. Sag Adè zu zusammengekniffen Augen!

    Schweiß lass nach – Die perfekte Barriere

    Der Puls schnellt in die Höhe und man schwitzt, was das Zeug hält. Wenn die natürliche Barriere unserer Augenbrauen nicht mehr ausreicht – das Kapperl hält den Schweiß bestimmt dort, wo er bleiben sollte! Yihaaa Salz-Randl 😉 

    Wo Sonne ist, gibts auch irgendwo Regen – Alles trocken am Dach 

    Jeder kennt das Gefühl, wenn man von Regen überrascht wird. Nass, kalt und grausig! Aber nicht die Schlauen von uns: Mit Kapperl können wir dem Wetter so richtig trotzen!

    Unten, oben, hinten oder schräg – Hauptsache der Schirm sitzt

    Die richtige Trageweise der Kappen lassen beim Stammtisch die Wogen hochgehen. 

    Schild nach unten oder oben geklappt oder doch im Nacken damit der Anpressdruck bei rasanten Abfahrten erhöht wird. Egal: Stylisch und funktionell sind die Kappen allemal!

     

    Seien wir alle mal ein bisschen cool, bekennen Farbe und Slogans und lassen wir es krachen! Ich für meinen Teil: Ich sitze am Radl und bin jetzt #schepfn für die Teilnahme beim #raa

    mit Schirm, Charme und Kappe
    Anna-Maria
    Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Ab geht`s auf die Rolle

    Hier erfährst Du mehr über mein Indoortraining. Warum “Fuck The Pain” mein persönliches Mantra ist und meine zwei Lieblingsvarianten, wenn es um das Thema “Quäl Dich selbst” geht!

    Für mehr Wadlpower!

    Das Surren des Freilaufs, der Klang, wenn die Kette vom kleinen auf das große Kettenblatt springt und die beeindruckende Umgebung und Sonnenstrahlen bis in jede Zelle des Körper zu spüren sind. Genau diese Momente machen Radfahren zu dem was ist: Freiheit und grenzenloses Abenteuer!

     

    Die Abenteuer werden mit der Zeit länger, intensiver und der Anspruch an sich Selbst immer größer! Man beginnt im Kleinen: Ausfahrten um sich an das Rad zu gewöhnen und mit den Klickpedalen vertraut zu werden. Den Moment genießen, wenn man das erste mal im Pulk eine große Runde dreht und schon ist man infiziert. Radfahren wird so wichtig, wie die Luft zum Atmen! Man befasst sich mit Zahlen und Fakten. Beleuchtet nach jeder Ausfahrt die Werte etwas genauer. Puls, Trittfrequenz und Wattzahlen und der Ehrgeiz ist entfesselt.

    Ziemlich genau so ist es mir ergangen! Natürlich bin ich noch immer ein und dieselbe Person, die das Leben im Hier und Jetzt genießt und sich auch gerne mal von der inneren Uhr treiben lässt, aber da meine Abenteuer länger und ausdauernder werden, musste ich mich doch irgendwann mit dem Thema “Wintertraining” beschäftigen. Offenkundig bin ich kein großer von Fan von Indooraktivitäten, wie Grundlagen spulen auf der Rolle. So musste ich für mich die passende Lösung finden, dass ich nach dem Winter, noch stärker als je zuvor in den Sonnenuntergang reiten kann!

     

    So, aber jetzt genug von mir! Ich bin kein Sportprofi und schon gar keine Trainerin, aber ich möchte euch bei diesem Beitrag einfach zeigen, wie ich mein Intervalltraining auf der Rolle absolviere bzw aufgebaut habe. Wer sich unsicher ist, seinen Körper oder die maximale Belastung noch nie getestet hat, empfehle ich auf alle Fälle zur Leistungsdiagnostik bzw sich mit seinem Arzt oder Trainer in Verbindung zu setzen!

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    “Fuck The Pain- mein persönliches Mantra, wenns mal wieder härter wird”

    FTP-Test oder Fuck The Pain

    Das Erste was man Wissen sollte, um leistungsbasiert zu trainieren, ist der FTP.

    Nein, natürlich nicht FuckThePain, obwohl ich es treffender finden würde, sondern der sogenannte “Functional Threshold Power”. Also soviel Deine Wadl über eine Stunde maximal drücken können. Wenn man es schön ausdrücken möchte: Die funktionelle Leistungsschwelle.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Schwelle zu ermitteln. 

    Wenn genau dieser Moment auf der Rolle einsetzt: Der Schweiß tropft aus allen Poren, der Kopf beginnt zu glühen und die Luft eher gepresst die Lunge verlässt, ist genau der Zeitpunkt, an dem man sich “Fuck the pain” wie ein Mantra vor sich sagen soll. 

    Und dann ist es auch schon überstanden! 

    Cool down, Girls und Boys! 

    Ich habe mit folgenden Test meinen Ftp ermittelt:

    Bevor es losgeht, sind noch ein paar Vorkehrungen zu treffen: Zunächst mal die Dämpfungsmatte unter das Radl und dem Rollentrainer platzieren, Radl in den Rollentrainer fixieren und Widerstand-Tool (wenn man so wie ich keinen Smarttrainer hat) am Lenker befestigt, Powermeter kontrollieren, nicht, dass das Gerät wegen zuwenig Strom abschmiert! 

    Noch schnell den Fahrradcomputer mit den passenden Sensoren überprüfen und dann rein in die Radlerwäsche! Trinkflasche noch schnell in griffweite platzieren und schon gehts los!

    20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Trittfrequenz zwischen 75-90 mit wenig Widerstand, schwitzen darfst du aber schon dabei!

    5 Minuten- volle Kanone

        Trittfrequenz und Widerstand erhöhen, die Wadl dürfen es schon spüren und das konstant zach beibehalten!

    5 Minuten- Komm wieder runter, Baby!

    Nach dem Vollgas kommt für gewöhnlich eine Erholung, also Trittfrequenz und Widerstand wieder reduzieren und komm wieder runter! Atme nochmal tief durch, bevor es losgeht!

    20 Minuten- Konstantes Quälen- Yeahh von Nichts kommt Nichts 

    Zunächst starte deinen Fahrradcomputer Neu, damit eine neue Aufzeichnung stattfindet. So musst du nicht nachher die Zahlen auseinander dröseln!    

    Wähle den Widerstand so, dass es für dich mit Ach und Krach möglich ist, zu treten und die Trittfrequenz auch beizubehalten. Schmierst du ab, war der Widerstand zu stark gewählt! Quäl dich und lass Deine Wadl so richtig brennen! Dann ist es richtig! 

    Vergiss jetzt bitte nicht nach den 20 Minuten die Aufzeichnung zu stoppen! 

    10-15 Minuten- Geschafft, Cool down Girls and Boys!

    So, die Atmung beruhigt sich, dein Puls verlässt den kritischen Bereich und du kannst dir ein Grinsen kaum verbergen? Gratulation! Der Test ist geschafft!

    Zur Auswertung:

    Dein Fahrradcomputer bzw die dazu passende APP spuckt dir dann die durchschnittliche Leistung über die 20 Minuten aus. Multipliziere diese Zahl mit 0,95

    Somit hast du Deine funktionelle Leistungsschwelle ermittelt.

    Diese Werte sind zwar recht nett zu Wissen, um ein leistungsbasiertes Training aufzubauen, sagt aber schon wirklich nichts über die Fitness aus! Viel wichtiger ist der Wert “Watt pro kg” um dich auch mit anderen vergleichen zu können! Ein 80 kg schwerer Mann wird immer mehr treten als eine Frau mit 50 kg! Deswegen ist der FTP- nur für Dich wichtig! Und zieht keine Rückschlüsse auf die Power, die in deinen Wadln steckt! 

    Also dividiere noch deinen Wert durch dein Körpergewicht!

    Voilà, du bist der Hammer!

    “Watt tritt`s den Du? Die Stammtischfrage Nummer 1! Madl und Buben, Gewicht und Größe, vergleiche immer mit Watt pro Kilogramm!”

    Klar es gibt verschiedene Möglichkeiten und Tests, bitte fragen Sie Ihren Arzt und Leistungsdiagnostiker 😉 Weiter geht`s, ausgeruht war gestern!

    Ich mache maximal 2 Intervalleinheiten in der Woche! Übertraining bringt nichts und die Leistungssteigerung stagniert. Das Intervalltraining ist nur zusätzlich, im Vordergrund steht natürlich im Winter fleißig die Ausdauer im Grundlagenbereich zu trainieren.

    Intervalltraining- Geht schon, geben wir mal Vollgas

    Vor jeder Einheit ist es wichtig, richtig gut aufgewärmt zu starten- Einrollen!

    Und dann kanns es auch schon losgehen! Hier trainiere ich im Spitzenbereich, heißt auf gut Deutsch 20-40% über meinem FTP Wert. Kurz, knackig und gleich lange Erholungsphase wie Vollgas-Phase! In dieser Zeit konzentriere ich mich nur auf die Wattwerte, Herzfrequenz und Atmung. 

    Der Ablauf sieht bei mir so:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min 

    6-8 Minuten Vollgas- es gibt nur ein Gas! 

    Im einem Wechsel von je 30 Sekunden der Belastungs- und Erholungsphase. Die Trittfrequenz liegt bei 110-120 U/min

    6-8 Minuten- Erholung muss sein

    Sprintpause, gemütliches radeln im Grundlagenbereich 1 bei 80-90 U/min

    Und weil es schön ist, wiederhole ich das noch 3mal! 

    10-15 Minuten Cool down

    Endlich geschafft! Anstrengend? Ja, und wie! Werde ich im Frühjahr mit Vollgas in den Sonnenuntergang reiten können?     Ich hoffe doch!

    Da immer das selbe Training etwas langweilig wird, stelle ich hier nun noch meinen zweiten Liebling vor:

    Kraftausdauer- mit schmackes in die Pedale!

    Bei diesem Training lege ich mein Augenmerk nicht auf die Trittfrequenz, sondern wirklich nur darauf, dass ich mit richtig schmackes in die Pedale trete. Da die Kadenz sehr niedrig ist, kann ich mich währenddessen auch noch sehr gut auf meine Tritttechnik konzentrieren. Wenn ich den HIT (High intensity) starte liegt die Wattzahl 10-20% unter meines FTP! 

    Praktisch sieht das ganze dann so aus:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

        Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min

    4 Minuten- mit schmackes in die Pedale 

    Grundlagenbereich 2 (Augenmerk auf Wattzahl!) und Trittfrequenz liegt bei 50-60 U/Min

    4 Minuten- Pause gut, alles gut

        Grundlagenbereich 1 und Trittfrequenz wird wieder auf 80-90 U/min erhöht

    Wiederholen, wiederholen- weil es einfach Spaß macht

    15-20 Minuten- Cool down

     

     

    Madl und Buben, das Ding wurde gerockt!

