• RADgeber

    Cyclocross oder Gravelbike

    Was ist der Unterschied? Wie nötig sind mechanische oder hydraulische Scheibenbremsen oder welche Rolle das Gewicht oder die Rahmengeometrie spielt!

    Warum ich mich für ein Cyclocross Rad entschieden habe!

    Für den langfristigen Plan bei einem Ultra-Radrennen teilzunehmen, reicht es leider nicht nur aus, euphorisch und motiviert zu sein. Nein, vielmehr für mich die passende Methode zu finden, gut trainiert durch den Winter zu kommen und Spaß am Training zu haben.

    Vom Typ Mensch zähle ich leider nicht zur Gattung: “Stupide Ausdauereinheiten” auf der Rolle, deswegen suchte ich nach einer sinnvollen Alternative.

    Die Entscheidung ist für mich ganz klar und stellt eine super Ergänzung zu Skitouren, Intervalltraining auf der Rolle und Laufen da:

    Hello Nature, hello Cyclocross!

    Wusstet ihr eigentlich, dass Cyclocross einfach nur neu aufflammt? Cyclocrosser sind stinknormale Querfeldeinräder. Ambitionierte Rennradfahrer tauschten in den 20iger einfach die schmalen Reifen und die Bremsen, um auch im Winter bzw Forststraßen fahren zu können. In den 60igern und 70igern erlebte Cyclocross so richtig an Fahrtwind. Rennen wurden in der Radszene etabliert, die Räder weiterentwickelt und spezialisiert und der Boom ging so richtig los!

    Nun 50 Jahre später: Der Markt ist riesig, die Auswahl schier unüberschaubar. Eine neue Ära ist geboren! Ähmmm, oder doch wohl eher wiederentdeckt.

    Aber genug von mir und meinen Ausflug in die Geschichte, jetzt geht es mal um die Wahl des richtigen fahrbaren Untersatzes:
    Cyclocross oder Gravelbike?

    “Draußen sein und einfach die Natur genießen!

    Was ist der Unterschied und welches Rad passt perfekt zu Dir?

    Streng genommen gibt es nur einen kleinen aber feinen Unterschied. Der Cyclocrosser ist in erster Linie ein Rad für den Einsatz bei Rennen. Die Geometrie ist aggressiv, schnittig und für kurze, aber knackige Strecken perfekt geeignet. Die Vorkehrungen für das Reisegepäck ist bei den meisten nicht vorhanden, dass man zur altbewährten Methode der Satteltasche und Lenkertasche zurückgreifen muss.
    Das Gravelbike hingegen hat eine komfortable Geometrie und ist für den Einsatz für lange Radreisen gedacht. Es besteht hier die Möglichkeit, relativ einfach einen Taschenaufbau anzubringen. Deine Sitzposition ist eher aufrechter, um bei Deinen Radreisen in aller Ruhe die Gegend erkunden zu können.
    Also du siehst, der Unterschied ist sehr gering. Egal ob es ein Crosser wird oder doch das Gravelbike: Radfahren und Reisen kann man definitiv mit beiden 😉

    Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, welches Rad wohl am besten zu mir passen würde. Die Wahl fiel auf ein Cyclocross Rad- mein Gavere von Stevens.

    Folgende Punkte solltest du in deine Überlegungen einbeziehen:

     # Vorkehrungen für Taschenaufbau
     # Mechanische oder hydraulische Scheibenbremsen
     # Gewicht
     # Rahmengeometrie, passend für deine Körpergröße

    “Groß, klein, dick oder dünn! Für jeden gibt es ein passendes Radl!”

    Was sind nun mechanische bzw hydraulische Scheibenbremsen, Unterschiede?

    Auf den ersten Blick sehen beide Systeme sehr ähnlich aus, aber der Lösungsansatz für das Bremsverhalten unterscheiden sich gravierend!
    Mechanische Scheibenbremsen sind von der Funktion sehr ähnlich der klassischen Felgenbremse. Durch betätigen der Bremshebel drückt man über den Bowdenzug -auf Deutsch das “Bremskabl”- den Kolben auf den Bremssattel. Am Bremssattel befinden sich die Bremsbeläge, deine Geschwindigkeit reduziert sich somit mechanisch. Eh logisch, oder?
    Der große Nachteil an mechanischen Scheibenbremsen ist natürlich, dass es zu einer Überhitzung kommen kann. Positive Aspekte sind auf alle Fälle ,dass diese Lösung kaum Wartung verlangt und auch die günstigere Variante ist.
    Hydraulische Scheibenbremsen reduzieren deine Geschwindigkeit leichter und lassen sich besser dosieren. Abrupte Bremsmanöver und Dauerbremsen stecken sie locker weg, da die Bremswirkung, sprich Reibung, nicht mechanisch sondern über die Bremsflüssigkeit erzielt wird. Nicht allzu lässig, aber kann ja mal passieren, ist wenn die Bremse repariert werden soll. Dazu muss die Bremse entweder entlüftet oder die Flüssigkeit komplett getauscht werden. Wer so wie ich nur ein begrenztes handwerkliches Geschick besitzt, ist bei Fachmann seines Vertrauens sicher besser beraten.
    Also du siehst: Wenn Geld keine Rolle spielt und Du ein top Rad möchtest, würde ich zu hydraulischen Bremse tendieren. Für mich persönlich reichte nach vielen Hin und Her die mechanische Bremse. Bin ja sehr bescheiden 😉

    Das leidige Thema: Das Gewicht, es ist ja doch immer zuviel!

    Die Überlegung bezüglich des Gewichts ging ich sehr pragmatisch an: Habe ich vor ein Star zu werden oder pfeif ich auf das halbe Kilogramm, das den Preis drastisch in die Höhe treibt. Letztendlich handelt sich um eine halbe Trinkflasche, die man mehr schleppen muss 😉
    Für mich persönlich spielt das Gewicht keine allzu große Rolle, da ich mir denke: Lieber beim Crosser mit schmackes in die Pedale treten und dafür im Frühjahr das Gefühl am Rennrad zu haben: Whoop, whoop- ich fliege.

    Groß oder Klein, passen muss es!

    Natürlich spielt die Rahmengeometrie bzw Rahmengröße eine wesentliche Rolle, ob du dich am Rad wohlfühlst. Keine lästiges Zwicken und Zwacken im Schultergürtel, Rücken oder im Knie sollten deine abenteuerlichen Ausfahrten behindern.
    Um die richtige Rahmengröße zu ermitteln gibt es 2 Varianten: Du gehst zum Fachmann deines Vertrauens, der sich mit Maßband bewaffnet und dich richtig vermisst. Oder die zweitere Variante: Du machst es in deinen eigenen vier Wänden und suchst dir Hilfe, da es alleine nicht wirklich gut klappt. Und Ja,.. ich hab es ausprobiert,… und war reine Zeitverschwendung.
    Achtung! Jeder Hersteller hat eine andere Geometrie, das heißt wenn du bei einem Hersteller die Rahmengröße 50 benötigst, kann es sein das es bei einem anderen ein 52er ist!
    Leider bin ich etwas klein geraten und entspreche offensichtlich nicht ganz der Hersteller Norm. Das schränkt die Auswahl erheblich ein.
    Hast du eine “Standard Größe”? Perfekt, deine Auswahl wird großartig sein, die Qual der Wahl!
    Ich finde fast alle Hersteller bieten zu vernünftigen Preisen tolle Räder an.

     

     

     

    “Über Stock und Stein den Crosser durchs Gelände jagen und einfach Spaß an der Ausfahrt haben”

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    Deswegen fiel meine Wahl auf das Stevens Gavere:
     # Perfekte Rahmengeometrie
     # Gutes Preis-Leistungsverhältnis für meine Abenteuer
     # Gewicht akzeptabel
     # Lackierung ganz nach meinem Geschmack

    Es ist “piep schnurz egal” für welches Rad du dich entscheidest. Es gibt nicht das einzig Wahre und Richtige! Vielmehr geht es darum einen Drahtesel zu finden, der perfekt auf Dich passt und alle Deine Abenteuer mitmacht!
    Flott, rasant oder doch gemütlich über Stock und Stein- Jeder Popo findet das passende Rad!

    Linksammlung der Hersteller, die ich genauer unter die Lupe genommen habe:
    Stevens, Fuji, Cube, Canyon, Simplon, Bmc

    Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Überblick verschaffen. Vielleicht begegnet man sich ja mal irgendwo im Wald, wenn wir über Stock und Stein unsere Crosser durch das Gelände jagen!
    Velolove

    Willst du mehr über mein Wintertraining erfahren? Hier geht's zum nächsten Beitrag!
  • Meine Abenteuer

    RaceAroundAustria

    Wer kennt das nicht, die Aufregung und Nervosität, wenn man sich in unbekannte Gefilde wagt?
    Neues ausprobieren und sich ins Abenteuer stürzen, das klingt nach mir und deswegen habe ich beschlossen mich der Herausforderung im Bereich Ultracycling zu stellen und das Ding auch zu rocken!

    Die Entscheidung, bei welchen Rennen ich das Abenteuer versuchen werde, war mir von Anfang an klar! Das “Race Around Austria- Die Challenge” bietet für mich als Einsteiger die perfekten Voraussetzungen, um mich auch mal mit anderen Messen zu können und über meine eigenen Grenzen hinauszuwachsen.

    Das Rennformat bietet alles, was mein Radlerherz und meine Wadl lieben.
    Eine perfekte Mischung aus traumhafter Umgebung, flachen und hügeligen Abschnitten und manchmal auch ein kleiner Stich das mein Herz höher schlagen lassen wird!

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    Teamspirit, hautnah erleben!”

    Für mich war es wichtig, nicht Runden im Kreis zu drehen, sondern eine abwechslungsreiche Strecke zu erleben und meine Taktik auch dementsprechend verändern zu müssen.
    Das Erste was meine Planung erforderte, war, ob ich das Ganze alleine bewältigen wollte oder ob ich es im Team machen würde! Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da beides seine Vorteile und auch Nachteile mit sich bringt.

    Wenn ich das Rennen alleine absolviere, bedeutet es natürlich auch, dass alles zu 100% von mir abhängt, ob das Team im Ziel die Korken knallen lassen kann. Die Last der Organisation würde auch nur von mir abhängen. Der große Vorteil bei der Solo-Teilnahme: Ich müsste mich mit niemanden abstimmen und kann wie gewohnt mein Ding durchziehen, klingt etwas egoistisch- ist aber auch so 😉

    Was sich für mich ganz klar bei meinen Überlegungen als Nachteil herauskristallisiert hatte: Allein ist es halb so schön. Erfahrungen mit jemanden zu teilen und gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, bereitet mir einfach noch mehr Freude. Für mich ist die Entscheidung deswegen für die Teilnahme im Team gefallen, nicht, dass ich es nicht alleine bewältigen könnte, aber ich finde es ein tolles Projekt und auch die Herausforderung mit unterschiedlichen Charakteren auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Durch Instagram bzw. einer anderen Bloggerin lernte ich die Münchnerin Lisa Brunnbauer kennen. Wir kannten uns bei Projektstart nicht persönlich, schrieben und telefonierten des Öfteren und nach einer sehr kurzen Entscheidungsphase sind die Würfel gefallen: Wir starten im 2er Team!
    Aber wie schafft man es nun, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wenn man sich
    1. nicht kennt, 2. komplett unterschiedlich ist und 3. in verschiedenen Staaten lebt?

    “Die Würfel sind gefallen: Start im 2er Team”

    Die Krux an der ganzen Planung, auch wenn das Team noch so unterschiedlich ist, das ganze Projekt so zu planen, dass es eine Runde Sache wird.
    Die Projektplanung hat bei uns deswegen so gut geklappt, da wir beide vom Typ her Menschen sind, die nicht reden, sondern auch handeln, kompromissbereit sind und einfach Spaß an der Herausforderung haben.


