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    Ultra-Radrennen- Die Pack- und Checkliste

    Ultra-Radrennen: Hier findest du eine Hilfestellung für ein Pack- und Checkliste….

    Neue Herausforderungen erfordern genaue Organisation und Planung. So auch für mich, wie ich beschlossen habe, als Rookie bei einem Ultra-Radrennen an den Start zu gehen. Dieses Format ist ein Rennen, das über die Nacht (auch über mehrere Tage) ausgetragen wird. Ähnlich wie ein Brevet, nur dass sich hinter Dir ein Begleitfahrzeug mit Deinem Team um Deine Bedürfnisse kümmert. 

    Ich war im ersten Moment sehr überfordert, da man hier sehr viel beachten muss. Was am Renntag nicht dabei ist, ist nicht dabei und kann Dir auch die Zieleinfahrt kosten.

    Es ist also eine genaue Evaluierung notwendig. Ich möchte Euch mit diesem Beitrag einen Überblick meiner Gedanken und meiner Checkliste geben. Für mich war es das perfekte Setup, was aber nicht zugleich bedeutet, dass es für Dich passt. Aber ich denke, es kann Dir eine gute Hilfestellung bieten.

    “Egal für welches Rennen Du dich entscheidest, es wird ein Abenteuer”

    Es gibt mittlerweile sehr viele Optionen, so ein Rennformat zu bestreiten. Schweiz, Österreich, Frankreich, Deutschland, Niederlande und sogar über den großen Teich haben sich solche Rennen bereits etabliert. Ich habe mich für die kleinstmögliche Variante entschieden, um mal Ultracycling-Luft zu schnuppern. Das Race Around Austria bietet für alle Abenteurer die passende Strecke, ob 560 Kilometer oder doch die Extreme mit 2200 Kilometern, um so etwas zu wagen! Da ich davor noch nie mehr als 350 Kilometer am Stück geradelt bin, war meine Entscheidung für die Challenge-Variante die beste Wahl. 560 Kilometer mit 6500 Höhenmeter reichen für mich persönlich für einen Einstieg. 

     

    So und nun hast Du eine Entscheidung getroffen! Weiter geht’s!

    Du bekloppt. Ich bekloppt. Wir sind ein perfektes Team!

    Für mich persönlich ist die Wahl des richtigen Teams und der Wegbegleiter die entscheidende Komponente, ob das Projekt erfolgreich beendet werden kann oder eben auch nicht. 

    Grundsätzlich bereitet man sich gut auf ein Radrennen vor. Man trainiert, optimiert und testet allerhand. Letzten Endes entscheidend die mentale Stärke über ein Finish! Und hier spielt Dein Team eine wesentliche Rolle! Unweigerlich beginnt es irgendwann zu zwicken und zu zwacken. Die Quälerei, wieder einen Riegel in sich reinzustopfen oder dass das Wetter eben nicht die perfekten 23 Grad und Windstille für Dich bereithält. Dein Team hat viele Aufgaben zu meistern:

    • navigieren
    • motivieren
    • ernähren
    • medizinisch versorgen
    • seelsorgen
    • organisieren
    • kühlen Kopf bewahren
    • reparieren

     

    Für die Wahl zum richtigen Begleitteam solltest Du Dir folgende Fragen stellen: Kann mein Betreuer in Extremsituationen einen kühlen Kopf bewahren? Kann ich mein Leben – und ja das klingt etwas übertrieben, aber in solchen Situation musst Du die Verantwortung anderen überlassen – meinen Betreuern anvertrauen? Können sie mich motivieren und aus den Tiefs holen? Und vor allem: Kann man gemeinsam lachen und Spaß an der Sache haben? 

    Vorbereiten und trainieren

    Deine primäre Aufgabe vor dem Rennen ist die Organisation und das Training. Ich habe mich ohne Trainingsplan vorbereitet, da ich für mich die Freiheit, wann und wo zu radeln, viel wichtiger war, als einen strikten Plan zu verfolgen. Diese Entscheidung muss jeder für sich treffen und hier enthalte ich mich meiner Meinung! Wenn Dir ein Sieg vorschwebt, wäre allerdings ein gezieltes Training etwas vorteilhafter, da die Damen und Herren hier wahnsinnige Leistungen vollbringen oder Du bist sowieso schon Bombe! 

     

    “Anna, bist du schon mal 500km g`radelt?” “Na, noch nie! “Doch, jetzt schon!”

    Ernährung-Futterluke auf!

    Am meisten Gedanken habe ich mir über die Ernährung gemacht! Bei diesem Rennen verbrennt man circa 10.000 Kalorien. Das ist ziemlich viel, um mit Kuchen und Naschkram wieder zu füllen. 

    Wenn mal der Hammer gekommen ist und Hungerast auf Deiner Stirn steht, ist das Rennen quasi gelaufen. Also Dein Ziel sollte sein, Deinem Körper konsequent Kalorien zu gönnen.

    Ich habe mich entschieden, den Bedarf mit Flüssignahrung und isotonischen Getränken abzudecken. Softdrinks sind zwar bei Ausfahrten geil, aber bei langen Fahrten bläht Kohlensäure auf und durch den hohen Zuckergehalt bekommst Du zwar kurz einen Schub, aber fällst auch gleich wieder tief ab. Einmal mit Zuckerwasser begonnen, ist es schwierig danach den Haushalt im Gleichgewicht zu halten. 

    Wasser habe ich auf ein Minimum reduziert, da zu viel Wasser ausschwemmt und man zu Einlagerungen neigt. Meine Energiebilanz zum Schluss: 10.000 verbrannt, 9.000 zugeführt! Also die Rechnung ist aufgegangen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich zum Schluss ziemlich gezwungen werden musste und ich die letzten Stunden etwas Verdauungsschwierigkeiten hatte. Also hier gibts auch bei mir noch ordentlich Potenzial, zu optimieren. Prinzipiell ist das Konzept für mich aber stimmig!  

    Müdigkeit - Treten, treten, treten!

    Bei 24 Stunden kommt das Thema Müdigkeit noch nicht wirklich zu tragen, aber man sollte sich hier schon ein paar Gedanken machen! Früher war es ja auch kein Problem eine Nacht lang durchzufeiern und dann direkt arbeiten zu gehen. 😉 Feiern oder 24 Stunden Rad fahren sind hier dann doch zwei Paar Schuhe! Ich habe mich in der Vorbereitung dazu entschieden, auf meinen heißgeliebten Kaffee zu verzichten. Der Körper braucht 8 Wochen, um sämtliches Koffein im Körper abzubauen. Also 8 Wochen vor dem Rennen habe ich einen Koffeinentzug gemacht. Unglaublich, wie abhängig mein Körper davon war. Kopfschmerzen, extreme Müdigkeitseinbrüche am Nachmittag und meine Laune dezent gereizt. Nach 2 Wochen hat sich aber mein Körper daran gewöhnt. Warum habe ich das gemacht?

     

    Ich habe während dem Rennen (nach 10 Stunden im Sattel) Koffeintabletten zu mir genommen. Koffeintabletten sind hoch dosiert und sind vergleichbar mit 3 Tassen von einem hervorragenden Espresso. Der Energieschub ist spürbar und die Konzentration für die Abfahrten voll da! So konnte ich nach 440 Kilometern noch immer den Pass runterrasen ohne Angst haben zu müssen, dass ich unkonzentriert wäre. Feuer frei!

    Alkohol ist auch keine Lösung

    Als Hobbyradlerin trinke ich gerne mal einen erfrischenden Radler nach einer Ausfahrt. Gemütlich in der Runde sitzen und über die tolle Ausfahrt philosophieren. 3 Monaten vor dem Rennen habe ich auf sämtliche Feierabendrunden verzichtet. Und erstaunlicherweise sind meine Leistungsdaten um einiges besser geworden, obwohl ich beim Training kaum etwas umgestellt habe. Nur um eines klarzustellen. Ich trinke nicht regelmäßig und auch schon gar nicht im Übermaß, aber anscheinend haben selbst kleine Mengen Alkohol massive Auswirkungen! Also: Don`t drink and ride!

    Begleitfahrzeug - Dein Versorgungsschiff

    Das Begleitfahrzeug oder auch Pacecar genannt befindet sich während dem Rennen immer hinter Dir. Man kann es minimalistisch angehen und einfach mit einem großen Kombi versuchen. Ich habe freundlicherweise von einem guten Freund einen Bus geliehen bekommen. Da dieser Bus zum Campen benutzt wird, war er schon perfekt für mich ausgebaut. Schubladensystem, elektrische Kühlbox, Schlafmöglichkeit und mein Ersatzrad und Reservelaufräder haben auch genügend Platz. Wichtig ist noch die Blinklichtanlage, die bei solchen Rennen vorgeschrieben ist. Wir haben (besser gesagt Thomas der eigentlich Team Strasser begleitet) einen Verteiler für den Zigarettenanzünder organisiert. Damit konnten wir die Blinklichtanlage, elektrische Kühlbox und den ganzen anderen Krimskrams ohne Probleme laden und mit Strom versorgen. Auf eine zusätzliche Beleuchtung haben wir verzichtet, wer allerdings ein Rennen über mehrere Tage geplant hat, dem sei dies empfohlen, da hier die Nacht zum Tag gemacht wird! 

    Musik in meinen Ohren - Die Funkverbindung

    Hier kann man es durchaus wieder minimalistisch mit einem Handy und Kopfhörer angehen. Ich habe mich aber entschieden, hier auf professionelle Produkte zu setzen. Meine Kopfhörer (SENA) sind Intercomgeräte, die es mir und meinem Team ermöglicht haben, permanent im Kontakt zu sein. Die Geräte lassen sich auch während dem Einsatz laden und somit ist gewährleistet, dass eine dauerhafte Sprechverbindung besteht. Das Beste für mich persönlich: Die Musik lässt sich teilen und ich musste mir während dem Rennen keine Gedanken um eine passende Beschallung machen! Let´s dance!

    Rund ums Radl und auch Wadl

    Ich glaube jeder von uns weiß, was er zum Radfahren benötigt! Hier werde ich etwas wortkarg auf die Materialliste verweisen! Eine kleine Anmerkung meinerseits: Da die Planung und Vorbereitung Wochen vor dem Start gemacht werden und man keine Einschätzung über das Wetter treffen kann, ist es durchaus sinnvoll, sich für Regen, Schnee, Wind und Wetter gut auszurüsten! Das Material und die Bekleidung ausreichend testen und nichts dem Zufall überlassen! Wenn man es nicht braucht, auch schön.

    Ich habe in der Vorbereitung das Privileg gehabt, von einem echten Profi, Christoph Strasser, Tipps zu erhalten. Es war für mich auch ein großer Vorteil, dass Thomas und Martin erfahrene Betreuer sind! Ich möchte hier meine Erfahrungen mit Euch teilen und vielleicht ist das eine oder andere hilfreiche für Dich dabei! Wenn nicht: Hilfts net, schadet`s net!

    Hier nun die Checkliste für dein Abenteuer:

    Rund ums Auto

     
    • Auto
    • Orange Blinklichter 2 Stück
    • Zigarettenanzünder Verteiler mit USB
    • Powerbank 2 Stück
    • Stecker Mini USB, USB-C
    • Elektrische Kühlbox
    • Organisationsboxen (ausreichend beschriftet
    • Navigationsgerät
    • Altes Handy mit Backup Strecke
    • Musikwünsche
     
    • Beklebung Achtung Rennen und Routebook
    • Handtücher 
    • Decke und Alurettungsdecke
    • Aufblasbare Matratze
    • Schlafsack
    • Stirnlampen
    • Warnwesten

     

    Rund ums Radl

     
    • Helm, Wechselhelm
    • Lichter (Front Garmin, Back Bodenstrahler)
    • Reserve Lichter Back
    • Reserve Licht Front
    • Akku (leicht und klein für Trikottasche)
    • Fahrradcomputer
    • Ersatzschläuche 
    • Ersatzrad oder Bergrad 
    • Reserve Laufräder
    • CO2 Kartuschen
    • Luftpumpe 
    • Reifenheber
    • Imbusset
    • Kettenöl
    • Ersatzkette
    • Kettenschloss
    • Kettennieter
    • Regenblech
    • Montageständer
    • Reinigungsmittel
    • Panzertape 
    • Reflektorenbeklebung

     

    • genügend Trinkflaschen

    Rund um die Rennradlwadl

     
    • Regenhose kurz/lang
    • Regenjacke
    • Windjacke
    • Gilet
    • Ärmlinge dünn/dick
    • Beinlinge dick
    • Knielinge
    • Schlauchschal 
    • Stirnband/Haube
    • Überschuhe 
    • Handschuhe 2 Paar
    • Sport BH 2 Stück
    • Helmüberzieher 
    • Haargummis
    • Zahnbürstl
    • Socken kurz/lang je 2 Paar

    Notfallbox:

     
    • Sterile Wundauflagen
    • Eisspray
    • Kompressen
    • Wundspray, Wundcreme
    • Pinzette
    • Netzverband
    • Tape (bereits vorbereitet und geschnitten)
    • Massageöl und Salberl
    • Vaseline (Wasserschutz)
    • Schmerztabletten (Aspirin für das Team)
    • Nasenspray
    • Lutschtabletten
    • Mobile Schiene
    • Toilettenpapier
    • Feuchtes Toilettenpapier
    • Koffeintabletten 
    • Buscopan (Bauchkrämpfe)
    • Effortil (Übelkeit)
    • Wärmepflaster
    • Wärmflasche
    • Wollsocken (für Nickerchen)
    • Coolpack (4 Stück)
    • scharfe Kaugummis

    Ernährung für die Rennradlwadl und Team

     
    • Müsliriegel
    • Nüsse/Studentenfutter
    • Wasser Tray
    • Cola/Eistee
    • Bananen
    • Energiedrinks
    • Kaffee
    • Nudeln
    • Jause für das Team

     

    Viel Erfolg und allzeit stramme Wadl!