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    Es gibt noch hunderte Möglichkeiten ein Intervalltraining auf der Rolle zu machen,
    mit oder ohne Trainer, hauptsache Spaß machts! Hier habe ich nur meine 2 Lieblinge angeführt! Vielleicht werde ich in naher Zukunft noch weitere meiner Trainings für Euch veröffentlichen! Man wird sehen, bis dahin radle ich noch fleißig und trainiere meine Wadlpower!
    Ride on und allzeit stramme Wadln
    Euer Rennradlwadl Anna
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Cyclocross

    Der Cyclocrosser- Das Fitnessgerät für den Winter! Ausdauereinheiten oder doch ein abwechslungsreiches Fahrtenspiel: 

    Spaß ist garantiert!

    Lange und nie enden-wollende Ausdauereinheiten auf der Rolle? Ja, so fühlt sich das für mich an. Es macht mir einfach keinen Spaß stundenlang in meinen eigenen vier Wänden zu hocken, meinen Boden und mein Rad voll zu schwitzen.
    Ein passende alternative zu Skitouren und Laufen musste her!
    Nach langer Überlegung wie ich mich fit durch den Winter bringen konnte, fiel die Wahl auf mein neues heißgeliebtes Fitnessgerät: Der Cyclocrosser!

    Ja, richtig gelesen: Fitnessgerät! Ich nutze meine Rad auf der einen Seite für lange Ausdauereinheiten im GA1 Bereich und High Intensity über Stock und Stein im Gelände! Geht das? Und wie!

    Aber lass mich mal kurz zurückspulen:
    Nach längerer Beratung und Internetrecherche habe ich mich für ein Stevens Gavere entschieden. Ein kostengünstiges Rad, um nicht bei jeder Ausfahrt Angst haben zu müssen, dass mir das Rad unter meinen Allerwertesten weg rostet.
    Ja, klar: Salz und Rad sind eine gefährliche Kombination und ich würde !niemals! im Winter bei nasser Straße mein Rennrad auf der frischen Luft chauffieren.
    Aber da mein Crosser nicht meinen finanziellen Rahmen gesprengt hat und ich das Rad genau für diesen Zweck nutzen möchte, drück ich doch nochmal ein Auge zu 😉
    Ich denke ich kann es verschmerzen, wenn sich eventuell in der nächsten Saison ein kleines Rostfleckerl gebildet hat. Narben sind ja da, um präsentiert und mit Stolz getragen zu werden, oder etwa nicht?

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    Ausdauer Fahrten vs Fahrtenspiel

    Mein Fitnessgerät möchte wie es in seiner Natur liegt, auch dementsprechend herausgefordert werden, daher ergeben sich für mich zwei sinnvolle Optionen mein Radl anzutreiben.

    Grundlagentraining, im Winter werden die Weichen für den Sommer gestellt

    Das erstere sind lange Ausdauereinheiten. Hier rede ich von flachen Touren mit gemäßigtem Tempo. Lang ist natürlich immer reine Interpretationssache, um für Dich etwas konkreter zu werden: Für mich bedeutet es 2 bis 5 Stunden an der frischen Luft sein. Gemütlich, die Natur und Umgebung wahrnehmen und den Kopf abschalten!
    Und für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Mein Trainingsbereich befindet sich 60% bis max 75% der maximalen Herzfrequenz, also GA1
    Ich habe den Luxus im Rheintal Leben zu dürfen, hier befinden sich viele flache Wege mit traumhafter Umgebung. Es wird mir hier sehr leicht gemacht, tolle Straßen zu finden und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Aber ich denke, jeder findet in seiner Umgebung das passende Terrain.

    Fahrtenspiel- Play the Game

    Wer mich kennt, weiß das ich meist Hummeln im Hintern habe. Ich liebe es, wenn mein Puls in die Höhe schnellt, das Adrenalin meinen Körper durchströmt und ich mich voll und ganz auf meinen Körper und die Atmung konzentrieren muss.

    Hallo, hallo Fahrtenspiel!
    Klar, Fahrtenspiel impliziert schon das Wort ins sich: Es bedeutet Spaß! Das schöne bei dieser Trainingsform: Es gibt keinen fixen Plan.
    Der große Unterschied zum Intervalltraining, dass ich die Intensität und Dauer selbst bestimme, je nach Lust und Laune!
    Erblicke ich im Gelände zum Beispiel einen Anstieg heißt es für mich: Raus aus den Sattel und rein in die Pedale. Danach nehme ich den Druck wieder raus und radle trotzdem mit guten Zug auf der Kette weiter. Das Fahrtenspiel ermöglicht mir unendlich viele Kombinationen: Hohe Trittfrequenz, mit schmackes in die Pedale oder auch explosive “Zielsprints”. Kurz gesagt: Abwechslungsreich und macht richtig Spaß!
    Die Dauer beträgt bei mir meisten 1 Stunde bis max 2 Stunden und lässt sich so super im Alltag integrieren. Für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Bei mir sind durchaus Spitzen im kritischen Bereich dabei 😉 GA1 bis Spitzenbereich, abwechslungsreich ist es auf alle Fälle!

    Krank war gestern!

    Für beide Trainingsvarianten gilt für mich im Winter: Kühle niemals aus! Verschwitzt mit rosaroten Wangen ausrollen- Niemals!
    Dein Körper wird es dir Danken und sag Adè zur Erkältung! Wenn Du immer darauf achtest, dass du dich ausreichend aufwärmst und deine Kleidung der Temperatur anpasst, sehe ich überhaupt kein Problem im Winter zu radeln. Meine Lunge mag Minustemperaturen nicht so gern: Ich atme vorwiegend über die Nase ein und über den Mund aus, der Schlauchschal dient mir als Gesicht und Atemschutz. Damit ich auch ausreichend trinke, habe ich mir angewöhnt alle 10 Minuten zu meiner Trinkflasche zu greifen, um mir eine kleinen Schluck zu gönnen. Na, dann Prost 🙂

    Nach jeder Ausfahrt gilt: Versorge zuerst Dich und dann dein geliebtes Rad! Zieh die verschwitzten Klamotten sofort aus, stell dich unter die heiße Dusche und schlüpfe danach in deine Flanellhose! Warm und gut erholt, kannst du dich jetzt um deinen Drahtesel kümmern. Ich versuche zumindest nach jeder Ausfahrt mein Radl zu hegen und pflegen. Salz, Schlamm und Nässe sind dann nicht ganz zu unterschätzen!
    Das Rad habe ich zwar für diesen Zweck, aber ich hätte ja dann noch gerne länger meine Freude daran.

    Hier eine Übersicht meiner Klamotten bis max -5 Grad:

     # Stirnband
     # Retroradkapperl
     # Schlauchschal
     # Lange Thermounterwäsche (die klassische Schiunterwäsche)
     # Langärmeliges Trikot
     # Weste mit integrierter Wind-Stoppfunktion
     # Neopren Laufhose (hab leider noch keine lange Radhose)
     # Rennradhose mit Trägern
     # Socken aus Merinowolle
     # Überschuhe aus Neopren

     

     
    Und, nun auch motiviert? Warm eingepackt und mit einem Lachen im Gesicht, bin ich dann mal draußen und jage meine Bärbel über Stock und Stein!
     
    Velolove Anna-Maria
    "Noch kein Fitnessgerät? Dann ab zu meinem RAD-geber!"
  • Meine Abenteuer

    RaceAroundAustria

    Wer kennt das nicht, die Aufregung und Nervosität, wenn man sich in unbekannte Gefilde wagt?
    Neues ausprobieren und sich ins Abenteuer stürzen, das klingt nach mir und deswegen habe ich beschlossen mich der Herausforderung im Bereich Ultracycling zu stellen und das Ding auch zu rocken!

    Die Entscheidung, bei welchen Rennen ich das Abenteuer versuchen werde, war mir von Anfang an klar! Das “Race Around Austria- Die Challenge” bietet für mich als Einsteiger die perfekten Voraussetzungen, um mich auch mal mit anderen Messen zu können und über meine eigenen Grenzen hinauszuwachsen.

    Das Rennformat bietet alles, was mein Radlerherz und meine Wadl lieben.
    Eine perfekte Mischung aus traumhafter Umgebung, flachen und hügeligen Abschnitten und manchmal auch ein kleiner Stich das mein Herz höher schlagen lassen wird!

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    Teamspirit, hautnah erleben!”

    Für mich war es wichtig, nicht Runden im Kreis zu drehen, sondern eine abwechslungsreiche Strecke zu erleben und meine Taktik auch dementsprechend verändern zu müssen.
    Das Erste was meine Planung erforderte, war, ob ich das Ganze alleine bewältigen wollte oder ob ich es im Team machen würde! Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da beides seine Vorteile und auch Nachteile mit sich bringt.

    Wenn ich das Rennen alleine absolviere, bedeutet es natürlich auch, dass alles zu 100% von mir abhängt, ob das Team im Ziel die Korken knallen lassen kann. Die Last der Organisation würde auch nur von mir abhängen. Der große Vorteil bei der Solo-Teilnahme: Ich müsste mich mit niemanden abstimmen und kann wie gewohnt mein Ding durchziehen, klingt etwas egoistisch- ist aber auch so 😉

    Was sich für mich ganz klar bei meinen Überlegungen als Nachteil herauskristallisiert hatte: Allein ist es halb so schön. Erfahrungen mit jemanden zu teilen und gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, bereitet mir einfach noch mehr Freude. Für mich ist die Entscheidung deswegen für die Teilnahme im Team gefallen, nicht, dass ich es nicht alleine bewältigen könnte, aber ich finde es ein tolles Projekt und auch die Herausforderung mit unterschiedlichen Charakteren auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Durch Instagram bzw. einer anderen Bloggerin lernte ich die Münchnerin Lisa Brunnbauer kennen. Wir kannten uns bei Projektstart nicht persönlich, schrieben und telefonierten des Öfteren und nach einer sehr kurzen Entscheidungsphase sind die Würfel gefallen: Wir starten im 2er Team!
    Aber wie schafft man es nun, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wenn man sich
    1. nicht kennt, 2. komplett unterschiedlich ist und 3. in verschiedenen Staaten lebt?

    “Die Würfel sind gefallen: Start im 2er Team”

    Die Krux an der ganzen Planung, auch wenn das Team noch so unterschiedlich ist, das ganze Projekt so zu planen, dass es eine Runde Sache wird.
    Die Projektplanung hat bei uns deswegen so gut geklappt, da wir beide vom Typ her Menschen sind, die nicht reden, sondern auch handeln, kompromissbereit sind und einfach Spaß an der Herausforderung haben.