    Wir machten uns einen strukturierten Plan, welche Vorkehrungen wir treffen müssen, um überhaupt starten zu können.
    Damit wir wussten, welche Herausforderungen für die Organisation und Kosten auf uns zukommen würden, haben wir verschiedene Seiten des Rennens genauer beleuchtet:

    Grundvoraussetzung für den Start beim Rennen:

    • Nenngeld
    • Pace-Car mit Treibstoff 
    • unsere Rennräder
    • Begleitteam
    Kosten rund um das Rennen:
    • Ernährung 
    • Ersatzteile für unsere Räder
    • gute Beleuchtung 
    • Ersatzlaufräder
    • Bekleidung für alle Wetterverhältnisse
    • Nächtigung vor und nach dem Rennen (natürlich auch für unser Begleitteam)
    • Teamtrikots

    Vorbereitung und Training für das Rennen:

    • Winterbekleidung, um auch das Training im Winter fortzusetzen
    • 3 tägige Strecken
    • Erkundungstour im Frühjahr
    • Trainingslager
    • Leistungsdiagnostik und Ernährungskonzept von Experten

    Uns wurde bei genauerer Evaluierung klar, dass die Kosten für das Rennen nicht gerade ein “Pappenstiel” sind, daher haben wir uns Gedanken bezüglich Unterstützung gemacht und genauere Planung bzw. Zeitmanagement bezüglich Training betrieben.
    Da wir beide noch Greenhorns im Ultracycling Bereich sind, waren wir sehr froh, hilfreiche Tipps und Anmerkungen von einem Profi zu bekommen! Danke an Christoph Strasser!

    Auf gewisse Dinge hatten wir überhaupt kein Augenmerk gelegt, was uns spätestens beim Projektstart zum Verhängnis geworden wäre. Ich bin unglaublich dankbar, welch Unterstützungen wir erhalten. Danke an unsere Unterstützer, die an mich und unser Projekt glauben und vor allem Danke an meinen Lebensgefährten, der mich immer unterstützt, damit ich meinen Traum wahr werden lassen kann!

    Ich möchte Euch auch was zurückgeben! Vielleicht kann ich mit meinen Beiträgen auch Euch motivieren, einmal das Abenteuer Langstrecke zu wagen und mit einer Portion Mut und Abenteuerlust neue Wege zu gehen.
    Ich denke, dass man kein Profi sein muss, um das mal auszuprobieren! Ich werde Euch am Laufenden halten, wie es mir in der Vorbereitung ergeht, welche Überlegungen ich betreibe, was mich bewegt und vor allem was sich für bewährt hat.

    Es wird eine Reihe von Beiträgen folgen, ob es sich um die Packliste handelt oder auch um den Trainingsplan, ihr dürft gespannt sein- so gut es eben ein Greenhorn machen kann 😉

    Ich lade Euch ein, mich auf meiner Reise zu begleiten!
    Velolove Anna

     

    RaceAround

    Austria-

    Die Challenge

    "Wollt ihr die harten Fakten und das Reglement genauer lesen?
    Hier geht es weiter zur offiziellen Homepage des Veranstalters!"
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    in 24 Stunden
  • Meine Abenteuer

    Quer durch Österreich

    Nach Wochen der Vorfreude, Vorbereitungen und Streckenplanung, war es endlich soweit: Die Reise “Quer durch Österreich” konnte beginnen. Die Entscheidung, wohin und vor allem über welche Pässe mich das Abenteuer mit einer Freundin führen soll, war nicht einfach zu treffen! Es gibt so viele schöne und lohnenswerte Straßen und Pässe in Österreich. Meine Freundin (Veronika, danke das Du dabei warst!) und ich haben unsere Tour ursprünglich von Götzis nach Eisenstadt geplant und die Großglockner Hochalpenstraße war eigentlich auch nicht vorgesehen…! Schlussendlich haben wir unsere geplante Route während unserer Tour nochmal abgeändert.
    Wo wir genau unterwegs waren und wie sich dieses Abenteuer für uns angefühlt hat, kannst du hier nachlesen!

    Der Tag vor der Reise

    Nachdem unsere Räder “fachmännisch” durch uns selbst serviciert worden sind, wir unsere Taschen mit einer leichten Tendenz zur Übertreibung gepackt hatten und das ein oder andere elektrolythaltige Getränk konsumiert wurde, legten wir uns aufgeregt schlafen, um unseren Wecker um 05:30 nicht zu verpassen.

    Tag 1. Etappe: vom Montfortbanner hoch hinaus zum Adler

    (Fast) wie geplant starteten wir aufgeregt, voller Euphorie, Motivation und Respekt in unser Vorhaben. Die herrliche Morgensonne nahm uns vor der Haustüre in Empfang und begleitete uns durch das Rheintal bis ins schöne Montafon.
    Nachdem wir unser gemeinsames Tempo gefunden hatten, spulten wir die ersten 80 km wie im Zeitraffer runter, ohne zu merken, dass wir uns bereits kurz vor unserer ersten Herausforderung befanden: Die Silvrettahochalpenstrasse. Jede von uns fuhr in ihrem eigenen Rhythmus weiter und genoss, dass jede genommene Kehre uns unserem Ziel etwas näher brachte. Die motivierenden Zurufe und gestreckten Daumen, die durch die heruntergelassenen Scheiben der vorbeifahrenden Autos kamen, spornten uns noch mehr an – also raus aus dem Sattel und rein in die Pedale. Unglaublich, wir hatten unser erstes Etappenziel mit gefühlter Rekordzeit erreicht. Trotz unserer Bedenken im Vorhinein, ob wir das überhaupt schaffen können, durften wir bei einer heißen Suppe und einem Topfenstrudel feststellen: Wir sind gut trainiert und top motiviert, oder wie Thomas (mein Freund) sagen würde: “kline Maschinile”. Somit ging es durch das Paznauntal weiter nach Landeck, wo wir schon am frühen Nachmittag eintrafen. Deshalb entschlossen wir kurzerhand unsere erste Tagesetappe zu erweitern und radelten durch das Inntal weiter nach Telfs. Die verbrauchten Kalorien füllten wir am Abend mit griechischem Essen wieder auf und belohnten uns mit einem Dosenbier am Balkon unseres Hotelzimmers.

    Resümee des ersten Tages: Der gemütliche Anstieg, der grandiose Ausblick über die schöne Bergwelt von Vorarlberg und Tirol und wie sich die Serpentinen zur Biehlerhöhe hoch schlängeln, machten die Silvrettahochalpenstrasse zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    FACTS: Götzis – Silvrettahochalpenstrasse – Landeck – Telfs 180 km, 2.000 hm

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    Die Taschen mit leichter Tendenz zur Übertreibung gepackt, ging es dann auch schon los.”

    Tag 2. Etappe: Quer durch den Adlerhorst zum tosenden Wasserfall


    Nach einer sehr erholsamen Nacht in Telfs versorgten wir unsere Körper bei einem reichhaltigem Frühstück mit ausreichend Energie für den Start in den Tag. Der Wirt war so beeindruckt von unserem Vorhaben, dass er großzügigerweise vier Bananen springen lies. Somit waren wir für die kommenden Kilometer ausgerüstet und dank unserer “Bananaphones” stand einer einwandfreien Kommunikation auch nichts mehr im Weg.
    Nach einem kurzen Abstecher bei der örtlichen Apotheke um Veronikas Knie mit Tapes zu stabilisieren waren wir wieder auf der geplanten Strecke am Inntalradweg. Nicht nur, dass die Tapes Veronikas Schmerzen linderten – sie sahen zudem noch stylisch aus und passten perfekt zum Trikot. Schmerzfrei ging es weiter durch Innsbruck bis zu unserer ersten Rast in Jenbach. Frisch gestärkt und extrem motiviert, machten wir uns auf den Weg Richtung Zillertal um unsere nächste Tagesherausforderung zu erradeln: den Gerlospass. Der Wind hatte sich gegen uns gewandt und so pedalierten wir bis Zell am Ziller nicht in unserem gewohnten Tempo. Kurz vor unserer Tagesherausforderung beschlossen wir gemeinsam den Pass zu fahren, da uns extrem viel Verkehr und mäßiges Wetter bevorstand. Und wieder erwischte uns das Phänomen: der Anstieg verflog wie im Zeitraffer. Oben fast angekommen belohnten wir uns in Gerlos noch mit Kaffee und Kuchen. Die letzten 200 Höhenmeter bei Regen machten uns noch etwas zu schaffen. Doch das schlechte Wetter spielte für uns bei der Abfahrt nach Krimml überhaupt keine Rolle mehr. Aufgedreht und mit Stolz erfüllt, dass wir wieder unser Etappenziel erreicht hatten, nahmen wir beim “Fotoshooting” nicht einmal wahr, dass es gewitterte. Wir beschlossen unsere Räder und uns in einem Hotel in Krimml rasten zu lassen und uns bei einem deliziösen, mehrgängigen Essen über die Pläne der nächsten Tage zu unterhalten: Grossglockner- Ja oder Nein?


    Resümee des zweiten Tages: Der Inntalradweg überzeugt definitiv durch seine sehr guten asphaltierten Ausbau, keine lästigen Schotterpassagen. Einfach nur ein sensationeller schöner Radweg in der Talsohle. Über die Gerlos gibt es nur eines zu sagen: Bei schönem Wetter sicher ein Traum.


    FACTS: Telfs – Innsbruck – Jenbach – Gerlospass – Krimml
    140 km, 1.400 hm

    Tag 3. Etappe: Vom höchsten Rummelplatz Österreichs zur harten Realität

    Die Würfel sind gefallen: Sonnenschein, motiviert und mit einer kleinen Portion Nervosität brachen wir mit extrem hohem Tempo in Richtung Bruck an der Grossglockner Hochalpenstrasse auf. Wir passierten das hölzerne Willkommensschild – unser Stolz hätte jetzt umkehren nicht mehr zugelassen. Die Zweifel, die an uns nagten verblassten bereits in der letzten Ortschaft Ferleiten. Was wir uns in den Kopf gesetzt haben wird auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Also hieß es jetzt Pobacken zusammenkneifen und mit vollem Elan in die Pedale treten.
    Wie auch beim ersten Pass entschlossen wir uns, dass es sinnvoll wäre unserem eigenen Rhythmus zu folgen und so verabschiedeten wir uns mit einem kräftigen Tritt und enthusiastischen “Ride on”. Die Startrampe wurde passiert, ab jetzt gibts es nur mehr die insgesamt 36 Kehren und uns. Mit dem einen oder anderen Mitfahrer im Serpentinen-Karussell kämpften wir uns fokussiert, staunend über die imposante Landschaft die 27 Kehren bis zum Fuscher Törl hoch. Nach kurzer euphorischer Besprechung und einem ordentlichen Klaps auf den Po rasten wir die Abfahrt Richtung Heiligenblut hinunter. Das Gefühl purer Freiheit, das uns dabei durchströmte war die Belohnung für die zuvor in Kauf genommenen Strapazen. Unten angekommen belohnten wir uns mit dem obligatorischen Stück Kuchen und Suppe.
    Herrlich! Ein Traum wurde wahr – die Grossglockner Hochalpenstrasse.
    Nach dem euphorischen Triumph landeten wir hart am Strassenbelag der Realität. Regen, der von unten zu kommen schien, Böen, die aus allen Richtung kamen und in den Keller purzelnde Temperaturen verlangten uns alles ab. Aber wir trotzten den Strapazen und wurden mit Sonnenschein in unserem Zielort Stall im Mölltall empfangen. Bei Freunden durften wir die Kärntner Gastfreundschaft kennenlernen und unsere leeren Bäuche mit einer deftigen Jause wieder füllen. Nach dem elementaren elektrolythaltigen Getränk verfielen wir in einen tiefen Schlaf und träumten von weiteren Pässen, die wir mit unseren Rädern erklimmen wollen.