     

    Bei Fragen freue mich sehr über eine E-Mail von Dir!
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    #wecreateemotions Race Around Austria
  • Meine Abenteuer

    Race Around Austria- Erfahrungsbericht

    Mein Erfahrungsbericht bei einem Ultra-Radrennen am Start zu stehen.

     

    Nach Monaten der Vorbereitung und kurzfristigen Entscheidung, Solo an den Start zu gehen, war es endlich soweit: Lassen wir das Abenteuer beginnen!

     

    Aber starten wir mal ganz von vorne!

    Renntag: Halb 12 in St. Georgen im Attergau, ich habe echt zu tun meine Bauchkrämpfe mit tiefen Atemzügen in den Griff zu bekommen. Ich verfluche mich innerlich manchmal doch eine Frau zu sein. Durch die ganze Nervosität und Aufregung habe ich ungeplant in der Nacht vor dem Rennen meine Periode bekommen. Nervig und auch ziemlich schmerzhaft. Krampflösende Mittel sind gänzlich verboten (Doping). Meine Laune und Gemütslage sind trotzdem extrem positiv und wie immer bin ich etwas quirlig. Ich freue mich so sehr auf das Rennen, dass ich meine Schmerzen mit Lachen überspiele und bei den letzten Vorbereitungen und Geplapper echt gut gelaunt bin. Mein Team steckt mich nochmal ins Bett. Ich kann es gar nicht glauben, dass ich 3 Stunden vor dem Start tatsächlich noch über eine Stunde schlafen kann. Mit einem großen Grinsen schlüpfe ich in meine Radklamotten, creme mich mit Sonnenmilch ein, positioniere den Helm und den Funk, esse nebenher noch ein paar Nudeln und schon sitze ich im Pacecar!

    Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen Ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein/ausklippen ein Kunst für sich ist”

    Wir (Martin, Thomas und Isabella) fahren mit dem Begleitfahrzeug nun nach St.Georgen. Durch die COVID-Schutzmaßnahmen müssen wir uns nun verabschieden. Mein Team bleibt im Auto und reiht sich für die Startaufstellung ein. Ich rolle zum Start und bin mehr als gut drauf! Ich plaudere ein bisschen mit anderen Fahrern und dann ist es auch schon so weit. Die Rennleitung weist uns  Fahrerinnen für die Startaufstellung ein. Schutzmaske rauf und hinter der Bühne warten. Mein Blick schweift zu den anderen. Ich komme mir ziemlich doof vor, wie ich mein Rad mit den anderen vergleiche. Zeitmaschinen, Scheibenbremsen, Carbonaufleger, Laufräder mit Scheiben und die Räder gewichtsoptimiert. Ich: 4 Jahre altes Rad mit Kratzern von meinen ersten Ausfahrten, wie ich noch lernen musste, dass ein-/ausklippen eine Kunst für sich ist. 

    Mit den meisten wechsle ich noch ein kurzes Wort, ein schnelles viel Glück und stramme Wadln! Und dann heißt es für mich die Schutzmaske weg und rauf auf die große Bühne! Ich bin so gut gelaunt, dass ich mit einem großen Grinsen auf die Bühne gehe. Die Frage, ob es Vorfreude ist, ergänze ich mit “Ja, Vorfreude mit ein bisschen Angst”. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch nie so eine Distanz geradelt, geschweige denn 6500 Höhenmetern gestrampelt und schon gar nicht durch die Nacht gefahren. Also ja: Die Freude und die Lust darauf sind riesig, aber ich habe auch etwas Schiss.

    Und dann geht's los, mit einer dynamischen Abfahrt über die Startrampe, Menschen die mir zujubeln. - Die Aufholjagd beginnt! Lassen wir meinen Traum wahr werden!

    Auf Wiedersehen St. Georgen, wir sehen uns hoffentlich bald wieder! Die Funkverbindung knistert und ich höre die ersten Worte: “Anna, wir sind hinter dir! Lass ma’s krachen!

    “Anna, fahr dein Tempo, lass dich nicht stressen! Wie viel Watt hast’ gerade drauf?” fragt mich Martin. Und das ist auch gut so, denn ich bin ziemlich gestresst und trete mehr als ich geplant habe. Also runter vom Gas und etwas Druck raus! Ich merke bereits nach den ersten Kilometern, dass meine Bauchmuskulatur durch meine Periode ziemlich verkrampft ist und suche nach der perfekten Sitzposition um schmerzfrei fahren zu können! Gefunden! Das Tempo ist unfassbar schnell, die Frauen geben alles! Ich arbeite mich in meinem Leistungsbereich nach vorne, Fahrerin um Fahrerin kann ich bergauf überholen! In den flachen Passagen überholen mich wieder die Zeitfahrmaschinen mit ihrem charakteristischen wummern. Es stört mich überhaupt nicht, da ich weiß, dass meine Stärke im Bergfahren liegt und nicht im Flachen! Beim nächsten Hügel zieh ich wieder vorbei und dann ist es so weit, ich habe meine Position fürs Erste gefunden! Ich lande auf Platz 3 und lasse mich nicht mehr überholen – zumindest fürs Erste. Unglaublich, ich fühl mich fit und das Tempo ist wahnsinnig schnell! 

    Die Betreuung vom Auto aus funktioniert prima! Meine Wegbegleiter haben alles perfekt im Griff! “Anna, es ist wieder Flüssigpapperl-Zeit! Magst Schoko? Und welchen Geschmack magst beim Isoton?” 

    Wir haben im Vorfeld einen Ernährungsplan aufgestellt und mein Team hat den kompletten Überblick! Ich muss mich nur auf meine Beine konzentrieren! Kein Denken und planen, ich widme mich einfach der schönsten Sache der Welt: Radfahren!

     

    “Mit dem charakteristischen wummern überholen mich die Zeifahrmaschinen”

    Kurzer Zwischenstopp, die Nacht bricht an und ab sofort bleibt das Begleitfahrzeug immer hinter mir! Ich bin froh, dass ich im Vorfeld die Beleuchtung ausreichend getestet habe und bin mir sicher, dass ich keine Probleme haben werde! An der Donauschleife geht so richtig die Post ab! Fans und Begleiter klatschen und rufen mir zu! Die Stimmung ist einfach der Wahnsinn und meine Trittfrequenz echt beachtlich! 

    Jetzt kommt für mich der Teil, von dem ich mich am meisten gefürchtet habe! Das Mühlviertel mit seinen harten Anstiegen und scharfen Abfahrten! Aber hey, ich habe Rennradlwadl und werde das Kind schon schaukeln! An der Strecke stehen immer wieder Menschen und feuern mich an! In manchen Dörfern geht so richtig eine Party ab! Die Zeit vergeht und ich höre Jubelrufe aus dem Pacecar!

     

    “Anna, du hast die 200 Kilometermarke nun erreicht!!! Und das schneller als geplant!”

    Meine Zielzeit für Ulrichsberg waren 9 Stunden. Ich habe das Dorf in 7 Stunden und 30 Minuten durchfahren! Unglaublich, ich kann’s gar nicht fassen. Schön langsam kommen mir Gedanken in den Sinn, dass ich es womöglich unter 24 Stunden schaffen könnte. Mir ist aber auch gleichzeitig bewusst, dass noch viel passieren kann …und auch wird!

     

    Ich habe die Strecke genau im Kopf und weiß, dass ich mich noch nicht zu früh freuen darf: Der Guglwald wartet noch auf mich, bevor die Strecke wieder flacher wird! Ich merke, dass sich meine ungewohnte Sitzposition durch die Bauchkrämpfe schön langsam bemerkbar macht! Bei der Auffahrt merke ich, dass mein Rücken ziemlich schmerzt. Durch den Aufleger kann ich auch leider nicht mittig greifen und versuche mich so gut es geht am Rad zu strecken! Martin merkt sofort, dass etwas bei mir nicht stimmt. “Anna, gehts dir gut?” Ich antworte, dass mir der Rücken gerade “leichte” Probleme bereitet. Ich will ja auch nicht zugeben, dass ich kurz vor Tränen in den Augen stehe. Nach dem Motto: Was ich nicht ausspreche, passiert auch nicht!

    Wir beschließen, einen kurzen Stopp zu machen und meinem Rücken etwas Entlastung zu gönnen! In diesem Moment ist es mir gerade auch komplett egal, dass ich überholt werde. Thomas hebt mich mit eingehängten Armen – Rücken an Rücken – hoch. Klack, klack, klack jeder Wirbel knackst und auf einmal schießt mir ein heller, unbeschreiblicher Schmerz ein. Mein Körper – sichtlich überfordert – schaltet sich aus – Standbymodus. 

    Ich werde wieder munter, wie Thomas mir sanft die Wange tätschelt. “Anna, du bist kurz zusammengebrochen. Wir setzen dich in den Bus!” Ich bin sofort wieder klar bei Sinnen. Der Schmerz ist weg. Ich sehe aber die besorgten Gesichter meines Teams. Für mich ist aber das Rennen nicht beendet! Isabella checkt meine körperlichen Funktionen und nachdem uns klar ist, dass es sich nicht um einen Bandscheibenvorfall handelt, werden mein Rücken und meine Knie getaped. Einen Müsliriegel noch in die Futterluke gestopft und weiter gehts! Aufgeben können andere! 

    Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist

    Ich habe wieder meinen Flow gefunden, aber die Schmerzen im Rücken und Knie sind dezent ausgedrückt: Beschissen! Im Josefstal dränge ich mein Team wieder zu einer Pause. Der Tampon drückt mich so sehr, dass es für mich unmöglich ist, am Aufleger eine gute Position zu finden. OK, das funktioniert nun auch nicht mehr. Die dümmste Idee: Einlage in die Hose! Liebe Leute, ich kann euch eines sagen: Das reibt, und zwar so richtig! Ich quäle mich noch einige Kilometer weiter, muss nach kurzer Zeit wieder eine Pause machen. Ich bin erschöpft und die Moral ziemlich im Keller, wie ich von einigen 2er Teams überholt werde! Klar waren das Teams, aber es fühlt sich nicht gut an! Beim letzten nennenswerten Anstieg vor dem Hengstpass (Kilometer 325) legt mein Team für mich eine Matratze hin. Isabella versucht mit ein paar Handgriffen meinen Rücken zu entspannen. Thomas und Martin wird klar, dass es für mich noch ein langer Kampf werden wird!

    Und irgendwie schaffe ich es dann doch: Meine gute Laune kommt wieder retour, die Motivation gewinnt wieder die Oberhand und ich starte neu durch! Aktuell befinde ich mich auf Platz 5. Aber ganz ehrlich: Es ist mir auch ziemlich egal! 

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    “Aufgeben können andere! 

    Ganz nach dem Motto #fearlessfemalecyclist”

    Ich radle weiter, dem Sonnenaufgang entgegen! Langsam, aber stetig! Für uns war es klar, dass ich in meiner Situation keinen Druck gebrauchen kann und so machen wir öfter kurze Pausen. Nach jeder Pause habe ich wieder neuen Elan und beiße mich weiter durch! Währenddessen mache ich mir Gedanken, wie sich wohl mein Team fühlt! Diese Armen, müssen hinter mir im Schneckentempo her. Martin hat leider auch mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Aber sie sind so professionell und haben es geschafft, dass ich kaum etwas davon mitbekomme! 

    Und dann war sie da, die magische 400 Kilometermarke! Yeahhh, ich kann es kaum glauben und vergesse sogar für einen kurzen Augenblick, dass mein Körper sich am Limit befindet! So, jetzt gehts los! Der Hengstpass steht am Programm! Nicht steil, nicht wild, aber nach 420 Kilometern doch eine Herausforderung! Irgendwie schaffe ich es trotzdem, dort hochzukommen! Meine Motivation ist wieder voll da. Vielleicht war es auch die Aussicht auf eine normale Toilette, um mich mal entspannt hinsetzen zu können! Oben angekommen, warten bereits Sandra und Jürgen von Veloine auf mich. Unglaublich, ich bin so gut gelaunt, dass ich sogar zum Scherzen aufgelegt bin. Bei der kurzen Pause rechne ich mit Martin kurz rum!

    Das Ergebnis: Es könnte tatsächlich klappen, in 24 Stunden ins Ziel zu kommen!

    Wirklich?! Ernsthaft, ich bin noch etwas skeptisch!

    “Kilometer 400, yeahh ich kann es kaum glauben und vergesse für einen kurzen Augenblick, dass sich mein Körper am Limit befindet”

    Abfahren, ja das kann ich! Ich rase mit 84 km/h den Hengstpass runter und bin wieder voll da! Mein Team kämpft mit dem Begleitfahrzeug, dass sie hinter mir bleiben! Die Karenzzeit von Windischgarsten schaffe ich locker.

    Fast zu euphorisch fahre ich weiter! Merke aber rasch, dass ich nicht mehr sitzen kann und dränge wieder zu einer Pause. Ich setze mich ins Pacecar, bewaffnet mit einer Wundcreme und betrachte meinen Intimbereich. Das einzige, was ich nur rausbringe, ist ein gequältes: Oje! Hilft nicht, da muss ich jetzt durch! Währenddessen bemerke ich auch, dass die Hitze immer mehr zunimmt.