    Wir machten uns einen strukturierten Plan, welche Vorkehrungen wir treffen müssen, um überhaupt starten zu können.
    Damit wir wussten, welche Herausforderungen für die Organisation und Kosten auf uns zukommen würden, haben wir verschiedene Seiten des Rennens genauer beleuchtet:

    Grundvoraussetzung für den Start beim Rennen:

    • Nenngeld
    • Pace-Car mit Treibstoff 
    • unsere Rennräder
    • Begleitteam
    Kosten rund um das Rennen:
    • Ernährung 
    • Ersatzteile für unsere Räder
    • gute Beleuchtung 
    • Ersatzlaufräder
    • Bekleidung für alle Wetterverhältnisse
    • Nächtigung vor und nach dem Rennen (natürlich auch für unser Begleitteam)
    • Teamtrikots

    Vorbereitung und Training für das Rennen:

    • Winterbekleidung, um auch das Training im Winter fortzusetzen
    • 3 tägige Strecken
    • Erkundungstour im Frühjahr
    • Trainingslager
    • Leistungsdiagnostik und Ernährungskonzept von Experten

    Uns wurde bei genauerer Evaluierung klar, dass die Kosten für das Rennen nicht gerade ein “Pappenstiel” sind, daher haben wir uns Gedanken bezüglich Unterstützung gemacht und genauere Planung bzw. Zeitmanagement bezüglich Training betrieben.
    Da wir beide noch Greenhorns im Ultracycling Bereich sind, waren wir sehr froh, hilfreiche Tipps und Anmerkungen von einem Profi zu bekommen! Danke an Christoph Strasser!

    Auf gewisse Dinge hatten wir überhaupt kein Augenmerk gelegt, was uns spätestens beim Projektstart zum Verhängnis geworden wäre. Ich bin unglaublich dankbar, welch Unterstützungen wir erhalten. Danke an unsere Unterstützer, die an mich und unser Projekt glauben und vor allem Danke an meinen Lebensgefährten, der mich immer unterstützt, damit ich meinen Traum wahr werden lassen kann!

    Ich möchte Euch auch was zurückgeben! Vielleicht kann ich mit meinen Beiträgen auch Euch motivieren, einmal das Abenteuer Langstrecke zu wagen und mit einer Portion Mut und Abenteuerlust neue Wege zu gehen.
    Ich denke, dass man kein Profi sein muss, um das mal auszuprobieren! Ich werde Euch am Laufenden halten, wie es mir in der Vorbereitung ergeht, welche Überlegungen ich betreibe, was mich bewegt und vor allem was sich für bewährt hat.

    Es wird eine Reihe von Beiträgen folgen, ob es sich um die Packliste handelt oder auch um den Trainingsplan, ihr dürft gespannt sein- so gut es eben ein Greenhorn machen kann 😉

    Ich lade Euch ein, mich auf meiner Reise zu begleiten!
    Velolove Anna

     

    RaceAround

    Austria-

    Die Challenge

    "Wollt ihr die harten Fakten und das Reglement genauer lesen?
    Hier geht es weiter zur offiziellen Homepage des Veranstalters!"
    0
    Kilometer
    0
    Höhenmeter
    0
    in 24 Stunden
  • Meine Abenteuer

    Quer durch Österreich

    Nach Wochen der Vorfreude, Vorbereitungen und Streckenplanung, war es endlich soweit: Die Reise “Quer durch Österreich” konnte beginnen. Die Entscheidung, wohin und vor allem über welche Pässe mich das Abenteuer mit einer Freundin führen soll, war nicht einfach zu treffen! Es gibt so viele schöne und lohnenswerte Straßen und Pässe in Österreich. Meine Freundin (Veronika, danke das Du dabei warst!) und ich haben unsere Tour ursprünglich von Götzis nach Eisenstadt geplant und die Großglockner Hochalpenstraße war eigentlich auch nicht vorgesehen…! Schlussendlich haben wir unsere geplante Route während unserer Tour nochmal abgeändert.
    Wo wir genau unterwegs waren und wie sich dieses Abenteuer für uns angefühlt hat, kannst du hier nachlesen!

    Der Tag vor der Reise

    Nachdem unsere Räder “fachmännisch” durch uns selbst serviciert worden sind, wir unsere Taschen mit einer leichten Tendenz zur Übertreibung gepackt hatten und das ein oder andere elektrolythaltige Getränk konsumiert wurde, legten wir uns aufgeregt schlafen, um unseren Wecker um 05:30 nicht zu verpassen.

    Tag 1. Etappe: vom Montfortbanner hoch hinaus zum Adler

    (Fast) wie geplant starteten wir aufgeregt, voller Euphorie, Motivation und Respekt in unser Vorhaben. Die herrliche Morgensonne nahm uns vor der Haustüre in Empfang und begleitete uns durch das Rheintal bis ins schöne Montafon.
    Nachdem wir unser gemeinsames Tempo gefunden hatten, spulten wir die ersten 80 km wie im Zeitraffer runter, ohne zu merken, dass wir uns bereits kurz vor unserer ersten Herausforderung befanden: Die Silvrettahochalpenstrasse. Jede von uns fuhr in ihrem eigenen Rhythmus weiter und genoss, dass jede genommene Kehre uns unserem Ziel etwas näher brachte. Die motivierenden Zurufe und gestreckten Daumen, die durch die heruntergelassenen Scheiben der vorbeifahrenden Autos kamen, spornten uns noch mehr an – also raus aus dem Sattel und rein in die Pedale. Unglaublich, wir hatten unser erstes Etappenziel mit gefühlter Rekordzeit erreicht. Trotz unserer Bedenken im Vorhinein, ob wir das überhaupt schaffen können, durften wir bei einer heißen Suppe und einem Topfenstrudel feststellen: Wir sind gut trainiert und top motiviert, oder wie Thomas (mein Freund) sagen würde: “kline Maschinile”. Somit ging es durch das Paznauntal weiter nach Landeck, wo wir schon am frühen Nachmittag eintrafen. Deshalb entschlossen wir kurzerhand unsere erste Tagesetappe zu erweitern und radelten durch das Inntal weiter nach Telfs. Die verbrauchten Kalorien füllten wir am Abend mit griechischem Essen wieder auf und belohnten uns mit einem Dosenbier am Balkon unseres Hotelzimmers.

    Resümee des ersten Tages: Der gemütliche Anstieg, der grandiose Ausblick über die schöne Bergwelt von Vorarlberg und Tirol und wie sich die Serpentinen zur Biehlerhöhe hoch schlängeln, machten die Silvrettahochalpenstrasse zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    FACTS: Götzis – Silvrettahochalpenstrasse – Landeck – Telfs 180 km, 2.000 hm

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    Die Taschen mit leichter Tendenz zur Übertreibung gepackt, ging es dann auch schon los.”

    Tag 2. Etappe: Quer durch den Adlerhorst zum tosenden Wasserfall


    Nach einer sehr erholsamen Nacht in Telfs versorgten wir unsere Körper bei einem reichhaltigem Frühstück mit ausreichend Energie für den Start in den Tag. Der Wirt war so beeindruckt von unserem Vorhaben, dass er großzügigerweise vier Bananen springen lies. Somit waren wir für die kommenden Kilometer ausgerüstet und dank unserer “Bananaphones” stand einer einwandfreien Kommunikation auch nichts mehr im Weg.
    Nach einem kurzen Abstecher bei der örtlichen Apotheke um Veronikas Knie mit Tapes zu stabilisieren waren wir wieder auf der geplanten Strecke am Inntalradweg. Nicht nur, dass die Tapes Veronikas Schmerzen linderten – sie sahen zudem noch stylisch aus und passten perfekt zum Trikot. Schmerzfrei ging es weiter durch Innsbruck bis zu unserer ersten Rast in Jenbach. Frisch gestärkt und extrem motiviert, machten wir uns auf den Weg Richtung Zillertal um unsere nächste Tagesherausforderung zu erradeln: den Gerlospass. Der Wind hatte sich gegen uns gewandt und so pedalierten wir bis Zell am Ziller nicht in unserem gewohnten Tempo. Kurz vor unserer Tagesherausforderung beschlossen wir gemeinsam den Pass zu fahren, da uns extrem viel Verkehr und mäßiges Wetter bevorstand. Und wieder erwischte uns das Phänomen: der Anstieg verflog wie im Zeitraffer. Oben fast angekommen belohnten wir uns in Gerlos noch mit Kaffee und Kuchen. Die letzten 200 Höhenmeter bei Regen machten uns noch etwas zu schaffen. Doch das schlechte Wetter spielte für uns bei der Abfahrt nach Krimml überhaupt keine Rolle mehr. Aufgedreht und mit Stolz erfüllt, dass wir wieder unser Etappenziel erreicht hatten, nahmen wir beim “Fotoshooting” nicht einmal wahr, dass es gewitterte. Wir beschlossen unsere Räder und uns in einem Hotel in Krimml rasten zu lassen und uns bei einem deliziösen, mehrgängigen Essen über die Pläne der nächsten Tage zu unterhalten: Grossglockner- Ja oder Nein?


    Resümee des zweiten Tages: Der Inntalradweg überzeugt definitiv durch seine sehr guten asphaltierten Ausbau, keine lästigen Schotterpassagen. Einfach nur ein sensationeller schöner Radweg in der Talsohle. Über die Gerlos gibt es nur eines zu sagen: Bei schönem Wetter sicher ein Traum.


    FACTS: Telfs – Innsbruck – Jenbach – Gerlospass – Krimml
    140 km, 1.400 hm

    Tag 3. Etappe: Vom höchsten Rummelplatz Österreichs zur harten Realität

    Die Würfel sind gefallen: Sonnenschein, motiviert und mit einer kleinen Portion Nervosität brachen wir mit extrem hohem Tempo in Richtung Bruck an der Grossglockner Hochalpenstrasse auf. Wir passierten das hölzerne Willkommensschild – unser Stolz hätte jetzt umkehren nicht mehr zugelassen. Die Zweifel, die an uns nagten verblassten bereits in der letzten Ortschaft Ferleiten. Was wir uns in den Kopf gesetzt haben wird auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Also hieß es jetzt Pobacken zusammenkneifen und mit vollem Elan in die Pedale treten.
    Wie auch beim ersten Pass entschlossen wir uns, dass es sinnvoll wäre unserem eigenen Rhythmus zu folgen und so verabschiedeten wir uns mit einem kräftigen Tritt und enthusiastischen “Ride on”. Die Startrampe wurde passiert, ab jetzt gibts es nur mehr die insgesamt 36 Kehren und uns. Mit dem einen oder anderen Mitfahrer im Serpentinen-Karussell kämpften wir uns fokussiert, staunend über die imposante Landschaft die 27 Kehren bis zum Fuscher Törl hoch. Nach kurzer euphorischer Besprechung und einem ordentlichen Klaps auf den Po rasten wir die Abfahrt Richtung Heiligenblut hinunter. Das Gefühl purer Freiheit, das uns dabei durchströmte war die Belohnung für die zuvor in Kauf genommenen Strapazen. Unten angekommen belohnten wir uns mit dem obligatorischen Stück Kuchen und Suppe.
    Herrlich! Ein Traum wurde wahr – die Grossglockner Hochalpenstrasse.
    Nach dem euphorischen Triumph landeten wir hart am Strassenbelag der Realität. Regen, der von unten zu kommen schien, Böen, die aus allen Richtung kamen und in den Keller purzelnde Temperaturen verlangten uns alles ab. Aber wir trotzten den Strapazen und wurden mit Sonnenschein in unserem Zielort Stall im Mölltall empfangen. Bei Freunden durften wir die Kärntner Gastfreundschaft kennenlernen und unsere leeren Bäuche mit einer deftigen Jause wieder füllen. Nach dem elementaren elektrolythaltigen Getränk verfielen wir in einen tiefen Schlaf und träumten von weiteren Pässen, die wir mit unseren Rädern erklimmen wollen.