    Resümee des dritten Tages: Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet. Es ist eine gemeinsame große Ausfahrt mit Respekt und Wertschätzung füreinander. VeloLove eben.

    FACTS: Krimml – Großglockner Hochalpenstraße – Winklern-Stall 140 km, 2.270 hmn

     

    “Am höchsten Rummelplatz Österreichs ist der Touristenansturm anders wie erwartet: Wertschätzend und respektvoll. VeloLove eben”

    Tag 4. Etappe: Von regenerierenden Schotterstrassen auf zu romantischen Seeufern


    Nach einem erholsamen Schlaf im schönen Mölltal küsste uns die Sonne wach um gemütlich in den Tag zu starten. Wir planten für heute ein entspanntes Rollen ohne den Tachometer und den Kilometerstand im Auge behalten zu wollen. Das geplante Ausrollen erwies sich relativ schnell als unrealistisch, da wir schnell merkten: wir wollten mehr und wir konnten noch Druck auf die Pedale ausüben.
    Nachdem wir die ersten Navigationsprobleme hinter uns gebracht hatten, ging es in zügigem Tempo in der Talsohle zum Millstättersee. Hier widmeten wir uns der elementaren Kaffee- und Kuchenpause. Der atemberaubende Blick zum See ließ Veronika die Welt um sich vergessen. Noch immer ganz benommen von den einwirkenden Sinnesreizen des Seeufers, musste Veronika nach 15 Kilometer feststellen, dass der Anstieg leichter erschien als sonst. Im Wiegetritt fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Ihr Gepäck war zurück geblieben! Sie beschloss eine Runde “Mensch Ärgere Dich Nicht” zu spielen und radelte zurück zum Start. Für eine Stunde mussten wir uns trennen, die ich mit netten Menschen und lustigen Gesprächen verbrachte. Diese waren so begeistert von unserer bisherigen Tour, dass wir prompt eine Einladung ins Schloss St. Georgi in Ehrenhausen erhielten, um uns dort erholen zu können. Unbeirrt und mit dem richtigen Reisegepäck ausgestattet nahmen wir wieder volle Fahrt auf – nächster Halt Velden am Wörthersee. Meine Schwester erwartete uns bereits mit kühlen, blonden Erfrischungsgetränken im Strandbad. Nach einer mittelgrossen Toast- und Pommesattacke ging es für uns zum letzten Stop der vierten Tagesetappe – Willkommen Klagenfurt. Da Toast und Pommes nicht hinreichend als Sportlerernährung gezählt werden, suchten wir uns noch einen gemütlichen Gastgarten, ließen den Tag Revue passieren und nahmen die Planung für die letzte Etappe unserer Tour in Angriff. Mit müden Beinen und einem zufriedenem Lächeln im Gesicht legten wir uns in der Nähe von Klagenfurt schlafen.

    Resümee des vierten Tages: Die Landschaft und die Gastfreundlichkeit lassen fast die Schotterwege auf den Radwegen vergessen. Schwer beeindruckt von der schnell wechselten Vegetation des kargen Glockner Gebirges bis hin zu saftigen Wiesen rund um die zahlreichen Seen, lohnt es sich gewiss nochmal eine Runde zu drehen und andere Winkel von Kärnten zu beäugen.

    FACTS: Stall – Spital an der Drau – Millstätter See – Villach – Velden – Wörtersee – Klagenfurt
    145 km, 800 hm

    Tag 5. Etappe: Vom tränenden Trikotzipfel bis himmelhoch jauchzend

    Wie elektrisiert von den letzten Tagen starteten wir um 5:00 Uhr in unsere letzte Etappe. Übermotiviert und mit einem viel zu schnellen Tritt brachen wir Richtung Heimat auf. An diesem Morgen wollte uns der Rhythmus von den letzten Tagen nicht in seinen Bann ziehen. Nachdem wir uns im Nirgendwo und Irgendwo verfahren hatten, uns die Orientierung im Stich ließ, die Wadeln brannten und die Nerven so angespannt waren, dass sie fast zu reißen drohten, musste wir uns eingestehen, dass auch die durchgeplantesten und motiviertesten Rennradlmadl ein Limit haben. Wir reagierten einfach mit Kaffee und Keksen auf die Herausforderung und fühlten uns nach einer längeren Pause wieder fit genug um die Heimreise antreten zu können. Nachdem wir die letzten Tränen mit dem Trikotszipfel aus unseren Gesichtern gewischt hatten, radelten wir wieder in unserer gewohnten Form weiter. Mit viel Spass und Blödelei kamen wir der Staatsgrenze immer näher und nun hieß es: Adè Kärnten und herzlich Willkommen in Slowenien. Entlang der Drau gelangten wir zur ersehnten und gedachten letzten Herausforderung unserer Tour: dem Radlpass.
    Immer schön “počasi” pedalierten wir auf die steirische Landesgrenze zu. Dabei winkten und feuerten uns die Bauarbeiter vom Strassenrand an – oder dachten wir uns zumindest. Wahnsinn: Das grüne Herz Österreichs direkt vor uns. Diesen Glücksmoment konnten wir nicht in Worte fassen, wir waren zu aufgeregt und erstaunt, dass wir es in dieser Zeit geschafft hatten. Wir belohnten uns in Eibiswald bei unserer Einkehr mit Kuchen und Toast. Leider hatten wir uns zu früh gefreut und legten mit der “Welcome Back Party” etwas zu schnell los. Denn die Weststeiermark bis nach Graz hatte es noch ordentlich in sich. Hügel auf, Hügel ab und “vül Gegend zum Einischaun” ließen uns die letzten 65 Kilometer ewig erscheinen. Die 34 Grad machten die Heimreise nicht unbedingt angenehmer und brachte den Kreislauf noch ordentlich ins Wanken.

    Nach rettenden Colas und ein paar Späßchen radelten wir mit eingebildetem Applaus, Zurufen und einem Schulterklopfer über die Murpromenade in Graz ein. In unserem Stamm-Gastgarten stießen wir auf unser Abenteuer “Quer durch Österreich” an: DONE!

    Resümee des fünften Tages: Das grüne Herz Österreichs – durch schöne Hügellandschaften, romantische Weingärten und bodenständige Buschenschanken schlängelt man sich über einsame Strasse Richtung Hauptstadt entgegen.

    FACTS: Klagenfurt – Bleiburg – Dravograd – Radlpass – Eibiswald – Graz 163 km, 1.310 hm

    Egal von welcher Himmelsrichtung man kommt oder in welche Richtung man fährt, Österreich hat so viel schöne Ecken! Ich freue mich auf die nächste Reise!

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    "Quer durch Österreich war ein unvergessliches Abenteuer!
    Danke an meine Freundin Veronika, ohne Dich wäre es nur halb so schön gewesen."
    VeloLove
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    Kilometer
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    Gramm Käsknöpfle verbrannt
  • RADgeber

    Packen, aber was?

    Ich packe meinen Koffer,… eine Liste für Deine mehrtägige Radtour

    Ich möchte Dir mit diesem Beitrag eine klare Übersicht der Pack-und Checkliste für ein mehrtägiges Radabenteuer geben, um Dir das mühselige recherchieren im Internet ersparen zu können. Es gibt unzählige von Seiten die eine Liste für Dich parat haben, aber die Auflistungen waren für mich nie perfekt. Von riesigen Radtaschen über Gaskocher und anderem Kramasuri (Steirisch für Gerümpel) bittet das Netz alles was das Herz begehrt.
    Aber hier nun zu der optimierten Liste, die speziell für Rennradreisen mit Übernachtung in Hotels oder bei Deinen Freunden ausgerichtet ist.

    Rund ums Rad:
    • Natürlich Dein Rennradflitzer
    • Zwei montierten Getränkehaltern mit Flaschen
    • große Satteltasche mit ca. 14l-17l Fassungsvermögen (zB Ortlieb, Apidura, Restrap)
    • Rahmentasche mit ca. 0,5l Fassungsvermögen
    • Handyhalterung (zB Finn von Bikecitizens)
    • Beleuchtung
    • Reflektoren für Deine Sicherheit 
    • Helm
    • Rennradschuhe
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    Die fahrende Werkstatt
    • Zwei Ersatzschläuche
    • Multitool (Imbus-Set)
    • Zwei CO2 Kartuschen
    • Reifenheber Set
    • wenn es Hart auf Hart kommt: Reparaturbox Flickzeug
    • Ein paar Gummihandschuhe
    Die Technik
    • Fahrradcomputer (zB Garmin Edge)
    • USB Adapter
    • Ladekabel für Handy und Fahrradcomputer
    • Powerbank
    • Dein Handy
    Bei Sonne, Wind und Regen, immer die richtige Kleidung
    • Zwei Rennradtrikots
    • eine Rennradhose
    • Zwei Sport-BH`s
    • Zwei Stück Unterhosen
    • leichte Jogginghose oder Leggings (Sollte auch “ausgehtauglich” sein)
    • Armlinge und Beinlinge
    • Wind-Regenjacke
    • Schlauchschal (zB Buff)
    • Mütze oder Stirnband
    • Rennradhandschuhe
    • Retroradkapperl, wunderbar bei zerzausten Frisuren
    • Zwei paar Sportsocken
      Sportbrille (zB Adidas mit Vario)
    • Gymnastikpatscherl 
    Rund um die Hygiene
    • Reisezahnbürste
    • Minitube Zahnpasta
    • heilende Salbe für aufgeriebene Stellen (ich verwende Windelcreme für Babys)
    • Notfallapotheke
    • Sporttape
    • Waschmittel aus der Tube (zB Rei)
    • kleiner Tiegel Gesichtscreme
    • Minitube Sonnencreme
    • Deodorant
    • kleines Stück Seife
    • Frauenkrimskrams
    Dokumente und Co
    • Personalausweis oder
    • Reisepass
    • Bankomat-und oder Kreditkarte
    • Krankenversicherungskarte
    • Bargeld
    • Notfallkontaktdaten

    Für die Ernährung kann ich Dir empfehlen für zwei Tage mit Müsliriegel und Co vorzusorgen. Du wirst bestimmt unterwegs bei einem Supermarkt oder Tanke vorbeikommen, um Dein Trikot wieder füllen zu können. Und am Abend nimm Dir die Zeit, streife Deine Gymnastikpatscherl über und fülle Deine leeren Energiedepots wieder nach Herzenslust auf!
    Ich packe das gesamte Reisegepäck in mehreren Zipp-Plastikbeutel, um mein Krimskrams vor Regen zu schützen und um ein Chaos in der Tasche zu vermeiden. Ich hoffe, dass ich Dir mit dieser Liste helfen konnte, um Dein Rennradlabenteuer entspannt starten zu können!
    Sollte ich etwas vergessen haben oder Du noch die eine oder andere Erfahrung gesammelt hast, kann ich nur sagen: Immer her damit

     

    “Ran an die Radl und rein ins Abenteuer!”

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  • RADgeber

    Rennradlwadl – Logisch!

    10 Gründe warum Du dich auf dein Rennrad schwingen solltest!

     

    Ich radel noch nicht Jahrzehnte und gehöre definitiv nicht zur Elite, aber dennoch feiere ich die Faszination des Radlsports wieder jeder andere!
    Es macht unglaublichen Spaß alleine oder im Rudel durch die asphaltierte Prärie zu streifen. Es gibt hundert Gründe etwas nicht zu tun, aber es schadet bekanntlich ja nie einen Blick über den Tellerrand zu riskieren!