    Vor dem Ziehberg bettle ich schon wieder um eine Pause! Ich lege mich ins Gras und mein Team versucht meine Wadl zu massieren und meinen Körper wieder auf Normaltemperatur zu bringen! Wasser Marsch! Daneben gesellt sich noch ein männlicher Solostarter zu mir. Es macht mir Mut, dass er sich gerade auch ein wenig quält! Ich denke mir, dass kaum jemand solch ein Rennen ohne Probleme bestreiten kann!

    Ich werde noch von der spanischen Meisterin im 24 Stunden Rennen überholt. Mir wurscht, ich will nur noch ins Ziel! Mit Rang 6 lebt es sich auch prima. 

     

    Leistungstechnisch kann ich noch ordentlich Druck auf die Pedale bringen, aber körperlich fühle ich mich am Ende! Oben am Ziehberg angekommen, warten meine Mama und Schwester auf mich! “Geht scho Anna, nurmehr 100 Kilometer!” Ich antworte kurz und knapp, dass 100 Kilometer noch extrem weit sind! Um nicht zu sagen: Scheiß weit!

    Ich presche wieder vollgas die Abfahrt hinunter! Nach ein paar Kilometern macht sich wieder ein komisches Gefühl in mir breit! Ich brauche schon wieder eine Pause. Das Abweichen von meinem ursprünglichen Ernährungskonzept beginnt sich zu rächen! Wir suchen ein Platzerl und Thomas holt kaltes Wasser aus einem Bach, um mich abzukühlen! Ich kann nicht mehr in den Bus einsteigen. Diese verdammten 40 cm sind einfach zu anstrengend! Thomas hebt mich hinein und mein Kopf schaltet sich aus. Ich döse für 4 Minuten ein. Wache aber sofort wieder auf. Wir sind hier auf einem Rennen, weiter gehts! Im Nachhinein habe ich erfahren, dass ich komplett neben der Spur war. Die Antworten glichen eher einer dementen, alten Dame, als einer 32-jährigen, die fit ist. In meinem Kopf war ich allerdings sehr klar… Spannend, diese Wahrnehmung!

    Kurz vor Gmunden feuerte mich meine gute Freundin Veronika an! Ein Engel in meiner Not! Ich bin schon wieder zum Scherzen aufgelegt. Aber die nächste Zwangspause kam schneller, als ich mir erhofft hatte. Bei der stark befahrenen Umfahrung von Gmunden musste mein Körper wieder auf Betriebstemperatur runtergekühlt werden! Meine Freundin besucht mich nochmal: “Anna, des packst jetzt noch! Nimma weit!!! Hol dir den Holzklotz!”

    Gesagt getan, ich sitze wieder am Rad! 

    “Anna, bist du schon jemals 500 Kilometer g’radelt?” “Nein, noch nie!” Jetzt aber schon, beiss eini” höre ich über den Funk. Der letzte Anstieg wartet auf mich! Eine Qual! Rückenschmerzen, Knieschmerzen, hohe Temperaturen und die Verdauung, die ein Eigenleben entwickelt hat, machen mir den Anstieg besonders schmerzhaft! 

     

    Vor dem Rennen hat jemand zu mir gesagt: Genieß es! Jaja, ich genieße im Schneckentempo Höllenqualen 😉

    Mein Team muss ordentlich in die Trickkiste greifen, um mich zu motivieren. Sie laufen neben mir her, reden mir gut zu, lesen mir all die wunderbaren Nachrichten vor, um mich weiter nach oben zu treiben. Thomas läuft neben mir und ich traue mich sagen, dass ich oben aufgeben werde! 40 Kilometer vor dem Ziel! 

    “Magst a bissi weinen?” “Ja, i pocks nima!” “Anna, es fahren grad alle mit dir den Berg hoch! Alle sitzen daham vorm Livetracker und fiebern mit dir mit! Du machst des net allein! Es sind alle bei dir“ “I weiß, die ganzen Nachrichten sind so wahnsinnig schen!” “Anna, du hast dir das verdient! Komm, des schaff ma noch! Oben reden wir dann weiter und entscheiden. Komm schon, a bissi noch!” 

    Sandra und Jürgen feuern mich an, Hanno von Haix ruft mir zu und mein Team freut sich, dass ich oben angekommen bin! Ich steige vom Rad und lasse mich wieder ins Pacecar verfrachten. 

    Verdammt, ja! Ich habe es mir verdient! Ich habe Monate darauf trainiert, St. Georgen ich komme! Bei der Abfahrt hole ich mir wieder Energie! Der Spaßfaktor ist zurück! 

    30 Kilometer noch, ich plappere wieder vor mich hin. Woher kommt wieder diese Energie? Ich hangle mich von Toilettenpause zu Toilettenpause! Baba Attersee, hallo Mondsee! Ein Schupfer noch und dann werde ich mit Rückenwind belohnt! 

    Die letzten Kilometer rase ich mit 40 km/h dem Ziel entgegen! 

    Und dann: FINISH LINE! Die Zeit ist gestoppt und ich rolle über die Ziellinie! 

    Über meine Kopfhörer höre ich Fiva “Das Beste ist noch nicht vorbei” und der Wind ja er trägt mich, wenn mir der Atem bereits fehlt! 

    Ich werde vom RAA-Team direkt übernommen und fahre durch die Ortschaft dem Motorrad hinterher. Applaus aus den Gastgärten und dann endlich der Moment, den ich mir in allen Facetten bereits vorgestellt habe! Ich fahre auf die Zielrampe! Konfettiregen und Rauchschwaden! “I pocks grod gor net!” Ist der erste Satz der über meine Lippen kommt, bevor die Freudentränen ausbrechen. Ich habe bei diesem Rennen alle Emotionen durchlebt, die man erleben kann! 

    Nach dem Interview ist endlich der Moment gekommen! Ich umarme alle, freue mich und habe alle Schmerzen bereits wieder vergessen! 

    Meine Schwester organisiert uns ein Bier und wir stoßen darauf an! 

    Wir haben es geschafft! Die Betonung liegt auf WIR. Um nochmal Fiva zu zitieren: Ohne den mentalen Rückenwind, den mir mein Team während dem Rennen geschickt hat, wäre es unmöglich gewesen.

    Ich weiß nun, dass ich solche Rennen bestreiten kann, den Kampfgeist habe und prinzipiell auch körperlich in der Lage bin. Trotzdem war es die härteste Herausforderung, die ich je gemeistert habe! Und das mit Platz 6 und einer Zielzeit von 24 Stunden und 51 Minuten!

     

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    Nun zu den Fakten und knallharten Zahlen!

    • Kilometer: 560
    • Höhenmeter: 6500
    • Gesamtzeit: 24 Stunden 51 Minuten
    • Fahrtzeit: 22 Stunden 5 Minuten 
    • Durchschnittliche Trittfrequenz: 80 U/min
    • Maximalgeschwindigkeit: 84 km/h
    • Durchschnittliche Leistung: 135 Watt
    • Wattleistung 20 Minuten: 186 Watt
    • Kalorienverbrauch: 9395 KJ
    • Schlafzeit: 4 Minuten 
    • Beschallung: Drum and Bass und gute Laune der Crew

    Ernährung

    2 Tage nach dem Rennen war mein Körper wieder völlig fit! Keine Beschwerden, nicht ausgelaugt, sondern nur gut drauf! Unfassbar! Ich weiß jetzt, dass die körperlichen Schwierigkeiten während dem Rennen der Sitzposition geschuldet waren und nicht einem Mangel an Training. Man sieht also, welche Verkettung mit einer unglücklichen weiblichen Situation einhergehen kann! So oder so: Hätte, hätte Fahrradkette, danach kann man immer leicht reden. 😉 

    Ich für meinen Teil habe von Anfang an gesagt: Ich gebe mein Bestes, ob es für das Ziel reicht oder nicht. Und das ist mir gelungen! 😊

    Mein größtes Abenteuer, das ich mit dem BESTEN Team erleben durfte!
    Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen und ich würde vermutlich noch immer am Ziehberg im Schatten liegen! 
    Danke an Veloine und HAIX für den Support und professionelle Medienarbeit an der Strecke, danke an meine Familie, die für mich Konfetti hat regnen lassen! Danke für die unzähligen Nachrichten und danke an alle, die mitgefiebert haben! 
     
    Danke Isabella für deine Unterstützung und heilenden Hände!
    Danke Martin für die ruhige und stetige Motivation, mich weiter zu bringen!
    Und danke Thomas, dass du mich in all meinen Vorhaben unterstützt: Ich liebe Dich! 
     
    DANKE AN ALLE PARTNER! ❤️
    Und nun? Auch motiviert?
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    Kilometer
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    #wecreateemotions
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    Race Around Austria- Jetzt aber Solo

     

     

     

    Meine Gedanken und Überlegungen für eine SOLO-Teilnahme bei der “Race Around Austria – Challenge“. Wie sehr mich die Coronakrise betroffen hat und ob ich es wage alleinen 560 Kilometer zu fahren… Kannst Du hier in den nächsten Zeilen finden!

    Fuck you Corona, jetzt erst recht!

    Es kommt immer anders als man denkt! So auch die Teilnahme bei der Challenge von Race Around Austria. 

    Im Herbst 2019 starteten Lisa Brunnbauer und ich gemeinsam unser Projekt. Planung, Vorbereitung und intensives Training absolvierten wir die darauf folgenden Wochen und Monate. Wir fühlten uns Fit und gut organisiert und hatten richtig Bock auf den Start im Zweier Team.

    Und dann traf uns die Coronakrise mit einem Schlag. Befremdliche Begriffe wie Epidemie, Lockdown und Panik vor ausgehenden Toilettenpapier und Konservendosen dominierten die Nachrichten. Ein Aufruf der Regierung zu Hause zu bleiben! Soweit so gut, dann absolvierten wir das Training eben Indoor. Rollen am Balkon hat durchaus seine Vorteile. Durch das ausbleiben meiner Arbeit wurde das Trainingspensum massiv erhöht und Lisa wurde in der Arbeit mehr gebraucht denn je! 

    Die schlechte Nachricht das Lisa nicht beim Rennen teilnehmen kann, traf uns mit voller Wucht! Aus, vorbei und verschwendete Liebesmüh! 

    Nach dieser Nachricht musste ich ein paar ein Tage mein Gedanken sortieren. Eine Auszeit vom Training nehmen und die aktuelle Lage richtig reflektieren. Zuerst überkam mich Wut und danach holte mich die Enttäuschung in die knallharte Realität zurück.

     

    “Pure Emotion und der ultimative Adrenalinkick”

    Ich bin schon immer ein Mensch der sich gerne auf Fakten stützt und so auch Entscheidungen trifft. 

    • Fakt ist: Ich habe mich Monate darauf vorbereitet.
    • Fakt ist: Andere Hobbys wurden hinten angestellt.
    • Fakt ist: Man ganzes Herzblut steckt in diesem Projekt!

     

    Fuck you, Corona! Jetzt erst recht! 

    Evaluieren, Planen und die Strategie überdenken!

    Nun hieß es für mich eine Evaluierung zu machen, was überhaupt notwendig für einen Einzelstart war. Reserverad? Laufradsatz? Reparaturkit? Crew?

    Das wichtigste war vorrangig, ob mein Team mich auch in dieser Sache unterstützen wird! Etwas verrückt war es nun mal schon. Von einer Nullnummer und Hobbyrollerin gleich 560 km am Stück hinlegen zu wollen! 

    Und wie sie alle Bock hatten! Das positive Feedback animierte mich noch weiter zu recherchieren. Bin ich auch gut genug in Form? 280 Kilometer zu radeln, ja das weiß ich, das kann ich! Auch in einer passablen Zeit, aber wie sieht es dann bei 560 Kilometern aus. Ich holte Rat und Tipps bei Freunden, die schon mal solche Rennen absolviert haben. Ihre Tipps und aufmunternden Worte motivierten mich!

    Bei diesem Rennen sind für mich als Rookie extrem viele Unbekannte die ich nicht abschätzen oder einordnen kann. Wie verhält sich mein Körper bei Schlafentzug, klappt das Ernährungskonzept oder reißen die Nerven wenn ich von allen Teilnehmern überholt werde? Wie gehe ich mit Schmerzen um und habe ich überhaupt das Durchhaltevermögen, wenn mir womöglich 24 Stunden der Regen ins Gesicht peitscht? 

    Optimisten leben länger!

    ABER: Ich bin ein Optimist und kann mich über meine Grenzen hinauswagen. Ich weiß wie es sich anfühlt das vermeintliche Limit vor sich zu haben und dann doch über sich hinaus zu wachsen! 

    Ich kann und werde das schaffen! Ich bin bestimmt nicht die Schnellste, aber für mich es das Ziel klar definiert: So schnell ich kann und gesund das Ziel in der Karenzzeit erreichen. Wenn ich jetzt schon daran denke, fühle ich in die kleinste Zelle meines Körpers Gänsehaut! #wecreateemotion 

     

    Und wenn ich es mir schon vorstellen kann, spricht auch nichts dagegen das Ding auch wahr werden zu lassen, oder was meint ihr? 

     

    Wir sehen uns bald in 

    St. Georgen im Attergau!

    Sei LIVE dabei und verfolge mein Abenteuer auf meinem Instagram-Profil!

    Start: 12.August 2020 

    "Race Around Austria - Die Challenge"
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    Emotionen
  • Meine Abenteuer

    Radreise vom Bodensee zum Neusiedlersee

    Unsere Radreise zu den schönsten Plätzen Österreichs!