    Resümee des dritten Tages: Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet. Es ist eine gemeinsame große Ausfahrt mit Respekt und Wertschätzung füreinander. VeloLove eben.

    FACTS: Krimml – Großglockner Hochalpenstraße – Winklern-Stall 140 km, 2.270 hmn

     

    “Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet: Wertschätzend und respektvoll. VeloLove eben”

    Tag 4. Etappe: Von regenerierenden Schotterstrassen auf zu romantischen Seeufern


    Nach einem erholsamen Schlaf im schönen Mölltal küsste uns die Sonne wach um gemütlich in den Tag zu starten. Wir planten für heute ein entspanntes Rollen ohne den Tachometer und den Kilometerstand im Auge behalten zu wollen. Das geplante Ausrollen erwies sich relativ schnell als unrealistisch, da wir schnell merkten: wir wollten mehr und wir konnten noch Druck auf die Pedale ausüben.
    Nachdem wir die ersten Navigationsprobleme hinter uns gebracht hatten, ging es in zügigem Tempo in der Talsohle zum Millstättersee. Hier widmeten wir uns der elementaren Kaffee- und Kuchenpause. Der atemberaubende Blick zum See ließ Veronika die Welt um sich vergessen. Noch immer ganz benommen von den einwirkenden Sinnesreizen des Seeufers, musste Veronika nach 15 Kilometer feststellen, dass der Anstieg leichter erschien als sonst. Im Wiegetritt fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Ihr Gepäck war zurück geblieben! Sie beschloss eine Runde “Mensch Ärgere Dich Nicht” zu spielen und radelte zurück zum Start. Für eine Stunde mussten wir uns trennen, die ich mit netten Menschen und lustigen Gesprächen verbrachte. Diese waren so begeistert von unserer bisherigen Tour, dass wir prompt eine Einladung ins Schloss St. Georgi in Ehrenhausen erhielten, um uns dort erholen zu können. Unbeirrt und mit dem richtigen Reisegepäck ausgestattet nahmen wir wieder volle Fahrt auf – nächster Halt Velden am Wörthersee. Meine Schwester erwartete uns bereits mit kühlen, blonden Erfrischungsgetränken im Strandbad. Nach einer mittelgrossen Toast- und Pommesattacke ging es für uns zum letzten Stop der vierten Tagesetappe – Willkommen Klagenfurt. Da Toast und Pommes nicht hinreichend als Sportlerernährung gezählt werden, suchten wir uns noch einen gemütlichen Gastgarten, ließen den Tag Revue passieren und nahmen die Planung für die letzte Etappe unserer Tour in Angriff. Mit müden Beinen und einem zufriedenem Lächeln im Gesicht legten wir uns in der Nähe von Klagenfurt schlafen.

    Resümee des vierten Tages: Die Landschaft und die Gastfreundlichkeit lassen fast die Schotterwege auf den Radwegen vergessen. Schwer beeindruckt von der schnell wechselten Vegetation des kargen Glockner Gebirges bis hin zu saftigen Wiesen rund um die zahlreichen Seen, lohnt es sich gewiss nochmal eine Runde zu drehen und andere Winkel von Kärnten zu beäugen.

    FACTS: Stall – Spital an der Drau – Millstätter See – Villach – Velden – Wörtersee – Klagenfurt
    145 km, 800 hm

    Tag 5. Etappe: Vom tränenden Trikotzipfel bis himmelhoch jauchzend

    Wie elektrisiert von den letzten Tagen starteten wir um 5:00 Uhr in unsere letzte Etappe. Übermotiviert und mit einem viel zu schnellen Tritt brachen wir Richtung Heimat auf. An diesem Morgen wollte uns der Rhythmus von den letzten Tagen nicht in seinen Bann ziehen. Nachdem wir uns im Nirgendwo und Irgendwo verfahren hatten, uns die Orientierung im Stich ließ, die Wadeln brannten und die Nerven so angespannt waren, dass sie fast zu reißen drohten, musste wir uns eingestehen, dass auch die durchgeplantesten und motiviertesten Rennradlmadl ein Limit haben. Wir reagierten einfach mit Kaffee und Keksen auf die Herausforderung und fühlten uns nach einer längeren Pause wieder fit genug um die Heimreise antreten zu können. Nachdem wir die letzten Tränen mit dem Trikotszipfel aus unseren Gesichtern gewischt hatten, radelten wir wieder in unserer gewohnten Form weiter. Mit viel Spass und Blödelei kamen wir der Staatsgrenze immer näher und nun hieß es: Adè Kärnten und herzlich Willkommen in Slowenien. Entlang der Drau gelangten wir zur ersehnten und gedachten letzten Herausforderung unserer Tour: dem Radlpass.
    Immer schön “počasi” pedalierten wir auf die steirische Landesgrenze zu. Dabei winkten und feuerten uns die Bauarbeiter vom Strassenrand an – oder dachten wir uns zumindest. Wahnsinn: Das grüne Herz Österreichs direkt vor uns. Diesen Glücksmoment konnten wir nicht in Worte fassen, wir waren zu aufgeregt und erstaunt, dass wir es in dieser Zeit geschafft hatten. Wir belohnten uns in Eibiswald bei unserer Einkehr mit Kuchen und Toast. Leider hatten wir uns zu früh gefreut und legten mit der “Welcome Back Party” etwas zu schnell los. Denn die Weststeiermark bis nach Graz hatte es noch ordentlich in sich. Hügel auf, Hügel ab und “vül Gegend zum Einischaun” ließen uns die letzten 65 Kilometer ewig erscheinen. Die 34 Grad machten die Heimreise nicht unbedingt angenehmer und brachte den Kreislauf noch ordentlich ins Wanken.

    Nach rettenden Colas und ein paar Späßchen radelten wir mit eingebildetem Applaus, Zurufen und einem Schulterklopfer über die Murpromenade in Graz ein. In unserem Stamm-Gastgarten stießen wir auf unser Abenteuer “Quer durch Österreich” an: DONE!

    Resümee des fünften Tages: Das grüne Herz Österreichs – durch schöne Hügellandschaften, romantische Weingärten und bodenständige Buschenschanken schlängelt man sich über einsame Strasse Richtung Hauptstadt entgegen.

    FACTS: Klagenfurt – Bleiburg – Dravograd – Radlpass – Eibiswald – Graz 163 km, 1.310 hm

    Egal von welcher Himmelsrichtung man kommt oder in welche Richtung man fährt, Österreich hat so viel schöne Ecken! Ich freue mich auf die nächste Reise!

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    "Quer durch Österreich war ein unvergessliches Abenteuer!
    Danke an meine Freundin Veronika, ohne Dich wäre es nur halb so schön gewesen."
    VeloLove
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    Kilometer
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    Höhenmeter
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    Gramm Käsknöpfle verbrannt
  • Meine Abenteuer

    Alle Wege führen nach Rom

    Alle Wege führen nach Rom! Dachte ich mir auch und startete mein Abenteuer in Vorarlberg!

     

    Start in Vorarlberg

     

    Es ist 2018, ich sitze vor meinem PC und lasse Routen über Komoot berechnen. Wieviele Kilometer sind es wohl nach Paris und wieviel nach Berlin? 

    Die Vorstellung in eine große Metropole zu radeln erscheint mir mehr als verlockend! 

    Aber ganz zufrieden bin ich mit diesen Städten noch nicht: Paris besuchte ich erst vor kurzem und Berlin wäre eine relative flache Tour, aber sicher lohnenswert! Ich kramte im hinterstem Winkel noch nach Ideen was ich noch so alles machen wollte! Ganz oben auf meiner ToDo Stand: Lerne italienisch!

    Ganz klar: Es muss Italien werden! Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom und wer wünscht sich nicht eine Audienz beim Papst, um mit ihm über neue und unbekannte Wege philosophieren zu können.
    Tour fertig geplant, italienisch Kurs gebucht und nun hieß es für mich 6 Monate lernen, trainieren und mein Ziel klar verfolgen! 

    Also gut, ich gebs schon zu… Mit dem Wintertraining lief es nicht so wie geschmiert. Aber für mich als Sturkopf ist es sowieso klar das ich diese Reise in Angriff nehmen werde, ob es weh tut oder nicht. 

    Vorarlberg

     

    Wetter stimmt, Trainingszustand akzeptabel und meine Motivation: Überragend!”

    Die Zeit vergeht wie im Flug und wie bei jedem großen Projekt machen sich Zweifel in meinen Gedanken breit. Mich plagte die Vorstellung das ich alleine in Rom ankommen würde. Ich malte mir aus das ich überwältigt vor dem Petersdom stehen würde, mich umdrehte und mein Abenteuer den nächsten Gelato-Verkäufer erzählen musste. Schraube locker? Definitiv!

    Einer lieben Freundin erzählte ich von meinen Sorgen und sie entschied sich prompt nach Rom zu reisen und mit mir die Stadt zu besichtigen!

    Jetzt, gibt es keine Ausrede mehr für mich! 
    Wetter stimmt, Trainingszustand ist durchaus akzeptabel und meine Motivation: überragend!

    Meinen Sattelturbo gepackt, Lenkertasche montiert und auf meiner Checkliste großzügige Haken gesetzt, lege ich mich aufgeregt schlafen. Morgen geht’s los und ich freue mich sehr, das mein Freund mich die ersten Kilometer begleitet.

    Es macht wahnsinnigen Spaß in den ersten 2 Stunden durch Österreich, Liechtenstein und Schweiz zu reisen: Länderhopping advanced. Und dann heißt es auch schon Taschentuch zu zücken, Abschied nehmen und hoffen das ich mir nicht zuviel zugemutet habe.
    Serpentine für Serpentine radle ich den Splügenpass hinauf. Rechts und links eine winterliche Schneelandschaft und eisige Temperaturen. Ich trete fester in die Pedalen um mich warm zu halten. Das einzige Problem: die Luft ist einfach so kalt, das jeder Atemzug in meiner Lunge brennt. Und währenddessen ich ins Zweifeln gerate, schraube ich mich Meter für Meter in die Höhe und fast unbemerkt: Yesss, Passhöhe erreicht! Verschwitztes Trikot aus, Zwiebel-Look an! 

    Bremsen los, hinab nach Bella Italia!
    Durch ein beeindruckendes Tunnelsystem und kleinen, idyllischen italienischen Dörfern geht es nach Chiavenna. Es wird warm, die Sonne kitzelt meine Nasenspitze und mein Lachen: Unbezahlbar!
    Runter mit der Kleidung, kurz-kurz ist angesagt! Ich kehre auf einen Kaffee und Cornetto mit Cremefüllung in einer kleine Bar ein und checke die umliegenden Übernachtungsmöglichkeiten. Direkt am Comer See verfalle ich in einen zufriedenen Schlaf.