    Erstens: Die heißen Kurven
    Wir Madl sind schon immer mit heißen Kurven gesegnet, aber als Rennradlmadl bekommst du wahnsinnig schnell definierte Kurven und die angefutterten Käsknöpfle auf den Hüften schmelzen nur so dahin!

     

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    Zweitens: Deine Bräune lässt alle zu Neid erblassen
    Klar, soviel Zeit wie Du an der frischen Luft verbringst und Dich die Sonne im Gesicht kitzelt, lassen andere nur erahnen welches Rennradlmadl sie vor sich haben!
    Nahtlose Bräune bekommt durch Dich eine ganz neue Definition!

    Drittens: Braungebrannte und glatte Beine als Topping oben drauf
    Der Kampf um die rasierten Beine hast Du auch als Rennradlmadl klar gewonnen! Du musst Dir nicht mehr die Frage stellen für wen du das eigentlich machst! Für Dich ist es eine Selbstverständlichkeit!

    Viertens: Männer mal hinter sich lassen
    Du kannst auch mal den Männern zeigen “Wo der Barthel den Most holt” (Peter Rosegger) wenn du sie überholst und Du den Herren nur noch deine Rückseite zur schau stellst!

    Fünftens: Immer Stylisch unterwegs
    In den hautengen Trikots macht jedes Rennradlmadl eine gute Figur! Nicht nur das wir unsere superheißen Kurven präsentieren können, zudem ist die Kleidung auch noch echt bequem!

    Sechstens: Nie wieder Schnupfen
    Die frische Luft, Dein trainiertes Herz-Kreislaufsystem und die regenerierenden Entspannungsbäder lassen Dein Immunsystem laut Hurra schreien! Es macht dich härter. Wind und Regen können Dir nichts mehr anhaben!


    Siebtens: Du kennst deine Gegend besser wie deine Handtasche
    Deine unzählig trainierten Kilometer in Deiner Heimat ermöglichen Dir ganz neue Eindrücke von Deiner Umgebung zu gewinnen. Du lernst so viele kleine Kaff`s bei dir um Ecke kennen, das selbst “Google Maps” noch Aufholbedarf hat!

    Achtens: Speed ist dein neue Droge
    Wenn Du die Abfahrt hinunter rast, die Du davor schweißtreibend erklimmen musstest. Und Dir der Autofahrer nett zuwinkt, denn du gerade überholst, schießen Dir 1000 Endorphine in deinem Körper und lassen Dich Rennradlmadl die nächste Herausforderung mit Leichtigkeit schaffen.


    Neuntens: Du liebst klare Linien
    Dir Rennradlmadl ist Schnick-Schnack nicht wichtig. Du liebst den puristischen Gedanken von klaren Linien! Du kannst Glitterfahnen am Lenker, Blümchen am Radkorb und Fahrradglocken in Herzform nichts abgewinnen. Du möchtest lieber auch über Carbon und die ultraleichten Laufrädern am Stammtisch mitreden können!

    Zehntens: Sei wild, frei und wunderbar
    Ob Du Rennradlmadl alleine eine Runde durch die Asphaltpisten bretterst oder lieber doch in der Gruppe, Du bist unabhängig! Du kannst tun und lassen was Du möchtest! Es schreibt Dir keiner vor wann, wo und wieviele Kilometer! Es ist Dein Hobby!
    Bleib wild, frei und wunderbar!

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  • Meine Abenteuer

    Alle Wege führen nach Rom

    Alle Wege führen nach Rom! Dachte ich mir auch und startete mein Abenteuer in Vorarlberg!

     

    Start in Vorarlberg

     

    Es ist 2018, ich sitze vor meinem PC und lasse Routen über Komoot berechnen. Wieviele Kilometer sind es wohl nach Paris und wieviel nach Berlin? 

    Die Vorstellung in eine große Metropole zu radeln erscheint mir mehr als verlockend! 

    Aber ganz zufrieden bin ich mit diesen Städten noch nicht: Paris besuchte ich erst vor kurzem und Berlin wäre eine relative flache Tour, aber sicher lohnenswert! Ich kramte im hinterstem Winkel noch nach Ideen was ich noch so alles machen wollte! Ganz oben auf meiner ToDo Stand: Lerne italienisch!

    Ganz klar: Es muss Italien werden! Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom und wer wünscht sich nicht eine Audienz beim Papst, um mit ihm über neue und unbekannte Wege philosophieren zu können.
    Tour fertig geplant, italienisch Kurs gebucht und nun hieß es für mich 6 Monate lernen, trainieren und mein Ziel klar verfolgen! 

    Also gut, ich gebs schon zu… Mit dem Wintertraining lief es nicht so wie geschmiert. Aber für mich als Sturkopf ist es sowieso klar das ich diese Reise in Angriff nehmen werde, ob es weh tut oder nicht. 

    Vorarlberg

     

    Wetter stimmt, Trainingszustand akzeptabel und meine Motivation: Überragend!”

    Die Zeit vergeht wie im Flug und wie bei jedem großen Projekt machen sich Zweifel in meinen Gedanken breit. Mich plagte die Vorstellung das ich alleine in Rom ankommen würde. Ich malte mir aus das ich überwältigt vor dem Petersdom stehen würde, mich umdrehte und mein Abenteuer den nächsten Gelato-Verkäufer erzählen musste. Schraube locker? Definitiv!

    Einer lieben Freundin erzählte ich von meinen Sorgen und sie entschied sich prompt nach Rom zu reisen und mit mir die Stadt zu besichtigen!

    Jetzt, gibt es keine Ausrede mehr für mich! 
    Wetter stimmt, Trainingszustand ist durchaus akzeptabel und meine Motivation: überragend!

    Meinen Sattelturbo gepackt, Lenkertasche montiert und auf meiner Checkliste großzügige Haken gesetzt, lege ich mich aufgeregt schlafen. Morgen geht’s los und ich freue mich sehr, das mein Freund mich die ersten Kilometer begleitet.

    Es macht wahnsinnigen Spaß in den ersten 2 Stunden durch Österreich, Liechtenstein und Schweiz zu reisen: Länderhopping advanced. Und dann heißt es auch schon Taschentuch zu zücken, Abschied nehmen und hoffen das ich mir nicht zuviel zugemutet habe.
    Serpentine für Serpentine radle ich den Splügenpass hinauf. Rechts und links eine winterliche Schneelandschaft und eisige Temperaturen. Ich trete fester in die Pedalen um mich warm zu halten. Das einzige Problem: die Luft ist einfach so kalt, das jeder Atemzug in meiner Lunge brennt. Und währenddessen ich ins Zweifeln gerate, schraube ich mich Meter für Meter in die Höhe und fast unbemerkt: Yesss, Passhöhe erreicht! Verschwitztes Trikot aus, Zwiebel-Look an! 

    Bremsen los, hinab nach Bella Italia!
    Durch ein beeindruckendes Tunnelsystem und kleinen, idyllischen italienischen Dörfern geht es nach Chiavenna. Es wird warm, die Sonne kitzelt meine Nasenspitze und mein Lachen: Unbezahlbar!
    Runter mit der Kleidung, kurz-kurz ist angesagt! Ich kehre auf einen Kaffee und Cornetto mit Cremefüllung in einer kleine Bar ein und checke die umliegenden Übernachtungsmöglichkeiten. Direkt am Comer See verfalle ich in einen zufriedenen Schlaf.

     

    Guten Morgen, Sonnenschein! Heute ist eine flache Etappe Richtung Piacenza angesagt und landschaftlich erwarte ich mir eigentlich nicht viel. Meine Freude ist Groß, als mir klar wird das ich mich sehr getäuscht habe: 

    Diese Landschaft versetzt mich in tiefes Staunen! In allen Farben blühende Felder, einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln und eindrucksvolle, geschmiedete Tore die den Weg in die Alleen eröffnen. 

    Wasserquellen etwas rar, musste ich mir das trinken ordentlich einteilen! Zu Mittag radle ich durch eine kleine Stadt: Bunt, fröhlich und einladend für eine kleine Pause! Glücklich und pappsatt nach einer gigantischen Portion handgemachter Nudeln radle ich wieder weiter. 

    Die Landschaft um mich herum hat sich noch nicht verändert, aber am Horizont lässt sich bereits die Bergkette erahnen! Übermotiviert werde ich schneller und schneller und versuche den 30ger Schnitt zu halten. Und dann ist es schon passiert. Kurz vor Piancenza muss ich mir eingestehen dass ich es übertrieben habe. Cola, Eistee und 2 Croissants haben meinen Muskeln wieder leben eingehaucht!

    “Einsame Straßen, Bauernhöfe aus Backstein an denen sich Kletterpflanzen empor schlängeln”

    Kaum in Piancenza angekommen verließ ich die Stadt fluchtartig: Menschenmengen, Autos, Lärm! Das war mir eindeutig zu viel! Ich radle noch weiter und fand einen kleinen, verträumten Ort an dem ich mir meine Nachtruhe gönnte, bevor ich meinen Elektrolythaushalt mit Gerstensaft wieder auffüllte.

    “Natur pur!”

    Bergige Touren sind mir einfach die liebsten, ich kann stundenlang bergauf fahren und mach mir nie Gedanken wie weit es wohl noch ist. Daher war meine Motivation für den 3 Tag natürlich immens! 

    Kurz vor Parma rechts abgebogen heißt es für mich: Weg von den Hauptstraßen und einfach die Ruhe genießen! Der Geruch von Kieferlatschen und einer feinen Note von Treibstoff von den Motorradfahrern fuhr ich den Pass ohne Antrieb hinauf, eigentlich klar, oder?! 

    Oben am Kiosk angekommen wurde ich angeglotzt und gefragt, wo hier der E-Motor versteckt sei. Ich wartete die Gruppe ab, schnappte nochmal Abgas bevor ich mich alleine wieder in meinem gemütlichen und ruhigen Modus befand. 

    Auf meiner rechten befanden sich grüne Wälder mit vertrocknetem Gras am Boden, das wie ein Teppich erschien und auf der linken Seite Backsteinmauern mit einer atemberaubenden Aussicht in die wunderschöne Hügellandschaft der Toskana. Es war herrlich und ich hörte bereits das Gezwitscher der ersten Möwen die im Himmel ihre Runden flogen. Das Meer war nun greifbar nahe! In Montelungo kehrte ich bereits Emilia Romagna den Rücken und befand mich bereits in der Toskana. 

    Ich ließ es bergab nun so richtig krachen! Irgendwie habe ich das Gefühl bei über 80ig Sachen fliegen zu können. In der Talsohle angekommen erinnert mich die Umgebung stark an das Piemont. Alte Dörfer, eingezäunt von riesigen Mauern, die Straßen wie ein Fleckerlteppich. Meine geplante Tour verlief über die Hauptstrasse Richtung La Spezia. Unmengen an Autos und LKWS, die an mir vorbei rasten und mich zum schwanken brachten. Ich beschloss bei der ersten Ausfahrt eine Pause zu machen, um meine geplante Tour nochmal zu überarbeiten: 150 Höhenmeter, aber dafür mit Nervenkitzel oder lieber 450 Höhenmeter zum Schluss noch oben drauf! Definitiv Variante 2! 

    Nach ein paar Kilometern führte eine schlecht asphaltierte Straße den Hügel hinauf. Der Asphalt verwandelte sich immer mehr zu Schotter bis ich mich in einer tiefen Rinne aus Schotter befand. Langsam fuhr ich weiter um einen Platten vermeiden zu können. Bergab im stehen und ständig am austarieren um nicht kopfüber vom Rad absteigen zu müssen

    Die Schlaglöcher fühlten sich wie riesige Krater an. Nach ein paar Kilometer erreichte ich wieder die asphaltierte Straße! Ich rolle die letzte Kilometer nach La Spezia hinein. Mit einem Eis bewaffnet sitze ich nun gemütlich am Pier und suche mir ein passendes Zimmer für den Erholungsschlaf!