    Mit dem Rennrad und vollgepackten Satteltaschen reisen wir mit Wadlantrieb quer durch Österreich! Was wir alles erleben, welche rasanten Abfahrten und schweißtreibenden Höhenmeter wir bezwingen und vor allem wie schön Österreich ist, könnt ihr in den nächsten Zeilen selbst nachlesen…

    Prolog: Als die Welt noch in Ordnung war

    Jänner: der Urlaub wurde im Firmenkalender fixiert und die Planung und Reiseroute quer durch Deutschland nahm immer konkreter Form an! Unsere Nachbarn sind meiner Meinung nach als Urlaubsland ziemlich unterschätzt, da ich denke eine Reise Quer durch Deutschland ist landschaftlich, kulturell und geschichtlich auf alle Fälle lohnenswert. Wir ignorierten denn fahlen Beigeschmack “Wos, ihr fohrts zu die Piefke?!” und freuten uns wahnsinnig auf die Reise!

     

    März: Alarm, Angst und Panik! Die Katastrophe breitete sich über die ganze Welt aus! Befremdliche Begriffe wie Lockdown, Epidemie und Krise machten sich in Köpfen von uns breit. Läden wurden geschlossen, arbeiten wurde auf ein Minimum reduziert und wir konnten uns alle von offene Grenzen verabschieden. Die Unsicherheit und die Panik vor ausgehenden Toilettenpapier und Konservendosen dominierten die Nachrichten. 

    Im Mai wurde alles etwas gelockert und es war in Aussicht dass langsam wieder etwas Normalität ins Land zieht. 

    Zurück zum Start: Radreisen bedeutet flexibel sein

    Juni: Endlich ist es soweit! Lassen wir das Abenteuer beginnen, allerdings nicht zu unseren Nachbarn! Shit happens, die Grenzen sind noch dicht! Aber das tolle an Radreisen: Man ist flexibel und kann sich durch die Täler und Pässe einfach treiben lassen! Also  zurück an den Start: Österreich, unser schönes Heimatland, wir möchten neue Ecken von Dir entdecken! 

    Die Planung verläuft,.. mhmm etwas… planlos. Klar ist der Anfang und das Ziel: Vorarlberg nach Wien!

    Wir, mein Freund und ich, beschließen trotz der Schafskälte und prognostizierten Dauerregen das Abenteuer zu wagen! 

    Satteltaschen gepackt, Garmin geladen und Regen Kleidung parat. Noch einmal schlafen und dann gehts los!

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    “Nach Rennradlwadl-Manier wird auch bei Schlechtwetter das Abenteuer gesucht!”

    Tag 1: Von Vorarlberg nach Hall in Tirol

    Der Wecker klingelt und wir hören die Regentropfen die an das Fenster prasseln. Snooze Taste gedrückt und noch ein bisschen mützeln. Die Motivation früh aus den Federn zu springen hält sich in Grenzen. Nach einem ausgedehnten Frühstück packen wir unsere Satteltaschen, klicken den Fahrradcomputer ein und schlüpfen in unsere Regenklamotten. Schick sieht anders aus! Aber lieber trocken als durchgefroren! Die Vorfreude auf die Reise lässt uns den grausigen Wetterbericht allerdings wieder schnell vergessen! Die ersten Kilometer regnet es wie aus Kübeln, aber gut dass wir unsere Heimat auch bei schönem Wetter sehr gut kennen und es stört uns überhaupt nicht. Flott und ohne Windschatten (bei Regen etwas unfein) fahren wir nebeneinander unserer ersten Tagesherausforderung entgegen! Der Arlbergpass!

    Der Arlbergpass ist nicht gerade die erste Wahl, wenn es darum geht nach Tirol zu gelangen, aber wenn es auf 2000 Höhenmetern schneit, bleibt keine passende Alternative! Im Klostertal meint es der Wettergott bereits schon besser, die Wolken reißen über uns auf und haben somit wir freie Fahrt. Wir lassen die grauen Wolkenschwaden hinter uns und radeln der Sonne entgegen. Serpentine um Serpentine radeln wir dem Grenzstein Vorarlberg-Tirol entgegen.

    Zwiebellook an, bremsen los und mit 65 Sachen lassen wir es den Pass hinunter krachen! Welch eine Freude und unser Grinsen könnte kaum größer sein! 

    Die Panoramastraße von St. Anton am Arlberg über Schnann und Pians lassen uns schnell die ersten Anstrengungen vergessen. Malerische Ortschaften, sanfte Bäche, beeindruckende Schluchten und alte Bahntrassen. So kann man dieses Teilstück am besten beschreiben. Mit Rückenwind erreichen wir im Rekordtempo Landeck! 

    Jetzt haben wir uns einen Kaffee und eine kleine Jause verdient. Wir besprechen kurz wie weit wir noch radeln wollen und sind uns einig: Beine sind fit und unsere Motivation überragend, also ab zum “Goldenen Dachl” nach Innsbruck. 

    Das Inntal präsentiert sich für uns von seiner besten Seite: blauer Himmel, Rückenwind und volle Fahrt voraus! 

    Prinzipiell bin ich nicht immer ein Fan von Radwegen mit dem Rennrad, aber dieser hier ist perfekt ausgebaut und es macht richtig Spaß hier zu düsen. Hier und da ein Blick auf den türkisen Inn oder man entdeckt beim vorbeifahren alte Burgruinen und typische kleine Tiroler Dörfer! 

    In Innsbruck tummeln sich Touristen und es ist uns einfach zu stressig. Schnell ein Foto schießen und dann weiter nach Hall in Tirol.

    Diese Ortschaft weckt bei mir einige Erinnerung, da ich hier die Berufsschule für Augenoptik und Hörakustik abgeschlossen habe! Seitdem bin ich ein großer Fan von Tirol! Bei einem guten Krügerl Bier und einer großen Portion Tiroler G`röstel lassen wir dann den Abend perfekt ausklingen und ich schwelge noch ein bisschen weiter in meinen Berufschul-Erinnerungen.

    Tag 2: Hall in Tirol nach Zell am See

    Am Frühstückstisch besprechen wir die Etappe und laden den Track auf unsere Fahrradcomputer hoch. Da wir Aufgrund der geschlossenen Grenzen mit starkem Verkehr über den Dientensattel rechnen, entschließen wir unsere Tour über den Gerlospass fortzusetzen. Bei einem Blick aus dem Fenster und ein Klick auf den Wetterbericht verraten uns, dass wir am Vormittag von der Sonne begleitet werden würden, aber dass sich das Wetter am Nachmittag rapide verschlechtern wird. Wir halten uns ran, packen unsere 7 Zwetschken und der Tag beginnt!

    “Körperliche Grenzen sind da um überwunden zu werden, raus aus dem Sattel und rein in die Pedale”

    Mit einem 32er Schnitt düsen wir ins Zillertal! Der Radweg im Zillertal ist wenig stark frequentiert (in der Hochsaison kaum möglich) und so können wir den schön angelegten Radweg nach Zell am Ziller nutzen, um unsere erste Tagesherausforderung zu erreichen. Der Gerlospass! Ein Blick nach oben lässt bei mir das Herz um einiges höher schlagen: kein einziges Wölkchen am Himmel und die Temperatur frühsommerlich warm! Ein Traum! Bei den ersten Höhenmetern fühle ich mich noch nicht ganz wohl in meiner Haut und muss ziemlich mit der Temperatur kämpfen. Mein Freund allerdings, fit wie immer, pedaliert mit ordentlich Druck auf den Pedalen bereits davon! Für uns ist immer klar: Bergauf fährt jeder wie er möchte, denn es bringt nichts wenn man zuviel Gas gibt! Also winke ich ab und fahre mit meinem Tempo die ersten Serpentinen. Mein Körper kann sich langsam auf die ungewohnte Temperatur einstellen und ich finde meinen Rhythmus. Jetzt bin ich im FLow und ich freue mich wieder in alter Form zu sein! Die Strecke ist landschaftlich echt ein Knaller! Der Blick von oben ins Zillertal und die Gewissheit heute die Krimmler Wasserfälle bei Sonnenschein zu sehen, motivieren mich so sehr, dass ich ohne es wirklich zu bemerken schon bereits in Gerlos bin! Wie in einem kitschigen österreichischen Heimatfilm werden die Weidevieher quer durch die Ortschaft getrieben! Welch ein Spektakel und im Zick-Zack (Kuhfladen-Alarm) geht es durch das Bergdorf. Unsere Begeisterung vom Schwarzachtal lässt uns während den letzten Höhenmetern bis zum nächsten Bundesland Schild wilde Pläne für einen Wanderurlaub schmieden. Pfiat enk Tiroler- Grias di Salzburg! 

    Aber wir freuen uns noch nicht zu früh, denn für die grandiose Abfahrt sind noch ein paar Höhenmeter zu machen! Das Hochplateau der Gerlosplatte erinnert uns irgendwie an Kanada (bzw. so stellen wir uns Kanada vor). Wir freuen uns, dass wir offentsichtlich die richtige Entscheidung für unseren Tour getroffen haben: Denn wir haben kaum Verkehr und das Wetter ist noch immer auf unserer Seite. 

    Wie es bei Mann und Frau manchmal so ist, ist man unterschiedlicher Meinung bezüglich der Kaffeepausen und so verzichtete ich auf meinen obligatorischen Kuchen und wir rasen den Krimmler Wasserfällen entgegen. Und ich muss sagen: Diese Abfahrt mit dem dazugehörigen Ausblick ist definitiv besser als jedes Kuchenstück der Welt! 

    Mit perfektem Wetter und keiner Spur von Wetterumschwung pedalieren wir mit 40km/h durch`s Pinzgau! Wir wechseln uns brav mit der Führungsarbeit ab und haben richtig Spaß über die kleinen Hügel zu drücken. Jetzt ist aber soweit, meine Kaffee- und Kuchenpause muss wirklich sein. 

    Ich kann ziemlich stur und mürrisch werden. Wenn ich eine Kuchenpause will, dann ist es eben so 😉 Am Hauptplatz in Mittersill gönnen wir uns eine kleine Pause (Mhmmm Kirschkuchen!) und besprechen kurz wie wir unsere Tour nach Wien weiter fortführen möchten. Wir sind uns sehr schnell einig, dass unser nächster Stopp Zell am See sein soll. Da wir beide diese Ecke nicht wirklich kennen. Schließlich geht es uns ja auf dieser Reise darum neue Wege zu erkunden! 

    Somit geht es weiter durch`s Pinzgau und der Gesprächsstoff geht uns während der letzten Kilometer nicht aus, da wir bereits wieder am Pläne schmieden sind. Man erhascht hier und da einen Blick auf den Großvenediger und auf die atemberaubende Bergkulisse. 

    Zell am See ist wirklich ein malerischer Ort. Am Seeufer streifen wir die Hosen hoch und gönnen uns eine Runde Kneippen im erfrischenden See. Uns gefällt es hier so gut, dass wir spontan entscheiden unser Nachtlager einfach hier aufzuschlagen. Beim vernaschen eines Topfentascherls buchen wir ein Zimmer und schlendern gemütlich durchs Zentrum. Duschen, frisch machen und jetzt haben wir uns eine große Pizza und ein erfrischendes Bier verdient, bevor wir uns an die Planung von Tag 3 machen!

    Tag 3: Zell am See nach Bad Aussee

    Guten Morgen Sonnenschein! Mega gelaunt und top motiviert starten wir den Tag bei einem reichhaltigen Frühstück. Beim Frühstücksbuffet lernen wir ein Truppe junger Radfahrer kennen, die auch gerade eine Radreise in Österreich machen. Nach einem kurzen Plausch und Austausch von Tourentipps rollen wir bereits weiter. Landschaftlich ist das Pinzgau immer eine Reise wert! Solange man sich am Radweg aufhält 😉

    Leider versäumen wir die Abfahrt auf den parallel geführten Radweg und so müssen wir uns bei extrem viel Verkehr und vorbei donnerten Lastwagen wohl oder übel auf der Bundesstraße durchkämpfen! Tja, so ist es manchmal mit Radreisen, man nimmt es wie kommt! 

    Bei Schwarzach im Pongau schaffen wir es auf den Radweg zu gelangen und die Erleichterung steht mir ins Gesicht geschrieben , da mich massiver Verkehr immer extrem nervös macht. 

    Richtung Bischofshofen haben wir einen herrlichen Ausblick rund um das Gebiet und der Gebirgskette um die Burg Hohenwerfen!

    Fast schon kitschig: blauer Himmel und schroffe Felswände mit ein paar Schneefeldern!

    Kurz nach Bischofshofen zweigen wir rechts in das Ellmauthal ab. Parallel zur Autobahn verläuft die verkehrsarme alte Bundesstraße Richtung Tennengebirge. Stetig radeln wir bergauf durch das traumhafte Tal. Saftige, grüne Wälder und der Fritzbach lassen uns die Zeit vergessen. Wir radeln, einfach und konstant mit einem Lächeln im Gesicht St. Martin im Tennengebirge entgegen.

    Ein netter Ort, hier und dann grüßt uns ein Wanderer der sich gerade ins Tennengebirge für eine Tour aufmacht. Pause? Nein, wir wollen noch die letzten Höhenmeter zum Pass Gschütt schaffen, um uns in die wohlverdiente Abfahrt zu stürzen! Mit vollem Karacho kehren wir Salzburg den Rücken und begrüßen Oberösterreich

    Die malerische Ortschaft Hallstatt ist weit über die österreichischen Landesgrenzen bekannt und erfreut sich großer Beliebtheit im asiatischen Raum. Die Liebe zu diesem Ort geht sogar soweit, das Hallstatt maßstabsgetreu in China nachgebaut wurde. Unter normalen Umständen würden wir Hallstatt umfahren, da es von Touristen nur so wimmelt. Wir denken uns aber, dass sich ein Abstecher bestimmt lohnen wird, da aktuell noch Reiseverbot herrscht. Eine absolute Fehleinschätzung: Hallstatt quillt von Tagesausflüglern fast über. Gefühlt hat jeder Österreicher gerade die selbe Idee 😉

    Schnell ein paar Fotos schießen und weiter gehts! Nächster Halt: Der geographische Mittelpunkt Österreichs, die Heimat von Anna Plochl, die Ortschaft mit dem Erzherzog Johann als Ehrenbürger und durchaus bekannt für den Salzbergbau: Bad Aussee!