     

    Guten Morgen, Sonnenschein! Heute ist eine flache Etappe Richtung Piacenza angesagt und landschaftlich erwarte ich mir eigentlich nicht viel. Meine Freude ist Groß, als mir klar wird das ich mich sehr getäuscht habe: 

    Diese Landschaft versetzt mich in tiefes Staunen! In allen Farben blühende Felder, einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln und eindrucksvolle, geschmiedete Tore die den Weg in die Alleen eröffnen. 

    Wasserquellen etwas rar, musste ich mir das trinken ordentlich einteilen! Zu Mittag radle ich durch eine kleine Stadt: Bunt, fröhlich und einladend für eine kleine Pause! Glücklich und pappsatt nach einer gigantischen Portion handgemachter Nudeln radle ich wieder weiter. 

    Die Landschaft um mich herum hat sich noch nicht verändert, aber am Horizont lässt sich bereits die Bergkette erahnen! Übermotiviert werde ich schneller und schneller und versuche den 30ger Schnitt zu halten. Und dann ist es schon passiert. Kurz vor Piancenza muss ich mir eingestehen dass ich es übertrieben habe. Cola, Eistee und 2 Croissants haben meinen Muskeln wieder leben eingehaucht!

    “Einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln”

    Kaum in Piancenza angekommen verließ ich die Stadt fluchtartig: Menschenmengen, Autos, Lärm! Das war mir eindeutig zu viel! Ich radle noch weiter und fand einen kleinen, verträumten Ort an dem ich mir meine Nachtruhe gönnte, bevor ich meinen Elektrolythaushalt mit Gerstensaft wieder auffüllte.

    “Natur pur!”

    Bergige Touren sind mir einfach die liebsten, ich kann stundenlang bergauf fahren und mach mir nie Gedanken wie weit es wohl noch ist. Daher war meine Motivation für den 3 Tag natürlich immens! 

    Kurz vor Parma rechts abgebogen heißt es für mich: Weg von den Hauptstraßen und einfach die Ruhe genießen! Der Geruch von Kieferlatschen und einer feinen Note von Treibstoff von den Motorradfahrern fuhr ich den Pass ohne Antrieb hinauf, eigentlich klar, oder?! 

    Oben am Kiosk angekommen wurde ich angeglotzt und gefragt, wo hier der E-Motor versteckt sei. Ich wartete die Gruppe ab, schnappte nochmal Abgas bevor ich mich alleine wieder in meinem gemütlichen und ruhigen Modus befand. 

    Auf meiner rechten befanden sich grüne Wälder mit vertrocknetem Gras am Boden, das wie ein Teppich erschien und auf der linken Seite Backsteinmauern mit einer atemberaubenden Aussicht in die wunderschöne Hügellandschaft der Toskana. Es war herrlich und ich hörte bereits das Gezwitscher der ersten Möwen die im Himmel ihre Runden flogen. Das Meer war nun greifbar nahe! In Montelungo kehrte ich bereits Emilia Romagna den Rücken und befand mich bereits in der Toskana. 

    Ich ließ es bergab nun so richtig krachen! Irgendwie habe ich das Gefühl bei über 80ig Sachen fliegen zu können. In der Talsohle angekommen erinnert mich die Umgebung stark an das Piemont. Alte Dörfer, eingezäunt von riesigen Mauern, die Straßen wie ein Fleckerlteppich. Meine geplante Tour verlief über die Hauptstrasse Richtung La Spezia. Unmengen an Autos und LKWS, die an mir vorbei rasten und mich zum schwanken brachten. Ich beschloss bei der ersten Ausfahrt eine Pause zu machen, um meine geplante Tour nochmal zu überarbeiten: 150 Höhenmeter, aber dafür mit Nervenkitzel oder lieber 450 Höhenmeter zum Schluss noch oben drauf! Definitiv Variante 2! 

    Nach ein paar Kilometern führte eine schlecht asphaltierte Straße den Hügel hinauf. Der Asphalt verwandelte sich immer mehr zu Schotter bis ich mich in einer tiefen Rinne aus Schotter befand. Langsam fuhr ich weiter um einen Platten vermeiden zu können. Bergab im stehen und ständig am austarieren um nicht kopfüber vom Rad absteigen zu müssen

    Die Schlaglöcher fühlten sich wie riesige Krater an. Nach ein paar Kilometer erreichte ich wieder die asphaltierte Straße! Ich rolle die letzte Kilometer nach La Spezia hinein. Mit einem Eis bewaffnet sitze ich nun gemütlich am Pier und suche mir ein passendes Zimmer für den Erholungsschlaf!

    Nach einer turbulenten und sehr kurzen Nacht, ja Italiener können feiern, aber wie! Entschied ich mich für ein langes spätes Frühstück, da eigentlich heute ein Pause-Tag geplant wäre! 

    Aber die Hummeln im Hintern ließen mir einfach keine Ruhe und so beschloss ich trotzdem ein paar Kilometer weiter zu radeln. Der Küste entlang befanden sich extrem viele Rennradgruppen und hängte mich in deren Windschatten. Wie es sich für den Radlerkodex gehört, habe ich auch immer nett gefragt, ob ich mich reinhängen darf und geriet dadurch in lustige Plaudereien! Aus den geplanten paar Kilometern wurden unerwartet doch 90 und so befand ich mich bereits in Pisa! 

    Welch ein Touristenansturm, unglaublich! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnahmen, rempelten mich an und liefen mir ins Rad. Ich war genervt, machte ein schnelles Foto und reiste so schnell wie möglich wieder weiter!

    Endlich wieder Ruhe! Ich fühlte mich Fit und pudelwohl, radelte von Dorf für zu Dorf an der Küste entlang. Sonnenanbeter an der steinigen Küsten, der Geruch von Sonnencreme, Sand und Meer! Ich beschloss mir eine Kabine direkt am Meer zu mieten und meine Energiespeicher mit Pizza, Caprese und Eis wieder aufzufüllen. Mit einem Bier in der Hand, saß ich nun auf meiner Terrasse, der Blick aufs Meer gerichtet und konnte es garnicht glauben das ich bereits 2 Tage Vorsprung von der geplanten Tour hatte. 

    Gefühl: Himmelhochjauzend und grinsend wie ein Honigkuchenpferd!

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    Touristenansturm! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnehmen!”

    Ich war zu schnell, wenn ich mir die Rom Besichtigung für meine Freundin aufsparen wollte. Also kurz und knapp: Nach meiner Nachtruhe gönnte ich mir ein ausgedehntes Frühstück. Rollte mit meinem Drahtesel 45 Kilometer weiter, checkte mir ein Hotel und verfrachtete meinen Körper an den Pool. Den ganzen Tag verbrachte ich mit Essen, lesen und Vitamin D tanken! Langweilig? Und wie!

    Voll entspannt und ausgeruht beschloss ich meine geplante Tour zu ändern. Der Verkehr an der Küste und die Urlauber die im Scheuklappen Modus und Flip-Flops ausgestattet unaufmerksam auf der Straße rollten, stressten mich etwas! Deswegen ab ins Landesinnere und die Toskana mit allen Sinnen erleben! Diese Entscheidung war goldrichtig. 

    Leider hatte ich mich am Vortag mit der geplanten Route nicht so ganz auseinandergesetzt, wie ich es eigentlich mache. Ich fuhr auf einen Feldweg und ein Blick auf die Karte verriet mir das dieser Weg nicht sehr lange sein würde, deswegen beschloss ich nicht umzukehren. Sehr, sehr dumme Idee! 

    Ich rollte langsam weiter, aus dem Feldweg wurde ein mit Schlamm durchzogener Weg. Die Pfützen reichten mir bis zu den Pedalen. Ich hatte alle Hände voll zu tun, das ich nicht stecken blieb, bis es irgendwann so schlammig wurde das ich absteigen musste. 

    Endlich nach eine gefühlten Ewigkeit erreichte ich wieder schönen, asphaltierten Boden. Der ganze Schlamm klebte überall am Rad. Die Bremsen ließen sich nicht mehr betätigen und von Schalten war überhaupt nicht daran zu denken. Also Werkzeug raus, Räder ab und mit einem Imbusschlüssel klopfte ich den Schlamm, der schon eher wie Zement wirkte, aus jeder Ritze! 40 Minuten später hatte ich es geschafft und rollte nun endlich wieder fahrbereit weiter! Aber was danach kam, hatte die Tortur schnell in Vergessenheit gedrängt!

    Ich wusste zwar das die Toskana sehr hügelig ist, aber das hatte ich mir nicht erwartet! Lange, stetig steigende Auffahrten durch Weingärten, Olivenplantagen und hier und da erspähte ich einen Bauernhof. Knackige, gut asphaltierte Abfahrten! Mein Radlerherz befand sich im Paradies! 

    Es schien als wie dort die Zeit still stehen würde. Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich Pool vergnügten und Frauen die auf der quer gespannten Wäscheleine durch den Garten ihre weißen Laken aufhängten. Ich machte eine kurze Rast auf einer Parkbank und zu mir gesellte sich ein Brevetfahrer! Der Fahrer war fix und fertig und kaum noch der englischen Sprache mächtig, konnte ich nun meine italienischen Kenntnisse auspacken! Welch ein Spaß! Es hatte 28 Grad und ich buchte mir ein Appartement mit Pool in der Nähe! Die Einkaufs und Restaurant Möglichkeiten etwas rar, gab es nun für mich die klassischen Barilla Nudeln! Herrlich, was für ein Tag!

    Toskana, ohh du bella italia! Der nette, italienische Brevetfahrer gab mir den Tipp unbedingt nach Montefiascone einen Abstecher zu machen. So beschloss ich meine Tour für die erste Tagesetappe dort einzuplanen! Der Tipp hat sich für mich mehr als gelohnt! Der Weg führte mich durch die toskanische Hügellandschaft. Die kleinen Ortschaften schienen wie ausgestorben zu sein, aber das störte mich keineswegs, da ich es sehr genieße wenn ich bei mit meinen Gedanken nur im hier und jetzt bin und im Hintergrund das rattern des Radls höre.

    “Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich im Pool vergnügen und Frauen die im Garten ihre weißen Laken aufhängen. “

    Die Gegend wurde immer grüner und farbenfroher und die Wasserquellen und Brunnen nahmen immer mehr zu. Kurz vor Montefiascone winke ich zum Abschied noch der Tafel “Toskana” und begrüßte die neue Provinz “Latium”. Am Fuße des Sees Lago di Bolsena befand sich ein nettes Kaffee und ich beschloss hier eine längere Pause zu machen. Kaffee, Kuchen und eine tolle Aussicht auf den See und die Burg ließen mich die letzten anstrengenden Höhenmetern schnell vergessen. Nachdem dieser See schon so idyllisch war, beschloss ich meine Weiterreise über Viterbo nach Lago di Vico fortzuführen. Da dieser See als Naherholungsgebiet für Bewohner von Viterbo genutzt wurde, war der Verkehr dementsprechend lebendig, aber es waren ja nur ein paar Kilometer.

    Nach einer weiteren Tasse Kaffee beschloss ich mir noch ein Bild vom nächsten See zu machen. Auf gehts zu “Lago di Bracciano”. 