    Nach einer turbulenten und sehr kurzen Nacht, ja Italiener können feiern, aber wie! Entschied ich mich für ein langes spätes Frühstück, da eigentlich heute ein Pause-Tag geplant wäre! 

    Aber die Hummeln im Hintern ließen mir einfach keine Ruhe und so beschloss ich trotzdem ein paar Kilometer weiter zu radeln. Der Küste entlang befanden sich extrem viele Rennradgruppen und hängte mich in deren Windschatten. Wie es sich für den Radlerkodex gehört, habe ich auch immer nett gefragt, ob ich mich reinhängen darf und geriet dadurch in lustige Plaudereien! Aus den geplanten paar Kilometern wurden unerwartet doch 90 und so befand ich mich bereits in Pisa! 

    Welch ein Touristenansturm, unglaublich! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnahmen, rempelten mich an und liefen mir ins Rad. Ich war genervt, machte ein schnelles Foto und reiste so schnell wie möglich wieder weiter!

    Endlich wieder Ruhe! Ich fühlte mich Fit und pudelwohl, radelte von Dorf für zu Dorf an der Küste entlang. Sonnenanbeter an der steinigen Küsten, der Geruch von Sonnencreme, Sand und Meer! Ich beschloss mir eine Kabine direkt am Meer zu mieten und meine Energiespeicher mit Pizza, Caprese und Eis wieder aufzufüllen. Mit einem Bier in der Hand, saß ich nun auf meiner Terrasse, der Blick aufs Meer gerichtet und konnte es garnicht glauben das ich bereits 2 Tage Vorsprung von der geplanten Tour hatte. 

    Gefühl: Himmelhochjauzend und grinsend wie ein Honigkuchenpferd!

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    Touristenansturm! Menschen die durch ihr “Deppen-Zepter” nicht mehr ihre Umgebung wahrnehmen!”

    Ich war zu schnell, wenn ich mir die Rom Besichtigung für meine Freundin aufsparen wollte. Also kurz und knapp: Nach meiner Nachtruhe gönnte ich mir ein ausgedehntes Frühstück. Rollte mit meinem Drahtesel 45 Kilometer weiter, checkte mir ein Hotel und verfrachtete meinen Körper an den Pool. Den ganzen Tag verbrachte ich mit Essen, lesen und Vitamin D tanken! Langweilig? Und wie!

    Voll entspannt und ausgeruht beschloss ich meine geplante Tour zu ändern. Der Verkehr an der Küste und die Urlauber die im Scheuklappen Modus und Flip-Flops ausgestattet unaufmerksam auf der Straße rollten, stressten mich etwas! Deswegen ab ins Landesinnere und die Toskana mit allen Sinnen erleben! Diese Entscheidung war goldrichtig. 

    Leider hatte ich mich am Vortag mit der geplanten Route nicht so ganz auseinandergesetzt, wie ich es eigentlich mache. Ich fuhr auf einen Feldweg und ein Blick auf die Karte verriet mir das dieser Weg nicht sehr lange sein würde, deswegen beschloss ich nicht umzukehren. Sehr, sehr dumme Idee! 

    Ich rollte langsam weiter, aus dem Feldweg wurde ein mit Schlamm durchzogener Weg. Die Pfützen reichten mir bis zu den Pedalen. Ich hatte alle Hände voll zu tun, das ich nicht stecken blieb, bis es irgendwann so schlammig wurde das ich absteigen musste. 

    Endlich nach eine gefühlten Ewigkeit erreichte ich wieder schönen, asphaltierten Boden. Der ganze Schlamm klebte überall am Rad. Die Bremsen ließen sich nicht mehr betätigen und von Schalten war überhaupt nicht daran zu denken. Also Werkzeug raus, Räder ab und mit einem Imbusschlüssel klopfte ich den Schlamm, der schon eher wie Zement wirkte, aus jeder Ritze! 40 Minuten später hatte ich es geschafft und rollte nun endlich wieder fahrbereit weiter! Aber was danach kam, hatte die Tortur schnell in Vergessenheit gedrängt!

    Ich wusste zwar das die Toskana sehr hügelig ist, aber das hatte ich mir nicht erwartet! Lange, stetig steigende Auffahrten durch Weingärten, Olivenplantagen und hier und da erspähte ich einen Bauernhof. Knackige, gut asphaltierte Abfahrten! Mein Radlerherz befand sich im Paradies! 

    Es schien als wie dort die Zeit still stehen würde. Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich Pool vergnügten und Frauen die auf der quer gespannten Wäscheleine durch den Garten ihre weißen Laken aufhängten. Ich machte eine kurze Rast auf einer Parkbank und zu mir gesellte sich ein Brevetfahrer! Der Fahrer war fix und fertig und kaum noch der englischen Sprache mächtig, konnte ich nun meine italienischen Kenntnisse auspacken! Welch ein Spaß! Es hatte 28 Grad und ich buchte mir ein Appartement mit Pool in der Nähe! Die Einkaufs und Restaurant Möglichkeiten etwas rar, gab es nun für mich die klassischen Barilla Nudeln! Herrlich, was für ein Tag!

    Toskana, ohh du bella italia! Der nette, italienische Brevetfahrer gab mir den Tipp unbedingt nach Montefiascone einen Abstecher zu machen. So beschloss ich meine Tour für die erste Tagesetappe dort einzuplanen! Der Tipp hat sich für mich mehr als gelohnt! Der Weg führte mich durch die toskanische Hügellandschaft. Die kleinen Ortschaften schienen wie ausgestorben zu sein, aber das störte mich keineswegs, da ich es sehr genieße wenn ich bei mit meinen Gedanken nur im hier und jetzt bin und im Hintergrund das rattern des Radls höre.

    “Hier und da ein geschäftiger Bauer, Kinder die sich im Pool vergnügen und Frauen die im Garten ihre weißen Laken aufhängen. “

    Die Gegend wurde immer grüner und farbenfroher und die Wasserquellen und Brunnen nahmen immer mehr zu. Kurz vor Montefiascone winke ich zum Abschied noch der Tafel “Toskana” und begrüßte die neue Provinz “Latium”. Am Fuße des Sees Lago di Bolsena befand sich ein nettes Kaffee und ich beschloss hier eine längere Pause zu machen. Kaffee, Kuchen und eine tolle Aussicht auf den See und die Burg ließen mich die letzten anstrengenden Höhenmetern schnell vergessen. Nachdem dieser See schon so idyllisch war, beschloss ich meine Weiterreise über Viterbo nach Lago di Vico fortzuführen. Da dieser See als Naherholungsgebiet für Bewohner von Viterbo genutzt wurde, war der Verkehr dementsprechend lebendig, aber es waren ja nur ein paar Kilometer.

    Nach einer weiteren Tasse Kaffee beschloss ich mir noch ein Bild vom nächsten See zu machen. Auf gehts zu “Lago di Bracciano”. 

    Dann war sie da, die Tafel die mir Tränen in die Augen trieb. Byebye Viterbo, welcome Roma! Dieses Gefühl kann ich kaum in Worte fassen. Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. 

    Ich war Rom bereits so nah. Ich konnte es heute noch nach Rom schaffen, aber diesen Moment wollte ich mir unbedingt für den nächsten Tag aufsparen.

    Also buchte ich mir ein Zimmer in Bracciano, flanierte durch die Stadt mit einer dreifachen Portion Eis und ließ es mir so richtig gut gehen! Zur Krönung des Tages gönnte ich mir eine Pizza und bestellte mir ein Bier. Also ich mag italienisches Bier sehr gerne und hätte niemals damit gerechnet dass mir die Kellnerin ein “Villacher” kredenzte! Echt? Man radelt 930 Kilometer, ist extrem weit von zu Hause weg und bekommt heimisches Bier serviert. Also mein Lachen konnte ich nicht mehr verbergen, als die irritierte Kellner sich wieder Richtung Schanke aufmachte.

    Nervös, schwitzige Finger vor Aufregung, Stolz bis in die kleinste Zelle meines Körpers. Ich war Rom bereits so nah.

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    Der Tag der Tage war nun bekommen! Die letzten 40 Kilometer meiner Reise standen mir bevor. Nach einer sehr erholsamen Nacht war der erste Blick aus dem Fenster. Der Wetterbericht hatte leider recht behalten. Nebel, Regen und eisiger Wind. 

    Darf das denn wahr sein! Kurz vor meinem Ziel ein Wetterumschwung. Wenn ich den Wetterbericht vertrauen darf, sollte sich das Wetter zu Mittag wieder bessern. Stress hatte ich eigentlich sowieso keinen und deswegen ging ich ausgedehnt und lange frühstücken. Kurz vor Mittag war das Wetter noch nicht wirklich besser und beschloss einfach losradeln. Dieser Wind war so unangenehm und ließ mich am ganzen Körper zittern. Aber als ich aus dem Becken ähnlich rauskam war sie da, die Sonne! Warme Luft, wärmende Sonnenstrahlen und diese blühenden Mohnfelder, gigantisch!

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    “Und dann konnte ich meine Freude kaum noch zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange”

    Ich konnte es gar nicht glauben das ich mich bereits 15 Kilometer vor dem Petersdom befand! Von einer Großstadt weit und breit keine Spur! Das änderte sich aber schlagartig, Lärm, von Abgas geschwängerter Luft, Müll am Straßenrand und wildgestikulierente Motorradfahrern. 

    Ja, jetzt bin ich definitiv angekommen. Konzentriert arbeitete ich mich durch den dichten Verkehr und fokussierte mich so sehr auf den Verkehr das ganz übersah das ich mich bereits kurz vorm Petersdom befand. Und dann war er da. 

    Dieser eine emotionale und überwältigende Moment, wenn man etwas erreicht hat. Ich sah mich kurz um und drückte mein Handy den nächstbesten Touristen in die Hand, um von mir ein Foto zu machen. Hinter meiner Brille rollten bereits die ersten Tränen und mein Kinn zitterte bereits merklich. Ein schnelles Grazie und ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen zwischen den gigantischen Säulen. Und dann konnte ich meine Freude nicht mehr zurückhalten und ein Schwall aus Tränen liefen mir über meine Wange. Aufgeregt und voller Stolz rief ich mit zitternder Stimme zu Hause an: “Ich kanns nicht glauben, ich habs geschafft! Und das noch früher wie gedacht!”

    "Alle Wege führen nach Rom- war ein großes Abenteuer für mich!
    Ich kann Dir empfehlen die Hotels immer spontan zu buchen! "
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    Gramm Käsknöpfle verbrannt
  • RADgeber

    Das Einmal Eins Deines Rennrades

    Was ein Vorbau mit einem Rennradl zu tun hat, das Muffen nicht mit schlechten Gerüchen in Verbindung stehen und was es mit Zahnkränzen auf sich hat, gibt es hier zum nachlesen!

     

    Für mich als Rennradlfrischling war es am Anfang sehr schwer mir bei dem technischen Wirrwarr einen Reim darauf zu machen, wo sich das alles am Rennradl befinden sollte!

    Dass ein Steuersatz natürlich nichts mit dem unumgänglichen Finanzamt zu hatte, war mir auch klar. Deswegen dachte ich mir, ich erzähle Dir einmal alles Kurz und Knapp über die Bestandteile eines Rennradls, damit Du nicht wie ich in der Radlwerkstatt stotternd die Bauteile mit Dingsda beschreiben musst.