    Bevor wir aber das Liedchen “I hob Hoamweh, Hoamweh noch B.A.” trällern können, müssen wir noch richtig in die Pedale treten! 23% Steigung, gnadenlos und grenzwertig: Der Koppenpass. Ich werde aber mit einem grünen Herz belohnt: Pfiat di Oberösterreich, Glück auf mein geliebtes Steirerland

    Geschafft! Pünktlich, wie auf die Minute, als uns der Kellner ein großes Stück Torte bringt, beginnt es zu regnen! Das ist für uns ein Zeichen: Den Tag beenden wir in Bad Aussee und buchen uns ein Zimmer! 

    Wie aus einem österreichischen Heimatfilm warten wir noch gespannt, ob Peter Alexander aus dem Kasten springt, bevor wir unsere Beine hochlegen, um im Bett noch eine Pizza zu verspeisen. Steirerbluat is koa Himbeersoft schwingt noch in meinen Gedanken mit, bevor ich einschlafe. 

    fbt

    “Steirerbluat is koa Himbeersoft, Steirerbluat hot a gaunz bestimmte Kroft!”

    Tag 4: Bad Aussee nach Lunz am See

    Wir schieben den Vorhang auf die Seite und sehen tiefe Wolkenschwaden und leichten Nieselregen. Ok, der Wetterbericht stimmt auf unserer Reise das erste Mal! 

    Nachdem es den ganzen Tag nicht auflockern soll, genießen wir eine langes, ausgedehntes Frühstück. Stress haben wir sowieso nicht und wenn wir nass werden, dann gehört das eben auf Radreisen dazu. Regenhose an, Handschuhe griffbereit und die schicke Helmabdeckung und schon gehts los. Wir radeln bei erfrischendem Sprühregen dem Ennstal entgegen. Leider bleibt uns der Blick auf den Grimming verwehrt, aber dafür steht vor uns das beeindruckende Schloss Trautenfels.

    Da es bis Liezen nicht wirklich eine gute Alternative gibt, beschließen wir die Bundesstraße zu nehmen. Für mich bedeutet das purer Stress und Angstschweiß. 

    Aber die Autofahrer sind extrem rücksichtsvoll und überholen uns großzügig, sodass es schlussendlich halb so schlimm für mich war.

    In solchen Situationen bin ich immer extrem dankbar, so einen tollen Freund an meiner Seite zu haben, der mich mit seiner ruhigen und positiven Art immer beruhigen kann und mich weiter motiviert. 

    Tschüssss Liezen, wir fahren jetzt ins “Xeis”! Ich bin schon ganz aufgeregt, da ich das erste Mal in meinem Leben (etwas peinlich für einen Steirer) den Stift Admont mit der größten Stiftsbibliothek der Welt besuchen werde. Wie es unsere Tradition ist, betreten wir das Kloster um eine Kerze anzuzünden. Ein Moment der Stille und Dankbarkeit.

    Aber nicht diesmal: ein Orgelkonzert der Sonderklasse wird uns im inneren der Kirche geboten. Nur für uns! 😉 Oder so fühlt es sich zumindest für uns an. Leider können wir den Stift nicht genauer unter die Lupe nehmen, da Corona bedingt noch alles geschlossen hat. Aber so haben wir wenigsten einen Grund wieder nach Admont zu fahren.

    Wir schwingen uns wieder auf unsere Sättel und pedalieren fröhlich weiter. Das Wetter stört uns überhaupt nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Das Gesäuse zeigt sich für uns von seiner mystischen Seite. Tief hängende Nebelschwaden, schroffes Geröll, die Enns, reißend und wild, spiegelt alle Farbnuancen wieder die ein Bach nur bieten kann! 

    Auf den Spuren des Erzabbaus radeln wir die bekannte Eisenerzer Panoramastrasse entlang! Hier und da ein kleiner Stich, aber wir sind ja nicht auf einer Kaffeefahrt, oder etwa doch? 

     

     

     

     

    “Gönn Dir einfach mal Wellness für deine Wadl”

    Bussi, Baba liebe Heimat, Servus Niederösterreich! Ich bin wahnsinnig begeistert so oft bei unserer Tour die Bundesländer zu wechseln. Der Wetterkapriole die uns in Lunz am See auf eine Kaffeepause zwingt, sind wir überhaupt nicht böse. Bei einem kurzen Plausch mit der Wirtin entscheiden wir spontan hier zu bleiben und die durchgeweichte Kleidung gegen einen flauschigen Saunamantel zu tauschen, so können sich unsere müden Knochen in der Kräutersauna gut erholen.

    Wir genießen noch den Abend in unserem geräumigen Zimmer und lassen den Abend mit einem Bier ausklingen

    Tag 5: Lunz am See nach Rust

    Beschwingt starten wir in den Tag. Die Satteltaschen wieder parat, die Energiereserven auf 120% aufgetankt radeln wir gemütlich die Mariazellerstraße entlang, die dann in die Zellerrainstraße mündet. Einfach eine tolle Gegend und ich kann nach dem ersten längeren Anstieg wieder meine geliebte Steiermarktafel umarmen! Kurz vor Mariazell zweigen wir noch zum Erlaufsee ab, wo einige motivierte Taucher sich bei dieser Kälte gerade beraten. Ich für meinen Teil würde bei diesen Temperaturen niemals nur in Erwägung ziehen, mich ins kalte Nass zu wagen! Wir radeln einfach viel lieber!

    Angekommen in Mariazell sind wir sehr erstaunt: Die Straßen sind wie leergefegt, die Parkplätze geisterhaft leer und in der Wallfahrtskirche keine Menschenseele! Haben wir etwas verpasst? Steht Mariazell unter Quarantäne? Nach kurzer Überlegung kommen wir zum Schluss: Durch Corona bleiben die Touristen aus und die Geldabzockerstandl leer. 

    Nach dem geisterhaften Zwischenstopp radeln wir das Halltal hinaus, um noch die letzten Höhenmeter des Tages zu machen. Verwundert über ein Kameltheater (?!) erreichen wir nach ein paar schweißtreibenden Höhenmeter und einer super genialen Abfahrt die Wirtschaft “Kalte Kuchl”. Wir sind so motiviert, dass wir auf eine Rast verzichten und rasen über Rohr am Gebirge (Haselrast) Pernitz entgegen. Diese abgelegene Straße macht richtig gute Laune und am Horizont entdecken wir die ersten Sonnenstrahlen die sich durch den Nebel kämpfen. Das Piestingtal empfängt uns mit super Rückenwind und angenehmer Temperatur. Der Radweg: Einfach der Hammer! Holzbrücken, Galerien und motivierende Sprüche als Bodenmarkierung. 

    Für uns ist ab jetzt klar: Wir wollen den Neusiedlersee erreichen! Greifbar nah und doch noch so fern! Die grünen Wälder weichen den Weizenfeldern, die Landschaft verändert sich und wir verabschieden uns von Niederösterreich und sagen Hallo zum Burgenland!

    Himmelhochjauzend und Knall auf Fall die harte Realität! “zinnnggg”, Gangschaltung funktioniert nicht mehr. Kurz vor Eisenstadt reißt mir doch tatsächlich der Schaltzug!

    Aus einem perfekten Rad wird ein Zweigangrad. Nach Rennradlwadlmanier beiße ich die Zähne zusammen und radel noch den letzten Anstieg zum Römersteinbruch. Vor uns liegt nun der ersehnte Neusiedlersee! Stolz und zufrieden trinken wir in der Ruster Bucht einen Kaffee, checken uns ein Zimmer und lassen den Abend mit hervorragendem Essen ausklingen! Das Radproblem lösen wir dann morgen, versprochen! 

    Tag 6: Rust nach Wien zum Heldenplatz

    Die letzten 70 Kilometer stehen für uns heute am Plan. Gemütlich, stressfrei und vor allem mit guter Laune! Wir fahren zum nächsten Radhändlerin in der Hoffnung dort mein Rad reparieren zu lassen. Vor lauter Aufregung bin ich meinem Freund zu knapp aufgefahren, sodass er mich beim absteigen voll erwischt (eher gestreift ;). Voll auf die Neune! Wie in Zeitlupe falle ich etwas unglücklich auf den verschmierten und dreckigen Zahnkranz. Ramme mir dezent die Zähne in die Wade und muss kurz mal tief durchatmen. Zu meinem Glück befindet sich direkt gegenüber die Apotheke. Ich versorge und desinfiziere meine Wunde während meine bessere Hälfte bzw. persönlicher Mechaniker sich um mein Rad kümmert. Das auf E-Bike spezialisierte Fahrradgeschäft hat leider keinen passenden Schaltzug, weshalb wir das Schaltwerk mit einem Kabelbinder in der Mitte der Kassette fixieren,

    Das werde ich schon packen, sind ja nur 70 Kilometer. Nach ein paar Kilometer regnet es zu allem Überfluss wie aus Kübeln! Starkregen, hurray! Wir haben keinen Stress und beschließen in Oggau beim Dorfwirt (Gasthaus Monika) den Regen abzuwarten. Nach 2 Stunden bester Unterhaltung und hervorragendem Kuchen, beginnt sich meine Laune auch wieder zu bessern, das Wetter allerdings nicht. Die lustigen Stammgäste und die Wirtin überlegen schon wie sie uns nach Wien fahren sollen. Wir winken aber dankend ab, wenn wir schon so weit geradelt sind, lassen wir uns die letzten Kilometer auch nicht nehmen!

    Ich stoße im Leithagebirge an meine körperlichen Grenzen! Mit nur 2 Gängen ist dieser kleine Anstieg echt eine Herausforderung!  Mit Rennradlwadl-Manier steige ich in den Sattel und quäle mich Meter für Meter vorwärts! Der Regen setzt mir auch ordentlich zu. Thomas ist stetig an meiner Seite und motiviert mich weiter zu machen! Stolz und durchgefroren haben wir den Anstieg und die Abfahrt hinter uns! 

    Die Motivation kehrt zurück und haucht wieder etwas Leben in meine Knochen! Durch einsame Felder und abgelegene Straßen nähern wir uns nun Wien! 

    Ohhh Wien, du bist sowas von anders! Laut, stressig und doch schwingt das Erfolgsgefühl bereits mit, als wir uns durch die stark frequentierten Straßen kämpfen! Die Reise hat seinen Höhepunkt erreicht: Der Heldenplatz! Passender kann der Abschluss unseres Abenteuers gar nicht sein! Wir fühlen uns wie Radhelden: Kampfgeist, Abenteuerlust und Leidenschaft sind fix in unseren Herzen verankert! 

     

    Unglaubliche 6 Tage mit 830 Kilometer haben wir bewältigt! Und das mit meinem besten Freund, Partner und Kamerad! Ich bin froh Dich seit 10 Jahren an meiner Seite zu haben und das Leben wird für uns noch einige Abenteuer bereithalten! 

     

    Epilog: Wenn 830 nicht ausreichen...

    Da 830 Kilometer wirklich eine blöde Zahl ist und ich gerade Zahlen einfach Liebe, hat uns ein Freund noch seine Heimstrecke im Wiener Wald gezeigt!

    Jetzt bin ich glücklich und verbuche die Tour mit unglaublichen 900 Kilometern mit 8000 Höhenmetern! 

    "Wiedermal quer durch Österreich, nur anders und wieder mit neuen Herausforderungen! Ich kann Dir auch nur empfehlen deine Satteltaschen zu packen und das Abenteuer zu wagen!"
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  • Foto: Sven Pfister
    RADgeber

    Wellness für die Wadl

    Ziehen und Zwacken? Was du gegen einen Muskelkater tun kannst! Dein Wellness Programm für Deine Wadl

    “Buhh, hob i Spotzen!”(österreichischer Ausdruck für Muskelkater) Es hatte jeder schon mal das Vergnügen einen unglaublichen Muskelkater zu erleben. Wenn bei jeder Bewegung das Gestell ächzt und quietscht, das brennen in den Muskeln nur noch durch tiefes Einatmen und Ausatmen ablenken kann, dann reden wir hier von einem ausgewachsenen Muskelkater. 

    Hier kannst Du nachlesen, was ich gegen das lästige Ziehen und Zwicken bei meinen Klappergestell mache! 

    Wie entsteht der Muskelkater?

    Bevor es mit meinen Tipps losgeht, sollte man natürlich wissen was ein Muskelkater ist.

    Durch übereifriges Training und zu hohen Trainingsreizen oder ungewohnten Bewegungen entstehen in der Muskulatur, streng genommen in der Muskelfaser, Mikroeinrisse. Diese Einrisse sind “Mini-Verletzungen” und verursachen Entzündungen im Muskel. Durch die Entzündung wird vermehrt Wasser ins Gewebe gespült und lassen so den Muskel anschwellen. Durch die Spannung im Muskel bzw Faszien entstehen die Schmerzen. Früher dachte man, dass der Muskelkater durch eine Übersäuerung (zu viel Laktat) entsteht. Man ist sich aber einig geworden, dass es die Mikro Einrisse sind,  die unsere Muskulatur brennen lassen. 

    “Ein Kaltstart ist immer zu vermeiden! Aufwärmen und Dehnen sind das A und O!

    Warum heißt es Muskelkater?