    Dann war sie da, die Tafel die mir Tränen in die Augen trieb. Byebye Viterbo, welcome Roma! Dieses Gefühl kann ich kaum in Worte fassen. Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. 

    Ich war Rom bereits so nah. Ich konnte es heute noch nach Rom schaffen, aber diesen Moment wollte ich mir unbedingt für den nächsten Tag aufsparen.

    Also buchte ich mir ein Zimmer in Bracciano, flanierte durch die Stadt mit einer dreifachen Portion Eis und ließ es mir so richtig gut gehen! Zur Krönung des Tages gönnte ich mir eine Pizza und bestellte mir ein Bier. Also ich mag italienisches Bier sehr gerne und hätte niemals damit gerechnet dass mir die Kellnerin ein “Villacher” kredenzte! Echt? Man radelt 930 Kilometer, ist extrem weit von zu Hause weg und bekommt heimisches Bier serviert. Also mein Lachen konnte ich nicht mehr verbergen, als die irritierte Kellner sich wieder Richtung Schanke aufmachte.

    Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. Ich war Rom bereits so nah.

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    Der Tag der Tage war nun bekommen! Die letzten 40 Kilometer meiner Reise standen mir bevor. Nach einer sehr erholsamen Nacht war der erste Blick aus dem Fenster. Der Wetterbericht hatte leider recht behalten. Nebel, Regen und eisiger Wind. 

    Darf das denn wahr sein! Kurz vor meinem Ziel ein Wetterumschwung. Wenn ich den Wetterbericht vertrauen darf, sollte sich das Wetter zu Mittag wieder bessern. Stress hatte ich eigentlich sowieso keinen und deswegen ging ich ausgedehnt und lange frühstücken. Kurz vor Mittag war das Wetter noch nicht wirklich besser und beschloss einfach losradeln. Dieser Wind war so unangenehm und ließ mich am ganzen Körper zittern. Aber als ich aus dem Becken ähnlich rauskam war sie da, die Sonne! Warme Luft, wärmende Sonnenstrahlen und diese blühenden Mohnfelder, gigantisch!

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    “Und dann konnte ich meine Freude kaum noch zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange”

    Ich konnte es gar nicht glauben das ich mich bereits 15 Kilometer vor dem Petersdom befand! Von einer Großstadt weit und breit keine Spur! Das änderte sich aber schlagartig, Lärm, von Abgas geschwängerter Luft, Müll am Straßenrand und wildgestikulierente Motorradfahrern. 

    Ja, jetzt bin ich definitiv angekommen. Konzentriert arbeitete ich mich durch den dichten Verkehr und fokussierte mich so sehr auf den Verkehr das ganz übersah das ich mich bereits kurz vorm Petersdom befand. Und dann war er da. 

    Dieser eine emotionale und überwältigende Moment, wenn man etwas erreicht hat. Ich sah mich kurz um und drückte mein Handy den nächstbesten Touristen in die Hand, um von mir ein Foto zu machen. Hinter meiner Brille rollten bereits die ersten Tränen und mein Kinn zitterte bereits merklich. Ein schnelles Grazie und ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen zwischen den gigantischen Säulen. Und dann konnte ich meine Freude nicht mehr zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange. Aufgeregt und voller Stolz rief ich mit zitternder Stimme zu Hause an: “Ich kanns nicht glauben, ich habs geschafft! Und das noch früher wie gedacht!”

    "Alle Wege führen nach Rom- war ein großes Abenteuer für mich!
    Ich kann Dir empfehlen die Hotels immer spontan zu buchen! "
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  • Meine Abenteuer

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    Ob alleine Reisen Spaß macht und ob ich es weiterempfehlen kann, wie wichtig das richtige Equipment ist und wie nötig Kaffee und Kuchen Pausen werden…..

     

    Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Mehrtagestour mit dem Rennrad unternommen. Umso fixer wurde für mich das Projekt ein paar Tage hintereinander zu radeln. Nach Mangel an Wegbegleitern stellte ich mir die Frage: Warum denn nicht alleine? Das Ziel war, dass ich nach 6 Tagen Bled in Slowenien erreichen sollte, da dort unser Familienurlaub stattfinden würde. Ich verbrachte einige Stunden mit der Tourenplanung auf Komoot, um für mich die perfekte Tour zu finden. 

    Es galt also den Arlbergpass, Reschenpass und als “Highlight” zum Schluss den schweißtreibenden Wurzenpass zu bezwingen.

    Es war nun endlich soweit, der Abend vor der Reise war angebrochen. Mit Youtube-Videos, Schraubenzieher, Kettenöl und anderen Werkzeugen bewaffnet, servicierte ich höchstpersönlich mein Rennrad. Die Schrauberei war auf alle Fälle Premiere! 

    “Ich kann Dir nur eines sagen: Ran an die Ritzel und selbst ist die Frau! Handschuhe bei allem Eifer nicht vergessen! “

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    Erste Tagesetappe- von einer imposanten Panoramafahrt bis hin zu inspirierenden Gesprächen

    Früh morgens warf ich mir meinen gepackten Rucksack über die Schulter, steckte meine Trinkflaschen in die Radhalterung und begab mich auf den Weg nach Bludenz.

    Mit viel Motivation und voller Hose, aus Angst ich könnte es nicht schaffen, radelte ich mich gemütlich durch das Klostertal ein. Wie ich nun hier vor den ersten Kehren stand, wurde mir schlagartig klar: Jetzt gehts los, also Druck auf die Pedale. Der Arlbergbergpass ist wahrlich nicht für seine ruhigen Straßen bekannt und so pedalierte ich mit gleichmäßigen Tempo und leicht wankend, wenn wieder ein Lastwagen vorbei bretterte, den Pass hoch. Es motivierte mich unglaublich, als ich ein “GoGoGo” vernahm und der nach oben gestreckte Daumen aus dem heruntergelassen Fenster an mir vorbei raste.

    Oben angekommen war ich erstaunt, welch Schneemenge noch am Rand der Straße lag. Ich streifte mir meine Armlinge und Beinlinge über und raste Richtung St. Anton hinab.

    Erste Tagesherausforderung: check. Das schrie förmlich nach einer Belohnung, die ich mir mit Kaffee und Kuchen auch gönnte. Die Zeit und die Kilometer verflogen bis Landeck wie im Flug. Vor mir erhaschte ich einen Blick auf einen Rennradfahrer und übte noch ordentlich Druck aus, um mich in seinem Windschatten erholen zu können (Bergauf macht das wenig Sinn). Es entstand ein anregendes Gespräch über das Radfahren und warum ich alleine unterwegs wäre. Wie sich nach ein paar zusammen gespulten Kilometern herausstellte war er ein Profiradfahrer und Trainingskollege vom Extremradsportler Patric Grüner. Nach der Verabschiedung ließ das nächste Gespräch nicht lange auf sich warten. Ich befand mich direkt in einer Gruppe Italiener die einen Brevet (ich glaub es war München-Mailand) absolvierten. Einer von der Gruppe fuhr das selbe Tempo wie ich. Und so motivierten wir uns gegenseitig über die Norberthöhe nach Nauders hoch. Da ich im vorhinein beschloss hier mir meine Nachtruhe zu gönnen, mussten wir uns leider verabschieden. Mit einer herzlichen Umarmung und einem “Ciao Bella!” verabschiedeten wir uns. Noch immer beschwingt gönnte ich mir ein Bier und eine ordentliche Portion Nudeln, um danach in einem traumlosen Schlaf zu verfallen.

    “Mit viel Motivation und voller Hose, aus Angst ich könnte es nicht schaffen, wurde mir schlagartig klar: Jetzt gehts los!”

    Zweite Tagesetappe- Der herrliche Duft von Apfelblüten bis über den Dächern von Bozen

    Um 7:00 Uhr morgens stand ich bereits frisch und munter vor der Einfahrt der Pension. Kurzer check, ob ich alles dabei hatte und dann ging es auch schon los. Der kurze Anstieg bis zum Reschenpaß war so schnell erledigt, dass ich nur im Vorbeifahren ein Selfie mit der “Italia” Tafel schoß. Ich war so gespannt auf das Vinschgau, ich konnte es kaum erwarten mir meine eigene Meinung darüber zu bilden.

    Einfach nur herrlich: blühende Apfelbäume, romantische Dörfer, Kühe und Hirten, die sich mit sanften Rufen und bedachten Schritten über die Seitenstraßen bewegten und dieser ständige Duft in der Nase ließen mich wie berauscht Richtung Meran radeln. Ich wollte, dass diese herrliche Fahrt niemals endete. Da ich so überwältigt von meinen Sinneseindrücken war vergaß ich mein Handy einzuschalten. Pech für mich, mein Freund wollte mich überraschen und mit mir gemeinsam durch das Vinschgau radeln. Kurz vor Meran beschloss ich mich wieder mal meiner elementaren Kaffee- und Kuchenpause zu widmen. Glück für mich, dass ich mit dem Handy durch die Stadt navigieren musste, denn so konnte mich endlich mein Freund erreichen, der auf mich bereits in Meran wartete. Hübsch behütet mit einem Retrokapperl Jawui genoß ich in vollen Zügen meinen Kaffee und Kuchen und plauderte hemmungslos drauf los, wie es mir bis jetzt ergangen war.

    “Blühende Apfelbäume, romantische Dörfer, Kühe und Hirten, die sich mit sanften Rufen und bedachten Schritten über die Seitenstraßen bewegen” – Vinschgau

    Wir beschlossen gemeinsam nach Bozen zu fahren. Ich wollte diese Reise unbedingt alleine schaffen, deswegen beschloss ich den gebotenen Windschatten nicht wahrzunehmen. Dickschädel, eben 😉 Wir aßen noch gemeinsam, bevor er wieder die Heimreise nach Vorarlberg antrat und ich mich zu meiner vorgebuchten Pension aufmachte. 

    Fail des Tages: Ich hatte bei der Buchung überhaupt nicht darauf geachtet wo sich diese Pension genau befand. Und so musste ich noch knappe 800 Höhenmeter bezwingen, um zu wissen, dass ich morgen wieder die gesamte Strecke nach unten rollen darf. (Reminder an mich: Zuerst die Lage checken und dann buchen)

    Trotz der unnötigen Strapazen hat es sich gelohnt, es war eine großartige Pension mit herzlichen Menschen, tollen Gesprächen und mit der besten Aussicht rund um Bozen.

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    Dritte Tagesetappe – Schotterstrassen und andere Herausforderungen

    An diesem sonnigen Morgen pflegte ich vor der Abfahrt meine aufgescheuerten Schlüsselbeine und Beckenknochen, die ich meinem Rucksack zu verdanken hatte. Danach konnte es mit einer herrlichen Abfahrt wieder Richtung Bozen beginnen. Unten in Bozen angelangt, war ich wieder auf meiner geplanten Tour unterwegs. Die wunderschöne Talsohle bis nach Brixen ließ mich schnell meine kleinen Blessuren vergessen. Bevor ich kurz vor Mühlbach war, drehte ich noch eine Ehrenrunde rund um Brixen, da bei mir Navigationsgenie kurzzeitig der Verstand aussetzte. Wieder auf meiner geplanten Tour angekommen, konnte es nun durch das Pustertal Richtung Österreich weitergehen. Das Wetter war wohl nicht auf meiner Seite, um mir die Reise nach Österreich zu versüßen. Wind und Regen peitschten mich durch das Tal. Zu allem Überfluss war es unmöglich auf der Hauptstrasse zu fahren, sodass ich mich für den Radweg entscheiden musste. Endlose Schotterpassagen machten für mich die Fahrt nach Innichen zur Tortur. Nach dem zweiten Schlauchwechsel war ich schon so genervt, dass ich am liebsten heulend auf einer Parkbank das Handtuch werfen wollte. Der Zug ist ja auch eine Alternative… Aber nicht für mich!