    Der Rahmen

    Wir kennen viele Rahmen die uns im alltäglichen Leben begleiten, aber wie sieht es nun mit den Rahmenbedingungen bei einem Rennradl aus. Der Rahmen ist das Herzstück von jedem Drahtesel. Mit dem Rahmen bestimmt man die Größe. Die Materialien, die Lackierungen sind noch zusätzliche Spielereien die der Rahmen aufweist.  

    Nun zum Herz:

    Die verschiedenen Rohre die dann als gesamtes deinen Rahmen bilden: Oberrohr, Sattelrohr, Unterrohr, Steuerrohr, Tretlagergehäuse, Sitzrohr, Strebe, Kettenstrebe und die Ausfallenden.

    Ich möchte auch zum Herz gleich die passende pulsierende Aorta aufzeigen: Die Gabel mit dem Kopf, der Schaft und die Gabelscheide, und nein wir befinden uns gerade nicht im Sexualkundeunterricht 😉

    Die Verbindungen zu den einzelnen, hohlen und zylindrisch geformten Rohren schaffen sogenannte Muffen, um sich gemeinsam zum Herzstück des Rennradls formieren zu können. Die richtige Party steigt erst wenn sich das Unterrohr mit dem Sitzrohr und mit der Kettenstrebe beim Tretlagergehäuse treffen. Trörööö Party on, würde ich mal behaupten!

    Egal ob Dein Rennradl aus Testosteron gesteuerten Stahl, Carbon oder Aluminum besteht, der Grundaufbau bleibt immer der gleiche, nur die Verbindungsmöglichkeiten variieren.

    Piemont

    Das Lenksystem

    Die Liebe zueinander lassen den Lenker und dem Vorbau nur in einem Atemzug miteinander erwähnen. 

    Der Lenker weist heiße Kurven auf, das man in jeder fahrenden Position auch die richtige Haltung findet. Wenn man es gerne sportlich und windschlüpfrig hätte liegt man fast im Untergriff, bei steilen Anstiegen ergreifst Du vorzugsweise die obere, mittlere Griffposition. Mit den eng umschlungenen Lenkerbändern verleiht man seinem Rennradl noch den besonderen Pfiff.  Mit dem Vorbau verhält es sich so wie mit Deinen Sport-BH`s, je nach Größe sollst du die richtige Länge des Vorbau`s wählen, um lästiges Zwicken und Zwacken Deines Gestells vermeiden zu können.

    Der Steuersatz macht es erst möglich dass Du Rennradlmadl schneidig um die Kurve rasen kannst. Im Steuersatz oder auch Lenkungslager befindet sich das Kugellager. Die Gabel steht in einer harmonischen Verbindung zwischen Steuersatz und Steuerrohr, damit das Rennradl jeden Belastungen standhalten kann. 

    Zum Schluss jeder Gabelscheide befinden sich die Ausfallenden, die die Verbindung zu Deinen ultracoolen Laufrädern schafft.

    Mit dem richtigen Antrieb

    Die perfekte Einheit mit dem Tretlager, Tretkurbel und Kettenblättern machen es erst möglich das Du voran kommst. Das Tretlager muss einigen Kräften trotzen und durch die Eigenschaft der Tretkurbel noch Hebelwirkungen Stand halten können. Das Tretlager kann ein Spiel überhaupt nicht leiden und möchte bitte sofort serviciert werden. Nichts mit der politischen Situation am Hut, hat die Rechte Tretkurbel fünf Arme, die eine Koalition mit den Kettenblättern eingeht. 

    Wuhuiiii Hoch die Hände, die perfekte Welle bilden Tretkurbel und Tretachse. 

    Das Kettenblatt liebt die Zweisamkeit, rar, aber doch hin und wieder erblickt man das seltene Exemplar von einem flotten Dreier. Die erste Frage am Stammtisch lautet oft: Welche Übersetzung fährst du? Nein, hier ist nicht die Funktion “Google Translate” gemeint, sondern gemeint sind die die Zähne die das Kettenblatt aufweist. Standard sind 53 und 38 Zähne und die kompakte Version sind 50 und 34 Zähne. Die Übersetzung ermöglicht Dir je nach Fahrsituation den richtigen Widerstand zu wählen. 

    Nun zu hinten!

    Der wunderschöne Zahnkranz besteht aus mehreren Ritzel die sich auf der Nabe hintereinander Reihen. Je nach Hersteller und Ausstattung bilden fünf oder sechs Zahnkränze eine Einheit. Die wunderschöne Melodie des Rennradls ermöglicht der Freilauf.

    Um sich wirklich fortbewegen zu können, erklärt sich die Kette als Selbstverständlich. Um eine Überbelastung der Kette zu vermeiden, achtest Du immer, dass die Kette einen parallelen Verlauf zum Rahmen aufweist. Damit die hochkomplexe Lösung auch genutzt werden kann, Bedarf es noch einer Schaltung. Die Doppelfunktion der Schalt- und Bremshebel lassen Dich rasch auf die jeweilige Situation reagieren. Mittels Umwerfer wird quasi die Kette auf das richtige Kettenblatt geschubst.

    Last but not least: Egal für welche Pedale Du dich entschieden hast, achte bitte auf die richtige Montage und Position der Platten, dein Knie wird es Dir danken 😉

    Ich hoffe, ich konnte Dir einen kurzen Überblick von einem Aufbau eines Rennradls verschaffen. Nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, könnten sich trotzdem Fehlerteufelchen eingeschlichen haben. Ich freue mich über eine Rückmeldung!

    "Selbst ist die Frau und ran an die Ritzel!"
    Anna-Maria
    Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer

    3 Ländertour- AUT.IT.SLO

    Ob alleine Reisen Spaß macht und ob ich es weiterempfehlen kann, wie wichtig das richtige Equipment ist und wie nötig Kaffee und Kuchen Pausen werden…..

     

    Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Mehrtagestour mit dem Rennrad unternommen. Umso fixer wurde für mich das Projekt ein paar Tage hintereinander zu radeln. Nach Mangel an Wegbegleitern stellte ich mir die Frage: Warum denn nicht alleine? Das Ziel war, dass ich nach 6 Tagen Bled in Slowenien erreichen sollte, da dort unser Familienurlaub stattfinden würde. Ich verbrachte einige Stunden mit der Tourenplanung auf Komoot, um für mich die perfekte Tour zu finden. 

    Es galt also den Arlbergpass, Reschenpass und als “Highlight” zum Schluss den schweißtreibenden Wurzenpass zu bezwingen.

    Es war nun endlich soweit, der Abend vor der Reise war angebrochen. Mit Youtube-Videos, Schraubenzieher, Kettenöl und anderen Werkzeugen bewaffnet, servicierte ich höchstpersönlich mein Rennrad. Die Schrauberei war auf alle Fälle Premiere! 

    “Ich kann Dir nur eines sagen: Ran an die Ritzel und selbst ist die Frau! Handschuhe bei allem Eifer nicht vergessen! “

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    Erste Tagesetappe- von einer imposanten Panoramafahrt bis hin zu inspirierenden Gesprächen

    Früh morgens warf ich mir meinen gepackten Rucksack über die Schulter, steckte meine Trinkflaschen in die Radhalterung und begab mich auf den Weg nach Bludenz.

    Mit viel Motivation und voller Hose, aus Angst ich könnte es nicht schaffen, radelte ich mich gemütlich durch das Klostertal ein. Wie ich nun hier vor den ersten Kehren stand, wurde mir schlagartig klar: Jetzt gehts los, also Druck auf die Pedale. Der Arlbergbergpass ist wahrlich nicht für seine ruhigen Straßen bekannt und so pedalierte ich mit gleichmäßigen Tempo und leicht wankend, wenn wieder ein Lastwagen vorbei bretterte, den Pass hoch. Es motivierte mich unglaublich, als ich ein “GoGoGo” vernahm und der nach oben gestreckte Daumen aus dem heruntergelassen Fenster an mir vorbei raste.

    Oben angekommen war ich erstaunt, welch Schneemenge noch am Rand der Straße lag. Ich streifte mir meine Armlinge und Beinlinge über und raste Richtung St. Anton hinab.

    Erste Tagesherausforderung: check. Das schrie förmlich nach einer Belohnung, die ich mir mit Kaffee und Kuchen auch gönnte. Die Zeit und die Kilometer verflogen bis Landeck wie im Flug. Vor mir erhaschte ich einen Blick auf einen Rennradfahrer und übte noch ordentlich Druck aus, um mich in seinem Windschatten erholen zu können (Bergauf macht das wenig Sinn). Es entstand ein anregendes Gespräch über das Radfahren und warum ich alleine unterwegs wäre. Wie sich nach ein paar zusammen gespulten Kilometern herausstellte war er ein Profiradfahrer und Trainingskollege vom Extremradsportler Patric Grüner. Nach der Verabschiedung ließ das nächste Gespräch nicht lange auf sich warten. Ich befand mich direkt in einer Gruppe Italiener die einen Brevet (ich glaub es war München-Mailand) absolvierten. Einer von der Gruppe fuhr das selbe Tempo wie ich. Und so motivierten wir uns gegenseitig über die Norberthöhe nach Nauders hoch. Da ich im vorhinein beschloss hier mir meine Nachtruhe zu gönnen, mussten wir uns leider verabschieden. Mit einer herzlichen Umarmung und einem “Ciao Bella!” verabschiedeten wir uns. Noch immer beschwingt gönnte ich mir ein Bier und eine ordentliche Portion Nudeln, um danach in einem traumlosen Schlaf zu verfallen.

    “Mit viel Motivation und voller Hose, aus Angst ich könnte es nicht schaffen, wurde mir schlagartig klar: Jetzt gehts los!”

    Zweite Tagesetappe- Der herrliche Duft von Apfelblüten bis über den Dächern von Bozen

    Um 7:00 Uhr morgens stand ich bereits frisch und munter vor der Einfahrt der Pension. Kurzer check, ob ich alles dabei hatte und dann ging es auch schon los. Der kurze Anstieg bis zum Reschenpaß war so schnell erledigt, dass ich nur im Vorbeifahren ein Selfie mit der “Italia” Tafel schoß. Ich war so gespannt auf das Vinschgau, ich konnte es kaum erwarten mir meine eigene Meinung darüber zu bilden.

    Einfach nur herrlich: blühende Apfelbäume, romantische Dörfer, Kühe und Hirten, die sich mit sanften Rufen und bedachten Schritten über die Seitenstraßen bewegten und dieser ständige Duft in der Nase ließen mich wie berauscht Richtung Meran radeln. Ich wollte, dass diese herrliche Fahrt niemals endete. Da ich so überwältigt von meinen Sinneseindrücken war vergaß ich mein Handy einzuschalten. Pech für mich, mein Freund wollte mich überraschen und mit mir gemeinsam durch das Vinschgau radeln. Kurz vor Meran beschloss ich mich wieder mal meiner elementaren Kaffee- und Kuchenpause zu widmen. Glück für mich, dass ich mit dem Handy durch die Stadt navigieren musste, denn so konnte mich endlich mein Freund erreichen, der auf mich bereits in Meran wartete. Hübsch behütet mit einem Retrokapperl Jawui genoß ich in vollen Zügen meinen Kaffee und Kuchen und plauderte hemmungslos drauf los, wie es mir bis jetzt ergangen war.

    “Blühende Apfelbäume, romantische Dörfer, Kühe und Hirten, die sich mit sanften Rufen und bedachten Schritten über die Seitenstraßen bewegen” – Vinschgau

    Wir beschlossen gemeinsam nach Bozen zu fahren. Ich wollte diese Reise unbedingt alleine schaffen, deswegen beschloss ich den gebotenen Windschatten nicht wahrzunehmen. Dickschädel, eben 😉 Wir aßen noch gemeinsam, bevor er wieder die Heimreise nach Vorarlberg antrat und ich mich zu meiner vorgebuchten Pension aufmachte. 