    Der Begriff hat nichts mit dem schnurrenden Kätzchen am Hut. Auch wenn man es sich verleiten lassen könnte und sagen würde: “Der Muskel schnurrt wie eine Kätzchen” Es ist ein totaler Humbug, denn der Begriff leitet sich von Katarrh ab.

    Der Begriff Katarrh wird bei Entzündungen der Schleimhaut, vorwiegend Atmungsorganen verwendet. Wie bei einer Erkältung! Lustig, oder?

    Unsere Muskeln haben sich verkühlt! Hatschiiii! 

    Weniger ist manchmal doch mehr!

    Um einen Kater zu vermeiden steht natürlich an oberste Stelle: Weniger ist mehr! Übertriebene Reize sollte man sich einfach sparen. Schließlich sind wir Hobbysportler! 

    Aber…. Du und Ich wir wissen wie schnell die Motivation überschwappt und wir doch mehr unseren Körper zumuten. Diesen Stich pedaliere ich auch noch mit 8000 Watt hinauf oder diesen Rennradler überhole ich jetzt auch noch und Zack schon ist es passiert! Umsonst war es natürlich nicht, da bei jedem Reiz, den wir in unserer Muskulatur setzen, der Muskel Stärker wird! Wichtig ist es gezielte Reize zu setzen und seinen Körper auch danach regenerative Phasen zu gönnen.

    Regeneration-Ausfahrten

    Ich persönlich kann selten meine Beine still halten, deswegen bevorzuge ich meine gespannten Wadl bei gemütlichen Ausfahrten zu lockern. Vorzugsweise beim Cyclocrossen. Wenn ich über Stock und Stein sause, werd ich gleich ordentlich durchgeschüttelt – Massage oder Wadllockerung inklusive 😉

    Ich achte darauf, ohne Druck zu pedalieren und die Umdrehungen konstant gemütlich zu halten. Die Herzfrequenz liegt hier im unteren Bereich (Kompensationsbereich). 

    Ganz nach dem Motto “Happy Madl- Happy Wadl”

    “Egal ob Oma`s Geheimsalbe oder doch von der Apotheke, Hauptsache schmieren!”

    Foto: Pfister Sven

    Ich habe eine Ausbildung als Heilmasseurin und von daher kann ich nur empfehlen: Schmieren, schmieren, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Wenn man keinen Masseur oder guten Freund zur Hand hat, kann mich sich auch wunderbar selbst verwöhnen! 

    Mit deiner Lieblingsschmier kannst du wunderbar die Muskeln ausstreifen und lockern und dabei nimmt die Haut noch die Inhaltsstoffe auf! 

     

    Ich benutze “Diana mit Menthol”, nicht nur dass ich mich dabei wie die Göttin der Jagd fühle, sondern sie duftet herrlich und die Inhaltsstoffe sind perfekt für meine strapazierten Wadl.

     

    Menthol sorgt nicht nur für frischen Atem, sondern wirkt auch:



    • schmerzstillend
    • kühlend
    • durchblutungsfördernd
    • juckreizlindernd

    Ab in die Wanne!

    Wahre Wunder bewirkt auch ein heißes Bad in deinem Wellnesstempel. Mit Badezusätzen wie Rosmarin, Kampfer, Teufelskralle, Lavendel oder Eukalyptus kannst du noch zusätzlich für Entspannung sorgen. Dein Körper wird sich entspannen, die Blutgefäße erweitern sich und Du kannst wieder entspannt durchatmen und deine Muskeln regenerieren wie von Selbst!

    Der Pfarrer Kneipp wusste schon damals wie großartig Wechselbäder sind!

    Alter Hut? Definitiv nicht! 

    Ich bin ein großer Fan von Kneipp’schen Güssen. Egal ob als frische Kick, Aufwachhilfe oder ob ich mein Herz-Kreislaufsystem anregen will, die Güsse kosten nichts und sind extrem effektiv! 

    Bei Wechsel oder Kaltgüssen achte darauf, dass die Temperatur richtig abgestimmt ist und Du bei Kaltgüssen nicht zu lange “frostest”. Die Temperatur befindet sich von 10-12 Grad bis maximal 40 Grad! Achte darauf dass der Wasserdruck wirklich nur einen Guss erzeugt und nicht zuviel Druck auf das Gewebe ausübt!

    Kneippen ist Gesund für Jung und Alt!

    Das weiße Wunderpulver beschleunigt die Heilung deiner Muskelfasern! Die Mineralstoffe Magnesium und Kalzium sind maßgeblich bei der Energiebereitstellung deine Zelle beteiligt. Damit Muskeln überhaupt kontrahieren können, braucht es nun mal die Wunderwaffe! Bei übermäßigen Sport und ausdauernden Trainingseinheiten ist es notwendig deinem Körper ausreichend Mineralstoffe bereitzustellen.

    Ob über die Ernährung, Kapseln oder Pulver: Hilfts nicht, schadet es auch nicht.

     

    Viel Spaß bei deinem Training und sag Adè zu Muskelkater! 

    dav
    "Beitrag mit Unterstützung von Diana mit Menthol"
  • RADgeber

    Ernährung- Hungerast war gestern!

    Ich bin ein Hobbysportler mit einem Hang zum Perfektionismus. Selbstvorwürfe wie “hätte, täte, wäre” möchte ich vermeiden. Beim Racearoundaustria im Ziel stehen, mit den Nerven am Ende sein und dann noch ein schlechtes Gewissen haben, ich hätte mehr geben können, kommt für mich nicht in Frage!
    Ich möchte sagen können: Ich habe alles gegeben und die Vorbereitung so gezielt umgesetzt, dass ich das Maximum aus mir rausgeholt habe!
    Klingt das nach Dir? Dann bist Du hier genau Richtig!

    Für die Vorbereitungen bei einem Ultraradrennen zählt nicht nur die Wadlpower zu pushen, mental sich darauf vorzubereiten, nein vielmehr das Gesamtpaket aus all den kleinen Rädchen an denen man drehen kann.
    Eines dieser Rädchen ist definitiv die Ernährung! Offenkundig bin nicht der größte Fan von Nahrungsergänzungsmittel und lasse mich ungern von all den Mythen einwickeln.
    Ich bin jemand, der es schon etwas genauer Wissen möchte.

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    Hungerast! Kommt Dir das bekannt vor?”

    Deshalb habe ich mir professionelle Hilfe gesucht und bin davon überzeugt, dass ich mit Daniel Keckeis einen Ernährungswissenschaftler gefunden habe, der auf meiner Wellenlänge schwimmt.
    Wir haben uns entschlossen Euch auch daran teilhaben zu lassen, damit ihr nicht so wie ich zuerst mal im drüben fischen müsst und noch auf einer dieser Mythen reinfällt!
    Unsere Beitragsreihe (Und ja, es wird noch mehr von uns zu lesen geben!) sollte Dir einen Überblick verschaffen. Möchtest es noch genauer Wissen? Dann empfehle ich Dir einen Ernährungswissenschaftler (Daniel Keckeis) zu suchen, der auch Sport betreibt und sich in Deine Lage versetzen kann!

    Jetzt genug mit dem Blabla und all dem Geschwafel jetzt mal zu den Fakten!

    Müssen den Hobbysportler überhaupt bewusst auf die Ernährung achten?

    Wie in allen Dingen im Leben kommt es immer darauf an, wie intensiv man etwas betreibt! Radelt man gemütlich nach der Arbeit noch eine kleine Runde oder hat man vor bei einem großen Rennen am Start zu stehen und Bestleistungen abzurufen?
    Grundsätzlich gilt: Desto mehr Sport, umso mehr muss man dem Körper wieder zuführen! Die Krux an der ganzen Sache ist: Oftmals stimmt das Verhältnis zwischen Nährstoffverwertung und Wiederaufnahme nicht.
    Das Wissen wie viel Dein Körper grundsätzlich benötigt, lässt sich relativ schnell ermitteln. Damit ergibt sich automatisch wie viel man nach, während oder vor einer Trainingseinheit wieder zuführen sollte. Je nach Trainingsform zum Beispiel 6 Stunden Ausdauer Fahrt oder kurze, knackige Intervalle, braucht der Körper etwas anderes!

    Zuwenig in die Futterluke, wann sollte man spätestens den Weg zu einem Profi suchen?
    Die Auswirkungen für eine Mangelernährung können gravierend sein! Es reicht von den klassischen Symptomen wie müde, matt und abgeschlagen, Leistungseinbußen und Motivationstiefs bis hin zu Abnahme von der Knochendichte. Für die Frauen unter uns: Die Mangelernährung betrifft natürlich auch unseren Hormonhaushalt und kann zu einer Dysbalance im Zyklus führen. Das sind ein paar der Auswirkungen und die Mangelernährung kann unseren Körper noch negativer beeinflussen!
    Also: Futterluke auf und immer etwas rein ins Magerl 😉

    Was zum Geier ist ATP?
    Die Abkürzung bedeutet: Adenosintriphosphat
    Ganz einfach und simpel bedeutet ATP nichts anderes, dass unser Wunderwerk, die Zelle, Energie freisetzt. Egal ob du Denksport, Ausdauersport oder Kraftsport betreibst, ATP benötigen wir um überhaupt lebensfähig zu sein.
    Damit der Körper ständig ATP produziert und wir fit wie ein Duracell-Häschen bleiben ist es notwendig dem Körper Energie über unsere Nahrung zuzuführen.
    Durch das ausgeklügelte Zellsystem entsteht das ATP. Enzyme spalten dieses dann auf und es entsteht das sogenannte ADP. Dabei wird Energie von Form von Wärme freigegeben, die wir für unsere Wadlpower benötigen! Und weil unser Körper kein Verschwender ist, beginnt der Kreislauf wieder von vorne!
    Also: Push the Limit und lassen wir der Energie freien Lauf!

    Energie freien Lauf lassen und dem Körper den richtigen Zündstoff bieten!
    Nur mit dem passenden Zündstoff kann man die Muskulatur und den Körper zu Höchstleistungen anspornen. Das Ziel von einem Trainingsplan und auch Ernährungsplan ist, das der Körper bei Belastung die Energie aus dem richtigen Depot bezieht. Hat der Schweiß mal richtig in der Nase gestochen und spontan ist Dir Ammoniak in den Sinn gekommen? Dann war die Belastung zu groß und der Körper hat Aminosäuren verbrennt. Garnicht nicht gut, da die Muskelzellen mit ziemlicher Sicherheit dabei zu Grunde gehen werden!
    Man versucht bei Ausdauereinheiten immer den Körper dazu ermutigen aus den Fettdepots Energie zu beziehen. Alles was darüber hinausgeht wird durch die “schnellen Kohlenhydrate” ausgeglichen. Das kannte jeder schon mal: der rettende Müsliriegel bevor uns der Hammer holt!
    Anspornen können wir unseren Körper das wir viel im Grundlagenbereich trainieren, da hier automatisch das Fettdepot verwendet wird und das Hüftgold wird gleich so dahin schmelzen.
    Bei Intervallen darf man dem Körper auch ausreichend Kohlenhydrate zur Verfügung stellen! Vor und nach dem Training, Yihaa Pastaparty!

    Der Mythos um das Nüchterntraining
    Intervalle am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen? Nicht ganz richtig.
    Nüchtern trainieren, kann man machen. Aber grundsätzlich ist es nicht zielführend mit hohen Reizen zu trainieren, da hier wiederum das falsche Depot angegriffen wird. Man laugt seinen Körper einfach nur dramatisch aus!
    Sinnvoll hingegen eine lange Ausdauereinheit und danach gemütlich frühstücken! Und wer kann schon etwas gegen eine Eierspeise mit einem guten Schuss Kernöl einwenden?

    Das Große und Ganze
    Da ich mich schon vor längeren Zeit dazu entschieden habe meine Ernährung zu 100% regional und saisonal umzusetzen (außer meinen heißgeliebten Tasse Kaffee), tue ich mir sehr schwer damit zusätzlich Präparate einzunehmen. Daniel hat für mich das passende Paket geschnürt, damit ich meiner Linie auch treu bleiben kann. Prinzipiell kann ich mit meinem grundsätzlichen Ernährungsstil nichts falsch machen, aber in gewissen Bereichen kann ich hier noch einiges optimieren.

    Das Leben ist wie eine Torte: eingeteilt in Tortenstücken:

    Der Hauptteil der Torte ist meine alltägliche Ernährung.
    Ein kleinerer Anteil ist eine erhöhte Zufuhr an Kohlenhydrate (Riegel, Shakes und Co) vor, während und nach dem Sport
    und ein ganz kleines Stück der Torte sind Supplemente (Ergänzungsmittel) die ich mit meiner “normalen” Ernährung nicht mehr abdecken kann. Konkret reden wir hier von Magnesium, Kalium, Eisen und andere Mineral- und Spurenelemente.

     

    Welche Supplemente Sinn machen und wie ich dazu stehe…. Read you soon!

    Tipps vom Profi kannst Du Dir hier holen:
  • Meine Abenteuer

    Jetzt gibt’s was aufs Auge!

    Scharf sehen und scharf aussehen ist hier meine Devise!

    Für die meisten von Euch ist eine Sonnenbrille oder Sportbrille zu tragen das selbstverständlichste auf der Welt. Die Augen sind für mich ein sehr persönliches Thema, da ich eine Ausbildung als Augenoptikerin genießen durfte. Immer wieder haben mich Freunde und Bekannte gefragt, ob die 10 Euro Brille die Augen genauso schützt wie eine 150 Euro Brille. Und soviel kann ich Euch schon mal verraten: Mir sind es meine Augen wert!