    Also kramte ich noch aus dem hintersten Winkel die letzte Portion Motivation raus und quälte mich nach Innichen weiter. Ich stand nun im Supermarkt in Innichen an der Kasse und musste über mich selbst lachen. Am Förderband befand sich Eistee, Bananentrinkjoghurt, Kekse und Schokolade. Alles andere als eine gesunde Ernährung, aber in diesem Moment war es Balsam für meine Seele. Ich verabredete mich mit einer ehemaligen Schulkollegin auf Kaffee und Kuchen.

    “Also kramte ich noch aus dem hintersten Winkel die letzte Portion Motivation raus und quälte mich weiter” 

    Erst da bemerkte ich, dass ich den ganzen Tag mit niemandem gesprochen hatte. Was für mir als typische Plaudertasche sehr ungewöhnlich erschien. Im Plaudermodus bei Kaffee und Kuchen besserte sich das Wetter und meine Stimmung schlagartig. Die Sonne kitzelte mich im Gesicht und ließ mich erfrorenes Madl wieder neue Energie schöpfen. Die letzten paar Kilometer nach Sillian verflogen wie im Flug und ließen mich all die Anstrengungen des Tages vergessen. Nach einer riesen Portion Schlutzkrapfen und einer Tafel Schokolade konnte ich mich Stolz meinem Erholungsschlaf widmen. 

    Vierte Tagesetappe – von herrlichen Anstiegen und rasanten Abfahrten

    Ich gönnte mir ein reichhaltiges Frühstück um meinen Energiespeicher wieder auffüllen zu können und startete mit herrlichen, sonnigen Wetter Richtung Kartitsch. Auf den Kehren des Kartitscher Sattel lieferte ich mir ein Duell der Sonderklasse mit einem Rennradler aus der Gegend. War ich wieder eine Nasenlänge voraus, zog er von hinten wieder richtig an. Denn Schlagabtausch gönnten wir uns ein paar mal bis wir ins plaudern gerieten. Er fragte mich warum ich den so alleine unterwegs wäre und mir fiel keine bessere Antwort als: Weil ich es kann! 

    Herzhaft lachend und leicht aus der Puste pedalierten wir gemeinsam durch das Gailtal. In Maria Luggau verabschiedeten wir uns und ich radelte weiter bergauf und bergab durch das wunderschöne Lesachtal. Angekommen in Kötschach-Mauthen füllte ich meinen Rucksack mit einer deftigen Jause auf, um am Weg Richtung Hermagor ein kleines Picknick halten zu können. In Hermagor angekommen verabredete ich mich mit einer Freundin um mich wieder meiner Kaffee und Kuchenpause frönen zu können. Nach einer lustigen und anregenden Unterhaltung setzte ich meine Reise nach Villach fort. Ich hatte mir vorgenommen das ich in Villach nächtigen wollte, also ran an die Pedale und volle Fahrt voraus. Nach einem Wetterumschwung und lästigen Schotterpassagen erreichte ich endlich das Ortsschild Villach. So gefreut über ein Ortsschild hatte ich mich noch nie. Nach dem ich meine Unterkunft gebucht hatte, füllte ich meine verlorenen Kalorien mit einer Portion Pommes und einem Bacon Burger auf. Dann hieß es wieder meine Wunden pflegen und ab ins Bett.

    “Auf den Kehren des Kartitscher Sattel lieferte ich mir ein Duell der Sonderklasse mit einem Rennradler aus der Gegend. War ich wieder eine Nasenlänge voraus, zog er von hinten wieder richtig an. Denn Schlagabtausch gönnten wir uns ein paar mal”

    Fünfte und letzte Tagesetappe – Wurzenpass: Kann man machen, muss man aber nicht

    Wie von der Tarantel gestochen schweifte mein Blick zur Uhr. Verdammt ich hatte verschlafen! Mein Puls beruhigte sich sehr schnell wieder, da ich realisierte das ich eigentlich keinen Stress hatte. Ich war ja alleine unterwegs und musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Der Blick aus dem Fenster hieß nichts Gutes, es gießte wie aus Kübeln. Entspannt schlurfte ich zum gedeckten Frühstücksbuffet und kredenzte mir einen Kaffee. 

    Nachdem ich den Wetterbericht studiert hatte, beschloss ich erst gegen späten Vormittag meine Radreise fortzusetzen. Nachdem sich allmählich die Regenwolken verzogen hatten, startete ich wie geplant in den Tag. Die paar Kilometer bis kurz vor dem Wurzenpass verflogen wie im Zeitraffer. Nachdem ich schon im vorhinein nicht allzu spaßiges über den Anstieg erfahren hatte und immerhin der Pass bei Quäldich.de vier von fünf Sternen besitzt, hatte ich ordentlichen Angstschweiß im Nacken. Um in das obere Savetal zu gelangen, musste ich wohl oder übel meinen inneren Schweinehund besiegen. Also Augen zu und durch! Es gab für mich nur eine Chance den Kampf zu gewinnen. Einmal auf der Rampe angekommen, fährt man es durch oder man schiebt. Ich entschied mich für die erste Variante und kämpfte mich Meter für Meter über die 18% Rampe hoch. Oben angekommen platzte ich förmlich vor Stolz, ich hatte den Wurzenpass bezwungen! Ohne absteigen zu müssen oder ein Gefühl zu haben ich wäre am Limit! Mein Wadl fühlten sich noch immer gut an und so stürzte ich mich in die Abfahrt nach Kranjska Gora. Entlang der Save radelte ich beschwingt und mit super Laune dem letzten kurzen Anstieg entgegen, mein Ziel war nun greifbar nahe.

    Die Hügellandschaft die der Steiermark zum verwechseln ähnlich sah, ließen mich fast wie zu Hause fühlen! Am See angekommen realisierte ich zwischen gefühlten tausend Touristen nun: DONE, und das sogar noch ein Tag früher wie geplant!

    ” Ohne richtigem Equipment machen solche Touren einfach keinen Spaß. Aufgescheuerte Haut, unnötiges Gewicht etc.

    Investiere in Dich und dein Hobby!”

    Ich kann Dir definitiv eines sagen: Wage es! Alleine Reisen bringt zwar einige Herausforderungen mit sich, aber der Stolz und die gesammelten Eindrücke stehen definitiv über allem! Man beschäftigt sich auf der Reise nur im Hier und Jetzt, es existiert nur Du! Lernst kurze Weggefährten kennen und hast dessen hinaus noch tolle Geschichten und ein bleibendes Abenteuer! Investiere Zeit in Dich, es wird sich lohnen! Ich werde auf alle Fälle wieder eine Tour mit meinem Drahtesel wagen!
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  • Piemont
    Meine Abenteuer

    Piemont

    Ein kulinarisches Abenteuer in mitten der prickelenden Asti-Traube und der goldenen Ferrero Nuß!

     

    Es ist Anfang April, der Blick aus dem Fenster ist ein Trauerspiel. Nebel, feiner Nieselregen und ein Wind der einen dazu zwingt die Jackenkragen ganz weit aufstellen zu müssen.

    Ich steige von meinem Rennrad das seit längerem in der Rolle befestigt ist, der Trainingsreifen sieht wie ein Fremdkörper an meinem Rad aus. Es stört mich, mein Rad und ich sollten frische Luft atmen. Der Adrenalinrausch sollte durch meinen Körper strömen, wenn ich meine Bremsen löse und mich den Berg hinunter stürze.

    Verschwitzt, außer Atem, glühend rote Backen und eine aufsteigende Motivation in mir, lassen mich meinen Urlaubskalender checken. Ende April scheint es möglich zu sein um meinen Plan endlich in die Tat umzusetzen. Ich will von Vorarlberg nach Gmunden fahren, um eine liebe Freundin zu besuchen. Kurz, schön und in 3 Tagen möglich. Klingt doch perfekt!

    Ich organisiere in den nächsten Tagen das Equipment um so eine Reise machen zu können. Putze mein Rad und bringe es auf Stand, um keine großen Überraschungen erleben zu müssen. Ein paar Tage noch schlafen und dann gehts los, ich bin aufgeregt und nervös. Kann ich alleine so eine Strecke fahren? Hab mir zuviel zugemutet? Und wird das Wetter passen?

    Und welch eine Überraschung 2 Tage vor der Abfahrt hat es zu schneien begonnen. Die Strecke ist nicht fahrbar und nur flach kommt für mich definitiv nicht in Frage. 

    Genervt liege ich im Bett und nörgle und jammere was Frau zu bieten hat. Mein Freund sagt zu mir in aller Ruhe: Fahr halt woanders hin. Tataraaaa, das war es! Ich fühle mich ein bisschen wie Wicki, der sich um die Nase streift wenn er einen genialen Einfall hatte und durchforste nun das endlose Worldwideweb! 

    Die Traumdestination soll für mich alles bieten: flach, bergig, grandiose Kulisse, kulinarisch möchte mein Gaumen auch verwöhnt werden und das wichtigste für mich: es sollte warm sein! Gar nicht so einfach so etwas zu finden, da fliegen für mich nicht in Frage kommt. Ich streife mir um die Nase und höre in meinem inneren den Trommelwirbel und tosenden Applaus für meinen Idee: Piemont, da will ich hin! 10 Minuten später habe ich bereits ein Zimmer im piemontesischen Gebiet gebucht. Die Fotos des Hauses und der Gastfamilie und der klingende Name Trinita in der Provinz Cuneo haben mein Herz höher schlagen lassen.

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    Der Adrenalinrausch sollte durch meinen Körper strömen, wenn ich meine Bremsen löse und mich den Berg hinunter stürze.”

    Rad und Gepäck ins Auto und los gehts. Bei der Abfahrt wurde ich mit Schneeregen verabschiedet und lachte mir ins Fäustchen, da ich jetzt Richtung Sonne und 22 Grad düse.

    Nach 5 Stunden Fahrtzeit hat mich die Sonne in Trinita begrüsst. Nach einer herzlichen und sehr netten Begegnung mit der Gastfamilie, großartigen Radtipps, breche ich nun zu der nahe gelegenen größeren Ortschaft auf um, wie sollte es anders sein, mir eine Pizza zu gönnen.

    Ich plane noch meine Tour für morgen und bereite alles auf meinen Garmin vor, Luft in die Reifen, Müsliriegel in die Satteltasche und schon liege ich im Bett!