    Fail des Tages: Ich hatte bei der Buchung überhaupt nicht darauf geachtet wo sich diese Pension genau befand. Und so musste ich noch knappe 800 Höhenmeter bezwingen, um zu wissen, dass ich morgen wieder die gesamte Strecke nach unten rollen darf. (Reminder an mich: Zuerst die Lage checken und dann buchen)

    Trotz der unnötigen Strapazen hat es sich gelohnt, es war eine großartige Pension mit herzlichen Menschen, tollen Gesprächen und mit der besten Aussicht rund um Bozen.

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    Dritte Tagesetappe – Schotterstrassen und andere Herausforderungen

    An diesem sonnigen Morgen pflegte ich vor der Abfahrt meine aufgescheuerten Schlüsselbeine und Beckenknochen, die ich meinem Rucksack zu verdanken hatte. Danach konnte es mit einer herrlichen Abfahrt wieder Richtung Bozen beginnen. Unten in Bozen angelangt, war ich wieder auf meiner geplanten Tour unterwegs. Die wunderschöne Talsohle bis nach Brixen ließ mich schnell meine kleinen Blessuren vergessen. Bevor ich kurz vor Mühlbach war, drehte ich noch eine Ehrenrunde rund um Brixen, da bei mir Navigationsgenie kurzzeitig der Verstand aussetzte. Wieder auf meiner geplanten Tour angekommen, konnte es nun durch das Pustertal Richtung Österreich weitergehen. Das Wetter war wohl nicht auf meiner Seite, um mir die Reise nach Österreich zu versüßen. Wind und Regen peitschten mich durch das Tal. Zu allem Überfluss war es unmöglich auf der Hauptstrasse zu fahren, sodass ich mich für den Radweg entscheiden musste. Endlose Schotterpassagen machten für mich die Fahrt nach Innichen zur Tortur. Nach dem zweiten Schlauchwechsel war ich schon so genervt, dass ich am liebsten heulend auf einer Parkbank das Handtuch werfen wollte. Der Zug ist ja auch eine Alternative… Aber nicht für mich!

    Also kramte ich noch aus dem hintersten Winkel die letzte Portion Motivation raus und quälte mich nach Innichen weiter. Ich stand nun im Supermarkt in Innichen an der Kasse und musste über mich selbst lachen. Am Förderband befand sich Eistee, Bananentrinkjoghurt, Kekse und Schokolade. Alles andere als eine gesunde Ernährung, aber in diesem Moment war es Balsam für meine Seele. Ich verabredete mich mit einer ehemaligen Schulkollegin auf Kaffee und Kuchen.

    “Also kramte ich noch aus dem hintersten Winkel die letzte Portion Motivation raus und quälte mich weiter” 

    Erst da bemerkte ich, dass ich den ganzen Tag mit niemandem gesprochen hatte. Was für mir als typische Plaudertasche sehr ungewöhnlich erschien. Im Plaudermodus bei Kaffee und Kuchen besserte sich das Wetter und meine Stimmung schlagartig. Die Sonne kitzelte mich im Gesicht und ließ mich erfrorenes Madl wieder neue Energie schöpfen. Die letzten paar Kilometer nach Sillian verflogen wie im Flug und ließen mich all die Anstrengungen des Tages vergessen. Nach einer riesen Portion Schlutzkrapfen und einer Tafel Schokolade konnte ich mich Stolz meinem Erholungsschlaf widmen. 

    Vierte Tagesetappe – von herrlichen Anstiegen und rasanten Abfahrten

    Ich gönnte mir ein reichhaltiges Frühstück um meinen Energiespeicher wieder auffüllen zu können und startete mit herrlichen, sonnigen Wetter Richtung Kartitsch. Auf den Kehren des Kartitscher Sattel lieferte ich mir ein Duell der Sonderklasse mit einem Rennradler aus der Gegend. War ich wieder eine Nasenlänge voraus, zog er von hinten wieder richtig an. Denn Schlagabtausch gönnten wir uns ein paar mal bis wir ins plaudern gerieten. Er fragte mich warum ich den so alleine unterwegs wäre und mir fiel keine bessere Antwort als: Weil ich es kann! 

    Herzhaft lachend und leicht aus der Puste pedalierten wir gemeinsam durch das Gailtal. In Maria Luggau verabschiedeten wir uns und ich radelte weiter bergauf und bergab durch das wunderschöne Lesachtal. Angekommen in Kötschach-Mauthen füllte ich meinen Rucksack mit einer deftigen Jause auf, um am Weg Richtung Hermagor ein kleines Picknick halten zu können. In Hermagor angekommen verabredete ich mich mit einer Freundin um mich wieder meiner Kaffee und Kuchenpause frönen zu können. Nach einer lustigen und anregenden Unterhaltung setzte ich meine Reise nach Villach fort. Ich hatte mir vorgenommen das ich in Villach nächtigen wollte, also ran an die Pedale und volle Fahrt voraus. Nach einem Wetterumschwung und lästigen Schotterpassagen erreichte ich endlich das Ortsschild Villach. So gefreut über ein Ortsschild hatte ich mich noch nie. Nach dem ich meine Unterkunft gebucht hatte, füllte ich meine verlorenen Kalorien mit einer Portion Pommes und einem Bacon Burger auf. Dann hieß es wieder meine Wunden pflegen und ab ins Bett.

    “Auf den Kehren des Kartitscher Sattel lieferte ich mir ein Duell der Sonderklasse mit einem Rennradler aus der Gegend. War ich wieder eine Nasenlänge voraus, zog er von hinten wieder richtig an. Denn Schlagabtausch gönnten wir uns ein paar mal”

    Fünfte und letzte Tagesetappe – Wurzenpass: Kann man machen, muss man aber nicht

    Wie von der Tarantel gestochen schweifte mein Blick zur Uhr. Verdammt ich hatte verschlafen! Mein Puls beruhigte sich sehr schnell wieder, da ich realisierte das ich eigentlich keinen Stress hatte. Ich war ja alleine unterwegs und musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Der Blick aus dem Fenster hieß nichts Gutes, es gießte wie aus Kübeln. Entspannt schlurfte ich zum gedeckten Frühstücksbuffet und kredenzte mir einen Kaffee. 

    Nachdem ich den Wetterbericht studiert hatte, beschloss ich erst gegen späten Vormittag meine Radreise fortzusetzen. Nachdem sich allmählich die Regenwolken verzogen hatten, startete ich wie geplant in den Tag. Die paar Kilometer bis kurz vor dem Wurzenpass verflogen wie im Zeitraffer. Nachdem ich schon im vorhinein nicht allzu spaßiges über den Anstieg erfahren hatte und immerhin der Pass bei Quäldich.de vier von fünf Sternen besitzt, hatte ich ordentlichen Angstschweiß im Nacken. Um in das obere Savetal zu gelangen, musste ich wohl oder übel meinen inneren Schweinehund besiegen. Also Augen zu und durch! Es gab für mich nur eine Chance den Kampf zu gewinnen. Einmal auf der Rampe angekommen, fährt man es durch oder man schiebt. Ich entschied mich für die erste Variante und kämpfte mich Meter für Meter über die 18% Rampe hoch. Oben angekommen platzte ich förmlich vor Stolz, ich hatte den Wurzenpass bezwungen! Ohne absteigen zu müssen oder ein Gefühl zu haben ich wäre am Limit! Mein Wadl fühlten sich noch immer gut an und so stürzte ich mich in die Abfahrt nach Kranjska Gora. Entlang der Save radelte ich beschwingt und mit super Laune dem letzten kurzen Anstieg entgegen, mein Ziel war nun greifbar nahe.

    Die Hügellandschaft die der Steiermark zum verwechseln ähnlich sah, ließen mich fast wie zu Hause fühlen! Am See angekommen realisierte ich zwischen gefühlten tausend Touristen nun: DONE, und das sogar noch ein Tag früher wie geplant!

    ” Ohne richtigem Equipment machen solche Touren einfach keinen Spaß. Aufgescheuerte Haut, unnötiges Gewicht etc.

    Investiere in Dich und dein Hobby!”

    Ich kann Dir definitiv eines sagen: Wage es! Alleine Reisen bringt zwar einige Herausforderungen mit sich, aber der Stolz und die gesammelten Eindrücke stehen definitiv über allem! Man beschäftigt sich auf der Reise nur im Hier und Jetzt, es existiert nur Du! Lernst kurze Weggefährten kennen und hast dessen hinaus noch tolle Geschichten und ein bleibendes Abenteuer! Investiere Zeit in Dich, es wird sich lohnen! Ich werde auf alle Fälle wieder eine Tour mit meinem Drahtesel wagen!
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    Gramm Käsknöpfle verbrannt
  • Piemont
    Meine Abenteuer

    Piemont

    Ein kulinarisches Abenteuer in mitten der prickelenden Asti-Traube und der goldenen Ferrero Nuß!

     

    Es ist Anfang April, der Blick aus dem Fenster ist ein Trauerspiel. Nebel, feiner Nieselregen und ein Wind der einen dazu zwingt die Jackenkragen ganz weit aufstellen zu müssen.

    Ich steige von meinem Rennrad das seit längerem in der Rolle befestigt ist, der Trainingsreifen sieht wie ein Fremdkörper an meinem Rad aus. Es stört mich, mein Rad und ich sollten frische Luft atmen. Der Adrenalinrausch sollte durch meinen Körper strömen, wenn ich meine Bremsen löse und mich den Berg hinunter stürze.

    Verschwitzt, außer Atem, glühend rote Backen und eine aufsteigende Motivation in mir, lassen mich meinen Urlaubskalender checken. Ende April scheint es möglich zu sein um meinen Plan endlich in die Tat umzusetzen. Ich will von Vorarlberg nach Gmunden fahren, um eine liebe Freundin zu besuchen. Kurz, schön und in 3 Tagen möglich. Klingt doch perfekt!

    Ich organisiere in den nächsten Tagen das Equipment um so eine Reise machen zu können. Putze mein Rad und bringe es auf Stand, um keine großen Überraschungen erleben zu müssen. Ein paar Tage noch schlafen und dann gehts los, ich bin aufgeregt und nervös. Kann ich alleine so eine Strecke fahren? Hab mir zuviel zugemutet? Und wird das Wetter passen?

    Und welch eine Überraschung 2 Tage vor der Abfahrt hat es zu schneien begonnen. Die Strecke ist nicht fahrbar und nur flach kommt für mich definitiv nicht in Frage. 

    Genervt liege ich im Bett und nörgle und jammere was Frau zu bieten hat. Mein Freund sagt zu mir in aller Ruhe: Fahr halt woanders hin. Tataraaaa, das war es! Ich fühle mich ein bisschen wie Wicki, der sich um die Nase streift wenn er einen genialen Einfall hatte und durchforste nun das endlose Worldwideweb! 

    Die Traumdestination soll für mich alles bieten: flach, bergig, grandiose Kulisse, kulinarisch möchte mein Gaumen auch verwöhnt werden und das wichtigste für mich: es sollte warm sein! Gar nicht so einfach so etwas zu finden, da fliegen für mich nicht in Frage kommt. Ich streife mir um die Nase und höre in meinem inneren den Trommelwirbel und tosenden Applaus für meinen Idee: Piemont, da will ich hin! 10 Minuten später habe ich bereits ein Zimmer im piemontesischen Gebiet gebucht. Die Fotos des Hauses und der Gastfamilie und der klingende Name Trinita in der Provinz Cuneo haben mein Herz höher schlagen lassen.

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    Der Adrenalinrausch sollte durch meinen Körper strömen, wenn ich meine Bremsen löse und mich den Berg hinunter stürze.”