    Günstige Brille bieten natürlich Schutz vor Staub, Pollen und Flugkörper, aber dass man eine klare Sicht hat, bezweifle ich. Setzt doch selbst mal eine günstige Sonnenbrille auf und wagt den Test: Günstige Brillen machen einfach nur dunkel und man hat trotzdem das Gefühl dass es blendet. Qualitativ hochwertige Sonnengläser hingegen verdunkeln nicht, sondern reduzieren die Blendung! Sag Adè zu zusammengekniffen Augen und Faltenbildung rund um die Augen. Eine gute Sonnenbrille lässt dich um Jahre verjüngern 😉

    Aber genug von meiner Schimpftirade über günstige Sonnenbrillen, eines ist klar: Günstig bedeutet nicht zwangsläufig schlecht und deswegen versuche ich Euch mit diesem Blogbeitrag das Thema genauer zu erklären, damit ihr schlussendlich nicht eins aufs Auge bekommt!

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    “Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen. Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch”

    Das ultraviolette Licht- in der Disco der Knaller, aber für die Augen der Horror

    Das Discolicht und Sonneneinstrahlung sind natürlich zwei unterschiedliche Formen von UV-Licht. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen UV-A, UV-B und UV-C

    UV-C könnt ihr gleich wieder vergessen –  Danke Ozonschicht! Interessant wird es für uns bei A und B, da diese Strahlen an die Erdoberfläche gelangen.  So könnt ihr kinderleicht UV-A von UV-B unterscheiden:

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    UV-A: A wie altern

    Diese Strahlen verursachen nicht offensichtlich Schmerzen, aber die die Haut wird angegriffen, die Elastizität verringert und langfristig können diese Strahlen Hautkrebs auslösen.

    UV-B: B wie es brennt

    Nicht nur für die gebrannte Haut und unsere Tanlines verantwortlich, langfristig verursacht die UV-B Strahlung richtige Schäden. 

    Die Strahlen Kombination ist nachweislich verantwortlich für frühzeitigen grauen Star oder Netzhautablösungen. Madl und Buabn, schützt Eure Augen Jetzt, den später hilft Euch die beste Sonnenbrille nichts mehr!

    Die ominöse Zahl 400

    Bei einem Sonnenbrillenkauf in einem Fachgeschäft, könnt ihr davon ausgehen dass die Sonnenbrillen immer vollen UV Schutz bietet. 

    Warum 400nm? UVA und UVB treten von 280 bis 380 Nanometer auf, darum. 

    Tränen vor Freude, nicht vom Fahrtwind!

    Das A und O einer guten Sportbrille ist natürlich der perfekte Sitz. Man sollte darauf Achten das die Scheibengröße die Augen umfasst, die Fassung sich der Kopfform (gecurved) anpasst und somit einen Fahrtwind und Sonnenschutz bietet. Lästiges Tränen, Austrocknen der Augen, Dreck, Pollen und Insekten erübrigen sich hiermit von selbst! Allzeit bereit und somit immer Sicher!

    Alles durch die rosarote Brille- Die richtige Tönung

    Wie in allen Dingen im Leben ist es natürlich Geschmacksache. Aber streng genommen haben Tönungen bei Brillengläser auch ihren Zweck:

    Klare Gläser: Schutzfunktion, kein lästiges Tränen mehr oder das herausfischen von Mücken im Augenrand, aber leider auch kein Blendschutz

    Gelbe und Orange Gläser: Perfekt bei diffusen Licht oder regnerischen Ausfahrten, da diese Gläser kontraststeigernd wirken. Wenn du deinen Crosser über Stock und Stein jagst, wirst du bestimmt nichts mehr übersehen!

    Braune, grüne oder graue Gläser: Die Farbwahrnehmung von deiner Umgebung wird am wenigsten verfälscht. Letztendlich ist es Geschmack- und Stil Sache. Diejenigen die vielleicht schon an einem Katarakt (grauer Star) leiden, sind am ehesten braun getönte Gläser zu empfehlen, da dies den Blaulichtanteil am besten herausfiltern. 

    Polarisierte Gläser: Für uns Radler leider nicht wirklich zu empfehlen, da polarisierte Gläser Lichtspiegelungen filtern. Doof, wenn man gerade den Berg hinunter donnert und in der Kurve übersieht, dass die Straße noch nass ist. Auch das ablesen der Displays ist nicht immer möglich. 

    Intelligente Gläser: Je nach UV Belastung passen sich die Gläser der Situation an, ein großer Nachteil für uns Radler: Wenn man durch den Tunnel düst, ist man meist schon wieder draußen bis die Gläser wieder hell sind. 

    Bei den meisten Ausfahrten benutze ich Gläser die sich der Lichtsituation anpassen.

    Im Tunnel heißt es halt: Augen zu und durch!

    Verspiegelungen: Egal ob Rot, Grün oder Blau verspiegelt, Hauptsache scharf aussehen. Optischen Nutzen hat das ganze zwar nicht, aber sieht richtig flott aus!

    Kunststoff oder doch Metall? 

    Ganz klar als Sportbrille kommen nur Kunststofffassungen und spezielle Gläser (Polycarbonat) zum Einsatz. 

    Sollten bei einer rasanten Abfahrt die Fliehkräfte wirklich zu stark auf Dich einwirken, können zumindest die Gläser nicht splittern oder dir ein Metallbügel ungewollt Dein Ohr piercen. 

    Wie vor der Eisdiele: 1000 Möglichkeiten 

    Viele Sportbrillenhersteller (zB Adidas, Oakley, Gloryfy,…) haben auch Sportbrillen im Sortiment, die die Funktion besitzen, dass man die Gläser ganz einfach tauschen kann. Egal ob es heute regnet oder morgen die Sonne vom Himmel lacht- Die Fassung für Alles und die Gläser passend für Deine Situation!

    Also man sieht, Brille ist nicht gleich Brille. 

    Was auf Deine Nase passt oder welche Tönung die Richtige ist, kann man nur probieren! 

    Egal ob Du dich von einem Augenoptiker beraten lässt oder doch lieber das Worldwideweb nutzt, passen muss es für Dich und deine Bedürfnisse! 

    Aber ich hoffe ich konnte Licht ins Dunkle bringen, denn wer A sagt muss auch B sagen 😜
    Scharf sehen und scharf aussehen
    Euer Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer

    Gut behütet – die Faszination Fahrradkappe

    Die Fahrradkappe- nicht nur funktionell, sondern auch Dein Statement

    Der Style als Rennradler fährt immer mit! Die Kleidung ist meist farblich aufeinander abgestimmt, die Funktionen ganz klar definiert und die Wiedererkennung auf den Straßen somit erschaffen! Mit Leitsprüchen wie “Jawui” das Gefühl ausdrücken, wenn man sich Serpentine für Serpentine den Pass hoch gekämpft hat oder doch mit #ballern den Ausdruck verleihen, wenn man gefühlt in Lichtgeschwindigkeit über den Asphalt donnert – Die Fahrradkappe, ein Statement!

    Das wiederaufleben der Retro-Kappe hat sich nicht nur unter den Rennradlern etabliert, nein, auch die coolen Hipster Girls and Boys erfreuen sich der ultimativen Kopfbedeckung! 

    Ganz klar ist aber, dass Fahrradmützen eine lange Tradition im Radsport feiern. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen konnte ich bis 1880 recherchieren! In den 60iger Jahren wurde das Kapperl das Must-Have für Radler und deren Fans! 

    Markenpräsenz, Landesfarben und Teamnamen: Ab diesem Zeitpunkt standen die Funktionen nicht mehr ganz im Vordergrund! Es hat einfach kurz und schlicht richtig Style! Seitdem ist die Faszination ungebrochen und für jeden Geschmack und Köpfchen lässt sich am Markt etwas finden. 

    Hip und stylisch ist natürlich das Eine, aber Sinn ergeben die schicken Teile natürlich auch! Hier mal die wichtigsten

    Fun-Fakten: 

    Stylisch, sinnvoll oder doch als Statement- Kapperl geht immer”

    Gut behütet- damit das Köpfchen auch schön warm bleibt

    Ich räume mal mit dem Mythos auf, dass der Körper 40% der Wärme über den Kopf verliert. Die Studie aus den 70iger ist schon längst widerlegt. 

    Fakt ist: Über unser Köpfchen verlieren wir etwa 10% der Wärme. Mit dem richtigen Material ist man nicht nur stylisch unterwegs, sondern hält man sich auch ordentlich warm. 

    Mit Lichtgeschwindigkeit ballern – Stoppt den Fahrtwind

    Hält nicht nur die zerzauste Frisur nach langen Ausfahrten in seinem Bann, sondern wenn es richtig zur Sache geht, stoppt die Mütze auch noch den Fahrtwind. Die Aerodynamische Funktion erklärt sich hier wohl von selbst!

    Do kummt di Sunn – Hitzestau oder Blendung, ein wahres Wunderding

    Die Sonne knallt mal wieder volles Rohr auf den dunklen Asphalt! Der Allrounder schützt vor einem Sonnenstich und vorzeitiger Faltenbildung. Sag Adè zu zusammengekniffen Augen!

    Schweiß lass nach – Die perfekte Barriere

    Der Puls schnellt in die Höhe und man schwitzt, was das Zeug hält. Wenn die natürliche Barriere unserer Augenbrauen nicht mehr ausreicht – das Kapperl hält den Schweiß bestimmt dort, wo er bleiben sollte! Yihaaa Salz-Randl 😉 

    Wo Sonne ist, gibts auch irgendwo Regen – Alles trocken am Dach 

    Jeder kennt das Gefühl, wenn man von Regen überrascht wird. Nass, kalt und grausig! Aber nicht die Schlauen von uns: Mit Kapperl können wir dem Wetter so richtig trotzen!

    Unten, oben, hinten oder schräg – Hauptsache der Schirm sitzt

    Die richtige Trageweise der Kappen lassen beim Stammtisch die Wogen hochgehen. 

    Schild nach unten oder oben geklappt oder doch im Nacken damit der Anpressdruck bei rasanten Abfahrten erhöht wird. Egal: Stylisch und funktionell sind die Kappen allemal!

     

    Seien wir alle mal ein bisschen cool, bekennen Farbe und Slogans und lassen wir es krachen! Ich für meinen Teil: Ich sitze am Radl und bin jetzt #schepfn für die Teilnahme beim #raa

    mit Schirm, Charme und Kappe
    Anna-Maria
    Rennradlmadl
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Ab geht`s auf die Rolle

    Hier erfährst Du mehr über mein Indoortraining. Warum “Fuck The Pain” mein persönliches Mantra ist und meine zwei Lieblingsvarianten, wenn es um das Thema “Quäl Dich selbst” geht!

    Für mehr Wadlpower!

    Das Surren des Freilaufs, der Klang, wenn die Kette vom kleinen auf das große Kettenblatt springt und die beeindruckende Umgebung und Sonnenstrahlen bis in jede Zelle des Körper zu spüren sind. Genau diese Momente machen Radfahren zu dem was ist: Freiheit und grenzenloses Abenteuer!

     

    Die Abenteuer werden mit der Zeit länger, intensiver und der Anspruch an sich Selbst immer größer! Man beginnt im Kleinen: Ausfahrten um sich an das Rad zu gewöhnen und mit den Klickpedalen vertraut zu werden. Den Moment genießen, wenn man das erste mal im Pulk eine große Runde dreht und schon ist man infiziert. Radfahren wird so wichtig, wie die Luft zum Atmen! Man befasst sich mit Zahlen und Fakten. Beleuchtet nach jeder Ausfahrt die Werte etwas genauer. Puls, Trittfrequenz und Wattzahlen und der Ehrgeiz ist entfesselt.

    Ziemlich genau so ist es mir ergangen! Natürlich bin ich noch immer ein und dieselbe Person, die das Leben im Hier und Jetzt genießt und sich auch gerne mal von der inneren Uhr treiben lässt, aber da meine Abenteuer länger und ausdauernder werden, musste ich mich doch irgendwann mit dem Thema “Wintertraining” beschäftigen. Offenkundig bin ich kein großer von Fan von Indooraktivitäten, wie Grundlagen spulen auf der Rolle. So musste ich für mich die passende Lösung finden, dass ich nach dem Winter, noch stärker als je zuvor in den Sonnenuntergang reiten kann!

     

    So, aber jetzt genug von mir! Ich bin kein Sportprofi und schon gar keine Trainerin, aber ich möchte euch bei diesem Beitrag einfach zeigen, wie ich mein Intervalltraining auf der Rolle absolviere bzw aufgebaut habe. Wer sich unsicher ist, seinen Körper oder die maximale Belastung noch nie getestet hat, empfehle ich auf alle Fälle zur Leistungsdiagnostik bzw sich mit seinem Arzt oder Trainer in Verbindung zu setzen!

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    “Fuck The Pain- mein persönliches Mantra, wenns mal wieder härter wird”

    FTP-Test oder Fuck The Pain

    Das Erste was man Wissen sollte, um leistungsbasiert zu trainieren, ist der FTP.

    Nein, natürlich nicht FuckThePain, obwohl ich es treffender finden würde, sondern der sogenannte “Functional Threshold Power”. Also soviel Deine Wadl über eine Stunde maximal drücken können. Wenn man es schön ausdrücken möchte: Die funktionelle Leistungsschwelle.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Schwelle zu ermitteln. 

    Wenn genau dieser Moment auf der Rolle einsetzt: Der Schweiß tropft aus allen Poren, der Kopf beginnt zu glühen und die Luft eher gepresst die Lunge verlässt, ist genau der Zeitpunkt, an dem man sich “Fuck the pain” wie ein Mantra vor sich sagen soll. 

    Und dann ist es auch schon überstanden! 