    Es ist 05:50, die Sonne kitzelt meine Nasenspitze und ich erwache sanft aus dem Schlaf. Wowww, welch ein Sonnenaufgang und ich bin überrascht wie fit und motiviert ich mich fühle.

    Ich schmeiße mich in Schale, fülle noch Wasser in meine Radflaschen, bevor ich noch einen herrlich duftenden Kaffee mit perfekter Crema mit einem hausgemachten Schokomuffin an der Frühstücksbar genieße.

    Piemont

    Meine Tour führte mich auf den Spuren des bekannten Barolos bis hinauf auf die Weinhänge des lieblichen, perlenden weißen Asti. Ich lasse bei den auf und Abfahrten die Umgebung auf mich wirken. 

    Verträumte, alte italienische Dörfer, geschäftige Weinbauern, Schulkinder die in Reih und Glied singend über den Dorfplatz spazieren. Ja, so stellt man sich Idylle vor. Mich durchströmt ein Gefühl der absoluten Zufriedenheit. Nun in Asti angekommen widme ich mich wieder meiner Lieblingsspeise: Pizza! Ich schnappe mir die Pizzaschachteln und rolle gemütlich in den nächsten Park.

    Ein nettes Ciao hier, ein freundliches Ciao Bella da, lassen mich zufrieden in meine Gedanken vertiefen und meine Pause genießen. Frisch gestärkt habe ich nun beschlossen den Weinreben meine kalte Schulter zu zeigen und mich verstärkt der Ferreronuss zuzuwenden. 

    Goldene Nuss, wo bist du? Mein Weg führt durch unglaubliche, große Nussplantagen. Aber nicht nur die Farmer haben sich der Nuss verschrieben, sondern auch bei allen Grundstücken standen Unmengen an Haselnussstauden. Fasziniert von der kontrastreichen Umgebung vom Vormittag radle ich nun Serpentine für Serpentine nach Guarene hoch.

     

    Die Hitze setzt mir doch etwas zu, da sich mein Körper noch im Wintermodus befindet und dann ist es auch schon passiert. Wasser aus, ich am Limit. Verdammt ich ärgere mich sehr über mich, soetwas sollte mir eigentlich nicht mehr passieren.
    Meine Gesichtsfarbe wechselt gefühlt bereits zu purpur und ich denke an einen Bernandiner der im Hochsommer bestimmt nicht so am schnaufen ist, wie ich gerade.

     

    Eine alte, freundlich, dreinblickende Dame gießt gerade ihre Blumen auf ihrer Veranda und sie versteht meine Situation sofort. Sie geht flotten Schrittes zurück ins Haus und deutet mir ich solle doch hier warten. Sie kommt mit einer großen Karaffe Eistee zurück und ein Hand voll Haselnüssen! „Mille Grazie, il mio salvavita!!!“ Mit meinem mickrigen italienischen Kenntnissen tauschen wir noch ein paar Sätze aus, fülle meine Trinkflasche mit Wasser und schon bin ich wieder zurück auf der Tour!

     

    Guarene, dieser Strapaze lohnt sich vollkommen. Was für ein Schloss und die darum entstandene Altstadt! Schwer beeindruckt über die Architektur und den menschenleeren Gassen mache ich mich nun zur Abfahrt bereit! 16 Kilometer piekfeiner Asphalt mit perfekten angelegten Kurven, meine Bremsen muss ich keine einziges mal verwenden. Yipppey, ich bin im Radlerhimmel!

    Auf geht’s nach Richtung Bra. Die Straßen säumten rechts und links so weit das Auge reichte Haselnussstauden. Ich plaudere angeregt mit einem italienischen Rennradradfahrer mit dem ich ein paar Kilometer die Strassen teilen durfte. Er hat Radfahren noch in einer anderen Zeit erlernt! 

    Statt Helm waren Sturzringe modern, Ersatzreifen wurden sich um den Oberkörper gewickelt und nach einer gelungenen Ausfahrt sich zur Feier des Tages eine Zigarette angesteckt! 

    Während er auf seinem modernen Trek-Rad mit einer beindruckenten Trittfrequenz in die Pedale tritt, erzählt er mir das er mit 81 Jahren noch immer fast jeden Tag und jedem Wetter am Rennrad sitze und seine Passion schuld sei, das er noch fit ist. Darauf kann ich nur sagen: Absolut wahr! Ein Rennradfahrer durch und durch!

     

     

    Beschwingt und motiviert verabschiede ich mich und radle mit meinem Tempo wieder zurück zum Quartier! Ich besorge mir noch frische, hausgemachte Nudeln, gesalzene Butter, frische Kräuter und koche mir noch mein Essen! Bevor ich mich dem Schlaf hingebe, genieße ich noch auf der Veranda ein kühles Bier und plane meinen morgigen Tag und lasse den heutigen Tag mit einem großen Grinsen Revue passieren.

    Herrlich, mein Blick auf die Uhr verratet mir das es genau 06:00 ist und die Sonne erhellt bereits mein ganzes Zimmer. Ich schlage meine Decke schwungvoll zurück und bin mit einem Satz bereits auf meinen Beinen! 

    Rein in meine Radlerwäsche, flott noch schnell ein Stück vom hausgemachten Kuchen essen und einen Kaffee schlürfen und schon sitze ich voller Tatendrang auf meinem Rad!

     

    Ursprünglich habe ich heute das Gebirge geplant, aber die meisten Strassen sind laut Gastfamilie noch nicht befahrbar und noch ziemlich stark verschneit. Also heißt für mich die Tour heute im Zeichen das Papstes und der Dome zu machen!

     Mein erstes Stop ist Dogliani. Welch ein prachtvoller Dom mit einer wahnsinnig, schönen großen mit Patina überzogen Kuppel! Atemberaubend was der Mensch bautechnisch alles machen konnte!

     Da es mir aber für eine Pause noch zu früh ist radl ich Richtung Hügellandschaft und Berge weiter. Die Landschaft von gestern ist kaum mehr wahrzunehmen, im Gegenteil, es erinnert mich irgendwie an heimische Mischwälder. Hügel, Bäche, Quellen, Schluchten. 

    Die frische Luft sauge ich bis in letzten Winkel meiner Lunge! Herrlich, diese Luft!

    “Statt Helm waren Sturzringe modern, Ersatzreifen wurden sich um den Oberkörper gewickelt und nach einer gelungenen Ausfahrt sich zur Feier des Tages eine Zigarette angesteckt!”

    Bei einem längeren Anstieg begegne ich wieder heimischen Rennradfahrern und plaudere angeregt über ihr Land und die Radkultur. Nach der Verabschiedung radle ich nach Viccoforte weiter um mir selbst ein Bild über die monumentale Kirche zu machen. 

    Die Kirche bzw Dom ist mit einem Wort: unglaublich! Es hat schon etwas anmutiges und beachtliches an sich, aber das ganz Bild wird von den tausenden Touristen gestört! 

    Selbst ich wurde vor der Kirche fotografiert und gefragt, ob ich ein typisches italienisches Madl sei.. Echt jetzt?! 

    Schnell noch eine Banane und schon geht es für mich weiter. Das ist mir eindeutig zuviel, Touristenansammlungen sind definitiv nichts für mich und machen mich sehr nervös. Nächster Halt: Prato Nevoso! Ich schraube mich Höhenmeter für Höhenmeter den Gipfel entgegen und muss leider abbrechen. 

    Der Schnee und die Eisfahrbahn kurz vor dem Ziel sind mir einfach zu heikel. Aber ich muss ja keinen etwas beweisen und entschließe mich umzukehren und romantischen, italienischen Dörfer Frabosa, Villanova Mondovi, Roccaforte abzufahren und dann die Rückreise ins Quartier anzutreten. Jede Ortschaft besitzt ein wunderschöne Kirche mit und ohne Freskenmalereien. Irgendwie sind alle so unterschiedlich und die Vorplätze laden alle zum verweilen ein!

    Nach den 2600 Höhenmetern habe ich mir jetzt eine Pizza verdient und lasse den Abend mit einem kühlen Bier und mit Komoot bewaffnet den Abend ausklingen.

    “Weingärten, Nußplantagen liegen alle innerhalb einer Autostunde nah beisamen!”

    Bitte alles einsteigen, der Express startet um 7:30 zum Meer. Kopfbedeckung, Sonnencreme und vergessen Sie ja nicht Ihre Trinkflasche! So oder so ähnlich geht es manchmal in meinem Kopfkino ab. Bitte alle einsteigen, ist lustig hier! 

    Den letzten Tag muss ich nochmal richtig nutzen und entscheide mich für eine Meer Fahrt. Auf den ganzen flachen geplanten Touren ist gepfiffen, wenn das Meer schon so nah ist. 

    Also ran an die Ritzel: aufi geht’s! Ich fahre mich 30 Kilometer im flachen ein und habe den ersten Anstieg vor mir! Wowww, rechts und links ein reines Blütenmeer! Rot, violett, saftiges grün und die Sonne die die Farben richtig zum erleuchten bringt, lassen mich vergessen das mir gerade der Schweiß aus allen Poren läuft. 

    Ich genieße die Ruhe und die Einsamkeit! Ich schaffe es in den nächsten 2 Stunden keiner Menschenseele und motorisierten Vehikel zu begegnen. 

    Für mich persönlich der Traum einer perfekten Ausfahrt. Oben angekommen und gefühlt bereits die Höhenmeter erledigt, packe ich mich in allem ein was ich als Kleidung zur Verfügung habe. Bremsen los und ab gehts und nach 10 Minuten ist schon wieder Schluss. Verdammt, ich habe die Tour nicht richtig im Kopf und habe vergessen das jetzt noch 600 Höhenmeter zu machen sind. 

    Ich verpeiltes Genie eben. Macht nichts, mit der Wäsche wieder runter, aufs kleine Blatt und rauf geht’s! Landschaftlich fühle ich mich wie zu Hause, aber die ersten Möwen lassen mich erahnen dass das Meer nicht mehr weit sein kann.

     Das ganze wieder von vorne, Kleidung an und ab gehts Richtung Meer. Wahnsinn, perfekter Asphalt, lang angelegte Kurven, das Tor zur See und 41 Kilometer später, befinde ich mich mit einem Stück Kuchen und Espresso in der Hand in Finale Ligure! 

    O’lala meeeeer, wie sehr habe ich diesen Geruch und das Geräusch vermisst! Jetzt geht es die beeindruckende Küstenstraße entlang nach Savona. Zur rechten befindet sich das Meer und  zur linken Felswände und unzählige Kletterer die ihre trainierten Rücken der Nachmittagssonne entgegen Strecken! 

    Noch schnell einen Kaffee und dann geht’s mit dem Zug zurück nach Trinita! Was für ein Tag und ich lasse den letzten Abend noch gemütlich mit einen Bier und einer großen Pizza ausklingen. 

     

    Ciao Bella PIEMONT, wir sehen uns bestimmt bald wieder! 

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    "Piemont eignet sich sehr gut im Frühjahr oder auch im Herbst. Für Kulturfreaks: Unbedingt den größten Markt Europas in Turin besuchen!"
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