    Rad und Gepäck ins Auto und los gehts. Bei der Abfahrt wurde ich mit Schneeregen verabschiedet und lachte mir ins Fäustchen, da ich jetzt Richtung Sonne und 22 Grad düse.

    Nach 5 Stunden Fahrtzeit hat mich die Sonne in Trinita begrüsst. Nach einer herzlichen und sehr netten Begegnung mit der Gastfamilie, großartigen Radtipps, breche ich nun zu der nahe gelegenen größeren Ortschaft auf um, wie sollte es anders sein, mir eine Pizza zu gönnen.

    Ich plane noch meine Tour für morgen und bereite alles auf meinen Garmin vor, Luft in die Reifen, Müsliriegel in die Satteltasche und schon liege ich im Bett!

    Es ist 05:50, die Sonne kitzelt meine Nasenspitze und ich erwache sanft aus dem Schlaf. Wowww, welch ein Sonnenaufgang und ich bin überrascht wie fit und motiviert ich mich fühle.

    Ich schmeiße mich in Schale, fülle noch Wasser in meine Radflaschen, bevor ich noch einen herrlich duftenden Kaffee mit perfekter Crema mit einem hausgemachten Schokomuffin an der Frühstücksbar genieße.

    Piemont

    Meine Tour führte mich auf den Spuren des bekannten Barolos bis hinauf auf die Weinhänge des lieblichen, perlenden weißen Asti. Ich lasse bei den auf und Abfahrten die Umgebung auf mich wirken. 

    Verträumte, alte italienische Dörfer, geschäftige Weinbauern, Schulkinder die in Reih und Glied singend über den Dorfplatz spazieren. Ja, so stellt man sich Idylle vor. Mich durchströmt ein Gefühl der absoluten Zufriedenheit. Nun in Asti angekommen widme ich mich wieder meiner Lieblingsspeise: Pizza! Ich schnappe mir die Pizzaschachteln und rolle gemütlich in den nächsten Park.

    Ein nettes Ciao hier, ein freundliches Ciao Bella da, lassen mich zufrieden in meine Gedanken vertiefen und meine Pause genießen. Frisch gestärkt habe ich nun beschlossen den Weinreben meine kalte Schulter zu zeigen und mich verstärkt der Ferreronuss zuzuwenden. 

    Goldene Nuss, wo bist du? Mein Weg führt durch unglaubliche, große Nussplantagen. Aber nicht nur die Farmer haben sich der Nuss verschrieben, sondern auch bei allen Grundstücken standen Unmengen an Haselnussstauden. Fasziniert von der kontrastreichen Umgebung vom Vormittag radle ich nun Serpentine für Serpentine nach Guarene hoch.

     

    Die Hitze setzt mir doch etwas zu, da sich mein Körper noch im Wintermodus befindet und dann ist es auch schon passiert. Wasser aus, ich am Limit. Verdammt ich ärgere mich sehr über mich, soetwas sollte mir eigentlich nicht mehr passieren.
    Meine Gesichtsfarbe wechselt gefühlt bereits zu purpur und ich denke an einen Bernandiner der im Hochsommer bestimmt nicht so am schnaufen ist, wie ich gerade.

     

    Eine alte, freundlich, dreinblickende Dame gießt gerade ihre Blumen auf ihrer Veranda und sie versteht meine Situation sofort. Sie geht flotten Schrittes zurück ins Haus und deutet mir ich solle doch hier warten. Sie kommt mit einer großen Karaffe Eistee zurück und ein Hand voll Haselnüssen! „Mille Grazie, il mio salvavita!!!“ Mit meinem mickrigen italienischen Kenntnissen tauschen wir noch ein paar Sätze aus, fülle meine Trinkflasche mit Wasser und schon bin ich wieder zurück auf der Tour!

     

    Guarene, dieser Strapaze lohnt sich vollkommen. Was für ein Schloss und die darum entstandene Altstadt! Schwer beeindruckt über die Architektur und den menschenleeren Gassen mache ich mich nun zur Abfahrt bereit! 16 Kilometer piekfeiner Asphalt mit perfekten angelegten Kurven, meine Bremsen muss ich keine einziges mal verwenden. Yipppey, ich bin im Radlerhimmel!

    Auf geht’s nach Richtung Bra. Die Straßen säumten rechts und links so weit das Auge reichte Haselnussstauden. Ich plaudere angeregt mit einem italienischen Rennradradfahrer mit dem ich ein paar Kilometer die Strassen teilen durfte. Er hat Radfahren noch in einer anderen Zeit erlernt! 

    Statt Helm waren Sturzringe modern, Ersatzreifen wurden sich um den Oberkörper gewickelt und nach einer gelungenen Ausfahrt sich zur Feier des Tages eine Zigarette angesteckt! 

    Während er auf seinem modernen Trek-Rad mit einer beindruckenten Trittfrequenz in die Pedale tritt, erzählt er mir das er mit 81 Jahren noch immer fast jeden Tag und jedem Wetter am Rennrad sitze und seine Passion schuld sei, das er noch fit ist. Darauf kann ich nur sagen: Absolut wahr! Ein Rennradfahrer durch und durch!

     

     

    Beschwingt und motiviert verabschiede ich mich und radle mit meinem Tempo wieder zurück zum Quartier! Ich besorge mir noch frische, hausgemachte Nudeln, gesalzene Butter, frische Kräuter und koche mir noch mein Essen! Bevor ich mich dem Schlaf hingebe, genieße ich noch auf der Veranda ein kühles Bier und plane meinen morgigen Tag und lasse den heutigen Tag mit einem großen Grinsen Revue passieren.

    Herrlich, mein Blick auf die Uhr verratet mir das es genau 06:00 ist und die Sonne erhellt bereits mein ganzes Zimmer. Ich schlage meine Decke schwungvoll zurück und bin mit einem Satz bereits auf meinen Beinen! 

    Rein in meine Radlerwäsche, flott noch schnell ein Stück vom hausgemachten Kuchen essen und einen Kaffee schlürfen und schon sitze ich voller Tatendrang auf meinem Rad!

     

    Ursprünglich habe ich heute das Gebirge geplant, aber die meisten Strassen sind laut Gastfamilie noch nicht befahrbar und noch ziemlich stark verschneit. Also heißt für mich die Tour heute im Zeichen das Papstes und der Dome zu machen!

     Mein erstes Stop ist Dogliani. Welch ein prachtvoller Dom mit einer wahnsinnig, schönen großen mit Patina überzogen Kuppel! Atemberaubend was der Mensch bautechnisch alles machen konnte!

     Da es mir aber für eine Pause noch zu früh ist radl ich Richtung Hügellandschaft und Berge weiter. Die Landschaft von gestern ist kaum mehr wahrzunehmen, im Gegenteil, es erinnert mich irgendwie an heimische Mischwälder. Hügel, Bäche, Quellen, Schluchten. 

    Die frische Luft sauge ich bis in letzten Winkel meiner Lunge! Herrlich, diese Luft!

    “Statt Helm waren Sturzringe modern, Ersatzreifen wurden sich um den Oberkörper gewickelt und nach einer gelungenen Ausfahrt sich zur Feier des Tages eine Zigarette angesteckt!”

    Bei einem längeren Anstieg begegne ich wieder heimischen Rennradfahrern und plaudere angeregt über ihr Land und die Radkultur. Nach der Verabschiedung radle ich nach Viccoforte weiter um mir selbst ein Bild über die monumentale Kirche zu machen. 

    Die Kirche bzw Dom ist mit einem Wort: unglaublich! Es hat schon etwas anmutiges und beachtliches an sich, aber das ganz Bild wird von den tausenden Touristen gestört! 

    Selbst ich wurde vor der Kirche fotografiert und gefragt, ob ich ein typisches italienisches Madl sei.. Echt jetzt?! 

    Schnell noch eine Banane und schon geht es für mich weiter. Das ist mir eindeutig zuviel, Touristenansammlungen sind definitiv nichts für mich und machen mich sehr nervös. Nächster Halt: Prato Nevoso! Ich schraube mich Höhenmeter für Höhenmeter den Gipfel entgegen und muss leider abbrechen. 

    Der Schnee und die Eisfahrbahn kurz vor dem Ziel sind mir einfach zu heikel. Aber ich muss ja keinen etwas beweisen und entschließe mich umzukehren und romantischen, italienischen Dörfer Frabosa, Villanova Mondovi, Roccaforte abzufahren und dann die Rückreise ins Quartier anzutreten. Jede Ortschaft besitzt ein wunderschöne Kirche mit und ohne Freskenmalereien. Irgendwie sind alle so unterschiedlich und die Vorplätze laden alle zum verweilen ein!

    Nach den 2600 Höhenmetern habe ich mir jetzt eine Pizza verdient und lasse den Abend mit einem kühlen Bier und mit Komoot bewaffnet den Abend ausklingen.

    “Weingärten, Nußplantagen liegen alle innerhalb einer Autostunde nah beisamen!”

    Bitte alles einsteigen, der Express startet um 7:30 zum Meer. Kopfbedeckung, Sonnencreme und vergessen Sie ja nicht Ihre Trinkflasche! So oder so ähnlich geht es manchmal in meinem Kopfkino ab. Bitte alle einsteigen, ist lustig hier! 

    Den letzten Tag muss ich nochmal richtig nutzen und entscheide mich für eine Meer Fahrt. Auf den ganzen flachen geplanten Touren ist gepfiffen, wenn das Meer schon so nah ist. 

    Also ran an die Ritzel: aufi geht’s! Ich fahre mich 30 Kilometer im flachen ein und habe den ersten Anstieg vor mir! Wowww, rechts und links ein reines Blütenmeer! Rot, violett, saftiges grün und die Sonne die die Farben richtig zum erleuchten bringt, lassen mich vergessen das mir gerade der Schweiß aus allen Poren läuft. 

    Ich genieße die Ruhe und die Einsamkeit! Ich schaffe es in den nächsten 2 Stunden keiner Menschenseele und motorisierten Vehikel zu begegnen. 

    Für mich persönlich der Traum einer perfekten Ausfahrt. Oben angekommen und gefühlt bereits die Höhenmeter erledigt, packe ich mich in allem ein was ich als Kleidung zur Verfügung habe. Bremsen los und ab gehts und nach 10 Minuten ist schon wieder Schluss. Verdammt, ich habe die Tour nicht richtig im Kopf und habe vergessen das jetzt noch 600 Höhenmeter zu machen sind. 

    Ich verpeiltes Genie eben. Macht nichts, mit der Wäsche wieder runter, aufs kleine Blatt und rauf geht’s! Landschaftlich fühle ich mich wie zu Hause, aber die ersten Möwen lassen mich erahnen dass das Meer nicht mehr weit sein kann.

     Das ganze wieder von vorne, Kleidung an und ab gehts Richtung Meer. Wahnsinn, perfekter Asphalt, lang angelegte Kurven, das Tor zur See und 41 Kilometer später, befinde ich mich mit einem Stück Kuchen und Espresso in der Hand in Finale Ligure! 

    O’lala meeeeer, wie sehr habe ich diesen Geruch und das Geräusch vermisst! Jetzt geht es die beeindruckende Küstenstraße entlang nach Savona. Zur rechten befindet sich das Meer und  zur linken Felswände und unzählige Kletterer die ihre trainierten Rücken der Nachmittagssonne entgegen Strecken! 

    Noch schnell einen Kaffee und dann geht’s mit dem Zug zurück nach Trinita! Was für ein Tag und ich lasse den letzten Abend noch gemütlich mit einen Bier und einer großen Pizza ausklingen. 

     

    Ciao Bella PIEMONT, wir sehen uns bestimmt bald wieder! 

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    "Piemont eignet sich sehr gut im Frühjahr oder auch im Herbst. Für Kulturfreaks: Unbedingt den größten Markt Europas in Turin besuchen!"
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