    Cool down, Girls und Boys! 

    Ich habe mit folgenden Test meinen Ftp ermittelt:

    Bevor es losgeht, sind noch ein paar Vorkehrungen zu treffen: Zunächst mal die Dämpfungsmatte unter das Radl und dem Rollentrainer platzieren, Radl in den Rollentrainer fixieren und Widerstand-Tool (wenn man so wie ich keinen Smarttrainer hat) am Lenker befestigt, Powermeter kontrollieren, nicht, dass das Gerät wegen zuwenig Strom abschmiert! 

    Noch schnell den Fahrradcomputer mit den passenden Sensoren überprüfen und dann rein in die Radlerwäsche! Trinkflasche noch schnell in griffweite platzieren und schon gehts los!

    20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Trittfrequenz zwischen 75-90 mit wenig Widerstand, schwitzen darfst du aber schon dabei!

    5 Minuten- volle Kanone

        Trittfrequenz und Widerstand erhöhen, die Wadl dürfen es schon spüren und das konstant zach beibehalten!

    5 Minuten- Komm wieder runter, Baby!

    Nach dem Vollgas kommt für gewöhnlich eine Erholung, also Trittfrequenz und Widerstand wieder reduzieren und komm wieder runter! Atme nochmal tief durch, bevor es losgeht!

    20 Minuten- Konstantes Quälen- Yeahh von Nichts kommt Nichts 

    Zunächst starte deinen Fahrradcomputer Neu, damit eine neue Aufzeichnung stattfindet. So musst du nicht nachher die Zahlen auseinander dröseln!    

    Wähle den Widerstand so, dass es für dich mit Ach und Krach möglich ist, zu treten und die Trittfrequenz auch beizubehalten. Schmierst du ab, war der Widerstand zu stark gewählt! Quäl dich und lass Deine Wadl so richtig brennen! Dann ist es richtig! 

    Vergiss jetzt bitte nicht nach den 20 Minuten die Aufzeichnung zu stoppen! 

    10-15 Minuten- Geschafft, Cool down Girls and Boys!

    So, die Atmung beruhigt sich, dein Puls verlässt den kritischen Bereich und du kannst dir ein Grinsen kaum verbergen? Gratulation! Der Test ist geschafft!

    Zur Auswertung:

    Dein Fahrradcomputer bzw die dazu passende APP spuckt dir dann die durchschnittliche Leistung über die 20 Minuten aus. Multipliziere diese Zahl mit 0,95

    Somit hast du Deine funktionelle Leistungsschwelle ermittelt.

    Diese Werte sind zwar recht nett zu Wissen, um ein leistungsbasiertes Training aufzubauen, sagt aber schon wirklich nichts über die Fitness aus! Viel wichtiger ist der Wert “Watt pro kg” um dich auch mit anderen vergleichen zu können! Ein 80 kg schwerer Mann wird immer mehr treten als eine Frau mit 50 kg! Deswegen ist der FTP- nur für Dich wichtig! Und zieht keine Rückschlüsse auf die Power, die in deinen Wadln steckt! 

    Also dividiere noch deinen Wert durch dein Körpergewicht!

    Voilà, du bist der Hammer!

    “Watt tritt`s den Du? Die Stammtischfrage Nummer 1! Madl und Buben, Gewicht und Größe, vergleiche immer mit Watt pro Kilogramm!”

    Klar es gibt verschiedene Möglichkeiten und Tests, bitte fragen Sie Ihren Arzt und Leistungsdiagnostiker 😉 Weiter geht`s, ausgeruht war gestern!

    Ich mache maximal 2 Intervalleinheiten in der Woche! Übertraining bringt nichts und die Leistungssteigerung stagniert. Das Intervalltraining ist nur zusätzlich, im Vordergrund steht natürlich im Winter fleißig die Ausdauer im Grundlagenbereich zu trainieren.

    Intervalltraining- Geht schon, geben wir mal Vollgas

    Vor jeder Einheit ist es wichtig, richtig gut aufgewärmt zu starten- Einrollen!

    Und dann kanns es auch schon losgehen! Hier trainiere ich im Spitzenbereich, heißt auf gut Deutsch 20-40% über meinem FTP Wert. Kurz, knackig und gleich lange Erholungsphase wie Vollgas-Phase! In dieser Zeit konzentriere ich mich nur auf die Wattwerte, Herzfrequenz und Atmung. 

    Der Ablauf sieht bei mir so:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

    Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min 

    6-8 Minuten Vollgas- es gibt nur ein Gas! 

    Im einem Wechsel von je 30 Sekunden der Belastungs- und Erholungsphase. Die Trittfrequenz liegt bei 110-120 U/min

    6-8 Minuten- Erholung muss sein

    Sprintpause, gemütliches radeln im Grundlagenbereich 1 bei 80-90 U/min

    Und weil es schön ist, wiederhole ich das noch 3mal! 

    10-15 Minuten Cool down

    Endlich geschafft! Anstrengend? Ja, und wie! Werde ich im Frühjahr mit Vollgas in den Sonnenuntergang reiten können?     Ich hoffe doch!

    Da immer das selbe Training etwas langweilig wird, stelle ich hier nun noch meinen zweiten Liebling vor:

    Kraftausdauer- mit schmackes in die Pedale!

    Bei diesem Training lege ich mein Augenmerk nicht auf die Trittfrequenz, sondern wirklich nur darauf, dass ich mit richtig schmackes in die Pedale trete. Da die Kadenz sehr niedrig ist, kann ich mich währenddessen auch noch sehr gut auf meine Tritttechnik konzentrieren. Wenn ich den HIT (High intensity) starte liegt die Wattzahl 10-20% unter meines FTP! 

    Praktisch sieht das ganze dann so aus:

    15-20 Minuten- gemütliches Einrollen

        Grundlagenbereich 1, die Trittfrequenz liegt bei 80-90 U/min

    4 Minuten- mit schmackes in die Pedale 

    Grundlagenbereich 2 (Augenmerk auf Wattzahl!) und Trittfrequenz liegt bei 50-60 U/Min

    4 Minuten- Pause gut, alles gut

        Grundlagenbereich 1 und Trittfrequenz wird wieder auf 80-90 U/min erhöht

    Wiederholen, wiederholen- weil es einfach Spaß macht

    15-20 Minuten- Cool down

     

     

    Madl und Buben, das Ding wurde gerockt!

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    Es gibt noch hunderte Möglichkeiten ein Intervalltraining auf der Rolle zu machen,
    mit oder ohne Trainer, hauptsache Spaß machts! Hier habe ich nur meine 2 Lieblinge angeführt! Vielleicht werde ich in naher Zukunft noch weitere meiner Trainings für Euch veröffentlichen! Man wird sehen, bis dahin radle ich noch fleißig und trainiere meine Wadlpower!
    Ride on und allzeit stramme Wadln
    Euer Rennradlwadl Anna
  • Meine Abenteuer,  RADgeber

    Wintertraining- Cyclocross

    Der Cyclocrosser- Das Fitnessgerät für den Winter! Ausdauereinheiten oder doch ein abwechslungsreiches Fahrtenspiel: 

    Spaß ist garantiert!

    Lange und nie enden-wollende Ausdauereinheiten auf der Rolle? Ja, so fühlt sich das für mich an. Es macht mir einfach keinen Spaß stundenlang in meinen eigenen vier Wänden zu hocken, meinen Boden und mein Rad voll zu schwitzen.
    Ein passende alternative zu Skitouren und Laufen musste her!
    Nach langer Überlegung wie ich mich fit durch den Winter bringen konnte, fiel die Wahl auf mein neues heißgeliebtes Fitnessgerät: Der Cyclocrosser!

    Ja, richtig gelesen: Fitnessgerät! Ich nutze meine Rad auf der einen Seite für lange Ausdauereinheiten im GA1 Bereich und High Intensity über Stock und Stein im Gelände! Geht das? Und wie!

    Aber lass mich mal kurz zurückspulen:
    Nach längerer Beratung und Internetrecherche habe ich mich für ein Stevens Gavere entschieden. Ein kostengünstiges Rad, um nicht bei jeder Ausfahrt Angst haben zu müssen, dass mir das Rad unter meinen Allerwertesten weg rostet.
    Ja, klar: Salz und Rad sind eine gefährliche Kombination und ich würde !niemals! im Winter bei nasser Straße mein Rennrad auf der frischen Luft chauffieren.
    Aber da mein Crosser nicht meinen finanziellen Rahmen gesprengt hat und ich das Rad genau für diesen Zweck nutzen möchte, drück ich doch nochmal ein Auge zu 😉
    Ich denke ich kann es verschmerzen, wenn sich eventuell in der nächsten Saison ein kleines Rostfleckerl gebildet hat. Narben sind ja da, um präsentiert und mit Stolz getragen zu werden, oder etwa nicht?

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    Ausdauer Fahrten vs Fahrtenspiel

    Mein Fitnessgerät möchte wie es in seiner Natur liegt, auch dementsprechend herausgefordert werden, daher ergeben sich für mich zwei sinnvolle Optionen mein Radl anzutreiben.

    Grundlagentraining, im Winter werden die Weichen für den Sommer gestellt

    Das erstere sind lange Ausdauereinheiten. Hier rede ich von flachen Touren mit gemäßigtem Tempo. Lang ist natürlich immer reine Interpretationssache, um für Dich etwas konkreter zu werden: Für mich bedeutet es 2 bis 5 Stunden an der frischen Luft sein. Gemütlich, die Natur und Umgebung wahrnehmen und den Kopf abschalten!
    Und für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Mein Trainingsbereich befindet sich 60% bis max 75% der maximalen Herzfrequenz, also GA1
    Ich habe den Luxus im Rheintal Leben zu dürfen, hier befinden sich viele flache Wege mit traumhafter Umgebung. Es wird mir hier sehr leicht gemacht, tolle Straßen zu finden und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Aber ich denke, jeder findet in seiner Umgebung das passende Terrain.

    Fahrtenspiel- Play the Game

    Wer mich kennt, weiß das ich meist Hummeln im Hintern habe. Ich liebe es, wenn mein Puls in die Höhe schnellt, das Adrenalin meinen Körper durchströmt und ich mich voll und ganz auf meinen Körper und die Atmung konzentrieren muss.

    Hallo, hallo Fahrtenspiel!
    Klar, Fahrtenspiel impliziert schon das Wort ins sich: Es bedeutet Spaß! Das schöne bei dieser Trainingsform: Es gibt keinen fixen Plan.
    Der große Unterschied zum Intervalltraining, dass ich die Intensität und Dauer selbst bestimme, je nach Lust und Laune!
    Erblicke ich im Gelände zum Beispiel einen Anstieg heißt es für mich: Raus aus den Sattel und rein in die Pedale. Danach nehme ich den Druck wieder raus und radle trotzdem mit guten Zug auf der Kette weiter. Das Fahrtenspiel ermöglicht mir unendlich viele Kombinationen: Hohe Trittfrequenz, mit schmackes in die Pedale oder auch explosive “Zielsprints”. Kurz gesagt: Abwechslungsreich und macht richtig Spaß!
    Die Dauer beträgt bei mir meisten 1 Stunde bis max 2 Stunden und lässt sich so super im Alltag integrieren. Für jenige die es noch genauer Wissen möchten: Bei mir sind durchaus Spitzen im kritischen Bereich dabei 😉 GA1 bis Spitzenbereich, abwechslungsreich ist es auf alle Fälle!

    Krank war gestern!

    Für beide Trainingsvarianten gilt für mich im Winter: Kühle niemals aus! Verschwitzt mit rosaroten Wangen ausrollen- Niemals!
    Dein Körper wird es dir Danken und sag Adè zur Erkältung! Wenn Du immer darauf achtest, dass du dich ausreichend aufwärmst und deine Kleidung der Temperatur anpasst, sehe ich überhaupt kein Problem im Winter zu radeln. Meine Lunge mag Minustemperaturen nicht so gern: Ich atme vorwiegend über die Nase ein und über den Mund aus, der Schlauchschal dient mir als Gesicht und Atemschutz. Damit ich auch ausreichend trinke, habe ich mir angewöhnt alle 10 Minuten zu meiner Trinkflasche zu greifen, um mir eine kleinen Schluck zu gönnen. Na, dann Prost 🙂

    Nach jeder Ausfahrt gilt: Versorge zuerst Dich und dann dein geliebtes Rad! Zieh die verschwitzten Klamotten sofort aus, stell dich unter die heiße Dusche und schlüpfe danach in deine Flanellhose! Warm und gut erholt, kannst du dich jetzt um deinen Drahtesel kümmern. Ich versuche zumindest nach jeder Ausfahrt mein Radl zu hegen und pflegen. Salz, Schlamm und Nässe sind dann nicht ganz zu unterschätzen!
    Das Rad habe ich zwar für diesen Zweck, aber ich hätte ja dann noch gerne länger meine Freude daran.

    Hier eine Übersicht meiner Klamotten bis max -5 Grad:

     # Stirnband
     # Retroradkapperl
     # Schlauchschal
     # Lange Thermounterwäsche (die klassische Schiunterwäsche)
     # Langärmeliges Trikot
     # Weste mit integrierter Wind-Stoppfunktion
     # Neopren Laufhose (hab leider noch keine lange Radhose)
     # Rennradhose mit Trägern
     # Socken aus Merinowolle
     # Überschuhe aus Neopren

     

     
    Und, nun auch motiviert? Warm eingepackt und mit einem Lachen im Gesicht, bin ich dann mal draußen und jage meine Bärbel über Stock und Stein!
     
    Velolove Anna-Maria
    "Noch kein Fitnessgerät? Dann ab zu meinem RAD-geber!"